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Normale Version: Verlorenes Wissen: Valenzmonopol
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Es wurde behauptet, dass unsere gegenwärtige Zivilisation ja ach so fortgeschritten sei, und dank der modernen Datentechnik kein Wissen mehr verloren geht.

Wenn dem so ist, dann ist sicherlich noch irgendwo herasuzufinden, wie ein Valenzmonopol funktioniert.
Wenn du meinst, das Wissen nicht verloren geht, dann sage mir doch mal was ein “Zybrathion” ist - jetzt siehst du alt aus. Wie?

Vielleicht liegt es daran, dass du einfach ein Begriff aus der Chemie genommen hast und einen Begriff aus der Marktwirtschaft, und sie einfach so zusammen geklebt hast, dass es gar keinen Sinn ergibt?

Aber weil du dich ja auf mich berufen, weil ich das ja geschrieben habe, natürlich kann nur Wissen gespeichert werden, was auch schon digitalisiert wurde. Also ich sag’s jetzt mal so meine Urgroßmutter zehnten Grades werde ich vielleicht auch nicht mehr herausfinden. Das war früher übrigens aber genauso.

“Ein wirtschaftliches Valenzmonopol kann eine Marktsituation sein, in der ein Unternehmen nicht nur durch wirtschaftliche Macht, sondern auch durch untrennbare Bindungen zu Lieferanten, Kunden oder Subunternehmen seinen Status sichert. Diese Bindungen könnten vertraglicher, technologischer oder organisatorischer Natur sein.”

Also mit meinen Worten: es handelt sich wohl dabei um etwas, wo jemand nicht ein echtes Monopol hat, aber ein so wichtiges Baustein oder in der Lieferkette, das mit dem anderen verwoben ist, dass er ein quasi Monopol hat durch die enge Bindung zu anderen Produkten, Dienstleistern etc.
(13.03.2025, 08:00)Michael (Voitlanger) schrieb: [ -> ]Wenn du meinst, das Wissen nicht verloren geht, dann sage mir doch mal was ein “Zybrathion” ist - jetzt siehst du alt aus. Wie?

Voll daneben.

Zitat:Vielleicht liegt es daran, dass du einfach ein Begriff aus der Chemie genommen hast und einen Begriff aus der Marktwirtschaft, und sie einfach so zusammen geklebt hast, dass es gar keinen Sinn ergibt?

Weder noch. Ich hab das nicht zusammengeklebt. Der Begriff stammt aus meinen Aufzeichnungen, d.h. irgendwo muss ich ihn vorgefunden und in der Sache für bedeutsam angesehen haben. Die Quelle zur Sache selbst enthält den Begriff aber nicht - obwohl er exakt die Sache trifft.

Zitat:“Ein wirtschaftliches Valenzmonopol kann eine Marktsituation sein, in der ein Unternehmen nicht nur durch wirtschaftliche Macht, sondern auch durch untrennbare Bindungen zu Lieferanten, Kunden oder Subunternehmen seinen Status sichert. Diese Bindungen könnten vertraglicher, technologischer oder organisatorischer Natur sein.”

Das hilft mir weiter. Gibts dafür eine Quelle?

Zitat:Also mit meinen Worten: es handelt sich wohl dabei um etwas, wo jemand nicht ein echtes Monopol hat, aber ein so wichtiges Baustein oder in der Lieferkette, das mit dem anderen verwoben ist, dass er ein quasi Monopol hat durch die enge Bindung zu anderen Produkten, Dienstleistern etc.

Genau. Es geht um Bindekräfte, die in einer art Seitenkanal statthaben, welcher sich der unmittelbaren Beobachtung nicht unbedingt erschließt.

Die Systemtheorie wiederum erlaubt, genau dieselben Spielregeln zu verwenden, um meinetwegen ein Molekül, einen Planeten, eine Religion, eine Gesellschaft, ein Biotop, eine Corporate-Identity, oder eine Familie zu beschreiben. Das wurde hier gemacht.
Schon geklärt oder soll ich mal im Wöhe gucken?
(13.03.2025, 02:56)Elevation Eight schrieb: [ -> ]Es wurde behauptet, dass unsere gegenwärtige Zivilisation ja ach so fortgeschritten sei, und dank der modernen Datentechnik kein Wissen mehr verloren geht.

Wenn dem so ist, dann ist sicherlich noch irgendwo herasuzufinden, wie ein Valenzmonopol funktioniert.

Dass kein Wussen mehr verloren geht halte ich für ausgeschlossen. Denn die Frage, ob wissen verloren geht, also der Vergessenheit anheimfällt, ist keine Frage der Speicherung und Lagerung, sondern des Bewussten und Unterbewussten. Wissen wird es erst, sobald es jemandem bewusst ist. Beispiel: In der Frühzeit der Aufnahmetechnik wurden eine ganze Reihe von Aufnahmen damals bekannter Opernsänger*innen gemacht. Einzig Caruso ist einigen heute noch ein Begriff. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Sänger*innen, die heute keiner mehr kennt, obwohl sie Phonographenwalzen besungen, also gespeichert wurden und diese Walzen heute noch in privaten Sammlungen und Archiven existieren. Solange sich kein Mensch findet, diese anzuhören, kann man nicht von Wissen sprechen, obwohl es gespeichert ist. Heißt es gibt jede Menge an Wissen das da und gespeichert ist, solange aber sich niemand dessen bewusst ist, kann es als verloren gelten. Je mehr gespeichert wird, umso größer das verlorene Wissen, selbst wenn es dank Speicherung jederzeit wieder entdeckt werden könnte.
Ja, das finde ich eine sinnige Betrachtungsweise.

Daraus folgt aber auch unmittelbar dieses: wir alle kriegen mit, dass die Datenmengen auf unseren Speichermedien explodieren. Ein normaler USB-Stick könnte heute -text only- rund eine Million Taschenbücher speichern. Diese "Datenexplosion" kann man aber nicht gleichsetzen mit einer "Wissensexplosion". Denn Wissen würde daraus erst da, wo ein Bewusstsein dieses Wissen tatsächlich weiss - und die Anzahl intelligenter Individuen mit Bewusstsein ist nach wie vor begrenzt.

Am Rande: mir ist neulich aufgefallen, dass verschiedene chinesische Server-Ketten meine Cloud fast lahmlegen, weil sie unmengen von (sinnlosen und redundanten) Daten davon runterladen. Ich bin dem nachgegangen und es ist herausgekommen, dass die Daten einsammeln um sie an K.I. zu verfüttern.
Der Unterschied ist: ein Bot von einer Suchmaschine wie zB Google sammelt sinnvolle Daten ein, die man dann in eine Suchmaschine packen kann. Diese Bots aber sammeln alles was sie kriegen können, ohne Frage des Nutzens.

Man ist also offenbar draufgekommen, dass das Netz inzwischen soviele Daten enthält, dass kein Mensch mehr irgendeine Übersicht darüber hat.
Die Lösung sieht man offenbar in der K.I.  - und der Ansatz dabei ist erstmal nur, dass wir noch viel mehr und noch viel größere Speichermedien brauchen, um all die existierenden Daten für die K.I. aufzubereiten; und alles weitere wird dann die K.I. liefern.

Hier bräuchte es vielleicht mal jemand mit einer guten Attitüde als Philosoph und Zukunftsforscher, der mir sagen kann, ob das ein sinnvoller Ansatz ist, oder eher eine globale Münchhauseniade.