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Lightbulb Quantentheorie
Geschrieben von: Eik - 11.02.2017, 13:14 - Forum: Physik - Keine Antworten

Quantentheorie


Quantentheorie w [von latein. quantum = wieviel], E quantum theory, theoretische Beschreibung und Erklärung mikrophysikalischer Erscheinungen, die durch Größen wie Energie, Ladung, Spin, Impuls usw. gekennzeichnet sind, welche in der klassischen Physik keine Entsprechung haben oder im Gegensatz zu ihr quantisiert sind, d.h. nicht kontinuierlich beliebige Werte annehmen können, sondern jeweils nur bestimmte diskrete Vielfache eines bestimmten Wertes. In den letzten Jahren sind zahlreiche hochspekulative Hypothesen und Diskussionen über den Zusammenhang der zunächst scheinbar so weit entfernten Themen Quantentheorie auf der einen und Gehirn und Bewußtsein auf der anderen Seite entstanden (Geist und GehirnLeib-Seele-Problem). - Die Quantentheorie ist zusammen mit der Allgemeinen Relativitätstheorie die experimentell am besten bestätigte physikalische Theorie überhaupt. Trotzdem hat z.B. Richard Feynman behauptet, daß, abgesehen von den praktischen Anwendungen, "niemand die Quantentheorie versteht" (  siehe Zusatzinfo 1 ). Zu paradox und bizarr sind ihre Resultate, Voraussagen und Interpretationen: Eine Zwitterexistenz von Wellen und Teilchen; anscheinend mit sich selbst wechselwirkende oder interferierende Partikel; die Unschärfe bestimmter Größen wie Impuls (Masse mal Geschwindigkeit) und Ort oder wie Energie und Zeit; räumlich und zeitlich "verschmierte" Zustände; umkehrbare Messungen; "spukhafte Fernwirkungen" (Albert Einstein) zwischen sogenannten verschränkten Quantensystemen; Teleportation von Zuständen eines Photons oder Atoms auf ein anderes ohne Zeitverlust; scheinbar überlichtschnelle Signale; nicht verursachte Zufälle (spontane Energiesprünge, Tunneleffekte beim radioaktiven Zerfall, Materie-Antimaterie-Paarerzeugung); und das sogenannte Meßproblem, das mit dem "Kollaps" der Wellenfunktion zusammenhängt (Reduktion des Zustandsvektors): Die Schrödinger-Gleichung (Psi- oder Wellenfunktion) beschreibt den Zustand oder die Entwicklung eines Quantensystems als statistische Überlagerung von Zuständen. Welcher davon zu einem bestimmten Zeitpunkt real ist, kann nicht exakt vorausgesagt, sondern nur durch eine Messung experimentell bestimmt werden (Kollaps der Wellenfunktion, dessen physikalische Bedeutung aber umstritten ist). Doch wo fängt eine Messung an, wo hört sie auf? Sind Meßapparate, einschließlich der menschlichen Gehirne, nicht auch physikalische Objekte, die den Gesetzen der Quantentheorie gehorchen? Wie vollzieht sich der Übergang von der Makro- in die Mikrowelt bzw. der klassischen Physik in die Quantenphysik (experimentell erweist sich die Grenze als immer mehr verschiebbar)? Was ist die Bedeutung der Zustandswellenfunktion, worin besteht der Status eines Beobachters, was ist überhaupt wirklich? - Diese unbefriedigende Situation hat schon Erwin Schrödinger gesehen und 1935 mit einem Gedankenexperiment zu illustrieren versucht: "Man kann auch ganz burleske Fälle konstruieren. Eine Katze wird in eine Stahlkammer gesperrt, zusammen mit folgender Höllenmaschine (die man gegen den direkten Zugriff der Katze sichern muß): In einem Geigerschen Zählrohr befindet sich eine winzige Menge radioaktiver Substanz, so wenig, daß im Lauf einer Stunde vielleicht eines von den Atomen zerfällt, ebenso wahrscheinlich aber auch keines; geschieht es, so spricht das Zählrohr an und betätigt über ein Relais ein Hämmerchen, das ein Kölbchen mit Blausäure zertrümmert. Hat man dieses ganze System eine Stunde lang sich selbst überlassen, so wird man sich sagen, daß die Katze noch lebt, wenn inzwischen kein Atom zerfallen ist. Der erste Atomzerfall würde sie vergiftet haben. Die Psi-Funktion des ganzen Systems würde das so zum Ausdruck bringen, daß in ihr die lebende und die tote Katze zu gleichen Teilen gemischt oder verschmiert sind." - Diese Parabel war als Beispiel gedacht, wie die Quantentheorie in anderen Bereichen mißbraucht werden kann, und wie unangemessen eine Übertragung mikrophysikalischer Phänomene (beispielsweise der verschmierten Zwitterzustände, d.h. der Überlagerung oder Superposition) auf makroskopische Objekte der Alltagswelt (etwa Katzen) ist. Aber viele Physiker und Philosophen haben Schrödingers Katze ernst und wörtlich genommen. Doch macht es wirklich Sinn anzunehmen, daß die Katze in der Kiste zugleich tot und lebendig ist oder eben keines von beidem, solange sie niemand beobachtet? Oder sorgt die Beobachtung sogar erst für einen eindeutigen Katzenzustand? Diese radikale Auffassung hat tatsächlich ihre Anhänger und führt geradewegs zu einem philosophischen Idealismus: "Sein ist Wahrgenommenwerden" (George Berkeley). Beträchtliche Schwierigkeiten liegen allerdings auf der Hand: Woher kommt der Beobachter? Wieso kann er die Welt nicht einfach so sehen, wie er will; wieso ist sie oftmals so unerquicklich? Geht der verschmierte Zustand von Schrödingers Katze nicht auf den Beobachter über? Angenommen, ein Mann öffnet die Kammer und schaut nach der Katze. Vor der Tür warten Journalisten, um vom Schicksal des Tieres zu erfahren. Müßte der Mann, solange er ihnen nichts berichtet hat, für sie nun nicht seinerseits in einem Überlagerungszustand befinden zwischen jemand, der eine tote Katze in der Kiste erblickt hat, und einem, dem sie quietschlebendig in die Arme sprang? Andererseits: Könnte sich die Katze, die doch wohl auch ein Bewußtsein hat, nicht selbst beobachten und dadurch am Leben halten? Es ist auch fraglich, ob die Schrödinger-Gleichung auf Katzen überhaupt anwendbar ist, da sie Energie verbrauchen, also kein geschlossenes System sind. Und: Könnte ein Beobachter den Todeszeitpunkt der Katze nicht nachträglich feststellen, z.B. durch die Messung des Sauerstoffverbrauchs in der Kiste? Außerdem sind die Quanteneffekte bei makroskopischen Objekten viel zu gering. Die prinzipielle Meßungenauigkeit eines Tennisballs beträgt aufgrund der Heisenbergschen Unschärferelation beispielsweise nur 1:10-16, die von Nervenimpulsen 1:10-9. Mit anderen Worten: Quanteneffekte dürften das Gehirn eigentlich nicht stärker beeinflussen als ein Stampfen auf den Boden die Bahn der Erde. Hinzu kommt, daß Quantenzustände wie z.B. der radioaktive Zerfall normalerweise nicht verstärkt werden können, ohne die Superposition zu zerstören. Durch eine Wechselwirkung mit der Umgebung wird der ursprünglich reine Zustand des Quantensystems in einen gemischten Zustand überführt, der durch einen Zustandsvektor der Psi-Funktion nicht mehr beschrieben werden kann; es entwickelt sich in extrem kurzer Zeit ein verschränkter Zustand zwischen Quantensystem und Umgebung, so daß Interferenzen zwischen verschiedenen Makrozuständen unbeobachtbar werden (sie verschwinden lokal, gehen aber gleichsam auf das Gesamtsystem über). Aufgrund dieser Dekohärenz erscheint Schrödingers Katze daher immer entweder tot oder lebendig. - Diese nach wie vor anhaltende Unklarheit der naturphilosophischen Interpretation der Quantenphysik (  siehe Zusatzinfo 2 ) ist der Hintergrund, vor dem auch Versuche gesehen werden müssen, neuronale Prozesse und Bewußtsein mit quantenphysikalischen Vorgängen in Verbindung zu bringen oder gar zu erklären (  siehe Zusatzinfo 3 ). Schon Max Planck hat, da die Quantenmechanik dem Determinismus der klassischen Physik zu widersprechen scheint, eine neue Möglichkeit für die menschliche Willensfreiheit gesehen, allerdings nur im epistemischen Sinn: Die Zukunft ist offen, d.h. nicht exakt vorherbestimmt und voraussagbar. Pascual Jordan ging noch einen Schritt weiter und sah in den indeterministischen Quantenprozessen "Schlupflöcher" im Kausalgefüge der Physik, durch die mentale Prozesse in die Natur eingreifen können. Ähnlich argumentierte John C. Eccles. Er glaubte nicht an einen rein neuronalen Ursprung des menschlichen Geistes, sondern betrachtete diesen als göttliche Schöpfung und eigenständige, von der physikalischen Welt unabhängige Existenzform. Doch wie kann dieser vermeintlich freie Geist in die Materie eingreifen? Eccles formulierte hierzu gemeinsam mit Friedrich Beck eine kühne Hypothese: Es sind Quanteneffekte, die der Geist in Bewegung bringt oder zumindest ausnützt (  siehe Zusatzinfo 4 ). Eccles zufolge geschieht das an den Synapsen, den Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen. Das Bewußtsein soll über Quantensprünge Neurotransmitter freisetzen, die die nachgeschaltete Zelle aktivieren oder hemmen könnten. Beck hat dies durch ein biophysikalisches Modell noch ergänzt, das den Elektronentransport in den Synapsen berücksichtigt. Die Probleme für Eccles' neuronale Quantentheorie des Bewußtseins sind aber gewaltig (  siehe Zusatzinfo 5). Trotzdem ist sie nicht von vornherein unsinnig. In gewisser Hinsicht läßt sich die Frage nach der Einwirkung eines nichtphysischen Bewußtseins auf Quantenprozesse sogar experimentell untersuchen: Mit Hilfe eines Apparats, bei dem zwei Zeiger radioaktive Zerfälle registrieren, kann ein Beobachter versuchen, einem anderen eine Botschaft zu übermitteln, indem er den Zeiger seines eigenen Meßgeräts entweder ansieht oder nicht. Überzeugende Hinweise auf einen solchen Informationstransfer haben die bisherigen Experimente jedoch nicht gefunden. - Einen anderen Betrachtungswinkel hat der Ansatz von Matthew J. Donald. Hier greift das Bewußtsein nicht in die Welt ein, sondern ist gleichsam ein Epiphänomen. Auch kollabiert die Wellenfunktion nicht, sondern alle Alternativen realisieren sich in verschiedenen Bewußtseinszuständen. In dieser Viele-Bewußtseine-Interpretation (E many minds interpretation) basieren die verschiedenen Übergänge auf quantenphysikalischen Schaltern. Als neuronales Korrelat sieht Donald Ionenkanäle in Nervenzellmembranen an, die entweder offen oder geschlossen sind. Freilich ist unklar, weshalb solche einzelnen Umschaltungen schon Bewußtsein erzeugen oder verändern können, wieso nicht auch andere Moleküle mit Konformationsänderungen (z.B. Rhodopsin) in Betracht kommen und weshalb die Entwicklung eines Quantensystems überhaupt etwas mit mentalen Prozessen zu tun hat. - Auch Roger Penrose arbeitet an einer Quantentheorie des Bewußtseins. Er ist davon überzeugt, daß Denken auf nichtberechenbaren und im Computer prinzipiell nicht simulierbaren Prozessen beruht, für deren Beschreibung die gegenwärtige Physik noch gar nicht ausreicht. Penrose verbindet das Mysterium des menschlichen Geistes mit dem großen Ziel der theoretischen Physik: einer Vereinheitlichung von Quantentheorie und Allgemeiner Relativitätstheorie. Diese Theorie der Quantengravitation, so hofft Penrose, wird gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: das Rätsel des Urknalls, das Meßproblem in der Quantenphysik und das Geheimnis des Bewußtseins. "Ich meine nicht nur, daß wir eine neue Physik brauchen, sondern daß diese neue Physik auch für die Vorgänge im Gehirn von Relevanz sein muß." Für Kritiker sind Quantentheorien des Bewußtseins dagegen nicht nur ein unzulässiger physikalischer Reduktionismus, weil mentale Vorgänge auf anderen Beschreibungsebenen zu erklären seien, sondern auch bloßes Wunschdenken. Inzwischen vermutet Penrose mit Stuart Hameroff, daß Mikrotubuli den Geist hervorzaubern. Penrose und Hameroff meinen, daß sie sich, ähnlich wie Schrödingers zugleich tote und lebende Katze, häufig in kohärenten Überlagerungszuständen befinden. Diese sollen nach den mutmaßlichen Gesetzen der Quantengravitation im Sekundentakt von selbst zu einem eindeutigen Zustand kollabieren und dabei den Strom von Bewußtseinsmomenten erzeugen. Wie das im einzelnen geschehen soll, versteht allerdings niemand. Außerdem ist es extrem unwahrscheinlich oder sogar ein Widerspruch, daß die Quanteneffekte einerseits lang genug von der Umgebung abgeschirmt bleiben, sich andererseits aber wohlgeordnet über das ganze Gehirn ausbreiten können. Auch physiologische Daten sprechen gegen eine Beteiligung der Mikrotubuli an Bewußtseinsvorgängen, zumal diese in jeder Eukaryotenzelle vorkommen, also nicht nur in Neuronen. - "Fünfzig Jahre angestrengten Nachdenkens haben mich der Antwort auf die Frage 'Was sind Lichtquanten?' nicht näher gebracht. Heute bilden sich Hinz und Kunz ein, es zu wissen. Aber da täuschen sie sich", schrieb Albert Einstein 1951 in einem Brief. Er war bis zu seinem Tod skeptisch gegen die Umwälzungen der Quantenphysik eingestellt. Sicherlich hätte ihn amüsiert, daß Quanteneffekte jetzt, 50 Jahre später, sogar in den Köpfen der Bewußtseinsforscher herumspuken. Ob das wörtlich oder aber polemisch zu verstehen ist, muß gegenwärtig offen bleiben. Auch unkonventionelle Wege können bekanntlich zu völlig neuen Erkenntnissen führen. Und Joseph Joubert wußte schon vor 200 Jahren: "Es ist besser, eine Frage zu diskutieren, ohne sie zu entscheiden, als eine Frage zu entscheiden, ohne sie zu diskutieren."
R.V.

Lit.: Baumann, K., Sexl, R.U.: Die Deutungen der Quantentheorie. Braunschweig, Wiesbaden 1987. Davies, P.C.W., Brown, J.: Der Geist im Atom. Frankfurt am Main 1993. d'Espagnat, B.: Veiled Reality. Reading 1995. Donald, M.J.: Quantum Theory and the Brain. Proceedings of the Royal Society, London A 427 (1990), S. 43-93. Eccles, J.C.: Wie das Selbst sein Gehirn steuert. München, Zürich 1996. Ghose, P.: Testing Quantum Mechanics on New Ground. Cambridge 1999. Giulini, D. u.a.: Decoherence and the Appearance of a Classical World in Quantum Theory. Heidelberg 1996. Gribbin, J.: Schrödingers Kätzchen und die Suche nach der Wirklichkeit. Frankfurt am Main 1996. Herbert, N.: Quantum Reality. New York 1985. Lockwood, M.: Mind, Brain and the Quantum. Oxford 1989. Penrose, R.:Das Große, das Kleine und der menschliche Geist. Heidelberg, Berlin 1998. Selleri, F.: Die Debatte um die Quantentheorie. Braunschweig, Wiesbaden 1984. Vaas, R.:Quantenspuk. bild der wissenschaft 9 (2000), S. 70-75. Wechsler, D.: Die Quantenphilosophie des Bewußtseins. Neuried 1999. Wheeler, J.A., Zureck, W.H. (Hrsg.): Quantum Theory and Measurement. Princeton 1983. Wick, D.: The Infamous Boundary. Boston 1995. 


Quantentheorie 

rätselhafte Quantenwelt:

Zwar ist der Status des Beobachters in der Quantentheorie und die Frage, ob und wie Materie bewußtes Erleben hervorbringt, noch immer ein Gegenstand kontroverser Diskussionen. Doch haben Experimente inzwischen eindeutig bestätigt, daß die Bedingungen der Lokalität und Separabilität in der klassischen Physik keine Entsprechung in der Quantentheorie haben. Stattdessen herrschen dort verschränkte Zustände (EPR-Korrelationen) zwischen Quantensystemen, die sich vielleicht sogar bald nutzen lassen: Zur Verschlüsselung von Botschaften (Quantenkryptographie) und zur Berechnung anderweitig nicht oder nur mit riesigem Aufwand lösbarer Probleme (Quantencomputer). Trotz des großen Erfolgs der Quantentheorie "für alle praktischen Zwecke" sind ihre philosophischen Konsequenzen alarmierend und noch lange nicht ausgelotet. Ihr Indeterminismus stellt die Kausalität in Frage, und der Formalismus der Wellenfunktion generell eine objektive Naturbeschreibung. Hier macht es keinen Sinn mehr, von identifizierbaren individuellen Teilchen zu sprechen, denn es existiert keine wohlbestimmte raumzeitliche Bahn (wegen der Unschärferelation) und keine Unterscheidbarkeit aufgrund des Teilchenzustands (wegen der Permutations-Invarianz im Formalismus), d.h. nur noch Abzählbarkeit, keine Numerierbarkeit (individuelle Benennung). Objektiv sind lediglich Quantenfeldzustände, charakterisiert durch Besetzungszahlen, aber die einzelnen Teilchen können aufgrund ihrer Zustände im Rahmen des Formalismus nicht mehr unterschieden werden. Wenn die Bahn eines Teilchens konstitutiv für dessen Identität ist, und Identität eine Mindestbedingung für Gegenstände darstellt, dann wird der Status von elementaren Partikeln fraglich. Auch Selbstinterferenz, Verschränktheit (keine Lokalisation und Separierbarkeit), Superposition und der Welle-Teilchen-Dualismus sprengen unser Alltagsverständnis und Vorstellungsvermögen von der Natur der Quantenwelt. In einem gewissen, streng definierbaren Sinn ist die Welt also holistisch; eine standpunktsunabhängige Beschreibung der Realität hat sich in der Quantenmechanik als undurchführbar erwiesen. Die Separation einzelner Objekte und die Subjekt-Objekt-Trennung sind pragmatische Abstraktionen und Idealisierungen, die epistemologischen Nutzen, aber anscheinend keine ontologische Realität haben. Das Bohr'sche Korrespondenzprinzip postuliert einen Übergang von der bizarren mikroskopischen Welt der Quantenphänomene auf unsere meso- oder makroskopische Alltagswelt, ändert aber nichts daran, daß letztlich alles auf quantenphysikalischen Prozessen beruht. So werden durch die Quantentheorie drei für die klassische Physik unhinterfragte Aspekte der Natur zweifelhaft: ihre Kausalität, ihre Verständlichkeit und ihre Realität.


Quantentheorie 

Interpretationen der Quantenphysik:

Kopenhagener Deutung (Niels Bohr, Léon Rosenfeld): nur Beziehungen zwischen beobachtbaren Größen relevant; Beobachtungen sind an klassische Meßinstrumente gebunden, der Meßprozeß kann nicht als physikalischer Vorgang analysiert werden, die Quantenwelt ist unabhängig von Meßprozessen unerkennbar, diese gehen nicht notwendig mit Bewußtsein einher; Dualismus der Beschreibung zwischen klassischen und Quantenobjekten; die Wellenfunktion bezieht sich auf individuelle Systeme und drückt die bestmögliche Kenntnis des Systemszustands aus; Quantenobjekte haben nur relationale Eigenschaften hinsichtlich bestimmter Meßvorrichtungen (keine Objektivität im klassischen Sinn, aber objektiv, da unabhängig von aktualen Messungen); Welle-Teilchen-Dualismus 

Ensemble-Interpretation (Dimitrij Iwanowitsch Blochinzew, Albert Einstein, Alfred Landé, Paul Langevin, Henry Margenau): quantenmechanische Aussagen beziehen sich nicht auf einzelne Systeme, sondern sind statistische Aussagen über Ensembles von identisch präparierten Systemen; keine Reduktion auf einen Meßwert möglich (z.B. nicht nur für eine Katze); kein Kollaps der Wellenfunktion, sondern Präparation neuer Ensembles

stochastische Interpretation (Erwin Schrödinger): Quantenmechanik als klassische Theorie mit probabilistischem Charakter 

kausale Interpretation (Louis Victor Pierre de Broglie, David Bohm): Wellenfunktion enthält einerseits die Information über den wahrscheinlichsten Aufenthaltsort des Teilchens und beeinflußt diesen andererseits durch eine begleitende Pilotwelle; kein Kollaps der Wellenfunktion, sondern statistische Annahmen über die Verteilung der Teilchen 

Propensität-Interpretation (Leslie E. Ballentine, Karl R. Popper): Propensitäten sind innere Eigenschaften von Systemen, die im Hinblick auf eine Meßanordnung definiert, aber unabhängig davon vorhanden sind; realistische Deutung der Quantenzustände als theoretische Eigenschaften, die durch experimentell festgestellte relative Häufigkeiten getestet werden 

spontane Lokalisierung (Gian-Carlo Ghirardi, Alberto Rimini, Tullio Weber): Abänderung der Schrödinger-Gleichung durch einen stochastischen Korrekturterm, der zwar selten, aber immer wieder einen örtlichen Kollaps der Wellenfunktion bewirkt, so daß makroskopische Objekte rasch der Superposition entkommen 

Quantenzustandsdiffusion (Ian Percival, Nicholas Gisin): Ständiger zufälliger Kollaps wegen Quantenfluktuationen 

Quantenlogik(en) (Garret Birkhoff, John von Neumann, David Finkelstein): das klassische Prinzip vom ausgeschlossenen Dritten und der Satz vom Widerspruch gelten in der Quantenwelt nur eingeschränkt oder das Distributivgesetz ist ungültig; eine neue, drei- oder mehrwertige Logik ist nötig 

Dekohärenz (H. Dieter Zeh, Erich Joos, Wojciech H. Zurek): Wechselwirkung mit der Umgebung zerstört die lokale Superposition von Quantenzuständen 

Vielwelten-Hypothese (Hugh Everett, John Archibald Wheeler, Bryce S. DeWitt): die Wellenfunktion kollabiert nie, sondern das Universum (einschließlich der Beobachter) spaltet sich gleichsam ständig auf, so daß alle möglichen Alternativen wirklich werden und diese Welten fortan ihre eigene, praktisch unabhängige Entwicklung durchlaufen (Paralleluniversen) 

Viele-Historien-Interpretation (Richard Feynman, James Hartle, Murray Gell-Mann): alternative Entwicklungslinien mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten, nur eine ist der Beobachtung zugänglich; bei grobkörniger Betrachtung "waschen" sich die Superpositionen aus; Dekohärenz durch Umgebung 

Quantentheorie nur als "vorübergehender Notbehelf" (John Bell): ohne Willensfreiheit ist das Bellsche Theorem nicht ableitbar und die Vollständigkeit der Quantentheorie experimentell nicht beweisbar 

subjektivistische, mentalistische und dualistische Deutungen siehe Zusatzinfo 3


Quantentheorie 

prominente Beispiele für spekulative Versuche, Bewußtseinsprozesse mit Hilfe quantenphysikalischer Prozesse zu erklären und umgekehrt:

- mue Quantentheorie berücksichtigt die Existenz bewußter Beobachter (Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli)

- die Quantentheorie enthält eine Theorie des Bewußtseins, denn sie handelt von Beobachtern und somit letztlich von subjektiven Erlebnissen (Henry Stapp)

- Dualismus von Welt und Beobachter (John von Neumann, Henry Stapp)

- Komplementarität entspricht dem Aspektdualismus von Psychischem und Physischem (John Smythies)

- Physik ist nicht ohne Bewußtsein verständlich; Postulat eines nichtphysikalischen individuellen und universellen Bewußtseins (Euan J. Squires)

- Idealismus: Das Bewußtsein bestimmt das Sein, d.h. den Ausgang der Meßprozesse (John von Neumann, Fritz London, Edmond Bauer, Eugene Wigner)

- nichtphysisches Bewußtsein bringt ideale Quantenobjekte erst zur Realität bzw. bestimmt den Kollaps der Wellenfunktion (Amit Goswami, Ludvik Bass)

- Quantensprünge für die menschliche Willensfreiheit (Pascual Jordan, John Eccles, David Hodgson)

- partizipatorisches anthropisches Prinzip: Bewußtsein und physische Welt bedingen und konstituieren sich wechselseitig (John Archibald Wheeler)

- Viele-Bewußtseine-Interpretation: Der Kollaps der Wellenfunktion bei quantenmechanischen Meßprozessen findet nicht statt, sondern das Bewußtsein spaltet sich gleichsam auf in einzelne Bewußtseine, die jeweils den unterschiedlichen Ausgang der Messungen repräsentieren (David Albert, Brian Loewer, Matthew J. Donald, H. Dieter Zeh)

- neutraler Monismus: verborgene Variablen, implizite Ordnung und Ganzheit (David Bohm)

- neutraler Monismus: quantisierte Information (John A. Wheeler, Anton Zeilinger)

- Quantenreduktionismus: Bewußtsein basiert auf Identität räumlicher Ganzheiten wie Bose-Einstein-Kondensat (Ian N. Marshall)

- Gehirn ist Quantencomputer (Michael Lockwood)

- Quanteneffekte an Synapsen als Schlupflöcher für den Eingriff eines nichtphysischen Geistes in das Kausalgewebe der Natur (Pascual Jordan, Henry Margenau, Hans Jonas, John C. Eccles, Friedrich Beck)

- neue Physik (Quantengravitationstheorie) nötig zum Verständnis von Bewußtsein (Roger Penrose)

- Quantenkohärenzen in Mikrotubuli als Bewußtmacher (Stuart Hameroff, Roger Penrose)

- Panpsychismus: Bewußtsein schon bei Elementarteilchen (Alfred N. Whitehead, Andrew A. Cochran, Abner Shimony)

- Überwindung des Psyche-Soma-Dualismus in der Medizin (Friedrich Schmahl, Carl Friedrich von Weizsäcker)

- Quantentheorie als Erklärungsansatz für Psi-Phänomene (Robert Jahn, Brian Josephson)

- alles hängt mit allem zusammen und hat Sinn (Fritjof Capra)


Quantentheorie 

Ein Wirkungsquant fliegt durch das Dorf

es sucht das Hirn des Herrn von Korf.

Es findet dort in dem Gewühl

ein ganz bestimmtes Molekül.

Von Korf ist grad in schwerer Not:

"Eß' Wurst- ich oder Käse-Brot?"

Das Quant, das wirft sich in die Brust: 

"Du glaubst, du willst! Allein: Du mußt!

Nie kannst die Freiheit du erringen.

Doch ich bin frei und kann dich zwingen!"

Elektron "9" sprach: "Spring' mich doch!"

Das Quant: "Ich überleg' mir's noch."

Dann hat durch es Elektron "8"

'nen akausalen Sprung gemacht.

Von Korf nahm daraufhin spontan

die Wurst und fing zu essen an

und nimmt die Sache ganz im Stillen

dann als Beweis für freien Willen.

Dem Quant hat das den Rest gegeben:

frei-willig schied es aus dem Leben
.



B. Hassenstein


Quantentheorie 

Quantensprünge im Gehirn - Schlupflöcher für den Geist?

John C. Eccles hat behauptet, ein nichtphysischer Geist könnte die Exocytose beeinflussen. Diese hängt von zahlreichen großen Proteinen in und bei den Vesikeln und der synaptischen Membran ab, die z.B. Fusionsporen formen. Es ist unwahrscheinlich, daß Quanteneffekte auf dieser Größenskala eine signifikante Rolle spielen können, also Konfigurationsänderungen bei Makromolekülen zu bewirken vermögen. Unter den bekannten präsynaptischen Bedingungen wirkt sich die Heisenbergsche Unschärferelation nur für Massen in der Größenordnung des Wasserstoffatoms und für Zeitskalen in der Größenordnung von Femtosekunden aus. Es ist völlig rätselhaft, wie solche winzigen Quanteneffekte die Exocytose auslösen könnten, d.h. die Membranen von Vesikel und der Präsynapse zu öffnen vermögten. Noch problematischer: Wenn die Quanteneffekte diesen Einfluß tatsächlich haben, dann ist es unverständlich, wieso nichtkausaleEreignisse die neuronalen Aktivitäten nicht durcheinanderbringen und damit die Organisation von Wahrnehmung und Verhalten stören. Und die Quanteneffekte sind der gängigen Interpretation nach unverursacht, d.h. reiner Zufall. Einerseits braucht Eccles die indeterministische und probabilistische Natur der Quanteneffekte, um die Verletzung der physikalischen Erhaltungsgrößen zu vermeiden. Doch andererseits ist die Lücke im Kausalnexus der Natur notwendig, aber nicht hinreichend für den interaktionistischen Dualismus: Willensfreiheit kann sich nicht allein auf den reinen Zufall gründen. Eccles zufolge ist das Selbst in der Lage, die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Quanteneffekte zu verändern (oder spezifische Quantensprünge auszuwählen) und dadurch die neuronalen Aktivitäten auf eine zielgerichtete Art und Weise zu beeinflussen. Aber das impliziert eine Verletzung der quantenmechanischen Wahrscheinlichkeitsverteilung, die rein statistisch ist, und führt letztlich wieder sogenannte verborgene Parameter ein, die die Quantenprozesse bedingen. Doch die Existenz solcher verborgener Variablen, und nichts anderes wären die Eccles'schen Geister, ist experimentell widerlegt. Außerdem gibt es doch ein Problem mit den physikalischen Erhaltungssätzen: Nach interaktionistischer Auffassung muß der Geist hinter den Kulissen Informationen mit dem Gehirn austauschen. Aber die gegenwärtige Physik postuliert entweder eine Transformation von Materie oder Energie bei informationsverarbeitenden Prozessen, oder diese Prozesse können überhaupt keine Information übertragen. Und selbst wenn die Quanteneffekte wirksam wären und den Satz der Energieerhaltung aufgrund der Heisenbergschen Energie-Zeit-Unschärfe nicht verletzen würden, haben die corticalen Aktivitäten bekanntlich einen enormen Energieverbrauch, wie Messungen mit Positronenemissionstomographie und funktioneller Kernspinresonanztomographie zeigen, und zwar selbst bei bloßen Vorstellungen. Warum sollten und wie können also winzige Quanteneffekte die höchsten Hirnfunktionen ohne Energie in Gang setzen? Und selbst wenn sie es könnten: Wie würde das Eccles'sche Selbst es schaffen, Myriaden von Vesikeln mit Transmittern bei der Exocytose zu dirigieren, ohne Wahrnehmung, Denken und motorische Kontrolle zu beeinträchtigen oder völlig zu unterbrechen? Das ist das klassische Problem von Jordans Verstärker-Hypothese. Und Eccles hat eine Verstärkung postuliert, weil seine hypothetischen Quanteneffekte sonst ineffektiv wären. Selbst wenn sich die ferngesteuerten Quanteneffekte wirklich lawinenartig aufschaukeln können und diese Verstärkungseffekte nicht zum Chaos führen würden, müßten ihre Wirkungen extrem genau vorausberechnet werden. Dann müßte das Selbst aber mehr wissen, als selbst die Quantentheorie erlaubt (aufgrund der Heisenbergschen Unschärferelation). Es müßte unendlich schnell rechnen können, denn das Gehirn ist ein komplexes System mit einer starken nichtlinearen Dynamik auf ganz verschiedenen Ebenen, die in der Praxis nicht einmal von den größten denkbaren Computern exakt berechnet werden könnte.

Copyright 2000 Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg

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  Im Innersten Wesen - aus dem alten Forum
Geschrieben von: Eik - 11.02.2017, 12:58 - Forum: Meditation - Bewusstsein - Spirituelle Erfahrungen - Antworten (3)

Hallo,

Borborhad hat im Forum 'Erfahrungen und Wege - Sein und Bewusstsein' bei © Das Erkenntnis-Projekt Forum gerade einen Beitrag im Thema 'Im Innersten Wesen' verfasst.


Dies ist der Beitrag, der gerade geschrieben wurde:

(Übertrag aus dem alten Forum aus Dezember 2016)



Zitat:Ja, eben das ist es ja: ich kann für mich definieren, was gut und was schlecht für mich ganz konkret ist. Das kann durchaus auch größere Zusammenhänge betreffen. Für mich ist da gar nichts relativiert. Aber schon das nächste Individuum kann das alles ganz anders sehen. DAS meine ich.


Schritt für Schritt...
Erst "baue" man sich eine Welt, in der Gutes und Schlechtes möglich ist. Dann "nehme" man Wesen, die stets nach dem Guten streben.
Diese Wesen "werfe" man in die Welt und lässt sie von dem Guten und Schlechten kosten (doch gegen Ende hin lasse man sie mehr und mehr das Schlechte kosten, und letztendlich den Tod....  Har har har^^)

Dann "staune" man darüber, wie unterschiedlich diese Wesen das Gute und Positive interpretieren. Da gibt es Wesen, die sagen, Gut ist das, was mir und mir allein was bringt. Deshalb sei es Gut, mir all dein Geld zu nehmen.

Dann gibt es Wesen die meinen, Gut ist das, was mir und dir was bringt. Deshalb tue ich nichts, was ich nicht will, das du mir tust. Und dann gibt es noch jene, die sagen, Gut ist das, was Allen, ja allen Menschen, Lebewesen, Aliens, Geistern und Verstorbenen was bringt. Und die tun dann viel, von dem sie glauben, es wäre dann so, oder halt nichts mehr, weil sie nicht mehr wissen, was sie denn tun sollen.

Im folgenden "erkenne" man, dass das Wesen nicht mehr weiss, ob es von vornherein Gut ist und sich die Frage stellt, wie es denn mit dem Wesen im innersten aussähe. Diesem sei dann gesagt:

Das Wesen des Menschen strebt stets nach dem Guten und Positivem. Und für ein (noch übelst) dunkles Wesen ist ein Mord Gerecht und Gut, schliesslich hat der andere ihm in der Grundschule mal fieser Weise in der Pause ein Bein gestellt... :brrbäh:
Und so passiert es dann, dass Gut und Schlecht neu vom Wesen definiert werden. 
Ein Mensch der nur an sich selbst denkt, weiss nicht wirklich, was gut ist und ist böööööööööööööööööööseeeeee....
Ein Mensch der auch an andere denkt ist ganz nett und... nunja, ganz gut eigentlich...
Und ein Mensch der an aaaallle denkt ist ein ..... Spinner....

Natürlich hast du im groben Recht, Jule... Ich z.b. find es ziemlich schlecht von dir, dass du in deinen Beiträgen so wenig Rechtschreibfehler machst;-)

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  Es kann los gehen
Geschrieben von: Eik - 11.02.2017, 12:45 - Forum: Ankündigungen - Keine Antworten

So, Grafik - Programm ist da und es kann los gehen. Wer noch alte Beiträge in den Mails hat, die er oder sie für Interessant halten, bitte mir mailen:

eik@erkenntnis.pub

danke  Cool

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  Das Zeitalter der Bräuche (aus dem alten Forum von Juliane)
Geschrieben von: Eik - 11.02.2017, 11:26 - Forum: Politik - Keine Antworten

Was ist und was soll „postfaktisch“?

Erstens: es ist das „Wort des Jahres“ 2016. Ich kenne es, freilich unter anderem Namen, schon länger. Vor einigen Jahren habe ich mit viel Mühe und Anstrengung die Liebe zum Wissen und die Fähigkeit des Menschen zu wissen, hier gegen Menschen verteidigt, die Wissen nach Kräften denunzierten und verleumdeten und habe sie hier auch vertrieben, denn Spiritualität, wie wir sie hier betreiben wollten, ist nicht gleich zu setzen mit dem von diesen Leuten geliebten „Bauchgefühl“ als Wissensersatz. Diese Leute erinnerten mich heftig an Boko Haram und seinen Hass gegen alles „Gebildete“. Ich wurde für mein Eintreten für Wissen und Zivilisation übrigens hier arg gemaßregelt, das ging bis zur Schändung meiner Persönlichkeitsrechte. Das war interessant, aber wir wissen ja inzwischen, wie weit diese Fanatiker des Bauches zu gehen bereit sind: bis zu Mord und Totschlag nämlich, da ist, was mir widerfuhr, noch zu verschmerzen, zudem: so lernt man Leute kennen.... 

Aber ich mache es mir wie immer schwer. Ich will den Grund wissen, warum Menschen von gesunden Geistesgaben es plötzlich aufgeben, analytisch denken zu wollen und stattdessen ihr Augenmerk auf Gerüchte und Denunziationen legen. Wer oder was hat sie so tief verunsichert? Und ich stelle fest, ich kann es herausfinden, es ist nicht einmal schwierig. Der Grund ist Unredlichkeit auf breiter Front. Irgendwann schlägt das zurück in einem „dann eben gar nichts mehr!“, irgendwann erlahmt das Bemühen, die Wahrheit unter den Lügen heraus zu filtern und diese Leute verzichten dann auch ihrerseits auf Wahrhaftigkeit und  setzen ihre Wünsche und Befürchtungen (negative Wünsche) an die Stelle frisierter Tatsachen. Denn sie haben gesehen: es kommt ja auf Faktizität nicht an. Die andern sind ja auch nicht daran interessiert.

Dadurch, dass das Phänomen sich erklären lässt, wird es aber nicht besser. Denn diese Resignation ist schrecklich und zudem kreuzgefährlich, weil sie am Ende alle sozialen und ethischen Maßstäbe zerreißt und in absoluter Beliebigkeit des Denkens und Handelns mündet – es kommt nicht mehr darauf an, recht zu handeln, sondern nur noch darauf, dem Bauchgefühl  in seinen Handlungen und Ansichten zu entsprechen. Diese Menschen sind nur noch durch ihr Misstrauen angetrieben, dem ihre Unfähigkeit, der Wahrheit die Ehre zu geben, entspricht. Die Märchen und Legenden, die sie sich erzählen, halten sie wach, weil sie schön, schrecklich und auf jeden Fall spannender sind als die Realität. Wissen hingegen, das Verweisen auf Fakten, ist rundum verdächtig. Wer Klarheit will, ist ein Verführer und mit Verführern verfahren sie – wir haben es ja gesehen, wie: „hängt sie auf! – sperrt sie ein!“ sind ihre Schlachtrufe. Und wir anderen, die wir der Wahrheit die Ehre geben und die Tatsachen respektieren, die wir in keiner Phantasiewelt leben – wir sind die Urheber dessen, was uns hier entgegen stinkt. Wie da?
Durch Jahrzehnte haben Politiker, haben Banker und Wirtschaftler gemeint, sie könnten die Menschen, die das alles nicht sind, in Unwissenheit lassen über das, was sie mit ihnen vorhaben. Schön – aber solch ein Gespinst der Unwissenheit bekommt zwangsläufig einmal dünne Stellen und dann ist es nicht nur um das Gespinst geschehen, dann ist es auch um alle die Dinge geschehen, die durch das Gespinst geschädigt wurden. Diese Situation haben wir im Augenblick und dass auf dieser Situation nun wieder der Abschaum seine Suppen kochen will und die Menschen mit VTs überrannt werden, dass Medien mit voller Absicht in den Strudel der Unseriosität gezogen werden – wehe dem, der seine Nachrichten von YouTube bezieht, diesem Kindergarten für Erwachsene – und ausgerechnet diejenigen, die das Volk am offensichtlichsten irreführen, reden von der „Lügenpresse“ der Anderen. Nur Faktizität könnte helfen, aber wir sind ja „postfaktisch“. Was sollen wir uns mit Realitäten herumquälen, wenn wir doch unsere Ansichten haben!  Und ist es nicht wirklich so, dass die EU gescheitert ist? Nein, es ist durchaus nicht so, es ist nur so, dass eben die Postfaktischen in zwei oder drei Staaten  die politische Macht errungen haben, in Ungarn, der Tschechei. Slowenien, Polen, fällt uns etwas auf? Aller übereilt und ohne gefestigte eigene Identitäten in die EU gekommen, kein nationales Selbstbewusstsein, man hat gemeint, haben sie keines , sind sie umso bessere Europäer, falsch gedacht, müssen es gehabt haben und sie müssen es satt bekommen haben. erst dann können sie das Projekt EU begreifen. Aber selbst im aufgeklärten Deutschland sind die Großväter vom Eisernen Kreuz wieder auf dem Vormarsch und wollen uns weismachen, dass sie dasselbe wie einst die DDR – Bürgerrechtler wären. Wie postfaktisch, wie sinnlos begeisternd, Bürger, denkt nicht mehr nach, begeistert euch!

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  "Trumps Kabinett" aus dem alten Forum
Geschrieben von: Eik - 11.02.2017, 11:16 - Forum: Politik - Keine Antworten

Wir haben es schon hinter uns in Deutschland: die Wirtschaft als Politiker. Viel Gutes hat uns das nicht gebracht. ich meine konkret die Ära Schröder und ihr Neoliberalismus. Amerika hat diese Erfahrung nun vor sich, denn es wird nun vier Jahre lang von der Wirtschaft regiert werden. Mal sehen, ob die Wirtschaft zum Segen und Heil des "kleinen Mannes" regieren wird, wie Trump es versprochen hat. Ich bin eher skeptisch, aber ich würde auch gern - bitte nicht aus dem Bauch - andere Ansichten lesen, die geeignet sind, meine Skepsis zu zerstreuen.

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  Durch den Winter - in einen neuen Frühling?! - bleifuss
Geschrieben von: Eik - 11.02.2017, 10:58 - Forum: Vorstellungen - Antworten (1)

Hallo, 

ich bin auf der Suche nach interessanten Menschen, die getreu der Songzeile von Black Sabbaths "Paranoid": "I need someone to show me the things in life that i can't find", eine Bereicherung für mein Leben darstellen könnten. 

Wohl auch durch die Umstände - Forenschließung am 7.2.2017 - scheint die Dichte von interessanten Menschen hier im Forum recht groß. Aus diesem Grund habe mich entschlossen, mich trotz der in Kürze stattfindenden Schließung zu registrieren. Das Forum habe ich leider erst vor ca. einer Woche gefunden. 

Im Grunde plane ich nicht, mich binnen der nächsten 2-3 Wochen noch irgendwie einzubringen, obwohl mir natürlich klar ist, dass es schon eine Art Eigenwerbung bräuchte, damit man evtl. eine über das Forum hinausgehende Internetbeziehung aufbauen könnte. Ich spekuliere darauf, dass mir die eine oder andere Person etwas öffentlich Zugängliches zukommen lässt, damit eine Evaluation von Interessens- und Sympathieschnittmengen unter anderen Umständen als Zeitdruck stattfinden kann. Eben so, als würde man aus dem Krankenhaus entlassen und zu dem sich nahenden Abschied von den neuen Bekanntschaften, sich die Kontaktdaten zuschieben. 

Grundsätzlich empfinde ich mich als im Wechsel der Jahreszeiten in Bezug auf mein Leben, sinngemäß nach dem Frühling und Sommer, jetzt im Spätherbst,  begriffen. Der Herbst, in dem die Grundlagen für den nächsten Frühling geschaffen werden und das Späte, der kommende oder bereits, sich verwirklichende Winter, mit seiner Kälte, dem Überlebenskampf und ggf. auch dem Stillstand. Um dieses Bild etwas zu konkretisieren: Viele meiner Hobbys, Interessen und Eigenheiten meiner Jugend und jungen Erwachsenenphase fühle ich hinter mir und jetzt beginnt eine Phase der Neuorientierung. Lieder und/oder Bands von früher spielen keine Rolle mehr, Lieblingsbücher, Philosophen werden verworfen etc. und ein Vakuum entsteht, das durch Neues eben ersetzt werden will. U.a. suche ich Menschen, die bereits Spuren/Sporen, ein Echo, dessen in sich tragen, was ich noch unkristallisiert, unbildlich, als Intuition in mir habe und im besten Falle, sogar füllen könnten - füllen können, natürlich im Rahmen einer auch der Selbstverwirklichung gerechtwerdenden Weise. 

Bleifuss.

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  aus dem alten Forum
Geschrieben von: Eik - 11.02.2017, 10:54 - Forum: Psychologie und Soziologie - Antworten (5)

Moin *@AlphaUndOmega*, 

weiter bezugnehmend auf deinen Post:




Zitat:(18:04) neuerUser5: und dieses Denken liegt im Nichts
(18:04) neuerUser5: im Dunklen
(18:04) neuerUser5: weil es weder Vorstellung ist, noch worte


M-eine  bewusst Sein-Definition ist ganz banal und sie lautet: Das Sein ist  Alles und Nichts, das sich im Modell von Vergangenheit - Gegenwart –  Zukunft integrieren lässt. Die Wahrnehmung dessen bezeichnet man als  bewusst. 

Dem Sein als solches liegt der Umstand zu Grunde, dass  nichts seien kann, was nicht bewusst ist – ob sich dies nun auf ein  Bewusstsein unabhängig und/oder abhängig vom Menschen bezieht, ist eine  andere Frage. Die Aussage dahinter ist erstmal nur: Ohne, dass ich mir  über irgendetwas bewusst bin, kann es kein Sein geben, insofern muss  alles, was ich als Sein wahrnehme, eben Teil von Bewusstsein sein. 

*Nun zu deinen Äußerungen:*

Ein  wichtiger Aspekt der vorigen zwei Absätze beinhaltet das „Nichts“. Das  Nichts bezieht sich auf etwas jenseits unserer Vorstellung, ist selbst  aber, an das bewusst Sein von sich selbst gekoppelt. Das heißt, auch das  Nichts ist bewusst, allerdings nicht im Bereich der Vorstellung. Das  lässt sich im Grunde leicht nachvollziehen, z.B. in der Mathematik, wenn  „eine Formel“ falsch ist, ist sie keine, das bedeutet aber nicht, dass  „diese Formel“ in ihrer Falschheit „nichts“ ist, sondern sie deutet  darauf, dass etwas ist, von dem wir aber noch keine Formel/Vorstellung  haben. Es spielt wiederum keine Rolle, ob jemals eine Formel dazu  gefunden wird, sondern lediglich der Akt des Suchens ist übersetzbar mit  dem Suchen im „Nichts“ und so, eben, ist auch „das Nichts“ bewusst. 

Die  Vielschichtigkeit der Bezugsebenen von bspw. Nichts ist dann dem Alles  zuzuordnen, in dem sich sowohl das Nichts vorstellbar befindet als auch  das Nicht-Nichts. Erst wenn man sich von Allem und Nichts befreien kann,  sinngemäß weder-noch, ist das (höchste) Sein erreicht - und dann ließe  sich evtl. Bewusstsein definieren?!

Das Nichts – sowie das  erwähnte Denken im Zitat - als das Besondere im Besonderen, kann also  sowohl als noch „zu realisierendes“ als auch als „noch  auszuschließendes“ gedacht werden, im Umstand, dass die These, wenn sie  nicht standhalten kann, doppelt falsch und/oder richtig ist: Sie  impliziert das Nichts als Falsch, wenn bspw. aus den falschen Thesen,  falsche Schlussfolgerungen folgen und daher das Nichts aktiv ist, und  das Nichts ist gleichzeitig passiv, weil das Richtige in der These nicht  vorkommt, selbst aber eine Vorstellung vom Nichts gibt. Das Nichts –  wie auch dem Allem – unterliegt folglich einer deckungsgleichen  Eindeutigkeit, was die Wahrnehmung allein mithilfe des Dualismus nicht  zu durchdringen vermag. Um nun also aus jener Eindeutigkeit eine  einsichtige Vieldeutigkeit zu machen, benötige ich das Nichts als  außerhalb der Vorstellung – wie Du dann im Zitat implizit erwähnst: Das  Denken IM Nichts.

PS.: Eik hat meinen Beitrag ungefragt in das Forum "ich-glaub-es.net" übernommen, so beziehe ich mich zwangsweise im besagten Forum auch auf dich.

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  Logo
Geschrieben von: Eik - 10.02.2017, 18:30 - Forum: Ankündigungen - Keine Antworten

Muss mir noch nen Grafikprogramm für den Mac anschaffen, das Logo erst mal provisorisch  Blush

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Exclamation Anmeldung
Geschrieben von: Eik - 10.02.2017, 18:15 - Forum: Ankündigungen - Keine Antworten

Bei jeder Anmeldung muss die "berühmte Sicherheitsfrage" beantwortet" werden. Hier sind jetzt mehrere Antworten, neben Weihnachtsmann möglich (Nikolaus usw.). Das Chapta ist relativ gut leserlich und Abschließend bitten den Link in der Mail mit "klick" bestätigen!

Viel Spaß

Eik Cool

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Wink Zweiter Versuch
Geschrieben von: Eik - 10.02.2017, 18:00 - Forum: Ankündigungen - Antworten (17)

Nach dem die erste Datenbank nen Fehler hatte (man konnte sich nicht mehr einloggen) musste ich die Software erneut aufspielen. Wer Erfahrung mit MyBB hat, darf mir gern helfen  Big Grin

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