© Erkenntnis - Projekt

Normale Version: Mandens Gottesstaat
Sie sehen gerade eine vereinfachte Darstellung unserer Inhalte. Normale Ansicht mit richtiger Formatierung.
Seiten: 1 2
Siehst Du bei mir eine konkrete Gefahr?
Die Gefahr einer manischen Phase besteht immer.

Ich habe das bei meinen manischen Anfällen nicht erkannt.

Erkannt habe ich die depressiven Anfälle. Konnte aber nichts dagegen tun.
Durch meine Trauma Problematik bin ich vermutlich kein typischer Maniefall. Ich merke sehr wohl und auch sehr frühzeitig, wenn sich bei mir etwas in die falsche Richtung bewegt. In der Vergangenheit habe ich diese Veränderungen häufig zugelassen, um zu erforschen, was in einer solchen Phase genau passiert. Mittlerweile bin ich in diesem Punkt aber so gut sensibilisiert, dass bei mir zwar noch unerwünschte Frühsymptome, wie beispielsweise Schlafstörungen auftreten können, die Gefahr eine ausgewachsenen Krankheitsphase aber nicht mehr größer ist, als bei allen anderen Menschen auch.

Bei den meisten Manikern, die ich sonst so kenne, ist es dagegen wohl eher so, dass ihr soziales Umfeld zuerst eine Veränderung bei den Betroffenen war nimmt.

Bei mir ist es mittlerweile so, dass ich selbst kleinste Veränderungen an mir bemerke, diese sowohl in meinem privaten, als auch in meinem beruflichen Umfeld thematisieren kann. Dadurch ist es möglich, bereits vor Ausbruch einer drohenden Krise, mit geeigneten Maßnahmen zur Stressreduktion und Entspannung zu sorgen.

Depressiven Anwandlungen begegne ich erfolgreich mit Ausdauersport.
Wenn Dir das gelingt, ist es schön für dich.

Ich wurde 6x manisch und 3x depressiv. Alles nichts zum Lachen.

Das erste kostete mich viel Geld und beim zweiten war ich kurz vorm Selbstmord.
Wirst Du abgesehen von der pharmakologischen Therapie auch therapeutisch begleitet?

Und bist Du selbstständig in der Lage Deine Frühsymptome zu erkennen?
Tabletten und alle 3 Monate ein Termin beim Nervenarzt.

Manie habe ich nicht erkannt bisher, Depression natürlich schon.
Deine "Gotterkenntnis" ist Teil der Manie, aber das kannst Du ja leider nach eigener Aussage nicht erkennen.
(28.05.2023, 12:27)manden schrieb: [ -> ]Tabletten und alle 3 Monate ein Termin beim Nervenarzt.

Manie habe ich nicht erkannt bisher, Depression natürlich schon.

Jetzt versteh ich besser. ja tut mir leid, ich wusste nicht, dass so eine schwere Erkrankung bei dir dahinter ist. Ich versuche in Zukunft ein bisschen darauf Rücksicht zu nehmen.

(25.05.2023, 19:12)manden schrieb: [ -> ]Die Gefahr einer manischen Phase besteht immer.

Ich habe das bei meinen manischen Anfällen nicht erkannt.

Erkannt habe ich die depressiven Anfälle. Konnte aber nichts dagegen tun.

Manfred, ich möchte das jetzt wirklich ganz vorsichtig ansprechen, weil ich weiß, dass so etwas ein sehr sensibles Thema ist – gerade bei einer bipolaren Störung. Aber du sagst es ja selbst: In diesen manischen Phasen spürt man es nicht. Man fühlt sich einfach unantastbar, über allem stehend. Ich hab mal gehört, dass manche Menschen in solchen Phasen durch die Stadt laufen, plötzlich einen Obdachlosen sehen, das Portemonnaie zücken und ihm einfach 300 Euro geben. Oder sie gehen zum Automaten, holen alles ab, was möglich ist, und verteilen es – einfach, weil sie sich in dem Moment fühlen, als ob ihnen die Welt gehört. „Was kostet die Welt?“ – dieses Gefühl. Manche haben das sogar beschrieben, als würde man auf Koks sein.

Ich hab jetzt mal ein bisschen dazu gelesen, weil mich das nicht losgelassen hat. Und tatsächlich steht da, dass es bei rund einem Fünftel der Betroffenen in diesen Phasen auch zu sogenannten religiösen oder göttlichen Fantasien kommen kann – dieses Gefühl, auf besondere Weise auserwählt zu sein. Als wäre man ein Prophet oder Messias, als hätte man eine besondere Erkenntnis, die sonst niemand hat.

Bitte versteh mich nicht falsch – ich will dir damit nicht zu nahe treten. Aber könnte es nicht sein, dass genau das bei dir gerade eine Rolle spielt? Dass dieses starke Gefühl, die Wahrheit zu kennen, vielleicht auch ein Teil dieser manischen Phase ist?
Seiten: 1 2