20.03.2025, 16:44
Im Thomasevangelium, Spruch 70, heißt es kryptisch:
"Wenn ihr es aus euch hervorbringt, wird euch das, was ihr hervorbringt, retten. Wenn ihr es nicht aus euch hervorbringt, wird euch das, was ihr nicht hervorgebracht habt, vernichten."
Ein Spruch, der vielen verschlossen bleibt. Doch die Mystiker aller Zeiten – ob westlich oder östlich – deuten ihn ähnlich: Es gibt ein Wissen, das nicht von außen kommt. Kein Buch, keine Predigt, keine Lehre bringt es dir. Es ist das, was du längst in dir trägst. Tief vergraben, vergessen, überlagert von Lärm und Meinungen anderer. Und doch – manchmal regt es sich. Leise. Unüberhörbar.
Dieses innere Wissen war es, das mich irgendwann zwang, die Frage nach dem, was man gemeinhin „Gott“ nennt, neu zu stellen.
Denn machen wir uns nichts vor: Das Bild, das die meisten Menschen von Gott haben, ist erbärmlich. Ein strafender Buchhalter, ein willkürlicher Weltenlenker, der liebt und hasst nach Laune, der sich in Kleinkriege einmischt und Beweise fordert, als wäre er ein eitler Gockel.
Genau hier setzte mein eigenes Suchen an. Und ich muss gestehen – so widersprüchlich es klingt – ich bin heute dankbar für die Diskussionen mit Manfred. (und bitte, dies soll jetzt erst mal keine Diskussion sein. Wie Gott ist. Einigen wir uns darauf, dass es irgendeinen höheren Geist gibt, eine Intelligenz hinter der Sichtbaren Welt)
Aber kurz, weil es wichtig ist, für die Entwicklung: Seine grotesk falsche Vorstellung von Gott hat mir etwas gezeigt, das ich vorher nie so klar gespürt habe: Einen inneren Widerstand. Einen Aufschrei meiner Vernunft. Jedes Mal, wenn er redete, regte sich in mir etwas, das flüsterte: „Nein. So kann Gott nicht sein.“
Aber warum eigentlich? Wenn alles nur Zufall, Aberglaube oder Einbildung ist – warum regte sich dann überhaupt etwas in mir? Warum ließ mich sein Gerede nicht einfach kalt, so wie mich die Behauptung kalt lässt, irgendwo würde ein rosa Elefant regieren?
Woher kam diese Stimme in mir, die wusste: Das ist nicht die Wahrheit?
Wäre alles nur ein Spiel aus Meinungen, dann wäre Manfreds Bild von Gott so gut oder schlecht wie jedes andere. Aber genau das war es nicht. Seine Vorstellung von Gott war falsch. Spürbar falsch. Offenkundig falsch.
Und da begann ich zu begreifen: Vielleicht ist diese innere Stimme genau das, was die alten Mystiker meinten. Vielleicht ist sie das „Hervorgebrachte“ aus Spruch 70. Vielleicht ist sie die Verbindung zu dem, was wahr ist – jenseits aller Religionen, aller Bücher, aller Dogmen.
Und so kam ich zu einer Überlegung, die ich heute für zwingend halte:
Wenn es Gott gibt – dann muss er anders sein. Radikal anders.
Denn ein Gott, der Menschen in die Irre führt, sie für Unwissen bestraft oder Beweise fordert, die er zugleich verweigert – ein solcher Gott wäre kein Gott, sondern ein Art Dämon.
Ein wahrer Gott – so sagte es die Vernunft in mir – braucht keinen Beweis, weil er in der Gerechtigkeit selbst wohnt. Er wäre so beschaffen, dass ihn jeder Mensch erkennen könnte – durch die Liebe, die Gerechtigkeit, den Sinn für das Wahre.
Er müsste wissen, dass nicht alle Menschen Philosophen sind, nicht alle Theologen, nicht alle Glückspilze im Spiel des Lebens. Also müsste er die Wahrheit so anlegen, dass sie unausweichlich ist – nicht durch Schriften, sondern durch das, was in uns schlummert.
Und so muss ich heute sagen – paradox, aber ehrlich:
Gerade der Widerstand gegen Manfreds lächerliches Gottesbild hat mich der Wahrheit nähergebracht.
Denn hätte es gar keinen Gott gegeben – warum hätte ich dann gespürt, dass Manfreds Bild niemals stimmen kann? Warum sollte mein innerstes Wesen rebellieren gegen bloße Fantasie?
Vielleicht…
… weil es da draußen – oder besser: in uns – doch etwas gibt, das von ganz anderer Natur ist, als es uns die Religionen je verkauft haben.
Zum mitdenken:
Aber was, wenn genau deshalb so viele Religionen scheitern – weil sie versuchen, das Unaussprechliche in Regeln und Bilder zu pressen? Was, wenn Gott sich nur dem zeigt, der es wagt, alles Bekannte hinter sich zu lassen…?
"Wenn ihr es aus euch hervorbringt, wird euch das, was ihr hervorbringt, retten. Wenn ihr es nicht aus euch hervorbringt, wird euch das, was ihr nicht hervorgebracht habt, vernichten."
Ein Spruch, der vielen verschlossen bleibt. Doch die Mystiker aller Zeiten – ob westlich oder östlich – deuten ihn ähnlich: Es gibt ein Wissen, das nicht von außen kommt. Kein Buch, keine Predigt, keine Lehre bringt es dir. Es ist das, was du längst in dir trägst. Tief vergraben, vergessen, überlagert von Lärm und Meinungen anderer. Und doch – manchmal regt es sich. Leise. Unüberhörbar.
Dieses innere Wissen war es, das mich irgendwann zwang, die Frage nach dem, was man gemeinhin „Gott“ nennt, neu zu stellen.
Denn machen wir uns nichts vor: Das Bild, das die meisten Menschen von Gott haben, ist erbärmlich. Ein strafender Buchhalter, ein willkürlicher Weltenlenker, der liebt und hasst nach Laune, der sich in Kleinkriege einmischt und Beweise fordert, als wäre er ein eitler Gockel.
Genau hier setzte mein eigenes Suchen an. Und ich muss gestehen – so widersprüchlich es klingt – ich bin heute dankbar für die Diskussionen mit Manfred. (und bitte, dies soll jetzt erst mal keine Diskussion sein. Wie Gott ist. Einigen wir uns darauf, dass es irgendeinen höheren Geist gibt, eine Intelligenz hinter der Sichtbaren Welt)
Aber kurz, weil es wichtig ist, für die Entwicklung: Seine grotesk falsche Vorstellung von Gott hat mir etwas gezeigt, das ich vorher nie so klar gespürt habe: Einen inneren Widerstand. Einen Aufschrei meiner Vernunft. Jedes Mal, wenn er redete, regte sich in mir etwas, das flüsterte: „Nein. So kann Gott nicht sein.“
Aber warum eigentlich? Wenn alles nur Zufall, Aberglaube oder Einbildung ist – warum regte sich dann überhaupt etwas in mir? Warum ließ mich sein Gerede nicht einfach kalt, so wie mich die Behauptung kalt lässt, irgendwo würde ein rosa Elefant regieren?
Woher kam diese Stimme in mir, die wusste: Das ist nicht die Wahrheit?
Wäre alles nur ein Spiel aus Meinungen, dann wäre Manfreds Bild von Gott so gut oder schlecht wie jedes andere. Aber genau das war es nicht. Seine Vorstellung von Gott war falsch. Spürbar falsch. Offenkundig falsch.
Und da begann ich zu begreifen: Vielleicht ist diese innere Stimme genau das, was die alten Mystiker meinten. Vielleicht ist sie das „Hervorgebrachte“ aus Spruch 70. Vielleicht ist sie die Verbindung zu dem, was wahr ist – jenseits aller Religionen, aller Bücher, aller Dogmen.
Und so kam ich zu einer Überlegung, die ich heute für zwingend halte:
Wenn es Gott gibt – dann muss er anders sein. Radikal anders.
Denn ein Gott, der Menschen in die Irre führt, sie für Unwissen bestraft oder Beweise fordert, die er zugleich verweigert – ein solcher Gott wäre kein Gott, sondern ein Art Dämon.
Ein wahrer Gott – so sagte es die Vernunft in mir – braucht keinen Beweis, weil er in der Gerechtigkeit selbst wohnt. Er wäre so beschaffen, dass ihn jeder Mensch erkennen könnte – durch die Liebe, die Gerechtigkeit, den Sinn für das Wahre.
Er müsste wissen, dass nicht alle Menschen Philosophen sind, nicht alle Theologen, nicht alle Glückspilze im Spiel des Lebens. Also müsste er die Wahrheit so anlegen, dass sie unausweichlich ist – nicht durch Schriften, sondern durch das, was in uns schlummert.
Und so muss ich heute sagen – paradox, aber ehrlich:
Gerade der Widerstand gegen Manfreds lächerliches Gottesbild hat mich der Wahrheit nähergebracht.
Denn hätte es gar keinen Gott gegeben – warum hätte ich dann gespürt, dass Manfreds Bild niemals stimmen kann? Warum sollte mein innerstes Wesen rebellieren gegen bloße Fantasie?
Vielleicht…
… weil es da draußen – oder besser: in uns – doch etwas gibt, das von ganz anderer Natur ist, als es uns die Religionen je verkauft haben.
Zum mitdenken:
Aber was, wenn genau deshalb so viele Religionen scheitern – weil sie versuchen, das Unaussprechliche in Regeln und Bilder zu pressen? Was, wenn Gott sich nur dem zeigt, der es wagt, alles Bekannte hinter sich zu lassen…?