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		<title><![CDATA[© Erkenntnis - Projekt - Philosophie]]></title>
		<link>https://ich-glaub-es.net/</link>
		<description><![CDATA[© Erkenntnis - Projekt - https://ich-glaub-es.net]]></description>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 15:02:28 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Fehler]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=989</link>
			<pubDate>Sat, 10 Jan 2026 15:34:36 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=25">Matthias</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=989</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">These:</span> Fehler zu machen ist nichts Schlimmes. Man muss sie nur rechtzeitig erkennen und korrigieren. Sonst kann es zu einer unkontrollierten Fehlerfortpflanzung kommen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext</span><br />
<br />
Diese These ist in mehreren wissenschaftlichen Disziplinen anschlussfähig und gut fundiert:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Wissenschaftstheorie und Erkenntnistheorie</span><br />
In der Tradition von <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Popper</span> gelten Fehler nicht als Defizite, sondern als notwendiger Bestandteil von Erkenntnisprozessen. Fortschritt entsteht durch das Aufdecken, Kritisieren und Korrigieren von Irrtümern. Entscheidend ist daher nicht die Fehlerfreiheit, sondern die institutionalisierte Möglichkeit zur Fehlerkorrektur.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Systemtheorie und Kybernetik</span><br />
Systemtheoretische Ansätze (u. a. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Luhmann</span>) beschreiben Fehler als systeminterne Abweichungen, die – wenn sie nicht durch Rückkopplungsmechanismen erkannt werden – zu Kettenreaktionen führen können. Die These entspricht dem Prinzip, dass fehlende oder verzögerte Rückmeldung eine Eskalation von Fehlentwicklungen begünstigt.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Organisations- und Ingenieurwissenschaften</span><br />
In der <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fehlermanagement-</span> und <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sicherheitsforschung</span> (z. B. „Human Factors“, „Swiss-Cheese-Modell“ nach <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">James Reason</span>) ist gut belegt, dass kleine, zunächst harmlose Fehler gravierende Folgen haben können, wenn sie sich unbemerkt fortpflanzen. Frühzeitige Erkennung und Korrektur gelten hier als zentrale Präventionsstrategie.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Lern- und Kognitionspsychologie</span><br />
Empirische Studien zeigen, dass Lernen besonders effektiv ist, wenn Fehler als Feedback genutzt werden. Eine „Fehlerkultur“, die frühe Korrektur erlaubt, verhindert nicht nur Wiederholungen, sondern reduziert auch die Wahrscheinlichkeit komplexer Fehlketten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zusammenfassende Bewertung</span><br />
Die These widerspricht einem normativen Ideal der Fehlervermeidung und ersetzt es durch ein <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">prozessuales Verständnis von Rationalität</span>: Fehler sind unvermeidlich und potenziell produktiv, werden jedoch dann problematisch, wenn sie nicht erkannt oder korrigiert werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">These:</span> Fehler zu machen ist nichts Schlimmes. Man muss sie nur rechtzeitig erkennen und korrigieren. Sonst kann es zu einer unkontrollierten Fehlerfortpflanzung kommen.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext</span><br />
<br />
Diese These ist in mehreren wissenschaftlichen Disziplinen anschlussfähig und gut fundiert:<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">1. Wissenschaftstheorie und Erkenntnistheorie</span><br />
In der Tradition von <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Karl Popper</span> gelten Fehler nicht als Defizite, sondern als notwendiger Bestandteil von Erkenntnisprozessen. Fortschritt entsteht durch das Aufdecken, Kritisieren und Korrigieren von Irrtümern. Entscheidend ist daher nicht die Fehlerfreiheit, sondern die institutionalisierte Möglichkeit zur Fehlerkorrektur.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">2. Systemtheorie und Kybernetik</span><br />
Systemtheoretische Ansätze (u. a. <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Niklas Luhmann</span>) beschreiben Fehler als systeminterne Abweichungen, die – wenn sie nicht durch Rückkopplungsmechanismen erkannt werden – zu Kettenreaktionen führen können. Die These entspricht dem Prinzip, dass fehlende oder verzögerte Rückmeldung eine Eskalation von Fehlentwicklungen begünstigt.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">3. Organisations- und Ingenieurwissenschaften</span><br />
In der <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Fehlermanagement-</span> und <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Sicherheitsforschung</span> (z. B. „Human Factors“, „Swiss-Cheese-Modell“ nach <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">James Reason</span>) ist gut belegt, dass kleine, zunächst harmlose Fehler gravierende Folgen haben können, wenn sie sich unbemerkt fortpflanzen. Frühzeitige Erkennung und Korrektur gelten hier als zentrale Präventionsstrategie.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">4. Lern- und Kognitionspsychologie</span><br />
Empirische Studien zeigen, dass Lernen besonders effektiv ist, wenn Fehler als Feedback genutzt werden. Eine „Fehlerkultur“, die frühe Korrektur erlaubt, verhindert nicht nur Wiederholungen, sondern reduziert auch die Wahrscheinlichkeit komplexer Fehlketten.<br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Zusammenfassende Bewertung</span><br />
Die These widerspricht einem normativen Ideal der Fehlervermeidung und ersetzt es durch ein <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">prozessuales Verständnis von Rationalität</span>: Fehler sind unvermeidlich und potenziell produktiv, werden jedoch dann problematisch, wenn sie nicht erkannt oder korrigiert werden.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Das Problem der Anthroposophie]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=976</link>
			<pubDate>Fri, 02 Jan 2026 04:42:13 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=25">Matthias</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=976</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">These:</span> Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, verfasste das Werk <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die Philosophie der Freiheit</span> (1894). Dieses Werk stellt einen zentralen Bezugspunkt für die anthroposophische Lehre dar, da es die theoretische Grundlage für individuelle Freiheit und geistige Selbstbestimmung legt. Eine kritische Perspektive besagt, dass man erst dann als „Anthroposoph“ gelten kann, wenn man die philosophischen Prinzipien dieses Werkes in ihrer Tiefe verstanden und reflektiert hat. In diesem Sinne ist Anthroposophie nicht primär eine Zugehörigkeit zu einer Bewegung, sondern ein Verständnisprozess, der das eigenständige Denken und moralische Urteil des Individuums fordert. <br />
<img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/54.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: 54.gif]" class="mycode_img" /><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wissenschaftliche Einordnung:</span><br />
 Im wissenschaftlichen Diskurs wird Anthroposophie häufig kontrovers diskutiert. Einerseits wird sie als integrative Weltanschauung betrachtet, die Spiritualität, Pädagogik (z. B. Waldorfpädagogik) und Medizin verbindet. Andererseits wird sie kritisiert, weil viele anthroposophische Konzepte empirisch schwer überprüfbar sind. Die philosophische Dimension, wie sie Steiner in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die Philosophie der Freiheit</span> entwickelt, wird in der Philosophiegeschichte als Versuch einer Synthese von Idealismus, Erkenntnistheorie und Ethik analysiert. Kritiker betonen, dass das Verständnis der Anthroposophie daher weniger an dogmatischer Zugehörigkeit, sondern an der persönlichen Aneignung philosophischer Prinzipien gemessen werden sollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">These:</span> Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, verfasste das Werk <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die Philosophie der Freiheit</span> (1894). Dieses Werk stellt einen zentralen Bezugspunkt für die anthroposophische Lehre dar, da es die theoretische Grundlage für individuelle Freiheit und geistige Selbstbestimmung legt. Eine kritische Perspektive besagt, dass man erst dann als „Anthroposoph“ gelten kann, wenn man die philosophischen Prinzipien dieses Werkes in ihrer Tiefe verstanden und reflektiert hat. In diesem Sinne ist Anthroposophie nicht primär eine Zugehörigkeit zu einer Bewegung, sondern ein Verständnisprozess, der das eigenständige Denken und moralische Urteil des Individuums fordert. <br />
<img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/54.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: 54.gif]" class="mycode_img" /><br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Wissenschaftliche Einordnung:</span><br />
 Im wissenschaftlichen Diskurs wird Anthroposophie häufig kontrovers diskutiert. Einerseits wird sie als integrative Weltanschauung betrachtet, die Spiritualität, Pädagogik (z. B. Waldorfpädagogik) und Medizin verbindet. Andererseits wird sie kritisiert, weil viele anthroposophische Konzepte empirisch schwer überprüfbar sind. Die philosophische Dimension, wie sie Steiner in <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die Philosophie der Freiheit</span> entwickelt, wird in der Philosophiegeschichte als Versuch einer Synthese von Idealismus, Erkenntnistheorie und Ethik analysiert. Kritiker betonen, dass das Verständnis der Anthroposophie daher weniger an dogmatischer Zugehörigkeit, sondern an der persönlichen Aneignung philosophischer Prinzipien gemessen werden sollte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Narrativlosigkeit in der Gnosis: Ein idealer Zustand?]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=430</link>
			<pubDate>Sat, 30 Nov 2024 14:18:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=25">Matthias</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=430</guid>
			<description><![CDATA[Wie mir scheint, werden die gegenwärtigen Ereignisse von einem großen Teil der Menschheit als äußerst schwierig und belastend wahrgenommen.<br />
<br />
Angesichts dieser Tatsache habe ich mir die Frage gestellt, inwieweit die Wirkung unterschiedlicher Narrative bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle spielt.<br />
<br />
Im positiven Sinne können Narrative orientierend und sinnstiftend wirken. Durch Emotionalisierung, Verzerrung der Realität und ein beträchtliches Manipulationspotenzial sind Narrative jedoch auch mit erheblichen Gefahren verbunden.<br />
<br />
Ein Ziel der Selbsterkenntnis ist sicherlich, über diese Narrative hinauszugehen. Sind sie deshalb aber grundsätzlich als schädlich abzulehnen?<br />
<br />
Wie geht ihr mit dieser Frage um?<br />
Matthias]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wie mir scheint, werden die gegenwärtigen Ereignisse von einem großen Teil der Menschheit als äußerst schwierig und belastend wahrgenommen.<br />
<br />
Angesichts dieser Tatsache habe ich mir die Frage gestellt, inwieweit die Wirkung unterschiedlicher Narrative bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle spielt.<br />
<br />
Im positiven Sinne können Narrative orientierend und sinnstiftend wirken. Durch Emotionalisierung, Verzerrung der Realität und ein beträchtliches Manipulationspotenzial sind Narrative jedoch auch mit erheblichen Gefahren verbunden.<br />
<br />
Ein Ziel der Selbsterkenntnis ist sicherlich, über diese Narrative hinauszugehen. Sind sie deshalb aber grundsätzlich als schädlich abzulehnen?<br />
<br />
Wie geht ihr mit dieser Frage um?<br />
Matthias]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wozu "glauben"?]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=428</link>
			<pubDate>Tue, 26 Nov 2024 06:37:29 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=43">Wolfgang</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=428</guid>
			<description><![CDATA[Hallo,<br />
<br />
der Glaube verfolgt m.E. zwei Ziele:<br />
<br />
1. die Suche nach Lebensführung<br />
<br />
2. die Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod<br />
<br />
<br />
<br />
Beides ist mir absolut unverständlich.<br />
<br />
1. Das natürliche Lebensziel ist Fortpflanzung. Dazu brauch ich Stoffwechsel. Und um das zu erreichen, benötige ich Fertigkeiten. Diese Kausalität ist offensichtlich. Dazu brauch ich keinen Führer. Ich brauch auch keine 10 Gebote oder 8 Sätze oder ähnlichen Schwachsinn. Was man braucht, ist ein guter Anwalt.<br />
<br />
2. Ich finde mich auch nicht so toll, dass ich nach dem Tod weiterleben möchte. Ich möchte nur, dass es nach dem Tod wieder so ist wie vor meiner Zeugung. Denn da war nix Unangenehmes. Kein Leiden. Kein Kummer. Kein Schmerz. Keine Reue. Kein Gewissen. Alles war gut. Zumindest erinnere ich nichts Negatives.<br />
Zum Glück sehe ich keinen Grund, warum man sich nach dem Ausscheiden aus dem Leben anders fühlen soll als vor der Teilnahme am Leben.<br />
<br />
<br />
Ich hoffe, dass ich es nicht zu brutal "auf den Punkt" gebracht hab. Aber im Prinzip sind Hamburger mundfaul und wenn ich schon "philosophiere", dann zumindest ohne Lametta.<br />
<br />
VG<br />
<br />
Wolfgang]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hallo,<br />
<br />
der Glaube verfolgt m.E. zwei Ziele:<br />
<br />
1. die Suche nach Lebensführung<br />
<br />
2. die Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod<br />
<br />
<br />
<br />
Beides ist mir absolut unverständlich.<br />
<br />
1. Das natürliche Lebensziel ist Fortpflanzung. Dazu brauch ich Stoffwechsel. Und um das zu erreichen, benötige ich Fertigkeiten. Diese Kausalität ist offensichtlich. Dazu brauch ich keinen Führer. Ich brauch auch keine 10 Gebote oder 8 Sätze oder ähnlichen Schwachsinn. Was man braucht, ist ein guter Anwalt.<br />
<br />
2. Ich finde mich auch nicht so toll, dass ich nach dem Tod weiterleben möchte. Ich möchte nur, dass es nach dem Tod wieder so ist wie vor meiner Zeugung. Denn da war nix Unangenehmes. Kein Leiden. Kein Kummer. Kein Schmerz. Keine Reue. Kein Gewissen. Alles war gut. Zumindest erinnere ich nichts Negatives.<br />
Zum Glück sehe ich keinen Grund, warum man sich nach dem Ausscheiden aus dem Leben anders fühlen soll als vor der Teilnahme am Leben.<br />
<br />
<br />
Ich hoffe, dass ich es nicht zu brutal "auf den Punkt" gebracht hab. Aber im Prinzip sind Hamburger mundfaul und wenn ich schon "philosophiere", dann zumindest ohne Lametta.<br />
<br />
VG<br />
<br />
Wolfgang]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Existenz]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=325</link>
			<pubDate>Sat, 29 May 2021 08:45:43 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=1">Eik</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=325</guid>
			<description><![CDATA[<span style="color: #333333;" class="mycode_color"><span style="font-size: small;" class="mycode_size"><span style="font-family: Tahoma, Verdana, Arial, sans-serif;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">Existenz</span></span></span></span></span><br />
<br />
<br />
Eine Existenz "hinter den Dingen" hat zunächst einmal keine funktionalen Komponenten, wie Intelligenz, Verstand, und Ziel, woher auch. Sie ist da, und ihre bloße Existenz erzeugt permanent etwas, dass wiederum auf die Existenz selbst (zurück) wirkt.  Das erfordert Wahrnehmung in jeglicher Form, also gehört Wahrnehmung zu den grundlegenden Eigenschaften von Existenz. Ergo Existenz ist Wahrnehmung. Diese Existenz ist nicht linear, hat keine Form, Begrenzung oder Eigenschaften. Stetig mit sich selbst konfrontiert, ist auch irgendwo die Idee des eigenen Seins, je konkreter das wird, desto mehr hat es Einfluss auf die Existenz selbst, bis hin zur "Erzeugung" eines adäquaten Gegenübers, damit ist die Idee Raum und Kommunikation vorhanden und die Möglichkeit  der "Selbsterkenntnis". Es sind jetzt zwei Existenzen in einer, also innerhalb der eigentlichen Existenz sind zwei geworden. Dabei bleibt es auf der primären Ebene aber immer nur eins, eine Existenz. Vielleicht kann man sich in etwa vorstellen, was für Möglichkeiten der Dynamik zwischen zwei Existenzen auf dieser räumlichen Ebene auf der beide existieren möglich sind, da gibt es keine Grenzen und ich will da auch nicht weiter drauf eingehen, das würde den Rahmen sprengen.<br />
 <br />
Ein Problem von beiden ist die Tatsache, was immer sie an Ideen hervorbringen setzt sich unmittelbar um, wird aber auch unmittelbar beeinflusst, simpel ausgedrückt, was man vor sich wahr nimmt das in Erscheinung tritt., hat unmittelbar eine Wirkung auf die Existenz, was wiederum eine Reaktion hervorruft, die ihrerseits eine Auswirkung auf jede Erscheinung hat. Es fehlt ein Konstanz, was der "Selbsterkenntnis" im Wege steht, aber damit ist auch die Idee einer Konstanz da und genau diese Idee, führt dann zu Welten Multiversum und Universen. Alles andere leitet sich dann davon ab.<br />
 <br />
Alle Lebewesen besten dann hier konkret aus zwei Komponenten, der Existenz (einer von beiden) und der Form (als Materie/Energie) definiert. Es ist funktionell orientiert, auf eine Wahrnehmung ohne direkten Einfluss auf die Form. Dazu kommt das Prozedere der Bewusstwerdung, die letztlich dann genau diese Rückwirkung auf die Existenz als solche hat, nämlich diese wird sich ihrer Existenz bewusst und damit auch ihrer Möglichkeiten, was eben dann zu "Selbsterkenntnis" führt. der Mensch ist (wie jedes intelligente Wesen im Universum) ein kleiner Teil diese Existenz (Existenzen) analog eines Wassertropfens aus einem Ozean..<br />
<br />
<br />
Es ist für ein biologisches System, wie Mensch Tier oder Pflanze etc. wichtig leben zu wollen, aber der Biologie wäre es abträglich und kontraproduktiv nicht sterben zu wollen, spätestens nach der Erfüllung der biologischen Aufgabe, nämlich der erfolgreichen Reproduktion, haben die meisten Tiere kein Problem damit, nur der Mensch, der sich selbst reflektiert, hat oft diesen Gedanken (ewig) weiter existieren zu wollen. Für die Existenz ist es dagegen eine Limitierung, eine Beschneidung sich mit einem einzelne biologischen System zu verbinden. "Erwacht" also die Existenz im Menschen, durch seine Fähigkeit zur Selbstreflexion, dann strebt er naturgemäß seine "ewige Existenz" an, da er sich eine Nichtexistenz nicht vorzustellen vermag. Viele der menschlichen Konflikte erwachsen daraus, aus der Furcht vor der Nichtexistenz. <br />
<br />
Mai 2021]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="color: #333333;" class="mycode_color"><span style="font-size: small;" class="mycode_size"><span style="font-family: Tahoma, Verdana, Arial, sans-serif;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">Existenz</span></span></span></span></span><br />
<br />
<br />
Eine Existenz "hinter den Dingen" hat zunächst einmal keine funktionalen Komponenten, wie Intelligenz, Verstand, und Ziel, woher auch. Sie ist da, und ihre bloße Existenz erzeugt permanent etwas, dass wiederum auf die Existenz selbst (zurück) wirkt.  Das erfordert Wahrnehmung in jeglicher Form, also gehört Wahrnehmung zu den grundlegenden Eigenschaften von Existenz. Ergo Existenz ist Wahrnehmung. Diese Existenz ist nicht linear, hat keine Form, Begrenzung oder Eigenschaften. Stetig mit sich selbst konfrontiert, ist auch irgendwo die Idee des eigenen Seins, je konkreter das wird, desto mehr hat es Einfluss auf die Existenz selbst, bis hin zur "Erzeugung" eines adäquaten Gegenübers, damit ist die Idee Raum und Kommunikation vorhanden und die Möglichkeit  der "Selbsterkenntnis". Es sind jetzt zwei Existenzen in einer, also innerhalb der eigentlichen Existenz sind zwei geworden. Dabei bleibt es auf der primären Ebene aber immer nur eins, eine Existenz. Vielleicht kann man sich in etwa vorstellen, was für Möglichkeiten der Dynamik zwischen zwei Existenzen auf dieser räumlichen Ebene auf der beide existieren möglich sind, da gibt es keine Grenzen und ich will da auch nicht weiter drauf eingehen, das würde den Rahmen sprengen.<br />
 <br />
Ein Problem von beiden ist die Tatsache, was immer sie an Ideen hervorbringen setzt sich unmittelbar um, wird aber auch unmittelbar beeinflusst, simpel ausgedrückt, was man vor sich wahr nimmt das in Erscheinung tritt., hat unmittelbar eine Wirkung auf die Existenz, was wiederum eine Reaktion hervorruft, die ihrerseits eine Auswirkung auf jede Erscheinung hat. Es fehlt ein Konstanz, was der "Selbsterkenntnis" im Wege steht, aber damit ist auch die Idee einer Konstanz da und genau diese Idee, führt dann zu Welten Multiversum und Universen. Alles andere leitet sich dann davon ab.<br />
 <br />
Alle Lebewesen besten dann hier konkret aus zwei Komponenten, der Existenz (einer von beiden) und der Form (als Materie/Energie) definiert. Es ist funktionell orientiert, auf eine Wahrnehmung ohne direkten Einfluss auf die Form. Dazu kommt das Prozedere der Bewusstwerdung, die letztlich dann genau diese Rückwirkung auf die Existenz als solche hat, nämlich diese wird sich ihrer Existenz bewusst und damit auch ihrer Möglichkeiten, was eben dann zu "Selbsterkenntnis" führt. der Mensch ist (wie jedes intelligente Wesen im Universum) ein kleiner Teil diese Existenz (Existenzen) analog eines Wassertropfens aus einem Ozean..<br />
<br />
<br />
Es ist für ein biologisches System, wie Mensch Tier oder Pflanze etc. wichtig leben zu wollen, aber der Biologie wäre es abträglich und kontraproduktiv nicht sterben zu wollen, spätestens nach der Erfüllung der biologischen Aufgabe, nämlich der erfolgreichen Reproduktion, haben die meisten Tiere kein Problem damit, nur der Mensch, der sich selbst reflektiert, hat oft diesen Gedanken (ewig) weiter existieren zu wollen. Für die Existenz ist es dagegen eine Limitierung, eine Beschneidung sich mit einem einzelne biologischen System zu verbinden. "Erwacht" also die Existenz im Menschen, durch seine Fähigkeit zur Selbstreflexion, dann strebt er naturgemäß seine "ewige Existenz" an, da er sich eine Nichtexistenz nicht vorzustellen vermag. Viele der menschlichen Konflikte erwachsen daraus, aus der Furcht vor der Nichtexistenz. <br />
<br />
Mai 2021]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus dem DSA-Froum: Gespräche mit einem Atheisten, der an keine Seele glaubt]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=319</link>
			<pubDate>Fri, 21 May 2021 13:08:09 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=31">Frank</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=319</guid>
			<description><![CDATA[Weils grad Mode ist: <br />
In einer DSA Gruppe "Diskussionen zwischen Individuen mit unterschiedlichem Seelenglauen" entwickelte sich folgende Diskussion: <br />
<br />
<img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/59.gif" alt="59" title="59" class="smilie smilie_75" /> ! <br />
<br />
<a href="https://dsaforum.de/viewtopic.php?f=13&amp;t=56388" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://dsaforum.de/viewtopic.php?f=13&t=56388</a><br />
<br />
[auf den Vorwurf, ein Esoteriker zu sein] <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Oh, ich denke da liest du mich falsch...<br />
<br />
Ich liebe die Naturwissenschaften, vorallem Mathematik und Physik so wie sie sind. Die "schlimmen" esoterischen Elemente, die du siehst, gehen eigentlich nur von einer Seele aus und weiterhin von banalen Elementen wie: ein Individuum vermeidet Schmerz, kämpft normalerweise mit den negativen Elementen dieser Welt und versucht sich ein Weltbild zu erschaffen, welches jene negativen Elemente versucht positver zu sehen, um nicht in eine Verneinung der Welt zu rutschen. Die Verwendung von symbolischen Elementen wie Karfunkel, Drachen und Kobolden verwenden nur das Vokabular von DSA, beschreiben aber Phänomene die ich in der wirklichen Welt gesehen habe und vermute. Einen Verfall des Menschen, welcher grausam handelt, kann man meiner Meinung nach sehen und es symbolisch als ein Karfunkel in der Seele beschreiben, falls man an eine Seele glaubt.<br />
Falls man nicht an eine Seele glaubt, hat man natürlich ein komplett anderes Weltbild und kommt eher zu Feststellungen wie "Das Leben ist zu kurz", "die Welt und ich sind aus purem Zufall entstanden und ich muss radikal mit der Feststellung leben, dass mit meinem Tod meine Existenz verlischt", und beschäftigt sich weniger mit der Tatsache, dass die grössten Grausamkeiten vorallem von menschlichen Individuen in der Menschwelt passieren und falls die Seele unsterblich ist, man nicht diese grausamen Seelen in seiner Nähe haben will, was man am besten mit einem Naturgesetz lösen möchte.<br />
<br />
Beide Weltbilder haben vor und Nachteile, und während der eine ein paar unmoralische Handlungen als nicht so schlimm betrachtet (da in ein paar Jahrzehnten eh alles vorbei ist), vermeidet der andere vielleicht ein bisschen mehr, ist ein bisschen ängstlicher und passt auf etwas auf, was für den einen nicht existiert.<br />
<br />
Das Grundelement der Physik ist die Beschreibung der Welt durch Kräfte, und die unterschiedlichen Handlungweisen der beiden Individuen kann man dann damit erklären, dass bei dem einen eine Art von Seelenkraft wirkt, nicht esotherisch, sondern real, weil er an eine Seele glaubt.<br />
Grüsse^^<br />
<br />
[auf die Meinung, Physik beschreibt dei Welt nicht durch Kräfte und was Physik ist:]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Im wesentlichen tut Physik das meiner Meinung nach schon (beginnend mit den Newtonschen Axiomen).<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Actio = Reactio (Kräftegleichheit) und Energieerhaltung, mit vorheriger Definiton, was eine physikalische Kraft in unserem Universum ist (also ein Axiom, wie du sagst).<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Mathematik kennt keine Zeit, Physik keine Seele, ein DSA-Forum aber Kobolde, Drachen und Theorien ausserhalb dessen.<br />
Diese Interpretation des Gödelschen Unvollständigkeitsatz kenn ich noch nicht, ich kenne eher folgende: Nicht alles in der Mathematik kann bewiesen werden! Der Beweis geht über die Cantorsche Mengentheorie und einer Abbildung von einer abzählbar unendlichen Menge zu einer nicht-abzählbar unendlichen Menge. <br />
<br />
[zum Impfen und zur Homöopathie]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Weil das eine manchen verdammt schadet und das andere manchen hilft. Nicht jeder Mensch spricht auf Medizin gleich an.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> In Homöopathie sind Spurenelemente eines Giftes enthalten, welche selbst in geringster Menge als Information für den Körper genutzt werden können und dem Körper helfen können, gegen eine bestimmte Krankheit vorzugehen. In wie weit das bei einem Individuum funktioniert, kommt darauf an, wie sensibel sein Körper ist.<br />
<br />
Das gleiche Prinzip ist das Impfen mit halbtoten Viren. Doch für einen Sensiblen Körper kann das ein heftiger Hammer und gefährlich sein, also gefährlicher als sich natürlich anzustecken und den Virus zu bekämpfen (was unter anderem auch an den anderen Bestandteilen des Impfstoffes liegen kann, mit denen der Körper gar nicht klar kommen kann)<br />
<br />
[Unterschiede zwischen Individuen mit unterschiedlichem Seelenglauben.]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Dann sei das so. Als vernünftiger Mensch würde ich mir aber beide Theorien (mit und ohne Seele) durchdenken.<br />
Würde ich an keine Seele glauben und kurz nach meinem Tod widerlegt, würde ich vermutlich in dem kurzen Moment der Freiheit (was weiter passiert) und im Affekt eine dumme Entscheidung treffen (nach dem Motto: Argl! Dann wünsche ich mir.....!) und damit vielleicht verstorbene Freunde und Familienmitglieder sehr traurig machen, weil denen was an mir liegt. (diese Gefahr besteht für jemanden, der an eine Seele glaubt nämlich nicht, denn wenn der stirbt und es keine Seele gibt, issa halt Tod^^)<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank: </span>Nope, ein rein logisches Argument, was einfach nur auf den unterschiedlichen Zeitlinien der beiden Individuen beruht. Beide Individuen könnten sich irren, nur einer existiert mit seiner falschen Vermutung weiter. Und dann kommt es eben darauf an, wie man allgemein damit umgeht, wenn man sich geirrt hat und ihn wie weit man wütend darüber ist, dass es anders ist.<br />
Ich will dich weiss Gott nicht überzeugen, etwas anderes zu glauben. Wenn du recht hast, ist es halt so, wenn nicht, weisst du ab jetzt, das wütend darüber sein nicht unbedingt angebracht wäre.<br />
<br />
[Das "Warum der Physik" kann keiner erklären:]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> ... weil das Universum so aufgebaut ist.<br />
In jedem möglich wahren Universum muss Mathematik notwendig wahr sein. Gibt es weiterhin in diesem möglich wahren Universum eine Raumzeit und Massen, können die sich mathematisch verhalten, kommt halt auf das Universum an. Ist in unserem so und wir beschreiben die Interaktionen dieser Massen durch Kräfte. (Also der Grund, warum solche Kräfte existieren liegt daran, dass das Fundament dieser Kräfte Mathematik ist und etwas mit mathematischem Fundament in unserem Universum scheinbar die Möglichkeit hat, existent zu werden.)<br />
<br />
[Der Gödelsche Unvollständigkeitssatz:]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank: </span>sei T eine abzählbar unendliche Menge, dann existiert eine Abbildung zu einer unabzählbar unendlichen Menge und T ist unvollständig bzw. widersprüchlich, im Widerspruch zur Annahme, es wäre ein widerspruchsfreies formales System.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Der Formale Beweis, dass nicht alles beweisbar ist, ist nicht trivial, und für einen Beweis gilt, dass etwas wahr bzw. falsch ist. Also, wenn ich beweise, dass etwas falsch ist, dann ist der Beweis richtig und damit kein Widerspruch in sich selbst. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Auch hier: Der Beweis ist wahr, d.h. nicht, dass beide Aussagen wahr sind. Für dich ist "die Existenz eines wahren Beweises" <=> "die bewiesene Aussage ist wahr". Das ist unsinn...<br />
Also nochmal: Es existiert ein Beweis für A, der sagt A ist wahr. Damit kann auch ein Beweis für nicht-A existieren, und der sagt, Nicht-A ist falsch.<br />
<br />
[über das Beweisen mathematischer Aussagen:]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Beweist du, dass Aussage A wahr ist, dann beweist du auch, dass Aussage Nicht-A falsch ist.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> A und nicht-A widersprechen sich, der Beweis von z.B. Nicht-A widerspricht hingegen nicht dem Beweis von A.<br />
[...]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank: </span>Nenn es einfach das Leben, in dem Dinge passiert sind, welche so manch einer nicht als zu seiner Realität dazugehörend bezeichen würden.<br />
C'mon... tzzz<br />
<br />
Meine Frage, warum du "alles in meiner Philosophie ablehnst" wurde geklärt, du glaubst nicht an eine Seele. Die Frage, warum du versuchst, einem Indiviuum auszureden, an eine Seele zu glauben, musst du schon selbst für dich beantworten. Der Zeitaufwand, den ich für diesen Glauben brauche, ist: "Ich glaube an eine Seele" also fünf Wörter mal Lesezeit, mit Begründung "Bessa!" <br />
<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Ich teile die Einstellung und humanitären Werte von Angelina Jolie, der Schauspielerin. Mein Weltbild ist dahingehend klassifiziert, dass ich bei naturwissenschaftlichen Fragen versuche, die Dinge richtig zu verstehen und bei Diskussionen überprüfe, in wie weit ich mich irre oder den anderen darauf hinweisen, dass er etwas möglichweise falsch verstanden hat.<br />
Bei metaphysischen und philophischen Fragen kommt es mir vor allem um die Ethik des anderen an (wo ich bei dir keinerlei Gefahr sehe) und ich nutze aus verschiedenen Gründen das DSA3-Regelwerk dafür. Einerseits, weil es das schönste und geschlossenste Werk ist, das ich kennengelernt habe, andererseits, weil der Charakter von DSA als ein Spiel stets davon abrät, es einer naturwissenschaftlichen Realität gleichzusetzen (ein änlicher Grund könnte sich auch bei dir antreffen).<br />
Bei Diskussionen metaphysischer Natur höre ich mir die Meinung des anderen an, gehe vielleicht auf verschiedene Aspekte ein, aber lasse ihn grundlegend bei seiner Meinung. Die Feststellung, dass viele dieser Esoteriken im Grunde verworren und widersprüchlich sind und sich auf obskure Vorstellungen des Philosophiebegründers oder desjenigen, der sie für "absolut wahr" hält, stützen, teile ich mit dir. Aleister Crowley zeigt das auf ironische Weise in seiner Liber777, also der durch Menschen willkürlichen Gleichsetzung von zwei total unterschiedlichen Phänomen in dieser Welt, auf. Auch ist mir diese "Aura" (Zusammenfassung dessen, wie ein Mensch auf einen wirkt) dieser Esoteriker bekannt (also wattemässig, ihre Selbsteinschätzung von Offenheit, die aber im Kern stur ist, und ihre ab und an durchschimmernde Verneinung wissenschaftlicher Tatsachen, die darauf beruhen, dass sie etwas fiktionales bzw mögliches einer wissenschaftlichen Tatsache gleichsetzen).<br />
<br />
Individuuen mit radikalen Überzeugungswünschen gibt es auf beiden Seiten, aber, um zurück zur Seele zu kommen, ein radikaler Islamist, der glaubt ein Einkaufszentrum in die Luft jagen zu müssen, ist wohl gefährlicher und grausamer als einer, der versucht, das im Grossen und Ganzen zu verhindern, indem er die Seele absolut bestreitet und weiterhin bemüht ist, solche irren Menschen die Augen für die reale Welt zu öffnen.<br />
Da ich nicht weiss, ob eine Seele existiert oder nicht, ich aber daran glaube, und nicht möchte, dass, falls sie existiert, die von mir überzeugten Individuen kurz nach ihrem Tod eine Art "Schock" erleben und deshalb im Affekt dummes tun, hab ich mir die Philosophie des Karfunkels überlegt bzw. nach meiner Lösung der Rätsel von Crowley und Kiesow übernommen, die aber im Grunde das gleiche Ziel verfolgt wie die eines radiklen Seelenleugners, also "hört auf, grundlos Einkaufshäuser in die Luft zu jagen und zu glauben, es wäre auch noch mit einer Art Seelenheil verbunden!"<br />
<br />
Soviel über mich... <img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/aegypten_smilies_0003.gif" alt="Aegypten_smilies_0003" title="Aegypten_smilies_0003" class="smilie smilie_103" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Weils grad Mode ist: <br />
In einer DSA Gruppe "Diskussionen zwischen Individuen mit unterschiedlichem Seelenglauen" entwickelte sich folgende Diskussion: <br />
<br />
<img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/59.gif" alt="59" title="59" class="smilie smilie_75" /> ! <br />
<br />
<a href="https://dsaforum.de/viewtopic.php?f=13&amp;t=56388" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://dsaforum.de/viewtopic.php?f=13&t=56388</a><br />
<br />
[auf den Vorwurf, ein Esoteriker zu sein] <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Oh, ich denke da liest du mich falsch...<br />
<br />
Ich liebe die Naturwissenschaften, vorallem Mathematik und Physik so wie sie sind. Die "schlimmen" esoterischen Elemente, die du siehst, gehen eigentlich nur von einer Seele aus und weiterhin von banalen Elementen wie: ein Individuum vermeidet Schmerz, kämpft normalerweise mit den negativen Elementen dieser Welt und versucht sich ein Weltbild zu erschaffen, welches jene negativen Elemente versucht positver zu sehen, um nicht in eine Verneinung der Welt zu rutschen. Die Verwendung von symbolischen Elementen wie Karfunkel, Drachen und Kobolden verwenden nur das Vokabular von DSA, beschreiben aber Phänomene die ich in der wirklichen Welt gesehen habe und vermute. Einen Verfall des Menschen, welcher grausam handelt, kann man meiner Meinung nach sehen und es symbolisch als ein Karfunkel in der Seele beschreiben, falls man an eine Seele glaubt.<br />
Falls man nicht an eine Seele glaubt, hat man natürlich ein komplett anderes Weltbild und kommt eher zu Feststellungen wie "Das Leben ist zu kurz", "die Welt und ich sind aus purem Zufall entstanden und ich muss radikal mit der Feststellung leben, dass mit meinem Tod meine Existenz verlischt", und beschäftigt sich weniger mit der Tatsache, dass die grössten Grausamkeiten vorallem von menschlichen Individuen in der Menschwelt passieren und falls die Seele unsterblich ist, man nicht diese grausamen Seelen in seiner Nähe haben will, was man am besten mit einem Naturgesetz lösen möchte.<br />
<br />
Beide Weltbilder haben vor und Nachteile, und während der eine ein paar unmoralische Handlungen als nicht so schlimm betrachtet (da in ein paar Jahrzehnten eh alles vorbei ist), vermeidet der andere vielleicht ein bisschen mehr, ist ein bisschen ängstlicher und passt auf etwas auf, was für den einen nicht existiert.<br />
<br />
Das Grundelement der Physik ist die Beschreibung der Welt durch Kräfte, und die unterschiedlichen Handlungweisen der beiden Individuen kann man dann damit erklären, dass bei dem einen eine Art von Seelenkraft wirkt, nicht esotherisch, sondern real, weil er an eine Seele glaubt.<br />
Grüsse^^<br />
<br />
[auf die Meinung, Physik beschreibt dei Welt nicht durch Kräfte und was Physik ist:]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Im wesentlichen tut Physik das meiner Meinung nach schon (beginnend mit den Newtonschen Axiomen).<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Actio = Reactio (Kräftegleichheit) und Energieerhaltung, mit vorheriger Definiton, was eine physikalische Kraft in unserem Universum ist (also ein Axiom, wie du sagst).<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Mathematik kennt keine Zeit, Physik keine Seele, ein DSA-Forum aber Kobolde, Drachen und Theorien ausserhalb dessen.<br />
Diese Interpretation des Gödelschen Unvollständigkeitsatz kenn ich noch nicht, ich kenne eher folgende: Nicht alles in der Mathematik kann bewiesen werden! Der Beweis geht über die Cantorsche Mengentheorie und einer Abbildung von einer abzählbar unendlichen Menge zu einer nicht-abzählbar unendlichen Menge. <br />
<br />
[zum Impfen und zur Homöopathie]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Weil das eine manchen verdammt schadet und das andere manchen hilft. Nicht jeder Mensch spricht auf Medizin gleich an.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> In Homöopathie sind Spurenelemente eines Giftes enthalten, welche selbst in geringster Menge als Information für den Körper genutzt werden können und dem Körper helfen können, gegen eine bestimmte Krankheit vorzugehen. In wie weit das bei einem Individuum funktioniert, kommt darauf an, wie sensibel sein Körper ist.<br />
<br />
Das gleiche Prinzip ist das Impfen mit halbtoten Viren. Doch für einen Sensiblen Körper kann das ein heftiger Hammer und gefährlich sein, also gefährlicher als sich natürlich anzustecken und den Virus zu bekämpfen (was unter anderem auch an den anderen Bestandteilen des Impfstoffes liegen kann, mit denen der Körper gar nicht klar kommen kann)<br />
<br />
[Unterschiede zwischen Individuen mit unterschiedlichem Seelenglauben.]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Dann sei das so. Als vernünftiger Mensch würde ich mir aber beide Theorien (mit und ohne Seele) durchdenken.<br />
Würde ich an keine Seele glauben und kurz nach meinem Tod widerlegt, würde ich vermutlich in dem kurzen Moment der Freiheit (was weiter passiert) und im Affekt eine dumme Entscheidung treffen (nach dem Motto: Argl! Dann wünsche ich mir.....!) und damit vielleicht verstorbene Freunde und Familienmitglieder sehr traurig machen, weil denen was an mir liegt. (diese Gefahr besteht für jemanden, der an eine Seele glaubt nämlich nicht, denn wenn der stirbt und es keine Seele gibt, issa halt Tod^^)<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank: </span>Nope, ein rein logisches Argument, was einfach nur auf den unterschiedlichen Zeitlinien der beiden Individuen beruht. Beide Individuen könnten sich irren, nur einer existiert mit seiner falschen Vermutung weiter. Und dann kommt es eben darauf an, wie man allgemein damit umgeht, wenn man sich geirrt hat und ihn wie weit man wütend darüber ist, dass es anders ist.<br />
Ich will dich weiss Gott nicht überzeugen, etwas anderes zu glauben. Wenn du recht hast, ist es halt so, wenn nicht, weisst du ab jetzt, das wütend darüber sein nicht unbedingt angebracht wäre.<br />
<br />
[Das "Warum der Physik" kann keiner erklären:]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> ... weil das Universum so aufgebaut ist.<br />
In jedem möglich wahren Universum muss Mathematik notwendig wahr sein. Gibt es weiterhin in diesem möglich wahren Universum eine Raumzeit und Massen, können die sich mathematisch verhalten, kommt halt auf das Universum an. Ist in unserem so und wir beschreiben die Interaktionen dieser Massen durch Kräfte. (Also der Grund, warum solche Kräfte existieren liegt daran, dass das Fundament dieser Kräfte Mathematik ist und etwas mit mathematischem Fundament in unserem Universum scheinbar die Möglichkeit hat, existent zu werden.)<br />
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[Der Gödelsche Unvollständigkeitssatz:]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank: </span>sei T eine abzählbar unendliche Menge, dann existiert eine Abbildung zu einer unabzählbar unendlichen Menge und T ist unvollständig bzw. widersprüchlich, im Widerspruch zur Annahme, es wäre ein widerspruchsfreies formales System.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Der Formale Beweis, dass nicht alles beweisbar ist, ist nicht trivial, und für einen Beweis gilt, dass etwas wahr bzw. falsch ist. Also, wenn ich beweise, dass etwas falsch ist, dann ist der Beweis richtig und damit kein Widerspruch in sich selbst. <br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Auch hier: Der Beweis ist wahr, d.h. nicht, dass beide Aussagen wahr sind. Für dich ist "die Existenz eines wahren Beweises" <=> "die bewiesene Aussage ist wahr". Das ist unsinn...<br />
Also nochmal: Es existiert ein Beweis für A, der sagt A ist wahr. Damit kann auch ein Beweis für nicht-A existieren, und der sagt, Nicht-A ist falsch.<br />
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[über das Beweisen mathematischer Aussagen:]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Beweist du, dass Aussage A wahr ist, dann beweist du auch, dass Aussage Nicht-A falsch ist.<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> A und nicht-A widersprechen sich, der Beweis von z.B. Nicht-A widerspricht hingegen nicht dem Beweis von A.<br />
[...]<br />
<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank: </span>Nenn es einfach das Leben, in dem Dinge passiert sind, welche so manch einer nicht als zu seiner Realität dazugehörend bezeichen würden.<br />
C'mon... tzzz<br />
<br />
Meine Frage, warum du "alles in meiner Philosophie ablehnst" wurde geklärt, du glaubst nicht an eine Seele. Die Frage, warum du versuchst, einem Indiviuum auszureden, an eine Seele zu glauben, musst du schon selbst für dich beantworten. Der Zeitaufwand, den ich für diesen Glauben brauche, ist: "Ich glaube an eine Seele" also fünf Wörter mal Lesezeit, mit Begründung "Bessa!" <br />
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<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Frank:</span> Ich teile die Einstellung und humanitären Werte von Angelina Jolie, der Schauspielerin. Mein Weltbild ist dahingehend klassifiziert, dass ich bei naturwissenschaftlichen Fragen versuche, die Dinge richtig zu verstehen und bei Diskussionen überprüfe, in wie weit ich mich irre oder den anderen darauf hinweisen, dass er etwas möglichweise falsch verstanden hat.<br />
Bei metaphysischen und philophischen Fragen kommt es mir vor allem um die Ethik des anderen an (wo ich bei dir keinerlei Gefahr sehe) und ich nutze aus verschiedenen Gründen das DSA3-Regelwerk dafür. Einerseits, weil es das schönste und geschlossenste Werk ist, das ich kennengelernt habe, andererseits, weil der Charakter von DSA als ein Spiel stets davon abrät, es einer naturwissenschaftlichen Realität gleichzusetzen (ein änlicher Grund könnte sich auch bei dir antreffen).<br />
Bei Diskussionen metaphysischer Natur höre ich mir die Meinung des anderen an, gehe vielleicht auf verschiedene Aspekte ein, aber lasse ihn grundlegend bei seiner Meinung. Die Feststellung, dass viele dieser Esoteriken im Grunde verworren und widersprüchlich sind und sich auf obskure Vorstellungen des Philosophiebegründers oder desjenigen, der sie für "absolut wahr" hält, stützen, teile ich mit dir. Aleister Crowley zeigt das auf ironische Weise in seiner Liber777, also der durch Menschen willkürlichen Gleichsetzung von zwei total unterschiedlichen Phänomen in dieser Welt, auf. Auch ist mir diese "Aura" (Zusammenfassung dessen, wie ein Mensch auf einen wirkt) dieser Esoteriker bekannt (also wattemässig, ihre Selbsteinschätzung von Offenheit, die aber im Kern stur ist, und ihre ab und an durchschimmernde Verneinung wissenschaftlicher Tatsachen, die darauf beruhen, dass sie etwas fiktionales bzw mögliches einer wissenschaftlichen Tatsache gleichsetzen).<br />
<br />
Individuuen mit radikalen Überzeugungswünschen gibt es auf beiden Seiten, aber, um zurück zur Seele zu kommen, ein radikaler Islamist, der glaubt ein Einkaufszentrum in die Luft jagen zu müssen, ist wohl gefährlicher und grausamer als einer, der versucht, das im Grossen und Ganzen zu verhindern, indem er die Seele absolut bestreitet und weiterhin bemüht ist, solche irren Menschen die Augen für die reale Welt zu öffnen.<br />
Da ich nicht weiss, ob eine Seele existiert oder nicht, ich aber daran glaube, und nicht möchte, dass, falls sie existiert, die von mir überzeugten Individuen kurz nach ihrem Tod eine Art "Schock" erleben und deshalb im Affekt dummes tun, hab ich mir die Philosophie des Karfunkels überlegt bzw. nach meiner Lösung der Rätsel von Crowley und Kiesow übernommen, die aber im Grunde das gleiche Ziel verfolgt wie die eines radiklen Seelenleugners, also "hört auf, grundlos Einkaufshäuser in die Luft zu jagen und zu glauben, es wäre auch noch mit einer Art Seelenheil verbunden!"<br />
<br />
Soviel über mich... <img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/aegypten_smilies_0003.gif" alt="Aegypten_smilies_0003" title="Aegypten_smilies_0003" class="smilie smilie_103" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Urknall - Existenz und Gnosis (Erkenntnisprozess)]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=318</link>
			<pubDate>Thu, 20 May 2021 09:28:25 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=1">Eik</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=318</guid>
			<description><![CDATA[Hier mal der Auszug als eigenes Thema!<br />
<br />
      <!-- /* Font Definitions */ @font-face {font-family:"Cambria Math"; panose-1:2 4 5 3 5 4 6 3 2 4; mso-font-charset:0; mso-generic-font-family:roman; mso-font-pitch:variable; mso-font-signature:3 0 0 0 1 0;} @font-face {font-family:Calibri; panose-1:2 15 5 2 2 2 4 3 2 4; mso-font-charset:0; mso-generic-font-family<img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/confused.png" alt="Confused" title="Confused" class="smilie smilie_13" />wiss; mso-font-pitch:variable; mso-font-signature:-469750017 -1073732485 9 0 511 0;} /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal {mso-style-unhide:no; mso-style-qformat:yes; mso-style-parent:""; margin-top:0cm; margin-right:0cm; margin-bottom:8.0pt; margin-left:0cm; line-height:107%; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-fareast-font-family:Calibri; mso-fareast-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;} .MsoChpDefault {mso-style-type:export-only; mso-default-props:yes; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-fareast-font-family:Calibri; mso-fareast-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;} .MsoPapDefault {mso-style-type:export-only; margin-bottom:8.0pt; line-height:107%;} @page WordSection1 {size:612.0pt 792.0pt; margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; mso-header-margin:36.0pt; mso-footer-margin:36.0pt; mso-paper-source:0;} div.WordSection1 {page:WordSection1;} --> ****"Wie hat man sich das konkret vorzustellen, wenn es NICHT aus dem Nichts kommt" Gar nicht? Denn wenn vorher "nichts" war, dann gibts auch nix zu berichten, somit eben nichts". Wobei du es hier wieder mal fertig bringst, am Punkt vorbeizuinterpretieren. Das "nicht mehr" bezieht sich recht eindeutig auf bspw "die Strings". DIE wären dann der Anfang, davor wäre dann eben "nicht mehr".<br />
 <br />
 <br />
Also vorher war Nichts, aber das was dann kam, kam nicht aus dem Nichts, aber es gab einen Anlass, der selbst keine Ursache hatte, wenn ich Dich richtig verstanden habe. Und das leitet sich aus den bestehenden Theorien über die Entstehung des Universums ab, aber besonders deutlich aus der Stringtheorie, weil da war sogar ein Anlass da, das Aufeinander treffen zweier vibrierenden Strings. Und das ganze theoretische Konstrukt ist realistischer als die Annahme einer Ursache?<br />
 <br />
 <br />
****"der ich ohnehin skeptisch gegenüber stehe" Warum eigentlich wundert mich das nicht? Hawking war einer der (wenn nicht der) bedeutendsten Physiker unserer Zeit. Aber seine Gedanken, seine Überlegungen sind "Blödsinn" (überspitzt), während deine voll korrekt sind?***<br />
 <br />
 <br />
Hier spielt Dir schon wieder Deine Fantasie einen Streich - es taucht ein anscheinend "bestätigendes Bild" in Dir auf, aka "Warum eigentlich wundert mich das nicht". <br />
Die Stringtheorie ist zudem eine Sammlung eng verwandter hypothetischer physikalischer Modelle, die anstelle der Beschreibung von Elementarteilchen in den gewohnten Modellen der Quantenfeldtheorie als punktförmige Teilchen in der Raum-Zeit sogenannte Strings als fundamentale Objekte mit eindimensionaler räumlicher Ausdehnung verwenden. In Erweiterungen der Stringtheorie werden auch höherdimensionale Objekte betrachtet. Stringtheorien wurden in den 1960er Jahren zur Beschreibung der starken Wechselwirkung (Quantenchromodynamik) eingeführt. Ursprünglich war die Entdeckung der Strings eine Formel von Gabriele Veneziano aus dem Jahre 1968, also keine Idee von Hawking. Fast zwei Monate nach seinem Tod erscheint Stephen Hawkings letzte wissenschaftliche Arbeit. Mit einem belgischen Kollegen hat er eine neue Theorie des Urknalls entwickelt, die die Fachwelt auf den Kopf stellte. Alle vorherigen Aussagen von ihm bezogen sich jedoch auf das heutige Standartmodell. Hawking und Hertog weisen die Idee eines Multiversums nun zurück zugunsten einer deutlich einfacheren Vorstellung vom Kosmos, die auch experimentell überprüfbar sein soll. Dabei verwenden sie die Stringtheorie als Grundlage. Diese nimmt an, die kleinsten Teile des Universums seien kleine schwingende Saiten, die die Physik der Quanten einerseits mit der Physik der Einstein'schen Gravitation andererseits verbinden.<br />
 <br />
Die beiden Forscher nutzen diese Stringtheorie, um Zeit als eine Art Hologramm zu beschreiben. Bei einem Hologramm lässt sich dreidimensionaler Raum als Projektion auf eine zweidimensionale Fläche darstellen. Hawking und Hertog nutzen dieses Konzept für die Zeit. Ihnen zufolge gibt es am Ende der Inflation des Universums nach dem Urknall eine Art Oberfläche, die aber erst durch unsere Vorstellungen von Zeit ihre Gültigkeit bekommt.<br />
Anders als die Theoretiker des Multiversums sagen Hawking und Hertog, nach dieser Grenze der Zeit gebe es keine unendliche Ausdehnung mehr. Das Universum habe damit genau die einfachen Strukturen, die im Prinzip auch mit Hilfe der Astronomie beobachtbar sind.<br />
Hawking hat also kurz vor seinem Tode eine neue Theorie entwickelt, wobei er davor das (theoretische) Multiversum vertrat. Dieser letzten Theorie stehen nun viele Wissenschaftler, unter anderem auch Dr. Gaßner (s. Video) skeptisch gegenüber. Weil ich nun diese Skepsis teile, was eher etwas mit den Ausführungen von Gaßner zu tun hat, als mit Hawking, folgerst Du:<br />
 <br />
****Aber seine Gedanken (Hawkings), seine Überlegungen sind "Blödsinn" (überspitzt), während deine voll korrekt sind?****<br />
 <br />
Zum einen, habe ich keine eigene Theorie über die Entstehung des Universums, woher auch, bin kein Physiker und zum anderen halte ich Hawkings Überlegungen nicht für Blödsinn, sondern teile lediglich, die Skepsis von Gaßner, auf Grund seiner Ausführungen. Und zum Dritten widersprechen meine eigenen Überlegungen weder dem Standartmodell noch der neuen Theorie von Hawking, denn für meine Frage nach einer Ursache aller existenten Phänomene ist die Art und Weise der Entstehung des Universums und der damit verbundenen Theorien und Überlegungen keine Bedingung. Es ist für mich lediglich sehr interessant diese ganzen Überlegungen und Theorien mit Interesse zu verfolgen. <br />
 <br />
 <br />
****"nicht ich, ich führe den Gedanken lediglich fort, mehr nicht."<br />
Allerdings in die falsche Richtung.****<br />
 <br />
 <br />
Welche wäre das denn und was meint "falsch"?<br />
 <br />
 <br />
****"So lange (auch gedanklich) etwas da ist, ist es auch legitim, nach dem Warum zu fragen."<br />
Nur das es dieses Warum im Falle der Strings eben NICHT geben würde. Was du wissen würdest, hättest du dich damit etwas auseinandergesetzt. Denn die Strings WÄREN "der Anfang".****<br />
 <br />
 <br />
Ich habe zwar verstanden was Du meinst "Strings" als "Anfang", aber Du nicht meine Frage, nämlich nach dem Ursprung der Strings, der erklärt sich aus dem Modell nicht, sie werden einfach als existent angenommen.<br />
 <br />
 <br />
***"Natürlich kannst Du sagen: "Stopp, bis hier her und nicht weiter, ist sinnlos", ohne Frage, Deine Entscheidung." Nicht das ausgerechnet DU das verhindern könntest.***<br />
 <br />
 <br />
Du hast den Grund des Satzes nicht verstanden, sondern ihn für Dich anscheinend als Provokativ uminterpretiert, ich WILL gar nichts verhindern noch bezwecken, sondern sage nur okay, dann ist das eben so!<br />
 <br />
***"Sie müssen sehr wohl, die Moleküle, denn die physikalischen Gesetze zwingen sie dazu" Ich halte jede Wette, dass Gassner ein "müssen" i.S.v. "Ich will das so" nicht sagte, denn es sind eben die physikalischen Gesetze die sie dazu "zwingen", die Umstände. Und nur so am Rande: EXAKT das hatte ich bereits geschrieben. Es sind die Bedingungen die "zwingen", da ist kein Platz mehr für ein "müssen", sie können einfach nicht anders.****<br />
 <br />
 <br />
Gaßner beschreibt es sogar explizit im Video und spricht von Entscheidung, der Anlass dafür sind die Gesetze, aber es geht genau darum, dass sich die Moleküle entscheiden müssen, er erklärt sogar, warum und das es immer zu irgendeinem nicht vorhersagbaren Zeitpunkt geschieht. <br />
 <br />
***"Gravitation ist der Grund für die Existenz von Sternen" Nein, bzw nicht nur. Ohne Masse keine Sterne, ohne Gravitation ebenfalls keine. Es braucht Masse UND Gravitation damit daraus was wird, sie bedingen einander. Damit ist weder das eine noch das andere "Ursache", nur zusammen ergibt sich was "sinnvolles" draus. Du kannst nochsoviel Gravitation haben, in einem "leeren" (also wirklich nix drin) Universum zieht die exakt gar nix an. Dito andersrum: Ein Universum voll mit Masse, aber ohne Gravitation. (jaja, beides nur Denkgebäude) Auch da gibts keine Sterne.****<br />
 <br />
 <br />
Es gibt nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft, keine Gravitation ohne Masse, beides hängt unmittelbar zusammen.<br />
 <br />
****Sowie die unzähligen Zwischenstufen: Zu wenig Gravitation, zu wenig Masse, zuviel Abstand zwischen den Teilchen, etc pp. Selbst "richtige Masse" und "richtige" Gravitation führen nicht zwangsweise zu einem Stern, denn wenn(!) die Masse absolut gleichförmig verteilt ist (von jedem Atom ist es exakt gleich weit zum nächsten, exakt an der Grenze vor der "Zugbewegung"), kann die Gravitation nix anziehen.****<br />
 <br />
 <br />
Also zunächst ist Gravitation eine Konstante, sie kann nicht kleiner oder größer sein, eine Änderung dieser Konstante würde die Existenz des Universums wie wir es kennen in Frag stellen, es hängt also nur vom Abstand der Teilchen voneinander ab. Die gleichförmige Verteilung war der Ausgangspunkt im Universum, man hat viele Theorien darüber, was zu einem Ungleichgewicht und damit zur Zusammenballung führte. Man geht zurzeit sogar davon aus, dass vor den Sternen diese Zusammenballung zu den supermassiven schwarzen Löchern führte und erst dann die Sternenbildung begann. Die entscheidende und Zielführende Kraft dabei war und ist aber nun mal die Gravitation. <br />
 <br />
****Dazu kommt noch folgendes: Fliehkraft. Ohne die würde die Gravitation nämlich alles nur anziehen, alles strebte dem gemeinsamen Mittelpunkt zu, faktisch "schwarze Löcher".****<br />
 <br />
 <br />
Wie auch offenbar geschehen, die Fliehkraft kommt erst durch Rotation der Materie ins Spiel und entwickelt sich aus der Bewegung der Teilchen zu einem Massezentrum hin, ist also auch eine mittelbare Folge der Gravitation.<br />
 <br />
*****Es braucht also drei Komponenten für einen Stern:<br />
Masse, Gravitation und Fliehkraft. Diese bedingen einander und sind voneinander abhängig.Wenn überhaupt von einer "Ursache" geredet werden kann, dann maximal dass die Umstände diese waren. Die "richtige Gravitation" im "richtigen" Verhältnis zur "richtigen" Masse mit der "richtigen" Fliehkraft. Ein zuviel oder zu wenig von nur einem einzigen davon macht einen Stern unmöglich.****<br />
 <br />
 <br />
Masse und Gravitation bedingen einander, ohne Masse keine Gravitation, nach Einstein ist die Gravitation die Wirkung von Masse auf das Raumzeitgefüge und die Rotation eine Folge davon und davon die Fliehkraft eine Folge. Die Wechselwirkung Masse - Raumzeitgefüge ist wie gesagt eine Konstante die Gravitation, was das "richtige" Verhältnis ergibt, eine Abweichung mach das Universum so wie es ist unmöglich. <br />
 <br />
****Damit wäre deine "Ursache" für zumindest Sterne und Planeten gefunden. Es ist das "Zusammenspiel" der drei Komponenten.****<br />
 <br />
 <br />
Eigentlich nur zwei, Masse und Gravitation(skonstante), die Fliehkraft ergibt sich nur daraus. Die Ursache für Sterne wäre dann allerdings in letzter Konsequenz Masse und Raumzeit, Masse, die eine "Eindellung" im Raumzeitgefüge erzeugt und damit Gravitation.<br />
 <br />
***" jetzt bist Du grade auf dem Weg die Anlässe auf ihre Ursachen zu untersuchen." wir zwei reden echt unterschiedliches Deutsch hier in diesem Thread. BTW: Du kommst schon wieder schulmeisterlich rein, aber lassen wir das besser beiseite, offensichtlich kannst du nicht anders.***<br />
 <br />
 <br />
Ich hab keine Ahnung was an einen solchen Austausch schulmeisterlich sein sollte, Du schreibst was Du denkst und ich, was ich denke und Du hattest zu Ursachen von Anlässen Deine Gedanken aufgeschrieben, was ich lediglich zur Kenntnis nahm.<br />
 <br />
 <br />
***Hier die Indizien für "dein Gottesbild" (welches du ja angeblich nicht hast):<br />
- du glaubst an "Geist"/"Seele" - exakt wie ein Gläubiger Deine Erkenntnis, du selbst nanntest es so, ist, wie diesem Abschnitt zu entnehmen, dass "Mensch" einen Geist, eine Seele hat.  ***<br />
 <br />
Nein, ich sage auf Grund meiner Erfahrungen mit der Realität, das zwei unterschiedliche Qualitäten existieren, jegliche Form von Erscheinungen (Materie - Energie, verschiedene Kräfte und Wechselwirkungen etc) und etwas, was diese Erscheinungen wahrnimmt. Einmal auf einer rein physikalisch - chemisch - biologischen Ebene, rein funktionell und sich entwickelnd und einmal aus einer Ebene der komplexen Widerspiegelung der Erscheinungen von unbewusst bis hin zu ganz dessen bewusst). Daraus ergibt sich auch meine Frage nach der Ursache der Erscheinungen. Das bedarf aber nicht eines Glaubens an etwas imaginäres. <br />
 <br />
 <br />
 <br />
****Dein Profilbild lässt zwar erkennen dass du alt bist, aber dass du auch noch vergesslich bist zeigt es nicht.***<br />
 <br />
Das ist reine Polemik und zudem noch im Fakt falsch. <br />
 <br />
***Somit habe ich bewiesen, das hier zitierte war ja lediglich, mehr oder weniger, der Schlusspunkt dazu und mein Posting hier ist eh schon lang genug.***<br />
 <br />
 <br />
Okay, es ist Deine subjektive Form von Beweisführung weniger aus dem von mir Gesagtem, eher aus Dienen Schlussfolgerungen daraus. <br />
 <br />
 <br />
 <br />
 <br />
 <br />
***"die Gnosis genuin eben nicht hat, null Vorstellung, von Usache oder gar Ursprung, " Du raffst es echt nicht, kann das? Die Annahme dass es einen "Ursprung für alles" gegeben haben MUSS ist bereits eine Vorstellung. Keine konkrete, keine bildliche, aber eben eine Vorstellung, ein "davor ist doch noch etwas, ich muss nur lang genug suchen dann find ich das auch". Nada, null, niente, keine Vorstellung wäre: NICHTS. Gar nix. Nicht mal ein "Anfang". ALLES darüber hinaus ist erstmal(!) eine Vorstellung.******<br />
 <br />
Kann sich der Mensch "Nichts" vorstellen? Definieren ja, aber selbst das erzeugt eine Vorstellung von Nichts, die es aber gar nicht geben dürfte. Nichts ist Nichts und erzeugt auch nichts. Diese Ansicht wäre eine agnostische Ansicht und stellt zudem jegliche Existenz in Frage, was spräche dagegen? Vielleicht ja unsere Existenz selbst? <br />
 <br />
Es gibt die Definition von Vorstellung:<br />
Eine Vorstellung oder Imagination ist ein Bewusstseins­inhalt, der in verschiedenen Zusammenhängen vorkommen kann vergangenheitsbezogen als „innerliche“ Imitation ehemals realer Wahrnehmungen, also als Erinnerungen. Diese sind meist visueller oder bildhafter Art und können dabei auch zeitlich strukturiert sein, wenn man sie etwa dem tatsächlichen Erleben analog wie vor einem „inneren Auge“ ablaufen lässt ; in verschiedenem Ausmaß können sie aber auch andere sinnliche Qualitäten aufweisen, während abstrakte Gedanken oder Ideen demgegenüber sprachlich oder als geometrische Figuren u. Ä. vorgestellt werden. zukunftsbezogen als Erwartung oder Befürchtung. Beispielsweise kann man gedanklich Situationen, die einem wichtig sind oder die sich kritisch bis bedrohlich entwickeln könnten, simulieren oder durchspielen. Insbesondere sind Planspiele derartige Simulationen ebenso wie einfache „Gedankenspiele“. In konkreter Anwendung als Mentales Training werden auf diese Weise im Sport komplexe Bewegungsabläufe antizipiert. ohne zeitlichen oder anderen Bezug zur Realität als abstrakte Idee, ein Begriff, der, abgeleitet vom griechischen Ursprungswort eidos für Bild, eine bildhafte Vorstellung meint.<br />
 <br />
Davon wäre die Vorstellung von "Nichts" aber auch meine von "Etwas" bestenfalls als nackte abstrakte Vorstellung ohne Bild und Konstrukt zu sehen, wenn Du denn auf Vorstellung beharrst und beide "Nichts" und "Etwas" sind in dieser Hinsicht gleichwertig, oder besser gleichwertig unvorstellbar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Hier mal der Auszug als eigenes Thema!<br />
<br />
      <!-- /* Font Definitions */ @font-face {font-family:"Cambria Math"; panose-1:2 4 5 3 5 4 6 3 2 4; mso-font-charset:0; mso-generic-font-family:roman; mso-font-pitch:variable; mso-font-signature:3 0 0 0 1 0;} @font-face {font-family:Calibri; panose-1:2 15 5 2 2 2 4 3 2 4; mso-font-charset:0; mso-generic-font-family<img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/confused.png" alt="Confused" title="Confused" class="smilie smilie_13" />wiss; mso-font-pitch:variable; mso-font-signature:-469750017 -1073732485 9 0 511 0;} /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal {mso-style-unhide:no; mso-style-qformat:yes; mso-style-parent:""; margin-top:0cm; margin-right:0cm; margin-bottom:8.0pt; margin-left:0cm; line-height:107%; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-fareast-font-family:Calibri; mso-fareast-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;} .MsoChpDefault {mso-style-type:export-only; mso-default-props:yes; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-fareast-font-family:Calibri; mso-fareast-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;} .MsoPapDefault {mso-style-type:export-only; margin-bottom:8.0pt; line-height:107%;} @page WordSection1 {size:612.0pt 792.0pt; margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; mso-header-margin:36.0pt; mso-footer-margin:36.0pt; mso-paper-source:0;} div.WordSection1 {page:WordSection1;} --> ****"Wie hat man sich das konkret vorzustellen, wenn es NICHT aus dem Nichts kommt" Gar nicht? Denn wenn vorher "nichts" war, dann gibts auch nix zu berichten, somit eben nichts". Wobei du es hier wieder mal fertig bringst, am Punkt vorbeizuinterpretieren. Das "nicht mehr" bezieht sich recht eindeutig auf bspw "die Strings". DIE wären dann der Anfang, davor wäre dann eben "nicht mehr".<br />
 <br />
 <br />
Also vorher war Nichts, aber das was dann kam, kam nicht aus dem Nichts, aber es gab einen Anlass, der selbst keine Ursache hatte, wenn ich Dich richtig verstanden habe. Und das leitet sich aus den bestehenden Theorien über die Entstehung des Universums ab, aber besonders deutlich aus der Stringtheorie, weil da war sogar ein Anlass da, das Aufeinander treffen zweier vibrierenden Strings. Und das ganze theoretische Konstrukt ist realistischer als die Annahme einer Ursache?<br />
 <br />
 <br />
****"der ich ohnehin skeptisch gegenüber stehe" Warum eigentlich wundert mich das nicht? Hawking war einer der (wenn nicht der) bedeutendsten Physiker unserer Zeit. Aber seine Gedanken, seine Überlegungen sind "Blödsinn" (überspitzt), während deine voll korrekt sind?***<br />
 <br />
 <br />
Hier spielt Dir schon wieder Deine Fantasie einen Streich - es taucht ein anscheinend "bestätigendes Bild" in Dir auf, aka "Warum eigentlich wundert mich das nicht". <br />
Die Stringtheorie ist zudem eine Sammlung eng verwandter hypothetischer physikalischer Modelle, die anstelle der Beschreibung von Elementarteilchen in den gewohnten Modellen der Quantenfeldtheorie als punktförmige Teilchen in der Raum-Zeit sogenannte Strings als fundamentale Objekte mit eindimensionaler räumlicher Ausdehnung verwenden. In Erweiterungen der Stringtheorie werden auch höherdimensionale Objekte betrachtet. Stringtheorien wurden in den 1960er Jahren zur Beschreibung der starken Wechselwirkung (Quantenchromodynamik) eingeführt. Ursprünglich war die Entdeckung der Strings eine Formel von Gabriele Veneziano aus dem Jahre 1968, also keine Idee von Hawking. Fast zwei Monate nach seinem Tod erscheint Stephen Hawkings letzte wissenschaftliche Arbeit. Mit einem belgischen Kollegen hat er eine neue Theorie des Urknalls entwickelt, die die Fachwelt auf den Kopf stellte. Alle vorherigen Aussagen von ihm bezogen sich jedoch auf das heutige Standartmodell. Hawking und Hertog weisen die Idee eines Multiversums nun zurück zugunsten einer deutlich einfacheren Vorstellung vom Kosmos, die auch experimentell überprüfbar sein soll. Dabei verwenden sie die Stringtheorie als Grundlage. Diese nimmt an, die kleinsten Teile des Universums seien kleine schwingende Saiten, die die Physik der Quanten einerseits mit der Physik der Einstein'schen Gravitation andererseits verbinden.<br />
 <br />
Die beiden Forscher nutzen diese Stringtheorie, um Zeit als eine Art Hologramm zu beschreiben. Bei einem Hologramm lässt sich dreidimensionaler Raum als Projektion auf eine zweidimensionale Fläche darstellen. Hawking und Hertog nutzen dieses Konzept für die Zeit. Ihnen zufolge gibt es am Ende der Inflation des Universums nach dem Urknall eine Art Oberfläche, die aber erst durch unsere Vorstellungen von Zeit ihre Gültigkeit bekommt.<br />
Anders als die Theoretiker des Multiversums sagen Hawking und Hertog, nach dieser Grenze der Zeit gebe es keine unendliche Ausdehnung mehr. Das Universum habe damit genau die einfachen Strukturen, die im Prinzip auch mit Hilfe der Astronomie beobachtbar sind.<br />
Hawking hat also kurz vor seinem Tode eine neue Theorie entwickelt, wobei er davor das (theoretische) Multiversum vertrat. Dieser letzten Theorie stehen nun viele Wissenschaftler, unter anderem auch Dr. Gaßner (s. Video) skeptisch gegenüber. Weil ich nun diese Skepsis teile, was eher etwas mit den Ausführungen von Gaßner zu tun hat, als mit Hawking, folgerst Du:<br />
 <br />
****Aber seine Gedanken (Hawkings), seine Überlegungen sind "Blödsinn" (überspitzt), während deine voll korrekt sind?****<br />
 <br />
Zum einen, habe ich keine eigene Theorie über die Entstehung des Universums, woher auch, bin kein Physiker und zum anderen halte ich Hawkings Überlegungen nicht für Blödsinn, sondern teile lediglich, die Skepsis von Gaßner, auf Grund seiner Ausführungen. Und zum Dritten widersprechen meine eigenen Überlegungen weder dem Standartmodell noch der neuen Theorie von Hawking, denn für meine Frage nach einer Ursache aller existenten Phänomene ist die Art und Weise der Entstehung des Universums und der damit verbundenen Theorien und Überlegungen keine Bedingung. Es ist für mich lediglich sehr interessant diese ganzen Überlegungen und Theorien mit Interesse zu verfolgen. <br />
 <br />
 <br />
****"nicht ich, ich führe den Gedanken lediglich fort, mehr nicht."<br />
Allerdings in die falsche Richtung.****<br />
 <br />
 <br />
Welche wäre das denn und was meint "falsch"?<br />
 <br />
 <br />
****"So lange (auch gedanklich) etwas da ist, ist es auch legitim, nach dem Warum zu fragen."<br />
Nur das es dieses Warum im Falle der Strings eben NICHT geben würde. Was du wissen würdest, hättest du dich damit etwas auseinandergesetzt. Denn die Strings WÄREN "der Anfang".****<br />
 <br />
 <br />
Ich habe zwar verstanden was Du meinst "Strings" als "Anfang", aber Du nicht meine Frage, nämlich nach dem Ursprung der Strings, der erklärt sich aus dem Modell nicht, sie werden einfach als existent angenommen.<br />
 <br />
 <br />
***"Natürlich kannst Du sagen: "Stopp, bis hier her und nicht weiter, ist sinnlos", ohne Frage, Deine Entscheidung." Nicht das ausgerechnet DU das verhindern könntest.***<br />
 <br />
 <br />
Du hast den Grund des Satzes nicht verstanden, sondern ihn für Dich anscheinend als Provokativ uminterpretiert, ich WILL gar nichts verhindern noch bezwecken, sondern sage nur okay, dann ist das eben so!<br />
 <br />
***"Sie müssen sehr wohl, die Moleküle, denn die physikalischen Gesetze zwingen sie dazu" Ich halte jede Wette, dass Gassner ein "müssen" i.S.v. "Ich will das so" nicht sagte, denn es sind eben die physikalischen Gesetze die sie dazu "zwingen", die Umstände. Und nur so am Rande: EXAKT das hatte ich bereits geschrieben. Es sind die Bedingungen die "zwingen", da ist kein Platz mehr für ein "müssen", sie können einfach nicht anders.****<br />
 <br />
 <br />
Gaßner beschreibt es sogar explizit im Video und spricht von Entscheidung, der Anlass dafür sind die Gesetze, aber es geht genau darum, dass sich die Moleküle entscheiden müssen, er erklärt sogar, warum und das es immer zu irgendeinem nicht vorhersagbaren Zeitpunkt geschieht. <br />
 <br />
***"Gravitation ist der Grund für die Existenz von Sternen" Nein, bzw nicht nur. Ohne Masse keine Sterne, ohne Gravitation ebenfalls keine. Es braucht Masse UND Gravitation damit daraus was wird, sie bedingen einander. Damit ist weder das eine noch das andere "Ursache", nur zusammen ergibt sich was "sinnvolles" draus. Du kannst nochsoviel Gravitation haben, in einem "leeren" (also wirklich nix drin) Universum zieht die exakt gar nix an. Dito andersrum: Ein Universum voll mit Masse, aber ohne Gravitation. (jaja, beides nur Denkgebäude) Auch da gibts keine Sterne.****<br />
 <br />
 <br />
Es gibt nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft, keine Gravitation ohne Masse, beides hängt unmittelbar zusammen.<br />
 <br />
****Sowie die unzähligen Zwischenstufen: Zu wenig Gravitation, zu wenig Masse, zuviel Abstand zwischen den Teilchen, etc pp. Selbst "richtige Masse" und "richtige" Gravitation führen nicht zwangsweise zu einem Stern, denn wenn(!) die Masse absolut gleichförmig verteilt ist (von jedem Atom ist es exakt gleich weit zum nächsten, exakt an der Grenze vor der "Zugbewegung"), kann die Gravitation nix anziehen.****<br />
 <br />
 <br />
Also zunächst ist Gravitation eine Konstante, sie kann nicht kleiner oder größer sein, eine Änderung dieser Konstante würde die Existenz des Universums wie wir es kennen in Frag stellen, es hängt also nur vom Abstand der Teilchen voneinander ab. Die gleichförmige Verteilung war der Ausgangspunkt im Universum, man hat viele Theorien darüber, was zu einem Ungleichgewicht und damit zur Zusammenballung führte. Man geht zurzeit sogar davon aus, dass vor den Sternen diese Zusammenballung zu den supermassiven schwarzen Löchern führte und erst dann die Sternenbildung begann. Die entscheidende und Zielführende Kraft dabei war und ist aber nun mal die Gravitation. <br />
 <br />
****Dazu kommt noch folgendes: Fliehkraft. Ohne die würde die Gravitation nämlich alles nur anziehen, alles strebte dem gemeinsamen Mittelpunkt zu, faktisch "schwarze Löcher".****<br />
 <br />
 <br />
Wie auch offenbar geschehen, die Fliehkraft kommt erst durch Rotation der Materie ins Spiel und entwickelt sich aus der Bewegung der Teilchen zu einem Massezentrum hin, ist also auch eine mittelbare Folge der Gravitation.<br />
 <br />
*****Es braucht also drei Komponenten für einen Stern:<br />
Masse, Gravitation und Fliehkraft. Diese bedingen einander und sind voneinander abhängig.Wenn überhaupt von einer "Ursache" geredet werden kann, dann maximal dass die Umstände diese waren. Die "richtige Gravitation" im "richtigen" Verhältnis zur "richtigen" Masse mit der "richtigen" Fliehkraft. Ein zuviel oder zu wenig von nur einem einzigen davon macht einen Stern unmöglich.****<br />
 <br />
 <br />
Masse und Gravitation bedingen einander, ohne Masse keine Gravitation, nach Einstein ist die Gravitation die Wirkung von Masse auf das Raumzeitgefüge und die Rotation eine Folge davon und davon die Fliehkraft eine Folge. Die Wechselwirkung Masse - Raumzeitgefüge ist wie gesagt eine Konstante die Gravitation, was das "richtige" Verhältnis ergibt, eine Abweichung mach das Universum so wie es ist unmöglich. <br />
 <br />
****Damit wäre deine "Ursache" für zumindest Sterne und Planeten gefunden. Es ist das "Zusammenspiel" der drei Komponenten.****<br />
 <br />
 <br />
Eigentlich nur zwei, Masse und Gravitation(skonstante), die Fliehkraft ergibt sich nur daraus. Die Ursache für Sterne wäre dann allerdings in letzter Konsequenz Masse und Raumzeit, Masse, die eine "Eindellung" im Raumzeitgefüge erzeugt und damit Gravitation.<br />
 <br />
***" jetzt bist Du grade auf dem Weg die Anlässe auf ihre Ursachen zu untersuchen." wir zwei reden echt unterschiedliches Deutsch hier in diesem Thread. BTW: Du kommst schon wieder schulmeisterlich rein, aber lassen wir das besser beiseite, offensichtlich kannst du nicht anders.***<br />
 <br />
 <br />
Ich hab keine Ahnung was an einen solchen Austausch schulmeisterlich sein sollte, Du schreibst was Du denkst und ich, was ich denke und Du hattest zu Ursachen von Anlässen Deine Gedanken aufgeschrieben, was ich lediglich zur Kenntnis nahm.<br />
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 <br />
***Hier die Indizien für "dein Gottesbild" (welches du ja angeblich nicht hast):<br />
- du glaubst an "Geist"/"Seele" - exakt wie ein Gläubiger Deine Erkenntnis, du selbst nanntest es so, ist, wie diesem Abschnitt zu entnehmen, dass "Mensch" einen Geist, eine Seele hat.  ***<br />
 <br />
Nein, ich sage auf Grund meiner Erfahrungen mit der Realität, das zwei unterschiedliche Qualitäten existieren, jegliche Form von Erscheinungen (Materie - Energie, verschiedene Kräfte und Wechselwirkungen etc) und etwas, was diese Erscheinungen wahrnimmt. Einmal auf einer rein physikalisch - chemisch - biologischen Ebene, rein funktionell und sich entwickelnd und einmal aus einer Ebene der komplexen Widerspiegelung der Erscheinungen von unbewusst bis hin zu ganz dessen bewusst). Daraus ergibt sich auch meine Frage nach der Ursache der Erscheinungen. Das bedarf aber nicht eines Glaubens an etwas imaginäres. <br />
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****Dein Profilbild lässt zwar erkennen dass du alt bist, aber dass du auch noch vergesslich bist zeigt es nicht.***<br />
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Das ist reine Polemik und zudem noch im Fakt falsch. <br />
 <br />
***Somit habe ich bewiesen, das hier zitierte war ja lediglich, mehr oder weniger, der Schlusspunkt dazu und mein Posting hier ist eh schon lang genug.***<br />
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Okay, es ist Deine subjektive Form von Beweisführung weniger aus dem von mir Gesagtem, eher aus Dienen Schlussfolgerungen daraus. <br />
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***"die Gnosis genuin eben nicht hat, null Vorstellung, von Usache oder gar Ursprung, " Du raffst es echt nicht, kann das? Die Annahme dass es einen "Ursprung für alles" gegeben haben MUSS ist bereits eine Vorstellung. Keine konkrete, keine bildliche, aber eben eine Vorstellung, ein "davor ist doch noch etwas, ich muss nur lang genug suchen dann find ich das auch". Nada, null, niente, keine Vorstellung wäre: NICHTS. Gar nix. Nicht mal ein "Anfang". ALLES darüber hinaus ist erstmal(!) eine Vorstellung.******<br />
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Kann sich der Mensch "Nichts" vorstellen? Definieren ja, aber selbst das erzeugt eine Vorstellung von Nichts, die es aber gar nicht geben dürfte. Nichts ist Nichts und erzeugt auch nichts. Diese Ansicht wäre eine agnostische Ansicht und stellt zudem jegliche Existenz in Frage, was spräche dagegen? Vielleicht ja unsere Existenz selbst? <br />
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Es gibt die Definition von Vorstellung:<br />
Eine Vorstellung oder Imagination ist ein Bewusstseins­inhalt, der in verschiedenen Zusammenhängen vorkommen kann vergangenheitsbezogen als „innerliche“ Imitation ehemals realer Wahrnehmungen, also als Erinnerungen. Diese sind meist visueller oder bildhafter Art und können dabei auch zeitlich strukturiert sein, wenn man sie etwa dem tatsächlichen Erleben analog wie vor einem „inneren Auge“ ablaufen lässt ; in verschiedenem Ausmaß können sie aber auch andere sinnliche Qualitäten aufweisen, während abstrakte Gedanken oder Ideen demgegenüber sprachlich oder als geometrische Figuren u. Ä. vorgestellt werden. zukunftsbezogen als Erwartung oder Befürchtung. Beispielsweise kann man gedanklich Situationen, die einem wichtig sind oder die sich kritisch bis bedrohlich entwickeln könnten, simulieren oder durchspielen. Insbesondere sind Planspiele derartige Simulationen ebenso wie einfache „Gedankenspiele“. In konkreter Anwendung als Mentales Training werden auf diese Weise im Sport komplexe Bewegungsabläufe antizipiert. ohne zeitlichen oder anderen Bezug zur Realität als abstrakte Idee, ein Begriff, der, abgeleitet vom griechischen Ursprungswort eidos für Bild, eine bildhafte Vorstellung meint.<br />
 <br />
Davon wäre die Vorstellung von "Nichts" aber auch meine von "Etwas" bestenfalls als nackte abstrakte Vorstellung ohne Bild und Konstrukt zu sehen, wenn Du denn auf Vorstellung beharrst und beide "Nichts" und "Etwas" sind in dieser Hinsicht gleichwertig, oder besser gleichwertig unvorstellbar.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Aus Facebook - Gespräche mit einem Atheisten]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=314</link>
			<pubDate>Sun, 16 May 2021 19:16:08 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=1">Eik</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=314</guid>
			<description><![CDATA[In einer Facebook Gruppe "Diskussionen zwischen Christen und Atheisten" entwickelte sich folgende Diskussion. <br />
<br />
***Kommentare*** in Sternchen von meinem Gegenüber nennen wir ihn Achim, alles andere meine  Antworten auf diese:<br />
<br />
***Menschen die mehr vermuten als da ist. Unabhängig ob die nun nach "Gott", "Allah", "JHWE", Thor, Odin, Ra, Baal oder nach dem "kosmischen Ding hinter dem Vorhang" suchen.***<br />
 <br />
Dann schreib Deine Vermutung auch hin, auch wenn Du es offenbar nicht begreifen kannst oder willst, dass ich so etwas:<br />
1. nicht vermute<br />
2. nicht meine<br />
3. keine Ahnung habe welchen "Vorhang" Du meinst, der da (wo?) wäre. <br />
 <br />
***Doch sogar reichlich. Denn du stellst dir etwas vor, findest das "schön" und suchst nun nach Wegen, dies zu beweisen oder wenigstens "zu erkennen".***<br />
 <br />
Nein, ich stelle mir weder etwas vor, noch ist es schön noch versuche ich es zu beweisen, ich rede davon, dass jeder das Potential hat danach zu suchen, mehr nicht und auch nicht weniger.<br />
 <br />
***Objektivität bemisst sich nicht daran wie DU etwas siehst,****<br />
 <br />
 <br />
Oder Du, oder irgendein anderer Mensch. <br />
 <br />
 <br />
*** sondern lediglich mit der Tatsache das es so ist wie es ist. Für jeden und zu jeder Zeit. ALLES darüber hinaus ist "Wunschdenken" und reine Annahme.***<br />
 <br />
Sehe ich nicht anders. <br />
 <br />
****Exakt. Nur wer behauptet dass dein Autor da Tatsachen widerspiegelt? Die Fachkollegen sind da durch die Bank weg offensichtlich anderer Meinung, womit es wiederum eine rein subjektive Meinung ist. Sie haben es so übersetzt, er hat es anders übersetzt. Der einzige(!) der behauptet das er nu Recht hat bist DU.****<br />
 <br />
 <br />
Du kannst darüber weiter spekulieren und es geht auch nicht um Übersetzungen, ich weiß nicht einmal ob Du überhaupt in der Lage wärest die Inhalte zu beurteilen, da ich deine Kenntnisse auf den Gebieten nicht kenne. Aber solange Du nicht weißt, worum es geht, kannst Du Romane drüber verfassen was Du dazu meinst, das har die gleiche Evidenz wie Esoterik oder Verschwörungstheorien.<br />
 <br />
***Weil du immer wieder denselben Kardinalfehler begehst: Du unterstellst Absicht, Plan, Wollen. Strippst du all das weg, was bleibt übrig? Exakt, ein sich selbst erzeugtes Universum indem alle Dinge auf theoretischen (wissenschaftliche Definition) Gesetzmäßigkeiten beruhen und vollkommen allein passieren.***<br />
 <br />
 <br />
So ist es eben nicht wie Du Dir das vorstellst, das ich es meinen würde und etwas, was sich aus sich selbst heraus erzeugt ist vom Ansatz her gleichwertig zu einem Erzeugen durch einen Erzeuger/Verursacher. Dieses "Etwas" muss, um zu erzeugen auch keinen Plan haben. Dafür ist jede Vorstellung eines Erzeugers/Verursachers, da System immanent immer falsch, aber zumindest absolut unvollständig. <br />
 <br />
 <br />
***Also mehr oder weniger das was die Naturwissenschaften bereits jetzt beweisen können.*** <br />
 <br />
 <br />
Naturwissenschaften sammeln Indizien und die sind in eingebunden in Vorstellungen von Selbsterzeugend oder Erzeugt, was der von mir erwähnten System Immanenz entspricht, die wir nicht verlassen können, zumindest sind die meisten Menschen davon überzeugt und es gibt keinen Hinweis aus der Wissenschaft, das dies möglich wäre.<br />
 <br />
***Was dir und den deinen irgendwie und aus irgendeinem Grund zu wenig zu sein scheint, weswegen ihr nach dem "Ding hinter dem Vorhang" sucht.***<br />
 <br />
Das ist Dein Grundirrtum, zumindest was mich betrifft.<br />
****DAS ist der Denkfehler deiner Gnosis, ihr sucht nach Dingen die ihr unterstellt statt bei dem zu bleiben was bekannt ist und von da aus zum Ergebnis zu kommen.***<br />
 <br />
Das ist Dein Grundirrtum über Gnosis, den Du nicht bereit bist in Frage zu stellen.<br />
 <br />
 <br />
***Ihr seid so "besessen" von dem "Ding dahinter" dass ihr einfach nicht wahrhaben wollt, dass da nichts ist (denn diese Aussage lehnst du ja kategorisch ab), dass all das lediglich passierte weil es möglich war und nicht weil es gewollt war.***<br />
 <br />
 <br />
Und das ist dann die abstruse Schlussfolgerung die (auch für mich nachvollziehbar) aus diesem Grundirrtum entspringt. <br />
 <br />
**Nimmst du Plan, Absicht, Wollen weg, bleibt nichts übrig was irgendwie "höher" sein könnte.***<br />
 <br />
 <br />
Du kommst von diesem "Bild" nicht weg und Du hast da eine seltsame Vorstellung von "höher", es gibt kein "höher" und es geht genuin nicht um Planung, Absicht und Wollen, sondern um so etwas wie eine Evolution des Geistes (oder wie immer man es bezeichnen sollte/möchte/wollte. <br />
 <br />
 <br />
****Und vollends absurd wird es, Achtung Annahme, wenn wir von einem Multiversum ausgehen, wo also Universum neben Universum entsteht wie Seifenblasen in einer Schüssel. Dann macht eine wie auch immer geartete "schöpferische Kraft" überhaupt keinen Sinn mehr, denn warum sollte so eine "Kraft" etwas erschaffen, was, rein theoretisch, sofort wieder zerfällt (instabile Universen)? Welchen Sinn machte ein Universum mit so verdrehten "Naturgesetzen", dass Leben darin überhaupt nicht möglich ist?***<br />
 <br />
 <br />
Ja genau da ist Dir Deine Vorstellung einer "absichtsvollen Schöpfung" im Wege, dann ergäbe es sicher keinen Sinn. <br />
 <br />
****Diese besagt, in kürzester Form, dass es "das Universum" schon immer gegeben hat. Dieses Universum bläht sich auf, dehnt sich, "wächst". Bis zum "Big Rip", also dem Auseinanderdriften der einzelnen Atome. Um dann, eine Maßeinheit höher, von vorne anzufangen. Also von mm zu cm zu dm, zu m, zu km, etc pp (rein als Vergleich).<br />
D.h. der "Big Rip" des vorherigen ist der "Big Bang" des nächsten.***<br />
 <br />
Auch diese Ansicht ist mir bekannt, ändert aber im Grunde nichts daran, dass eine solche Abfolge von einem immer "höher" wachsenden Universum ebenfalls eine Ursache haben kann, wenn nicht sogar muss. Es wäre dann nur ein immerwährender Prozess. Ähnlich ist das auch mit den anderen Thesen, oder dem zyklischen Universum.<br />
 <br />
***Es gibt also reichlich Thesen die vollkommen ohne einen "schöpferischen Akt" auskommen, womit deine "schöpferische Kraft" sinnfrei wäre.***<br />
 <br />
Abgesehen von der Vorstellung einer Schöpfung, die es sicher in der Form, wie sie sich an ein "Glaubensbild" anlehnt und die ich auch nicht für realistisch halte, geht es in der Gnosis/ägyptischen Philosophie (=Ursprung der Gnosis) um die Ursache jeglicher Prozesse und darum diese Ursache zu erkennen. Nicht darum sich etwas vorzustellen oder gar Wunschdenken. <br />
 <br />
 <br />
***D.h. je mehr wir erfahren desto sinnfreier wird die Annahme einer wie auch immer gearteten "schöpferischen Kraft" und desto sinniger wird die Annahme "passierte halt". Kein Grund, keine Absicht, kein Plan, kein Wollen, sondern einfach nur "ist halt da".***<br />
 <br />
Das ist ja grundsätzlich richtig, nur in einem anderen Kontext.<br />
 <br />
***Na dann hast du sicherlich, und gegen deine eigene Behauptung, einen Beweis für deine angenommene "schöpferische Kraft" die du hinter all dem hier sehen magst.***<br />
 <br />
 <br />
Nein, auch wenn es für jeden möglich ist, das zu erkennen, ist es dennoch eine Erkenntnis, die man erlagen muss, aber dann ist sie auch für jeden gleichermaßen identisch. <br />
 <br />
 <br />
***Oder kommst du hier wieder mit "Nichts was ich dir vorlegen könnte, würdest du als Beweis akzeptieren"? Das wäre dein ultimatives Eingeständnis dass "deins" auf reiner Fantasie und auf subjektivem Eindruck basiert. Denn einen Beweis(!) werde ich garantiert nicht ablehnen.***<br />
 <br />
Weder noch, man kann eine Erkenntnis nicht Jemanden vorlegen oder zeigen und ihr Wahrheitsgehalt erweist sich nicht an der Vorstellung von Etwas, denn an der absoluten Übereinstimmung dieser Erkenntnis für jeden gleichermaßen, auch wenn die Menschen dahin auf völlig unterschiedlichen Wegen kommen, die nicht vergleichbar sind oder wären, das Ergebnis ist immer dasselbe. <br />
 <br />
****"und bisher ist mir nichts begegnet was dem nicht entspräche oder gar widerspräche." Ich halte jede Wette das dem bereits so war, du dies allerdings verdrängt hast. Ja das ist reine Vermutung, basiert aber auf einer Erkenntnis meinerseits: Mensch ist ein Weltmeister im Verdrängen von Dingen die ihm nicht gefallen.***<br />
 <br />
Gerade darauf ist Gnosis spezialisiert, das Verdrängen gerade von unbequemen Tatsachen zu unterbinden. <br />
 <br />
Teil 2 <br />
 <br />
***"3. keine Ahnung habe welchen "Vorhang" Du meinst, der da (wo?) wäre." Das mit den Sprichwörtern übst du besser nochmal. Es ist echt erstaunlich wie wenig du Sprichwörter erkennst. Oder erkennen willst, wenn es dir gerade in den Kram passt. Machst du dich eigentlich gerade selbst dümmer als du bist?***<br />
 <br />
Du weißt nur nicht, warum ich danach frage, weil sich dabei zeigt, wie sinnentleert manche dieser Floskeln sind. <br />
***Ich kann ja ne Menge Spaß ab, aber wenn ich das Gefühl bekomme verarscht zu werden, dann werd ich bockig.***<br />
 <br />
Ich weiß nicht wo das Empfinden herkommt, aber das ist gewiss nicht meine Absicht. <br />
***"ich rede davon, dass jeder das Potential hat danach zu suchen," Nach etwas suchen was nicht da ist? Warum?***<br />
 <br />
Solange man (oder Du) sich da etwas vorstellt, ist es auch nicht da. Man findet nie was man sucht, was aber nicht bedeutet, dass man nichts findet. <br />
 <br />
***Auch hier demonstrierst du wieder deinen Denkfehler: Du vermutest das mehr ist als vorhanden ist. Warum nach etwas suchen wofür es überhaupt keinen Grund gibt?***<br />
 <br />
 <br />
Der Denkfehler liegt genau bei Dir, denn es ist nie "mehr als da ist" und suchen heißt nicht vermuten, auch nicht glauben.<br />
 <br />
 <br />
***ICH halte mich an Objektivität, an Zahlen, Fakten, Beweise. Ich vermute nicht "mehr" als das was da ist. Wenn ICH sage "Es ist so", dann hab ich auch Fakten an meiner Seite. Ansonsten bemühe ich Worte wie "vermutlich" oder "eventuell". Womit, sofern man im Deutschunterricht nicht geschlafen hat, deutlich erkennbar ist dass es sich nicht um Tatsachen und Fakten, sondern um Vermutungen und Eventualitäten handelt.***<br />
 <br />
 <br />
Jeder Wissenschaftler vermutet zunächst etwas, bevor er sich dem Beweis zuwendet und er muss mitunter auch etwas vermuten, von dem er gar nicht weiß, ob es da ist, aber er ersinnt auch Methoden danach zu suchen, auch wenn er nicht weiß ob und in welcher Form dann das Ergebnis darstellbar ist. In meiner Jugend zum Beispiel erntete man von vielen Wissenschaftlern Hohn, Spott oder zumindest ein vielsagendes Lächeln, wenn man sich über "schwarze Löcher" Gedanken machte, es war ein mathematisches Konstrukt und eine Singularität, ist für den menschlichen Verstand direkt nicht zu erfassen. Heute ist es eine Tatsache, aber darstellen oder gedanklich direkt begreifen kann man es dennoch nicht, Beschreiben, umschreiben, berechnen ja, das geht, aber versuch Dir mal eine Singularität direkt vorzustellen. Ein schwarzes Loch, stellt auch eine Grenze im erkennbaren, messbaren Universum dar, den am Ereignishorizont hört auch die Zeit auf zu existieren, rein gedanklich, könnte über diese Grenze nicht mal etwas fallen (weil Zeit stillsteht), aber dennoch ist dem so. es gibt Grenzen für die Wissenschaft, auch wenn diese immer wieder überwunden werden, erfordert es dennoch Annahmen über diese Grenzen hinaus.<br />
 <br />
 <br />
****"und es geht genuin nicht um Planung, Absicht und Wollen, sondern um so etwas wie eine Evolution des Geistes" Wer mit Worten wie "Geist" um sich wirft, unterstellt automatisch, Plan, Absicht, Wollen. Ob er es will oder nicht.***<br />
 <br />
 <br />
Man kann sich natürlich an der Begrifflichkeit auch „aufhängen“, nur weil es für die Ursache aller Prozesse keinen Begriff gibt. Warum Geist/Sein/ oder gar Bewusstsein? Weil die Ursachen damit in irgendeinem Kontext steht und weniger mit den Strukturen. Aber das ist nur eine Richtung einer eventuellen Suche danach, man könnte auch ganz pragmatisch meinen, dass wir nur die Grenzen des Universums verlassen müssten, so wir das könnten und die Grenzen des Universums (was Anfang und Ende hat - soweit heute bekannt) ist man gerade dabei wissenschaftlich zu erforschen. <br />
 <br />
***"(oder wie immer man es bezeichnen sollte/möchte/wollte." Wie wäre es mit "gar nichts"? Kein Grund, kein Wollen, keine Absicht, sondern einfach nur "ging, also passierte es"? "War möglich, also funktionierte es"? Oder halt (bei einem Multiversum) "war lediglich eine von vielen Milliarden Möglichkeiten"?****<br />
 <br />
Das ist ja sogar eine Annahme, die im gewissen Masse zutreffend ist, aber sie ist eben nicht vollständig, auch wenn sie ständig vollständiger wird. <br />
 <br />
***WARUM hältst du dies für so unmöglich dass du die bloße Aussage dessen schlichtweg ablehnst (was du tust, denn genau das sage ich ja)?***<br />
 <br />
Wie sollte ich und warum das für unmöglich halten, wenn es doch ein Baustein des Puzzles Realität IST?<br />
 <br />
***Warum reicht dir das nicht?***<br />
 <br />
Weil ich es für unvollständig halte.<br />
 <br />
****"was sich aus sich selbst heraus erzeugt ist vom Ansatz her gleichwertig zu einem Erzeugen durch einen Erzeuger/Verursacher." Nein eben nicht. Was "einfach so passiert" hat NICHTS mit einem "will das es passiert" zu tun.***<br />
 <br />
Ein Stern verursacht Strahlung, will er das? Nein, muss er auch nicht, dafür gibt es Naturgesetze, die Verursachen u.a. auch das Universum, wer verursacht die Naturgesetze? Es gibt bislang nichts erforschtes, was einfach passiert. Die Ursache fürs Universum (trifft die Urknall Theorie zu) ist die Quantenfluktuation, wer oder was verursachte diese? Hier (und später vielleicht an einer anderen Stelle, wenn man eine Ursache dafür gefunden hat), da sagst Du stets, es passiert, weil es passieren kann. Es muss keiner wollen oder es muss gar nicht gewollt sein, was passiert oder passieren kann. Deshalb sprach ich auch von einer Evolution des "Seins" oder "der Existenz".<br />
 <br />
 <br />
****Wenn etwas mit einer Chance von 1:100000000 passiert, dann ist das sehr unwahrscheinlich und kilometerweit von "musste" entfernt.****<br />
 <br />
 <br />
Gilt auch fürs existente Universum. <br />
 <br />
***Und ein "Erzeuger" (was btw ein "Gottesbild" ist, nur so am Rande) steht immer für ein "müssen", für ein "wollen".****<br />
 <br />
"Müssen und Wollen oder Planen" ist ein Bild aus dem menschlichen Bewusstsein heraus, so etwas kann wohl kaum die Ursache aller Prozesse sein, das sagen diese Prozesse schon selbst über sich aus.<br />
 <br />
****"Dieses "Etwas" muss, um zu erzeugen auch keinen Plan haben." Doch, denn ansonsten gäbe es ja keinen GRUND (den du annimmst, denn danach suchst du ja). Wir reden hier ja nicht von einem Blitz oder einem Ast der herunterfällt, sondern von einem Universum welches "Leben" erzeugen kann.****<br />
 <br />
Es gibt keinen Grund für die Existenz, es wäre sinnlos danach zu suchen.<br />
 <br />
***DU selbst schreibst von "Suche nach dem Grund", aber ich irre??****<br />
 <br />
Ja, nach dem Grunde aller existenten (ob bekannt oder nicht) Prozesse. <br />
 <br />
 <br />
****DU selbst schreibst es etwas weiter unten sehr deutlich: "dass eine solche Abfolge von einem immer "höher" wachsenden Universum ebenfalls eine Ursache haben kann, wenn nicht sogar muss."<br />
Aber ich irre?***<br />
 <br />
 <br />
Nein.<br />
 <br />
 <br />
****Ursache ist etwas anderes als Auslöser. Dass das Universum einen Auslöser hatte ist unbestreitbar, aber dieser Auslöser muss nicht zwangsweise einen Grund gehabt haben. Und wenn er keinen Grund hatte (wonach es eben aussieht), dann braucht es auch keine "Kraft", kein "Wollen".****<br />
 <br />
 <br />
Super, da kommst Du der Sache schon näher.<br />
 <br />
 <br />
 <br />
Teil 3<br />
 <br />
****Und wenn(!) dieses "höherwachsende" Universum schon immer war (was die Kernaussage hinter der Penrose-These ist), dann hat es keinen Anfang, keine Ursache, nicht mal einen Auslöser. Es war halt einfach "schon immer". Womit deine Idee vollkommen ins Leere geht. Es wird einfach nur immer "größer" und wechselt lediglich das Bezugssystem. Dein mm ist der vorherige km, ums mal plakativ zu bringen.****<br />
 <br />
 <br />
Existenz hat auch keinen Anfang oder Ende, durchläuft aber immer Prozesse, die zu einer Art Evolution führen. Durch die fehlende Zeitbegrenzung ist immer gleichzeitig alles da und alles abwesend. <br />
 <br />
 <br />
***"Das ist Dein Grundirrtum über Gnosis, den Du nicht bereit bist in Frage zu stellen." Schlicht weil du NICHTS lieferst, was mich dazu bringt diesen Ansatz zu überdenken.***<br />
 <br />
 <br />
Ich bin auch kein Lieferant, es reicht, wenn ich Dir sagen kann, wo Du Dir darüber Klarheit verschaffen könntest.  <br />
 <br />
 <br />
***Du eierst um einen völligen Irrweg rum, suchst nach einem Grund wo es keinen braucht, verwechselst munter Grund und Auslöser***<br />
 <br />
Nein tue ich eben nicht, mir ist völlig klar, dass ein Auslöser zwar ein Grund haben kann, aber nicht muss, aber eine Ursache hat er dennoch.<br />
 <br />
 <br />
 ***und hältst dich darüber hinaus auch noch für so "erleuchtet", dass du meinst, hier schulmeisterlich auftreten zu können.***<br />
 <br />
 <br />
Also eins tue ich mit Sicherheit nicht, mich für "erleuchtet" zu halten, das ist esoterischer Quark. Und ich schreibe so, wie ich es empfinde, mein Anliegen ist nicht als "Schulmeisterei" gedacht, wenn Du es so empfindest, kann ich erst einmal nichts dazu sagen, es sei denn Du nennst konkret ein Beispiel, wo ich so wirke.<br />
 <br />
 <br />
***Du hast weder Recht noch DAS Recht, mich irgendwie belehren zu dürfen, denn weder fragte ich danach noch wünsche ich von dir belehrt zu werden. ***<br />
 <br />
 <br />
Ich käme nicht mal im Entferntesten auf die Idee Dich zu belehren oder zu behaupten ich hätte Recht, nur weil ich schreibe, was ich denke und das auch nur auf Deine Bitte hin meine Behauptungen zu begründen resp. zu belegen.<br />
 <br />
 <br />
***Alles was ich von dir erwarte ist ein BEWEIS für deine Aussagen, nicht mehr, nicht weniger.****<br />
 <br />
 <br />
Nochmal, es gibt 2 belegbare Aussagen von mir zur Gnosis und zur Quellenforschung in der Ägyptologie, zu beiden habe ich Dich auf die Belege/Beweise hingewiesen und sie Dir verlinkt.<br />
Was Geist oder Existenz anbetrifft, kann ich dazu nur meine Meinung sagen, wie ich zu dieser Annahme komme und warum mir Deine Argumente dazu alle bisher vertraut waren, aber kein Widerspruch zu meiner Annahme darstellen.<br />
 <br />
 <br />
****Was du nicht tust, nicht tun willst oder nicht kannst. Stattdessen verlierst du dich in Unterstellungen und Vermutungen, verzettelst dich in Nebenkriegsschauplätze.***<br />
 <br />
Welche da wären? Konkret zur Gnosis und Ägyptologie habe ich Dich auf die Nachweise verwiesen. <br />
 <br />
***Alles was ich will, alles was ich von dir erwarte ist ein "Deswegen nehme ich an, das dies oder jenes". Nicht ein "Gnosis bedeutet" oder "Gnosis will", sondern "Eik sieht das so weil".***<br />
 <br />
 <br />
Du erwartest nicht ernsthaft, dass ich hier die Beweisführung des Buches (2 Bände) darlege, weil mich diese nun mal überzeugt hat, aber dazu musste ich sie auch lesen, bzw. mich mit dem Autor über das Thema unterhalten, mich damit ernsthaft auseinandersetzen, weil vieles nicht in meine "gewohntes Bild der Welt" davor passte und das nicht nur ein paar Stunden, nein das waren Gespräche und Erfahrungen über Jahre. <br />
 <br />
***Und an der "Front" sieht es arg duster aus.****<br />
 <br />
Ich weiß nicht warum Du das immer wieder behauptest, obwohl ich mit Fakten dagegen halte, das "Finster" ist nicht mein Duster. <br />
 <br />
****Warte, extra für dich mal in ganz einfach:<br />
WARUM nimmst du an dass es einen Grund für das Universum braucht?<br />
WARUM muss es diesen Grund geben?****<br />
 <br />
Siehe Oben, ich rede von Ursache, Du hast es noch selbst das Wort "Anlass" hinzugefügt. <br />
 <br />
****Und WARUM sollte es eine Absicht für dieses Universum geben?<br />
WELCHE Absicht könnte das sein?****<br />
 <br />
 <br />
Grundsätzlich brauch es keine Absicht für ein Universum, hätte dieses Universum konkret eine Absicht innewohnend, wäre es vielleicht genau das, nämlich das gesamte Phänomen Existenz zu erfassen und es könnte unzählige davor gegeben haben mit einem "ähnlichen Anliegen" und es könnte noch viele danach geben.<br />
 <br />
Ich stelle mal eine Antwort hin, die dir sicherlich nicht gefallen wird und die du kilometerweit (für dich) wegschieben wirst:<br />
 <br />
****Es gibt einen Grund, weil du "Mensch" bist und einfach nicht anders kannst als einen "Grund" anzunehmen. Denn "Mensch" braucht einfach einen "Grund", eine "Ursache" für etwas, was er nicht erklären kann. Und wenn er keinen erkennen kann, dann fantasiert er sich einen zusammen, basierend auf dem was er kennt. Was in direkter Linie zu "Vulkan-Göttern", "Meeres-Göttern", etc führt. Oder eben zu einem "absichtsvollen Erschaffen" eines Universums durch einen "Erschaffer" (den du zwar annimmst, weil "Grund und so", aber irgendwie trotzdem negierst, weil "kein Gottesbild" und so).Denn es muss ja einen Grund geben, denn ICH (Mensch) würde es ja nur dann machen wenn ich einen "Grund" dafür habe. Du denkst also "menschzentriert", schlicht weil du nicht anders kannst.****<br />
 <br />
Wie wir alle und andere auf ihren Ursprung zentriert, wenn es andere Zivilisationen gibt. <br />
Das ist gar nicht so verkehrt gedacht, und wenn es so ist, wie ich annehme, dann wäre es auch nur folgerichtig, dass dieses Universum so etwas wie Menschen mit eben diesen Eigenschaften und Bedürfnissen hervorbringt (alle anderen angenommenen Zivilisationen im Universum eingeschlossen) um hinter das Phänomen der Existenz zu kommen, anders würde es gar nicht funktionieren. Und ja, das fängt mit ganz einfachen Vorstellungen an und dauert sicher lange bis man aus dem Konzept der Vorstellung herausgewachsen ist. <br />
 <br />
***Keine Sorge, ich tu mich auch schwer, diesen Standpunkt zu verlassen (gelingt mir auch nicht immer), aber zumindest habe ich akzeptiert, dass gewisse Dinge einfach passieren können. Ohne "Grund", ohne "Absicht", ohne "Wollen", ein einfaches "ist möglich also geht es".***<br />
 <br />
Dagegen ist ja auch absolut nichts einzuwenden, aber die Frage: "Warum ist es denn möglich?" Ist genauso legitim. <br />
 <br />
Teil 4<br />
 <br />
***"um die Ursache jeglicher Prozesse und darum diese Ursache zu erkennen" Okay, ihr könnt aufhören zu suchen, Hawking hats gefunden: Strings.<br />
Wäre die Ursache, sofern er Recht hat (wonach es aktuell aussieht).<br />
Ohne Strings gäbs nix.****<br />
 <br />
 <br />
Ich habe mich gerade auch deshalb meine seinen Ansichten befasst, er hat lediglich aufgezeigt wie Prozesse aus sich selbst heraus entstehen können, aber er hat auch keine Ursache dafür genannt. Die Stringtheorien sind ein komplexes Kapitel für sich, aber kein Nachweis von "Ursachenlosigkeit".<br />
 <br />
****Und werd dir bitte endlich mal einig wonach genau du suchst: Suchst du nu nach der Ursache oder nach dem Grund dafür? Das sind nämlich zwei grundverschiedene Dinge.****<br />
 <br />
 <br />
Das ist kein Widerspruch, die Ursache steht am Anfang oder "im Prozess" selbst, einen Grund für etwas, gibts immer nur dann, wenn sich Existenz grade mal ihrer selbst bewusst ist.<br />
 <br />
***Oder unterstellst du als nächstes den Strings Absicht und Ziel?***<br />
 <br />
So es denn welche gibt, haben sie weder Ziel noch Absicht.<br />
 <br />
****"man kann eine Erkenntnis nicht Jemanden vorlegen oder zeigen" Sicher kann man. Denn auf irgendwas muss sich diese "Erkenntnis" ja stützen. Und wenn es eine objektive Erkenntnis (also für alle gleich) ist, dann müsste ich, basierend auf deinen Stützen, ja zum selben Ergebnis kommen, oder?****<br />
 <br />
 <br />
Eine Erkenntnis unterscheidet sich vom reinen Wissen (was immer diesen Deinen Kriterien folgt), durch den Prozess und der ist für Jeden anders, aber das Ergebnis ist immer dasselbe, darauf kommt es letzten Endes an. <br />
 <br />
 <br />
****In dem Moment wo das NICHT der Fall ist, ist deine "Erkenntnis" exakt NULL wert, da subjektiv.****<br />
 <br />
 <br />
Subjektivität ist zunächst einmal kein Hinderungsgrund für Erkenntnis, hat aber den Nachteil des der Weg absolut in die Irre führen kann. Ohne ein objektives Ergebnis, ist rein subjektive Erkenntnis wenig zielführend, es sei denn Du triffst zufällig den richtigen Weg zum Ziel, was im Grunde ja die Selbsterkenntnis ist.<br />
 <br />
***"das Ergebnis ist immer dasselbe." Stellt sich die Frage warum DU dann unbedingt etwas anderes (mehr) erkennen willst als ich. Vor allem weil du etwas suchst, wofür es überhaupt keine Grundlage gibt.***<br />
 <br />
Jeder erkennt anders, dass "mehr oder weniger" ist eine reine Wertung. s ist doch völlig okay, wenn Du für Dich sagst, es gibt zum Suchen keine Grundlage, dann ist das für Dich ebenso, aber Du musst es schon hinnehmen wenn nicht jeder Mensch in dieser Beziehung so denkt.<br />
 <br />
***Dann hat sie, zumindest in deinem Fall, gnadenlos versagt. Denn du windest dich wie ein Aal darum, anzuerkennen dass das Universum einfach ist. Ohne Grund, ohne Absicht, ohne Ziel. Es ist einfach.****<br />
 <br />
Deine bildlichen Vergleiche sind erstaunlich, nicht nur weil ich gedanklich darauf gar nicht käme, es so wie beschrieben zu tun, sondern auch, weil Du einerseits mich fragst nach meinen "internen Wegweisern" und andererseits aber stets betonst, dass Du es eigentlich ja gar nicht wissen wollest. Ich habe kein Problem mit einem grundlosen Universum, aber Du sagst, Du hättest einen mit einem Universum, welches einen Grund hätte, weil alle Prozesse darauf hindeuten, dass sie aus sich selbst heraus laufen, bestenfalls einen Anlass hätten, aber eben da sind, weil es möglich ist. Nichts was ich denke widersprich einer dieser Möglichkeiten. <br />
 <br />
 <br />
***Anstatt das zu akzeptieren schreitest du Pfau-mäßig umher und vermutest einen "Grund".****<br />
 <br />
 <br />
Wieder ein schönes Bild und etwas Polemik, weil es offenbar in Dir zu solchen Bildern führt, wenn ich dazu etwas schreibe. Warum, weißt nur Du.<br />
 <br />
****Was machst du eigentlich wenn dieser "Grund" darin bestand dass sich lediglich 2 Strings versehentlich berührt haben? Akzeptierst du es dann oder würdest du nach dem "Grund" für dieses versehentliche Berühren suchen?****<br />
 <br />
Warum nicht und was wäre, dann die Ursache für Strings? Ist es nicht logisch, gäbe es sie, dass sich irgendwann 2 berühren?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[In einer Facebook Gruppe "Diskussionen zwischen Christen und Atheisten" entwickelte sich folgende Diskussion. <br />
<br />
***Kommentare*** in Sternchen von meinem Gegenüber nennen wir ihn Achim, alles andere meine  Antworten auf diese:<br />
<br />
***Menschen die mehr vermuten als da ist. Unabhängig ob die nun nach "Gott", "Allah", "JHWE", Thor, Odin, Ra, Baal oder nach dem "kosmischen Ding hinter dem Vorhang" suchen.***<br />
 <br />
Dann schreib Deine Vermutung auch hin, auch wenn Du es offenbar nicht begreifen kannst oder willst, dass ich so etwas:<br />
1. nicht vermute<br />
2. nicht meine<br />
3. keine Ahnung habe welchen "Vorhang" Du meinst, der da (wo?) wäre. <br />
 <br />
***Doch sogar reichlich. Denn du stellst dir etwas vor, findest das "schön" und suchst nun nach Wegen, dies zu beweisen oder wenigstens "zu erkennen".***<br />
 <br />
Nein, ich stelle mir weder etwas vor, noch ist es schön noch versuche ich es zu beweisen, ich rede davon, dass jeder das Potential hat danach zu suchen, mehr nicht und auch nicht weniger.<br />
 <br />
***Objektivität bemisst sich nicht daran wie DU etwas siehst,****<br />
 <br />
 <br />
Oder Du, oder irgendein anderer Mensch. <br />
 <br />
 <br />
*** sondern lediglich mit der Tatsache das es so ist wie es ist. Für jeden und zu jeder Zeit. ALLES darüber hinaus ist "Wunschdenken" und reine Annahme.***<br />
 <br />
Sehe ich nicht anders. <br />
 <br />
****Exakt. Nur wer behauptet dass dein Autor da Tatsachen widerspiegelt? Die Fachkollegen sind da durch die Bank weg offensichtlich anderer Meinung, womit es wiederum eine rein subjektive Meinung ist. Sie haben es so übersetzt, er hat es anders übersetzt. Der einzige(!) der behauptet das er nu Recht hat bist DU.****<br />
 <br />
 <br />
Du kannst darüber weiter spekulieren und es geht auch nicht um Übersetzungen, ich weiß nicht einmal ob Du überhaupt in der Lage wärest die Inhalte zu beurteilen, da ich deine Kenntnisse auf den Gebieten nicht kenne. Aber solange Du nicht weißt, worum es geht, kannst Du Romane drüber verfassen was Du dazu meinst, das har die gleiche Evidenz wie Esoterik oder Verschwörungstheorien.<br />
 <br />
***Weil du immer wieder denselben Kardinalfehler begehst: Du unterstellst Absicht, Plan, Wollen. Strippst du all das weg, was bleibt übrig? Exakt, ein sich selbst erzeugtes Universum indem alle Dinge auf theoretischen (wissenschaftliche Definition) Gesetzmäßigkeiten beruhen und vollkommen allein passieren.***<br />
 <br />
 <br />
So ist es eben nicht wie Du Dir das vorstellst, das ich es meinen würde und etwas, was sich aus sich selbst heraus erzeugt ist vom Ansatz her gleichwertig zu einem Erzeugen durch einen Erzeuger/Verursacher. Dieses "Etwas" muss, um zu erzeugen auch keinen Plan haben. Dafür ist jede Vorstellung eines Erzeugers/Verursachers, da System immanent immer falsch, aber zumindest absolut unvollständig. <br />
 <br />
 <br />
***Also mehr oder weniger das was die Naturwissenschaften bereits jetzt beweisen können.*** <br />
 <br />
 <br />
Naturwissenschaften sammeln Indizien und die sind in eingebunden in Vorstellungen von Selbsterzeugend oder Erzeugt, was der von mir erwähnten System Immanenz entspricht, die wir nicht verlassen können, zumindest sind die meisten Menschen davon überzeugt und es gibt keinen Hinweis aus der Wissenschaft, das dies möglich wäre.<br />
 <br />
***Was dir und den deinen irgendwie und aus irgendeinem Grund zu wenig zu sein scheint, weswegen ihr nach dem "Ding hinter dem Vorhang" sucht.***<br />
 <br />
Das ist Dein Grundirrtum, zumindest was mich betrifft.<br />
****DAS ist der Denkfehler deiner Gnosis, ihr sucht nach Dingen die ihr unterstellt statt bei dem zu bleiben was bekannt ist und von da aus zum Ergebnis zu kommen.***<br />
 <br />
Das ist Dein Grundirrtum über Gnosis, den Du nicht bereit bist in Frage zu stellen.<br />
 <br />
 <br />
***Ihr seid so "besessen" von dem "Ding dahinter" dass ihr einfach nicht wahrhaben wollt, dass da nichts ist (denn diese Aussage lehnst du ja kategorisch ab), dass all das lediglich passierte weil es möglich war und nicht weil es gewollt war.***<br />
 <br />
 <br />
Und das ist dann die abstruse Schlussfolgerung die (auch für mich nachvollziehbar) aus diesem Grundirrtum entspringt. <br />
 <br />
**Nimmst du Plan, Absicht, Wollen weg, bleibt nichts übrig was irgendwie "höher" sein könnte.***<br />
 <br />
 <br />
Du kommst von diesem "Bild" nicht weg und Du hast da eine seltsame Vorstellung von "höher", es gibt kein "höher" und es geht genuin nicht um Planung, Absicht und Wollen, sondern um so etwas wie eine Evolution des Geistes (oder wie immer man es bezeichnen sollte/möchte/wollte. <br />
 <br />
 <br />
****Und vollends absurd wird es, Achtung Annahme, wenn wir von einem Multiversum ausgehen, wo also Universum neben Universum entsteht wie Seifenblasen in einer Schüssel. Dann macht eine wie auch immer geartete "schöpferische Kraft" überhaupt keinen Sinn mehr, denn warum sollte so eine "Kraft" etwas erschaffen, was, rein theoretisch, sofort wieder zerfällt (instabile Universen)? Welchen Sinn machte ein Universum mit so verdrehten "Naturgesetzen", dass Leben darin überhaupt nicht möglich ist?***<br />
 <br />
 <br />
Ja genau da ist Dir Deine Vorstellung einer "absichtsvollen Schöpfung" im Wege, dann ergäbe es sicher keinen Sinn. <br />
 <br />
****Diese besagt, in kürzester Form, dass es "das Universum" schon immer gegeben hat. Dieses Universum bläht sich auf, dehnt sich, "wächst". Bis zum "Big Rip", also dem Auseinanderdriften der einzelnen Atome. Um dann, eine Maßeinheit höher, von vorne anzufangen. Also von mm zu cm zu dm, zu m, zu km, etc pp (rein als Vergleich).<br />
D.h. der "Big Rip" des vorherigen ist der "Big Bang" des nächsten.***<br />
 <br />
Auch diese Ansicht ist mir bekannt, ändert aber im Grunde nichts daran, dass eine solche Abfolge von einem immer "höher" wachsenden Universum ebenfalls eine Ursache haben kann, wenn nicht sogar muss. Es wäre dann nur ein immerwährender Prozess. Ähnlich ist das auch mit den anderen Thesen, oder dem zyklischen Universum.<br />
 <br />
***Es gibt also reichlich Thesen die vollkommen ohne einen "schöpferischen Akt" auskommen, womit deine "schöpferische Kraft" sinnfrei wäre.***<br />
 <br />
Abgesehen von der Vorstellung einer Schöpfung, die es sicher in der Form, wie sie sich an ein "Glaubensbild" anlehnt und die ich auch nicht für realistisch halte, geht es in der Gnosis/ägyptischen Philosophie (=Ursprung der Gnosis) um die Ursache jeglicher Prozesse und darum diese Ursache zu erkennen. Nicht darum sich etwas vorzustellen oder gar Wunschdenken. <br />
 <br />
 <br />
***D.h. je mehr wir erfahren desto sinnfreier wird die Annahme einer wie auch immer gearteten "schöpferischen Kraft" und desto sinniger wird die Annahme "passierte halt". Kein Grund, keine Absicht, kein Plan, kein Wollen, sondern einfach nur "ist halt da".***<br />
 <br />
Das ist ja grundsätzlich richtig, nur in einem anderen Kontext.<br />
 <br />
***Na dann hast du sicherlich, und gegen deine eigene Behauptung, einen Beweis für deine angenommene "schöpferische Kraft" die du hinter all dem hier sehen magst.***<br />
 <br />
 <br />
Nein, auch wenn es für jeden möglich ist, das zu erkennen, ist es dennoch eine Erkenntnis, die man erlagen muss, aber dann ist sie auch für jeden gleichermaßen identisch. <br />
 <br />
 <br />
***Oder kommst du hier wieder mit "Nichts was ich dir vorlegen könnte, würdest du als Beweis akzeptieren"? Das wäre dein ultimatives Eingeständnis dass "deins" auf reiner Fantasie und auf subjektivem Eindruck basiert. Denn einen Beweis(!) werde ich garantiert nicht ablehnen.***<br />
 <br />
Weder noch, man kann eine Erkenntnis nicht Jemanden vorlegen oder zeigen und ihr Wahrheitsgehalt erweist sich nicht an der Vorstellung von Etwas, denn an der absoluten Übereinstimmung dieser Erkenntnis für jeden gleichermaßen, auch wenn die Menschen dahin auf völlig unterschiedlichen Wegen kommen, die nicht vergleichbar sind oder wären, das Ergebnis ist immer dasselbe. <br />
 <br />
****"und bisher ist mir nichts begegnet was dem nicht entspräche oder gar widerspräche." Ich halte jede Wette das dem bereits so war, du dies allerdings verdrängt hast. Ja das ist reine Vermutung, basiert aber auf einer Erkenntnis meinerseits: Mensch ist ein Weltmeister im Verdrängen von Dingen die ihm nicht gefallen.***<br />
 <br />
Gerade darauf ist Gnosis spezialisiert, das Verdrängen gerade von unbequemen Tatsachen zu unterbinden. <br />
 <br />
Teil 2 <br />
 <br />
***"3. keine Ahnung habe welchen "Vorhang" Du meinst, der da (wo?) wäre." Das mit den Sprichwörtern übst du besser nochmal. Es ist echt erstaunlich wie wenig du Sprichwörter erkennst. Oder erkennen willst, wenn es dir gerade in den Kram passt. Machst du dich eigentlich gerade selbst dümmer als du bist?***<br />
 <br />
Du weißt nur nicht, warum ich danach frage, weil sich dabei zeigt, wie sinnentleert manche dieser Floskeln sind. <br />
***Ich kann ja ne Menge Spaß ab, aber wenn ich das Gefühl bekomme verarscht zu werden, dann werd ich bockig.***<br />
 <br />
Ich weiß nicht wo das Empfinden herkommt, aber das ist gewiss nicht meine Absicht. <br />
***"ich rede davon, dass jeder das Potential hat danach zu suchen," Nach etwas suchen was nicht da ist? Warum?***<br />
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Solange man (oder Du) sich da etwas vorstellt, ist es auch nicht da. Man findet nie was man sucht, was aber nicht bedeutet, dass man nichts findet. <br />
 <br />
***Auch hier demonstrierst du wieder deinen Denkfehler: Du vermutest das mehr ist als vorhanden ist. Warum nach etwas suchen wofür es überhaupt keinen Grund gibt?***<br />
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Der Denkfehler liegt genau bei Dir, denn es ist nie "mehr als da ist" und suchen heißt nicht vermuten, auch nicht glauben.<br />
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***ICH halte mich an Objektivität, an Zahlen, Fakten, Beweise. Ich vermute nicht "mehr" als das was da ist. Wenn ICH sage "Es ist so", dann hab ich auch Fakten an meiner Seite. Ansonsten bemühe ich Worte wie "vermutlich" oder "eventuell". Womit, sofern man im Deutschunterricht nicht geschlafen hat, deutlich erkennbar ist dass es sich nicht um Tatsachen und Fakten, sondern um Vermutungen und Eventualitäten handelt.***<br />
 <br />
 <br />
Jeder Wissenschaftler vermutet zunächst etwas, bevor er sich dem Beweis zuwendet und er muss mitunter auch etwas vermuten, von dem er gar nicht weiß, ob es da ist, aber er ersinnt auch Methoden danach zu suchen, auch wenn er nicht weiß ob und in welcher Form dann das Ergebnis darstellbar ist. In meiner Jugend zum Beispiel erntete man von vielen Wissenschaftlern Hohn, Spott oder zumindest ein vielsagendes Lächeln, wenn man sich über "schwarze Löcher" Gedanken machte, es war ein mathematisches Konstrukt und eine Singularität, ist für den menschlichen Verstand direkt nicht zu erfassen. Heute ist es eine Tatsache, aber darstellen oder gedanklich direkt begreifen kann man es dennoch nicht, Beschreiben, umschreiben, berechnen ja, das geht, aber versuch Dir mal eine Singularität direkt vorzustellen. Ein schwarzes Loch, stellt auch eine Grenze im erkennbaren, messbaren Universum dar, den am Ereignishorizont hört auch die Zeit auf zu existieren, rein gedanklich, könnte über diese Grenze nicht mal etwas fallen (weil Zeit stillsteht), aber dennoch ist dem so. es gibt Grenzen für die Wissenschaft, auch wenn diese immer wieder überwunden werden, erfordert es dennoch Annahmen über diese Grenzen hinaus.<br />
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****"und es geht genuin nicht um Planung, Absicht und Wollen, sondern um so etwas wie eine Evolution des Geistes" Wer mit Worten wie "Geist" um sich wirft, unterstellt automatisch, Plan, Absicht, Wollen. Ob er es will oder nicht.***<br />
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 <br />
Man kann sich natürlich an der Begrifflichkeit auch „aufhängen“, nur weil es für die Ursache aller Prozesse keinen Begriff gibt. Warum Geist/Sein/ oder gar Bewusstsein? Weil die Ursachen damit in irgendeinem Kontext steht und weniger mit den Strukturen. Aber das ist nur eine Richtung einer eventuellen Suche danach, man könnte auch ganz pragmatisch meinen, dass wir nur die Grenzen des Universums verlassen müssten, so wir das könnten und die Grenzen des Universums (was Anfang und Ende hat - soweit heute bekannt) ist man gerade dabei wissenschaftlich zu erforschen. <br />
 <br />
***"(oder wie immer man es bezeichnen sollte/möchte/wollte." Wie wäre es mit "gar nichts"? Kein Grund, kein Wollen, keine Absicht, sondern einfach nur "ging, also passierte es"? "War möglich, also funktionierte es"? Oder halt (bei einem Multiversum) "war lediglich eine von vielen Milliarden Möglichkeiten"?****<br />
 <br />
Das ist ja sogar eine Annahme, die im gewissen Masse zutreffend ist, aber sie ist eben nicht vollständig, auch wenn sie ständig vollständiger wird. <br />
 <br />
***WARUM hältst du dies für so unmöglich dass du die bloße Aussage dessen schlichtweg ablehnst (was du tust, denn genau das sage ich ja)?***<br />
 <br />
Wie sollte ich und warum das für unmöglich halten, wenn es doch ein Baustein des Puzzles Realität IST?<br />
 <br />
***Warum reicht dir das nicht?***<br />
 <br />
Weil ich es für unvollständig halte.<br />
 <br />
****"was sich aus sich selbst heraus erzeugt ist vom Ansatz her gleichwertig zu einem Erzeugen durch einen Erzeuger/Verursacher." Nein eben nicht. Was "einfach so passiert" hat NICHTS mit einem "will das es passiert" zu tun.***<br />
 <br />
Ein Stern verursacht Strahlung, will er das? Nein, muss er auch nicht, dafür gibt es Naturgesetze, die Verursachen u.a. auch das Universum, wer verursacht die Naturgesetze? Es gibt bislang nichts erforschtes, was einfach passiert. Die Ursache fürs Universum (trifft die Urknall Theorie zu) ist die Quantenfluktuation, wer oder was verursachte diese? Hier (und später vielleicht an einer anderen Stelle, wenn man eine Ursache dafür gefunden hat), da sagst Du stets, es passiert, weil es passieren kann. Es muss keiner wollen oder es muss gar nicht gewollt sein, was passiert oder passieren kann. Deshalb sprach ich auch von einer Evolution des "Seins" oder "der Existenz".<br />
 <br />
 <br />
****Wenn etwas mit einer Chance von 1:100000000 passiert, dann ist das sehr unwahrscheinlich und kilometerweit von "musste" entfernt.****<br />
 <br />
 <br />
Gilt auch fürs existente Universum. <br />
 <br />
***Und ein "Erzeuger" (was btw ein "Gottesbild" ist, nur so am Rande) steht immer für ein "müssen", für ein "wollen".****<br />
 <br />
"Müssen und Wollen oder Planen" ist ein Bild aus dem menschlichen Bewusstsein heraus, so etwas kann wohl kaum die Ursache aller Prozesse sein, das sagen diese Prozesse schon selbst über sich aus.<br />
 <br />
****"Dieses "Etwas" muss, um zu erzeugen auch keinen Plan haben." Doch, denn ansonsten gäbe es ja keinen GRUND (den du annimmst, denn danach suchst du ja). Wir reden hier ja nicht von einem Blitz oder einem Ast der herunterfällt, sondern von einem Universum welches "Leben" erzeugen kann.****<br />
 <br />
Es gibt keinen Grund für die Existenz, es wäre sinnlos danach zu suchen.<br />
 <br />
***DU selbst schreibst von "Suche nach dem Grund", aber ich irre??****<br />
 <br />
Ja, nach dem Grunde aller existenten (ob bekannt oder nicht) Prozesse. <br />
 <br />
 <br />
****DU selbst schreibst es etwas weiter unten sehr deutlich: "dass eine solche Abfolge von einem immer "höher" wachsenden Universum ebenfalls eine Ursache haben kann, wenn nicht sogar muss."<br />
Aber ich irre?***<br />
 <br />
 <br />
Nein.<br />
 <br />
 <br />
****Ursache ist etwas anderes als Auslöser. Dass das Universum einen Auslöser hatte ist unbestreitbar, aber dieser Auslöser muss nicht zwangsweise einen Grund gehabt haben. Und wenn er keinen Grund hatte (wonach es eben aussieht), dann braucht es auch keine "Kraft", kein "Wollen".****<br />
 <br />
 <br />
Super, da kommst Du der Sache schon näher.<br />
 <br />
 <br />
 <br />
Teil 3<br />
 <br />
****Und wenn(!) dieses "höherwachsende" Universum schon immer war (was die Kernaussage hinter der Penrose-These ist), dann hat es keinen Anfang, keine Ursache, nicht mal einen Auslöser. Es war halt einfach "schon immer". Womit deine Idee vollkommen ins Leere geht. Es wird einfach nur immer "größer" und wechselt lediglich das Bezugssystem. Dein mm ist der vorherige km, ums mal plakativ zu bringen.****<br />
 <br />
 <br />
Existenz hat auch keinen Anfang oder Ende, durchläuft aber immer Prozesse, die zu einer Art Evolution führen. Durch die fehlende Zeitbegrenzung ist immer gleichzeitig alles da und alles abwesend. <br />
 <br />
 <br />
***"Das ist Dein Grundirrtum über Gnosis, den Du nicht bereit bist in Frage zu stellen." Schlicht weil du NICHTS lieferst, was mich dazu bringt diesen Ansatz zu überdenken.***<br />
 <br />
 <br />
Ich bin auch kein Lieferant, es reicht, wenn ich Dir sagen kann, wo Du Dir darüber Klarheit verschaffen könntest.  <br />
 <br />
 <br />
***Du eierst um einen völligen Irrweg rum, suchst nach einem Grund wo es keinen braucht, verwechselst munter Grund und Auslöser***<br />
 <br />
Nein tue ich eben nicht, mir ist völlig klar, dass ein Auslöser zwar ein Grund haben kann, aber nicht muss, aber eine Ursache hat er dennoch.<br />
 <br />
 <br />
 ***und hältst dich darüber hinaus auch noch für so "erleuchtet", dass du meinst, hier schulmeisterlich auftreten zu können.***<br />
 <br />
 <br />
Also eins tue ich mit Sicherheit nicht, mich für "erleuchtet" zu halten, das ist esoterischer Quark. Und ich schreibe so, wie ich es empfinde, mein Anliegen ist nicht als "Schulmeisterei" gedacht, wenn Du es so empfindest, kann ich erst einmal nichts dazu sagen, es sei denn Du nennst konkret ein Beispiel, wo ich so wirke.<br />
 <br />
 <br />
***Du hast weder Recht noch DAS Recht, mich irgendwie belehren zu dürfen, denn weder fragte ich danach noch wünsche ich von dir belehrt zu werden. ***<br />
 <br />
 <br />
Ich käme nicht mal im Entferntesten auf die Idee Dich zu belehren oder zu behaupten ich hätte Recht, nur weil ich schreibe, was ich denke und das auch nur auf Deine Bitte hin meine Behauptungen zu begründen resp. zu belegen.<br />
 <br />
 <br />
***Alles was ich von dir erwarte ist ein BEWEIS für deine Aussagen, nicht mehr, nicht weniger.****<br />
 <br />
 <br />
Nochmal, es gibt 2 belegbare Aussagen von mir zur Gnosis und zur Quellenforschung in der Ägyptologie, zu beiden habe ich Dich auf die Belege/Beweise hingewiesen und sie Dir verlinkt.<br />
Was Geist oder Existenz anbetrifft, kann ich dazu nur meine Meinung sagen, wie ich zu dieser Annahme komme und warum mir Deine Argumente dazu alle bisher vertraut waren, aber kein Widerspruch zu meiner Annahme darstellen.<br />
 <br />
 <br />
****Was du nicht tust, nicht tun willst oder nicht kannst. Stattdessen verlierst du dich in Unterstellungen und Vermutungen, verzettelst dich in Nebenkriegsschauplätze.***<br />
 <br />
Welche da wären? Konkret zur Gnosis und Ägyptologie habe ich Dich auf die Nachweise verwiesen. <br />
 <br />
***Alles was ich will, alles was ich von dir erwarte ist ein "Deswegen nehme ich an, das dies oder jenes". Nicht ein "Gnosis bedeutet" oder "Gnosis will", sondern "Eik sieht das so weil".***<br />
 <br />
 <br />
Du erwartest nicht ernsthaft, dass ich hier die Beweisführung des Buches (2 Bände) darlege, weil mich diese nun mal überzeugt hat, aber dazu musste ich sie auch lesen, bzw. mich mit dem Autor über das Thema unterhalten, mich damit ernsthaft auseinandersetzen, weil vieles nicht in meine "gewohntes Bild der Welt" davor passte und das nicht nur ein paar Stunden, nein das waren Gespräche und Erfahrungen über Jahre. <br />
 <br />
***Und an der "Front" sieht es arg duster aus.****<br />
 <br />
Ich weiß nicht warum Du das immer wieder behauptest, obwohl ich mit Fakten dagegen halte, das "Finster" ist nicht mein Duster. <br />
 <br />
****Warte, extra für dich mal in ganz einfach:<br />
WARUM nimmst du an dass es einen Grund für das Universum braucht?<br />
WARUM muss es diesen Grund geben?****<br />
 <br />
Siehe Oben, ich rede von Ursache, Du hast es noch selbst das Wort "Anlass" hinzugefügt. <br />
 <br />
****Und WARUM sollte es eine Absicht für dieses Universum geben?<br />
WELCHE Absicht könnte das sein?****<br />
 <br />
 <br />
Grundsätzlich brauch es keine Absicht für ein Universum, hätte dieses Universum konkret eine Absicht innewohnend, wäre es vielleicht genau das, nämlich das gesamte Phänomen Existenz zu erfassen und es könnte unzählige davor gegeben haben mit einem "ähnlichen Anliegen" und es könnte noch viele danach geben.<br />
 <br />
Ich stelle mal eine Antwort hin, die dir sicherlich nicht gefallen wird und die du kilometerweit (für dich) wegschieben wirst:<br />
 <br />
****Es gibt einen Grund, weil du "Mensch" bist und einfach nicht anders kannst als einen "Grund" anzunehmen. Denn "Mensch" braucht einfach einen "Grund", eine "Ursache" für etwas, was er nicht erklären kann. Und wenn er keinen erkennen kann, dann fantasiert er sich einen zusammen, basierend auf dem was er kennt. Was in direkter Linie zu "Vulkan-Göttern", "Meeres-Göttern", etc führt. Oder eben zu einem "absichtsvollen Erschaffen" eines Universums durch einen "Erschaffer" (den du zwar annimmst, weil "Grund und so", aber irgendwie trotzdem negierst, weil "kein Gottesbild" und so).Denn es muss ja einen Grund geben, denn ICH (Mensch) würde es ja nur dann machen wenn ich einen "Grund" dafür habe. Du denkst also "menschzentriert", schlicht weil du nicht anders kannst.****<br />
 <br />
Wie wir alle und andere auf ihren Ursprung zentriert, wenn es andere Zivilisationen gibt. <br />
Das ist gar nicht so verkehrt gedacht, und wenn es so ist, wie ich annehme, dann wäre es auch nur folgerichtig, dass dieses Universum so etwas wie Menschen mit eben diesen Eigenschaften und Bedürfnissen hervorbringt (alle anderen angenommenen Zivilisationen im Universum eingeschlossen) um hinter das Phänomen der Existenz zu kommen, anders würde es gar nicht funktionieren. Und ja, das fängt mit ganz einfachen Vorstellungen an und dauert sicher lange bis man aus dem Konzept der Vorstellung herausgewachsen ist. <br />
 <br />
***Keine Sorge, ich tu mich auch schwer, diesen Standpunkt zu verlassen (gelingt mir auch nicht immer), aber zumindest habe ich akzeptiert, dass gewisse Dinge einfach passieren können. Ohne "Grund", ohne "Absicht", ohne "Wollen", ein einfaches "ist möglich also geht es".***<br />
 <br />
Dagegen ist ja auch absolut nichts einzuwenden, aber die Frage: "Warum ist es denn möglich?" Ist genauso legitim. <br />
 <br />
Teil 4<br />
 <br />
***"um die Ursache jeglicher Prozesse und darum diese Ursache zu erkennen" Okay, ihr könnt aufhören zu suchen, Hawking hats gefunden: Strings.<br />
Wäre die Ursache, sofern er Recht hat (wonach es aktuell aussieht).<br />
Ohne Strings gäbs nix.****<br />
 <br />
 <br />
Ich habe mich gerade auch deshalb meine seinen Ansichten befasst, er hat lediglich aufgezeigt wie Prozesse aus sich selbst heraus entstehen können, aber er hat auch keine Ursache dafür genannt. Die Stringtheorien sind ein komplexes Kapitel für sich, aber kein Nachweis von "Ursachenlosigkeit".<br />
 <br />
****Und werd dir bitte endlich mal einig wonach genau du suchst: Suchst du nu nach der Ursache oder nach dem Grund dafür? Das sind nämlich zwei grundverschiedene Dinge.****<br />
 <br />
 <br />
Das ist kein Widerspruch, die Ursache steht am Anfang oder "im Prozess" selbst, einen Grund für etwas, gibts immer nur dann, wenn sich Existenz grade mal ihrer selbst bewusst ist.<br />
 <br />
***Oder unterstellst du als nächstes den Strings Absicht und Ziel?***<br />
 <br />
So es denn welche gibt, haben sie weder Ziel noch Absicht.<br />
 <br />
****"man kann eine Erkenntnis nicht Jemanden vorlegen oder zeigen" Sicher kann man. Denn auf irgendwas muss sich diese "Erkenntnis" ja stützen. Und wenn es eine objektive Erkenntnis (also für alle gleich) ist, dann müsste ich, basierend auf deinen Stützen, ja zum selben Ergebnis kommen, oder?****<br />
 <br />
 <br />
Eine Erkenntnis unterscheidet sich vom reinen Wissen (was immer diesen Deinen Kriterien folgt), durch den Prozess und der ist für Jeden anders, aber das Ergebnis ist immer dasselbe, darauf kommt es letzten Endes an. <br />
 <br />
 <br />
****In dem Moment wo das NICHT der Fall ist, ist deine "Erkenntnis" exakt NULL wert, da subjektiv.****<br />
 <br />
 <br />
Subjektivität ist zunächst einmal kein Hinderungsgrund für Erkenntnis, hat aber den Nachteil des der Weg absolut in die Irre führen kann. Ohne ein objektives Ergebnis, ist rein subjektive Erkenntnis wenig zielführend, es sei denn Du triffst zufällig den richtigen Weg zum Ziel, was im Grunde ja die Selbsterkenntnis ist.<br />
 <br />
***"das Ergebnis ist immer dasselbe." Stellt sich die Frage warum DU dann unbedingt etwas anderes (mehr) erkennen willst als ich. Vor allem weil du etwas suchst, wofür es überhaupt keine Grundlage gibt.***<br />
 <br />
Jeder erkennt anders, dass "mehr oder weniger" ist eine reine Wertung. s ist doch völlig okay, wenn Du für Dich sagst, es gibt zum Suchen keine Grundlage, dann ist das für Dich ebenso, aber Du musst es schon hinnehmen wenn nicht jeder Mensch in dieser Beziehung so denkt.<br />
 <br />
***Dann hat sie, zumindest in deinem Fall, gnadenlos versagt. Denn du windest dich wie ein Aal darum, anzuerkennen dass das Universum einfach ist. Ohne Grund, ohne Absicht, ohne Ziel. Es ist einfach.****<br />
 <br />
Deine bildlichen Vergleiche sind erstaunlich, nicht nur weil ich gedanklich darauf gar nicht käme, es so wie beschrieben zu tun, sondern auch, weil Du einerseits mich fragst nach meinen "internen Wegweisern" und andererseits aber stets betonst, dass Du es eigentlich ja gar nicht wissen wollest. Ich habe kein Problem mit einem grundlosen Universum, aber Du sagst, Du hättest einen mit einem Universum, welches einen Grund hätte, weil alle Prozesse darauf hindeuten, dass sie aus sich selbst heraus laufen, bestenfalls einen Anlass hätten, aber eben da sind, weil es möglich ist. Nichts was ich denke widersprich einer dieser Möglichkeiten. <br />
 <br />
 <br />
***Anstatt das zu akzeptieren schreitest du Pfau-mäßig umher und vermutest einen "Grund".****<br />
 <br />
 <br />
Wieder ein schönes Bild und etwas Polemik, weil es offenbar in Dir zu solchen Bildern führt, wenn ich dazu etwas schreibe. Warum, weißt nur Du.<br />
 <br />
****Was machst du eigentlich wenn dieser "Grund" darin bestand dass sich lediglich 2 Strings versehentlich berührt haben? Akzeptierst du es dann oder würdest du nach dem "Grund" für dieses versehentliche Berühren suchen?****<br />
 <br />
Warum nicht und was wäre, dann die Ursache für Strings? Ist es nicht logisch, gäbe es sie, dass sich irgendwann 2 berühren?]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Biologische Philosophie]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=196</link>
			<pubDate>Tue, 30 Jan 2018 17:16:02 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=31">Frank</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=196</guid>
			<description><![CDATA[Ich schätze mal die Biologen sehen das so<br />
3 (also ich) UND 3 (also mei Partner) == 6 (also Sechs, oder halt SEX)<br />
<br />
Kennt man doch in der Geometrie, zwei  Dreiecke sind ein Sexstern. Was die Frauen da immer meinen, keine Ahnnung...<br />
<br />
Wie sieht ihr das? <img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/cool.png" alt="Cool" title="Cool" class="smilie smilie_83" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich schätze mal die Biologen sehen das so<br />
3 (also ich) UND 3 (also mei Partner) == 6 (also Sechs, oder halt SEX)<br />
<br />
Kennt man doch in der Geometrie, zwei  Dreiecke sind ein Sexstern. Was die Frauen da immer meinen, keine Ahnnung...<br />
<br />
Wie sieht ihr das? <img src="https://ich-glaub-es.net/images/smilies/cool.png" alt="Cool" title="Cool" class="smilie smilie_83" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Über die Ordnung im Chaos]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=165</link>
			<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 13:32:27 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=25">Matthias</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=165</guid>
			<description><![CDATA[Als ich mir heute morgen Gedanken zur politischen Philosophie gemacht habe viel mir mein alter Politikordner wieder in die Hände. Beim durchstöbern ist mir ein kleiner Artikel aufgefallen, den ich 1992 für meine Politikprüfung verfaßt habe. Mittlerweile sicher nicht mehr brand aktuell, zeigt aber doch ganz eindrücklich, wie ich damals gedacht habe. Ausserdem lag der Artikel nur noch in Papierform vor, sodass ich dachte ihn im Computer zu archivieren. Vielleicht ist ja sogar der ein oder andere Gedanke noch aktuell, weshalb ich ihn auch hier zugänglich machen möchte.<br />
<br />
Seminar für wissenschaftliche Politik<br />
Prof. Dr. H. F. Illy<br />
Thesen für die Nebenfachpfrüfung Politik im Diplomstudiengang Mathematik<br />
<br />
 <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Über die Ordnung im Chaos</span></div>
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">Der Versuch einer systematisch-chaotischen</span></div>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">Begründung für eine neue Weltsicht</span></div>
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">Matthias Otte                                                                                                                                                22. Juni 1992</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">Bergstraße 2</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">7819 Denzlingen</span></div>
<br />
<br />
<br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size">Inhaltsverzeichnis</span><br />
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">1 Einleitung </span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">2 Die Chaostheorie</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">3 Wissenschaftskritik</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">4 Die neue Weltsicht</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.1 Die Politische Ordnung aus neuer Sicht</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.2 Der Mensch aus neuer Sicht</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.3 Die Natur aus neuer Sicht</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.4 Die Ethik aus neuer Sicht</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">5 Die Chaostheorie zerstört unser deterministisches Weltbild</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">6 Mit der Fraktalen Geometrie bauen wir ein neues Weltbild auf</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">7 Die Hermeneutische Modelltheorie</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">8 Die Evolution des Universums</span></div>
<br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size">9 Schluß</span><br />
<br />
<br />
<span style="font-size: large;" class="mycode_size">Vorwort</span><br />
<br />
<ul class="mycode_list"><li>In dem vorliegenden Aufsatz möchte ich einige Gedanken vorstellen, die ich mir bei der Vorbereitung auf die Nebenfachprüfung Politik im Diplomstudiengang Mathematik im Juni 1992 über die Lage der Welt im allgemeinen und über die Lage der Menschheit im besonderen gemacht habe.Behandelt wird die Hermeneutische Modelltheorie und Simulationen in Fraktalen Netzwerken als wichtigstes Werkzeug für die Wissenschaft der Zukunft.Es geht um nicht weniger, als um eine systematisch-chaotische Begründung für eine neue Weltsicht, die Weltsicht eines ordnungsliebenden Chaoten, eines Chaoten, mit der Überzeugung, daß der Weg ins Paradies nur über das geordnete Chaos erreicht werden kann.</li>
</ul>
<span style="font-size: large;" class="mycode_size">1 Einleitung</span><ul class="mycode_list"><li>Die Hermeneutische Modelltheorie, die im folgenden Entwickelt wird, liefert eine ganzheitliche Methode, mit deren Hilfe die Vorgänge in der Welt auf systhematisch-chaotische Weise verstanden werden können.Sie stützt sich auf zwei eng verwandte Theorien der Mathematik, auf die Chaostheorie und die Theorie der Fraktalen Geometrie.</li>
</ul>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">2 Die Chaostheorie</span></div><ul class="mycode_list"><li>Das revolutionierende Ergebnis der Chaostheorie besteht in der Aufhebung des Dualismus zwischen Determinismus und Zufall.Wir wissen heute, daß dies nur die beiden unendlich fernen Randpunkte eines großen Universums sind, in dem sich das gesamte Leben abspielt.Die entscheidende Erkenntnis der Chaostheorie ist nun die, daß es einen kontinuierlichen Übergang zwischen dem absoluten Determinismus und dem absoluten Zufall gibt, den wir als Deterministisches Chaos bezeichnen.Was die Naturwissenschaften lange Zeit als die Wahrheit schlechthin zu erkennen glaubten, existiert vermutlich nur in der reinen Mathematik. Hier finden wir den reinen Determinismus in der Strengen Logik und den reinen Zufall in der Wahrscheinlichkeitstheorie.Bereits die angewandte Mathematik hält sich die meiste Zeit im deterministischen Chaos auf, auch wenn ihr Abstand von deterministischen Rand nicht sehr groß ist.Abgesehen von unserem vorstellenden Denken, spielen die unendlich fernen Extreme in der Natur vermutlich kaum eine Rolle.Dem, was wir in unserer Vorstellung als deterministisches Chaos begreifen, entspricht in der Natur das geordnete Chaos, oder - positiv ausgedrückt – Das Leben.3 Wissenschaftskritik<ul class="mycode_list"><li>Daß die Annahme eines Dualismus von Determinismus und Zufall ein Problem der Wissenschaften – seit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaften – darstellt, konnte man aus der Sicht der Sozial-, Kultur-, und anthropologischen Wissenschaften schon immer erkennen.Die folgenschweren Auswirkungen, die sich aus der wahrhaft brutalen Simplifizierung, einer Dimensionsreduzierung, einer Projektion der Welt auf ihre unendlich fernen Punkte, ergeben haben, können heute erkannt und korrigiert werden.Mit der Aufhebung des Dualismus von Determinismus und Zufall kann man auch den Streit innerhalb der Sozialwissenschaften um die richtige Methode beilegen und feststellen, daß sich<ul class="mycode_list"><li>empirisch-analytische Methoden vor allem für Fragestellungen eignen, die sehr nah an den deterministischen Rand auf der einen Seite, oder an den, durch reinen Zufall charakterisierten Rand auf der anderen Seite, heranreichen.Philosophisch-normative Methoden sind dagegen eher geeignet, um Fragestellungen in dem weiten Bereich zwischen Determinismus und Zufall zu beantworten.Neben diesen theoretischen Methoden wird in Zukunft vor allem auch die praktische Methode der Simulation eine entscheidende Rolle spielen, bei dem Versuch, das Geschehen in der Natur, in der Gesellschaft und in der Welt besser verstehen zu lernen.</li>
</ul>
</li>
</ul>
4 Die neue Weltsicht<ul class="mycode_list"><li>Die Aufhebung des Dualismus von Determinismus und Zufall eröffnet eine völlig neue Perspektive, eine neue Sichtweise, eine neue Dimension für das Geschehen in der Natur und<ul class="mycode_list"><li>in der Gesellschaft, eine Dimension, mit der wir schon bald genauso selbstverständlich umgehen werden, wie mit den drei, uns heute geläufigen, Dimensionen des Raumes.Schon die Gegenüberstellung einer Reihe von Begriffspaaren zeigt uns, welche bedeutsame Lücke die Entdeckung des Geordneten Chaos in unserem Denken schließt:Alte Sicht:<ul class="mycode_list"><li>Determinismus/Logik -| |- ZufallAbsolute Ordnung -| |- absolute FreiheitTotalitarismus/Faschismus -| |- Anarchie/Bürgerkrieg</li>
</ul>
Neue Sicht:<ul class="mycode_list"><li>Determinismus/Logik ↔ Deterministisches Chaos ↔ ZufallAbsolute Ordnung ↔ Geordnetes Chaos ↔ absolute FreiheitTotalitarismus/Faschismus ↔ Pluralistische Demokratie ↔ Anarchie/Bürgerkrieg</li>
</ul>
Die neue Sichtweise stimmt auch mit unserem natürlichen Empfinden überein.Sowohl die Vorstellung einer absoluten Ordnung, die Vorstellung völlig unfrei und determiniert zu sein, als auch die Vorstellung der absoluten Freiheit, die Vorstellung, dem reinen Zufall ausgeliefert zu sein, flößt uns Furcht ein.Beide Bereiche bringen wir mit dem Reich der Finsternis in Verbindung.<ul class="mycode_list"><li>Auf der einen Seite das Reich des Determinismusauf der anderen Seite das Reich des Zufalls</li>
</ul>
Das Reich des Zufalls hat die Menschheit während zahlreicher Bürgerkriege erlebt. Die politische Ordnung wird zur absoluten Unordnung, zur Anarchie.Das Reich des Determinismus hat die Menschheit mit den totalitären Regimen erlebt, deren Perversion schließlich im Hitler-Faschismus gipfelte.</li>
</ul>
4.1 Die Politische Ordnung aus neuer Sicht<ul class="mycode_list"><li>Der Mensch will Ordnung und doch frei sein.Diesen Zustand gibt es nur im Chaos zwischen absoluter Freiheit und Totalitarismus, zwischen Zufall und Determinismus.Wir finden hierin eine einfache und doch überzeugende Begründung für die Pluralistische Demokratie als eine Staatsform, die dem Bedürfnis des Menschen nach Ordnung und Freiheit entspricht.</li>
</ul>
4.2 Der Mensch aus neuer Sicht<ul class="mycode_list"><li>Die conditio humana ist die Freiheit des Menschen. Die Freiheit, nach seinem Willen frei zu handeln.Aus dieser Einsicht folgern wir die unantastbare Würde des Menschen, die vom Gesetz geachtet und geschützt werden soll.Diese Freiheit ist aber nicht die absolute Freiheit als unendlich ferner Punkt der Welt. Es ist die Freiheit, sich in dieser Welt, dem Universum des Geordneten Chaos dem Bereich zwischen absoluter Ordnung und absoluter Freiheit, dem Bereich, in dem überhaupt nur Leben möglich ist, sich frei zu Bewegen.Die conditio humana ist damit vor allem die Fähigkeit des Menschen, die Welt in mehr als drei Dimension zu erfassen, diese Dimensionen bis ins unendliche zu denken.Es ist vor allem die Dimension des Geordneten Chaos, die Dimension zwischen Determinismus und Zufall, die Dimension, die wir in unserer Vorstellung als Deterministisches Chaos begreifen, die Dimension, zwischen absoluter Ordnung und absoluter Freiheit, die Dimension, die uns das Leben gibt, die Dimension, die wir täglich um uns herum erfahren, die Dimension, die die Mathematik noch gar nicht so lange auf einfache Weise erklären kann, das ist die Dimension, die den Menschen zum Menschen macht.4.3 Die Natur aus neuer Sicht<ul class="mycode_list"><li>Der Mensch hat die Fähigkeit die Welt in ihren Dimensionen zu erfassen, er hat aber nicht die absolute Freiheit, nicht die Fähigkeit, nicht die Macht und auch nicht das Recht, die Welt nach seiner Willkür zu beherrschen.Er kann sich in der Welt bewegen, frei nach seinem Willen und muß sich doch der großen göttlichen Ordnung fügen.</li>
</ul>
<ol type="1" class="mycode_list"><li><ol type="1" class="mycode_list"><li>4.4 Die Ethik aus neuer Sicht</li>
</ol>
</li>
</ol>
<ul class="mycode_list"><li>Mit der neuen Vorstellung von der Welt kann auch gut und böse nicht mehr blos auf einer eindimensionalen Werteskala verstanden werden.Auch die simplifizierende Einteilung in gut und böse übersieht eine weitere Dimension.Was wir in der Mathematik als das Reinste und Schönste kennenlernen, den reinen Determinismus der Strengen Logik auf der einen Seite und den reinen Zufall der Wahrscheinlichkeitstheorie (das sind Ereignisse, die mit der Wahrscheinlichkeit NULL auftreten) auf der anderen Seite, erfahren wir im Zusammenleben der Menschen als die wahre Hölle, als Totalitarismus und Faschismus auf der einen Seite, als Anarchie und Bürgerkrieg auf der anderen Seite.Was uns bisher als Widerspruch erscheint, ist nicht ein Widerspruch in sich, es ist die Folge der eindimensionalen Sichtweise. Mit der Erweiterung um eine neue Dimension werden sich auch die scheinbaren Widersprüche in den Wertefragen auflösen.Auch unser Werte- und Normensystem muß von den beiden Prinzipien bestimmt werden. Es muß Ordnungswerte, genauso wie Freiheitswerte enthalten.Nur in der Ausgewogenheit beider Prinzipien können wir auch hier unseren Frieden finden.5 Die Chaostheorie zerstört unser deterministisches Weltbild<ul class="mycode_list"><li>Mit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaften hat der Mensch den mittelalterlichen Aberglauben mehr und mehr verloren.Einen neuen Halt und eine neue Orientierung suchte er, und fand ihn im Determinismus der Newtonschen Mechanik.Furcht, aber auch eine unwiderstehliche Faszination löste die Entdeckung der deterministischen Abläufe in der Natur aus. Mechanisch-deterministisch sei das göttliche Prinzip. So glaubte der neuzeitliche Mensch und machte sich dieses Prinzip gleich zu eigen, auf daß er Gott gleich sein möge, die Welt zu beherrschen.Das deterministische Prinzip beherrschte das naturwissenschaftliche Denken der Neuziet und es beherrscht in viel zu vielen Bereichen auch heute noch unser Denken.Denn wir wissen heute, daß das deterministisch-mechanische Prinzip weder das göttliche Prinzip noch das Prinzip ist, mit dem wir die Welt erobern und beherrschen können. Vielmehr scheint es das Prinzip zu sein, daß der Mensch noch so gerade eben vollständig erfassen kann. Wohl deshalb war er so fasziniert von diesem Prinzip.Das Mechanistische Prinzip wird als der Aberglaube der Neuzeit in die Geschichte eingehen, als der wahnwitzigste, anmaßenste und gefährlichste Aberglaube, den die Welt je erlebt hat, als das Prinzip, mit deren ausschließlicher Anwendung der Mensch Gott gleich sein wollte und sich dabei um ein Haar selbst vernichtet hätte.Die scheinbare Sicherheit, die das deterministische Weltbild vorgaukelt, zerplatzt mit der Aufhebung des Dualismus von Determinismus und Zufall wie eine Seifenblase.Haltlos bleibt der Mensch im Universum des deterministischen Chaos zurück.Auch diese Vorstellung macht Angst. Wieder drängen sich Gedanken an Apokalypse, Verderben und Untergang auf.Dies muss aber nicht so sein, da wir wissen, daß das Prinzip des deterministischen Chaos das Leben überhaupt erst möglich macht.<ul class="mycode_list"><li>(Mechanistische Maschinen können zwar so aussehen als würden sie Leben. Weil wir die Iterationen des Lebens aber nur endlich nachbauen können, werden sie die ins unendlich gesteigerten Iterationen des Lebens immer nur eingeschränkt darstellen können. Dies gilt auch für unseren Verstand, der sich zwar eines hochkomplexen, aber doch endlichen Gehirns bedienen muss.)Dieser Trost würde dem Menschen aber nicht genügen. Selbst ein Zustand, der sich als normal und segensreich erweist, macht den Menschen nicht zufrieden, wenn er dafür Halt und Orientierung verliert.Eher, so lehrt die Geschichte, führt er seinen eigenen Untergang herbei, als seinen Aberglauben, der ihm Orientierung und Halt bietet, aufzugeben.Wie soll der Mensch seine Freiheit im geordneten Chaos des Lebens gebrauchen? Wo findet er die von ihm ersehnte Ornung, die er bisher nur in den primitivsten und einfachsten Strukturen des Determinismus sehen konnte?Eine Antwort auf diese Frage liefert die Schwestertheorie der Chaostheorie, die Theorie der Fraktalen Geometrie, deren Ordnungsprinzip sich überall in der Natur offenbart. Das Ordnungsprinzip, das den reinen Determinismus mit dem reinen Zufall verbindet.6 Mit der Fraktalen Geometrie bauen wir ein neues Weltbild auf<ul class="mycode_list"><li>„In seinem Buch 'Die fraktale Geometrie der Natur' zeichnet der polnisch-französisch-amerikanische Mathematiker Benoit B. Mandelbrot auf, wie sich in der Natur vorkommende Objekte, wie Blätter, Äste, Bäume, ein Blumenkohl, Korallen, unser Nervensystem, ja sogar ganze Landschaften mit einfachen mathematischen Beziehungen abbilden und imitieren lassen“. (MOSC 91, S.11)Das charakteristische an fraktalen Strukturen ist, daß sich bestimmte Formen auf allen Größenskalen wiederholen. Die Gebilde sind selbstähnlich. (ebda.)7 Die Hermeneutische Modelltheorie<ul class="mycode_list"><li>Da das Prinzip der Selbstähnlichkeit das ganze Universum durchzieht, d.h. Mit der Natur auch die Entwicklung der Natur, d.h. Auch die Zeit, d.h. Auch den Menschen, d.h. Auch das Zusammenleben der Menschen in Familien, politischen Ordnungen, Nationalstaaten und internationalen Gemeinschaften, wird es das erste Grundprinzip der Hermeneutischen Modelltheorie. Die Selbstähnlichkeit bestimmt die Architektur des Modells.Mit dem Prinzip der Selbstähnlichkeit allein können wir die Welt ber noch nicht beschreiben. Sie wäre ein zwar höchst iligranes, aber doch totes Gerüst aus Materieklumpen. Keine schöne Vorstellung von einer Welt.Als zweites Grundprinzip des Modells wird daher die Kommunikation zwischen ähnlichen Dingen hinzugenommen. Erst mit der Möglichkeit zur Kommunikation wird die Welt mit Leben erfüllt.Selbstähnlichkeit und Kommunikation erwecken die Welt zwar zum Leben, diese wäre aber doch statisch, wenn ähnliche Dinge zwar kommunizieren sich aber nicht bewegen können.Als drittes Grundprinzip wird daher die Bewegung von ähnlichen, kommunizierenden Dingen hinzugenommen.Mit den drei Grundprinzipien geht es nun in der Welt schon turbulenter zu, in der sich nun ähnliche Dinge bewegen und miteinander kommunizieren können.Um ein Modell zu erhalten, für eine Welt in der wir leben, muß noch als viertes Grundprinzip die Änderung hinzugenommen werden.Die vier Grundprinzipien der Hermeneutischen Modelltheorie sind daher:</li>
</ul>
<ol type="1" class="mycode_list"><li><ol type="1" class="mycode_list"><li>SelbstähnlichkeitKommunikationBewegung<br />
<ol type="1" class="mycode_list"><li><ol type="1" class="mycode_list"><li>Änderung</li>
</ol>
</li>
</ol>
<ul class="mycode_list"><li>Ein wissenschaftlich brauchbares Modell erhalten wir, wenn wir diese vier Grundprinzipien in einem Fraktalen Netzwerk zusammenfassen.In diesem Modell können wir die Welt zwar nicht in eine deterministische Formel packen, wir können sie werder beweisen noch können wir sie damit beherrschen. Wir können sie aber verstehen und lernen, sie mit dem richtigen Blick und dem gebotenen Respekt zu betrachten.Das Modell kann der Wissenschaft auch dazu dienen, in einem zwar bescheidenen aber doch hilfreichen Rahmen Simulationen durchzuführen, um daran zu erkennen, wie sich sein Eingreifen in die Natur auf diese, auf sich selbst und die Entwicklung der gesamten Welt auswirkt.Offensichtlich hat Gott den Menschen dazu auserkoren, ihm beim Bau der Schöpfung hilfreich zur Hand zu gehen. Der Mensch aber, so müssen wir annehmen, war mit dieser Aufgabe bisher hoffnungslos überfordert. Was er baute und zur Schöpfung beizutragen hatte brachte nicht nur Segen, sondern auch viel Leid.Nun, so scheint es, hat Gott dem Menschen die Möglichkeit zur Simulation gegeben, auf daß sein Lehrling erst einmal daran testen möge, was er in der Welt verändern möchte.Dies wird ein sinnvoller Schutzmechanismus sein, der den Menschen vor den dümmsten Fehlern bewahren kann.8 Die Evolution des Universums<ul class="mycode_list"><li>Absolute Sicherheit wird aber auch das nicht bringen. Denn, was ist schon der größte für uns realisierbare Superrechner (der im wesentlichen deterministisch gesteuert und damit dreidimensional bleibt) gegen die Natur und die Welt in der wir leben und dem eine großen, sich dramatisch-chaotisch entwickelnden Evolutionsprozeß unseres Universums, der sich aus endlich vielen, abzählbar unendlich vielen und überabzählbar vielen chaotischen Teilprozessen zusammensetzt. Teilprozesse, die auch jeden von uns in Gang gebrachten und jeden simulierten Prozeß wiederum als Teilprozesse enthalten. Teilprozesse, die sich vom Zufall hin zur Ordnung oder von der Ordnung hin zum Zufall bewegen. Teilprozesse, die alle dem einen Ordnungsprinzip gehorchen, dem Ordnungsprinzip, das wir mit der Chaostheorie und der Fraktalen Geometrie zu verstehen versuchen.Dieser eine Prozeß von dem wir immer ein Teil sind, von dem wir immer nur einen kleinen Ausschnitt begreifen können, dieser Prozeß bei dem sich sogar die Zeit chaotisch verhält, dieser wahrhaft göttliche Entwicklungsprozeß ist der Prozeß, der seinen Anfang im reinen Zufall genommen hat und sich auf die im unendlichen zu erahnende göttliche Ordnung zubewegt.In diesem gewaltigen Prozeß, der die Entwicklung der Welt bedeutet, können wir erahnen wie sich Atome zu Materie, materie zu Sternen, Materie zu Molekühlen, Molekühle zu Zellen, Zellen zu Lebewesen, Lebewesen zu politischen Ordnungen, politische Ordnungen zu Nationalstaaten, Nationalstaaten zu internationalen Gemeinschaften zusammenschließen.Wir können dies verstehen, wenn wir das Ähnlichkeitsprinzip als wichtigstes Prinzip unserer Theorie verstehen und nicht versuchen das Dach ohne ein Fundament in den leeren Raum zu bauen.</li>
</ul>
9 Schluß<ul class="mycode_list"><li>Um die Welt zu verstehen müssen wir Wissenschaft betreiben. Um aber Gott zu danken, daß wir in dieser wunderbarsten aller Welten leben dürfen, müssen wir glauben.Matthias Otte            Freiburg, 22. Juni 1992</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ol>
</li>
</ol>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Als ich mir heute morgen Gedanken zur politischen Philosophie gemacht habe viel mir mein alter Politikordner wieder in die Hände. Beim durchstöbern ist mir ein kleiner Artikel aufgefallen, den ich 1992 für meine Politikprüfung verfaßt habe. Mittlerweile sicher nicht mehr brand aktuell, zeigt aber doch ganz eindrücklich, wie ich damals gedacht habe. Ausserdem lag der Artikel nur noch in Papierform vor, sodass ich dachte ihn im Computer zu archivieren. Vielleicht ist ja sogar der ein oder andere Gedanke noch aktuell, weshalb ich ihn auch hier zugänglich machen möchte.<br />
<br />
Seminar für wissenschaftliche Politik<br />
Prof. Dr. H. F. Illy<br />
Thesen für die Nebenfachpfrüfung Politik im Diplomstudiengang Mathematik<br />
<br />
 <br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: x-large;" class="mycode_size">Über die Ordnung im Chaos</span></div>
<br />
<br />
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">Der Versuch einer systematisch-chaotischen</span></div>
<div style="text-align: center;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">Begründung für eine neue Weltsicht</span></div>
<br />
<br />
<br />
<br />
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">Matthias Otte                                                                                                                                                22. Juni 1992</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">Bergstraße 2</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">7819 Denzlingen</span></div>
<br />
<br />
<br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size">Inhaltsverzeichnis</span><br />
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">1 Einleitung </span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">2 Die Chaostheorie</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">3 Wissenschaftskritik</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">4 Die neue Weltsicht</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.1 Die Politische Ordnung aus neuer Sicht</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.2 Der Mensch aus neuer Sicht</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.3 Die Natur aus neuer Sicht</span></div>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.4 Die Ethik aus neuer Sicht</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">5 Die Chaostheorie zerstört unser deterministisches Weltbild</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">6 Mit der Fraktalen Geometrie bauen wir ein neues Weltbild auf</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">7 Die Hermeneutische Modelltheorie</span></div>
<br />
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size">8 Die Evolution des Universums</span></div>
<br />
<span style="font-size: medium;" class="mycode_size">9 Schluß</span><br />
<br />
<br />
<span style="font-size: large;" class="mycode_size">Vorwort</span><br />
<br />
<ul class="mycode_list"><li>In dem vorliegenden Aufsatz möchte ich einige Gedanken vorstellen, die ich mir bei der Vorbereitung auf die Nebenfachprüfung Politik im Diplomstudiengang Mathematik im Juni 1992 über die Lage der Welt im allgemeinen und über die Lage der Menschheit im besonderen gemacht habe.Behandelt wird die Hermeneutische Modelltheorie und Simulationen in Fraktalen Netzwerken als wichtigstes Werkzeug für die Wissenschaft der Zukunft.Es geht um nicht weniger, als um eine systematisch-chaotische Begründung für eine neue Weltsicht, die Weltsicht eines ordnungsliebenden Chaoten, eines Chaoten, mit der Überzeugung, daß der Weg ins Paradies nur über das geordnete Chaos erreicht werden kann.</li>
</ul>
<span style="font-size: large;" class="mycode_size">1 Einleitung</span><ul class="mycode_list"><li>Die Hermeneutische Modelltheorie, die im folgenden Entwickelt wird, liefert eine ganzheitliche Methode, mit deren Hilfe die Vorgänge in der Welt auf systhematisch-chaotische Weise verstanden werden können.Sie stützt sich auf zwei eng verwandte Theorien der Mathematik, auf die Chaostheorie und die Theorie der Fraktalen Geometrie.</li>
</ul>
<div style="text-align: left;" class="mycode_align"><span style="font-size: large;" class="mycode_size">2 Die Chaostheorie</span></div><ul class="mycode_list"><li>Das revolutionierende Ergebnis der Chaostheorie besteht in der Aufhebung des Dualismus zwischen Determinismus und Zufall.Wir wissen heute, daß dies nur die beiden unendlich fernen Randpunkte eines großen Universums sind, in dem sich das gesamte Leben abspielt.Die entscheidende Erkenntnis der Chaostheorie ist nun die, daß es einen kontinuierlichen Übergang zwischen dem absoluten Determinismus und dem absoluten Zufall gibt, den wir als Deterministisches Chaos bezeichnen.Was die Naturwissenschaften lange Zeit als die Wahrheit schlechthin zu erkennen glaubten, existiert vermutlich nur in der reinen Mathematik. Hier finden wir den reinen Determinismus in der Strengen Logik und den reinen Zufall in der Wahrscheinlichkeitstheorie.Bereits die angewandte Mathematik hält sich die meiste Zeit im deterministischen Chaos auf, auch wenn ihr Abstand von deterministischen Rand nicht sehr groß ist.Abgesehen von unserem vorstellenden Denken, spielen die unendlich fernen Extreme in der Natur vermutlich kaum eine Rolle.Dem, was wir in unserer Vorstellung als deterministisches Chaos begreifen, entspricht in der Natur das geordnete Chaos, oder - positiv ausgedrückt – Das Leben.3 Wissenschaftskritik<ul class="mycode_list"><li>Daß die Annahme eines Dualismus von Determinismus und Zufall ein Problem der Wissenschaften – seit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaften – darstellt, konnte man aus der Sicht der Sozial-, Kultur-, und anthropologischen Wissenschaften schon immer erkennen.Die folgenschweren Auswirkungen, die sich aus der wahrhaft brutalen Simplifizierung, einer Dimensionsreduzierung, einer Projektion der Welt auf ihre unendlich fernen Punkte, ergeben haben, können heute erkannt und korrigiert werden.Mit der Aufhebung des Dualismus von Determinismus und Zufall kann man auch den Streit innerhalb der Sozialwissenschaften um die richtige Methode beilegen und feststellen, daß sich<ul class="mycode_list"><li>empirisch-analytische Methoden vor allem für Fragestellungen eignen, die sehr nah an den deterministischen Rand auf der einen Seite, oder an den, durch reinen Zufall charakterisierten Rand auf der anderen Seite, heranreichen.Philosophisch-normative Methoden sind dagegen eher geeignet, um Fragestellungen in dem weiten Bereich zwischen Determinismus und Zufall zu beantworten.Neben diesen theoretischen Methoden wird in Zukunft vor allem auch die praktische Methode der Simulation eine entscheidende Rolle spielen, bei dem Versuch, das Geschehen in der Natur, in der Gesellschaft und in der Welt besser verstehen zu lernen.</li>
</ul>
</li>
</ul>
4 Die neue Weltsicht<ul class="mycode_list"><li>Die Aufhebung des Dualismus von Determinismus und Zufall eröffnet eine völlig neue Perspektive, eine neue Sichtweise, eine neue Dimension für das Geschehen in der Natur und<ul class="mycode_list"><li>in der Gesellschaft, eine Dimension, mit der wir schon bald genauso selbstverständlich umgehen werden, wie mit den drei, uns heute geläufigen, Dimensionen des Raumes.Schon die Gegenüberstellung einer Reihe von Begriffspaaren zeigt uns, welche bedeutsame Lücke die Entdeckung des Geordneten Chaos in unserem Denken schließt:Alte Sicht:<ul class="mycode_list"><li>Determinismus/Logik -| |- ZufallAbsolute Ordnung -| |- absolute FreiheitTotalitarismus/Faschismus -| |- Anarchie/Bürgerkrieg</li>
</ul>
Neue Sicht:<ul class="mycode_list"><li>Determinismus/Logik ↔ Deterministisches Chaos ↔ ZufallAbsolute Ordnung ↔ Geordnetes Chaos ↔ absolute FreiheitTotalitarismus/Faschismus ↔ Pluralistische Demokratie ↔ Anarchie/Bürgerkrieg</li>
</ul>
Die neue Sichtweise stimmt auch mit unserem natürlichen Empfinden überein.Sowohl die Vorstellung einer absoluten Ordnung, die Vorstellung völlig unfrei und determiniert zu sein, als auch die Vorstellung der absoluten Freiheit, die Vorstellung, dem reinen Zufall ausgeliefert zu sein, flößt uns Furcht ein.Beide Bereiche bringen wir mit dem Reich der Finsternis in Verbindung.<ul class="mycode_list"><li>Auf der einen Seite das Reich des Determinismusauf der anderen Seite das Reich des Zufalls</li>
</ul>
Das Reich des Zufalls hat die Menschheit während zahlreicher Bürgerkriege erlebt. Die politische Ordnung wird zur absoluten Unordnung, zur Anarchie.Das Reich des Determinismus hat die Menschheit mit den totalitären Regimen erlebt, deren Perversion schließlich im Hitler-Faschismus gipfelte.</li>
</ul>
4.1 Die Politische Ordnung aus neuer Sicht<ul class="mycode_list"><li>Der Mensch will Ordnung und doch frei sein.Diesen Zustand gibt es nur im Chaos zwischen absoluter Freiheit und Totalitarismus, zwischen Zufall und Determinismus.Wir finden hierin eine einfache und doch überzeugende Begründung für die Pluralistische Demokratie als eine Staatsform, die dem Bedürfnis des Menschen nach Ordnung und Freiheit entspricht.</li>
</ul>
4.2 Der Mensch aus neuer Sicht<ul class="mycode_list"><li>Die conditio humana ist die Freiheit des Menschen. Die Freiheit, nach seinem Willen frei zu handeln.Aus dieser Einsicht folgern wir die unantastbare Würde des Menschen, die vom Gesetz geachtet und geschützt werden soll.Diese Freiheit ist aber nicht die absolute Freiheit als unendlich ferner Punkt der Welt. Es ist die Freiheit, sich in dieser Welt, dem Universum des Geordneten Chaos dem Bereich zwischen absoluter Ordnung und absoluter Freiheit, dem Bereich, in dem überhaupt nur Leben möglich ist, sich frei zu Bewegen.Die conditio humana ist damit vor allem die Fähigkeit des Menschen, die Welt in mehr als drei Dimension zu erfassen, diese Dimensionen bis ins unendliche zu denken.Es ist vor allem die Dimension des Geordneten Chaos, die Dimension zwischen Determinismus und Zufall, die Dimension, die wir in unserer Vorstellung als Deterministisches Chaos begreifen, die Dimension, zwischen absoluter Ordnung und absoluter Freiheit, die Dimension, die uns das Leben gibt, die Dimension, die wir täglich um uns herum erfahren, die Dimension, die die Mathematik noch gar nicht so lange auf einfache Weise erklären kann, das ist die Dimension, die den Menschen zum Menschen macht.4.3 Die Natur aus neuer Sicht<ul class="mycode_list"><li>Der Mensch hat die Fähigkeit die Welt in ihren Dimensionen zu erfassen, er hat aber nicht die absolute Freiheit, nicht die Fähigkeit, nicht die Macht und auch nicht das Recht, die Welt nach seiner Willkür zu beherrschen.Er kann sich in der Welt bewegen, frei nach seinem Willen und muß sich doch der großen göttlichen Ordnung fügen.</li>
</ul>
<ol type="1" class="mycode_list"><li><ol type="1" class="mycode_list"><li>4.4 Die Ethik aus neuer Sicht</li>
</ol>
</li>
</ol>
<ul class="mycode_list"><li>Mit der neuen Vorstellung von der Welt kann auch gut und böse nicht mehr blos auf einer eindimensionalen Werteskala verstanden werden.Auch die simplifizierende Einteilung in gut und böse übersieht eine weitere Dimension.Was wir in der Mathematik als das Reinste und Schönste kennenlernen, den reinen Determinismus der Strengen Logik auf der einen Seite und den reinen Zufall der Wahrscheinlichkeitstheorie (das sind Ereignisse, die mit der Wahrscheinlichkeit NULL auftreten) auf der anderen Seite, erfahren wir im Zusammenleben der Menschen als die wahre Hölle, als Totalitarismus und Faschismus auf der einen Seite, als Anarchie und Bürgerkrieg auf der anderen Seite.Was uns bisher als Widerspruch erscheint, ist nicht ein Widerspruch in sich, es ist die Folge der eindimensionalen Sichtweise. Mit der Erweiterung um eine neue Dimension werden sich auch die scheinbaren Widersprüche in den Wertefragen auflösen.Auch unser Werte- und Normensystem muß von den beiden Prinzipien bestimmt werden. Es muß Ordnungswerte, genauso wie Freiheitswerte enthalten.Nur in der Ausgewogenheit beider Prinzipien können wir auch hier unseren Frieden finden.5 Die Chaostheorie zerstört unser deterministisches Weltbild<ul class="mycode_list"><li>Mit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaften hat der Mensch den mittelalterlichen Aberglauben mehr und mehr verloren.Einen neuen Halt und eine neue Orientierung suchte er, und fand ihn im Determinismus der Newtonschen Mechanik.Furcht, aber auch eine unwiderstehliche Faszination löste die Entdeckung der deterministischen Abläufe in der Natur aus. Mechanisch-deterministisch sei das göttliche Prinzip. So glaubte der neuzeitliche Mensch und machte sich dieses Prinzip gleich zu eigen, auf daß er Gott gleich sein möge, die Welt zu beherrschen.Das deterministische Prinzip beherrschte das naturwissenschaftliche Denken der Neuziet und es beherrscht in viel zu vielen Bereichen auch heute noch unser Denken.Denn wir wissen heute, daß das deterministisch-mechanische Prinzip weder das göttliche Prinzip noch das Prinzip ist, mit dem wir die Welt erobern und beherrschen können. Vielmehr scheint es das Prinzip zu sein, daß der Mensch noch so gerade eben vollständig erfassen kann. Wohl deshalb war er so fasziniert von diesem Prinzip.Das Mechanistische Prinzip wird als der Aberglaube der Neuzeit in die Geschichte eingehen, als der wahnwitzigste, anmaßenste und gefährlichste Aberglaube, den die Welt je erlebt hat, als das Prinzip, mit deren ausschließlicher Anwendung der Mensch Gott gleich sein wollte und sich dabei um ein Haar selbst vernichtet hätte.Die scheinbare Sicherheit, die das deterministische Weltbild vorgaukelt, zerplatzt mit der Aufhebung des Dualismus von Determinismus und Zufall wie eine Seifenblase.Haltlos bleibt der Mensch im Universum des deterministischen Chaos zurück.Auch diese Vorstellung macht Angst. Wieder drängen sich Gedanken an Apokalypse, Verderben und Untergang auf.Dies muss aber nicht so sein, da wir wissen, daß das Prinzip des deterministischen Chaos das Leben überhaupt erst möglich macht.<ul class="mycode_list"><li>(Mechanistische Maschinen können zwar so aussehen als würden sie Leben. Weil wir die Iterationen des Lebens aber nur endlich nachbauen können, werden sie die ins unendlich gesteigerten Iterationen des Lebens immer nur eingeschränkt darstellen können. Dies gilt auch für unseren Verstand, der sich zwar eines hochkomplexen, aber doch endlichen Gehirns bedienen muss.)Dieser Trost würde dem Menschen aber nicht genügen. Selbst ein Zustand, der sich als normal und segensreich erweist, macht den Menschen nicht zufrieden, wenn er dafür Halt und Orientierung verliert.Eher, so lehrt die Geschichte, führt er seinen eigenen Untergang herbei, als seinen Aberglauben, der ihm Orientierung und Halt bietet, aufzugeben.Wie soll der Mensch seine Freiheit im geordneten Chaos des Lebens gebrauchen? Wo findet er die von ihm ersehnte Ornung, die er bisher nur in den primitivsten und einfachsten Strukturen des Determinismus sehen konnte?Eine Antwort auf diese Frage liefert die Schwestertheorie der Chaostheorie, die Theorie der Fraktalen Geometrie, deren Ordnungsprinzip sich überall in der Natur offenbart. Das Ordnungsprinzip, das den reinen Determinismus mit dem reinen Zufall verbindet.6 Mit der Fraktalen Geometrie bauen wir ein neues Weltbild auf<ul class="mycode_list"><li>„In seinem Buch 'Die fraktale Geometrie der Natur' zeichnet der polnisch-französisch-amerikanische Mathematiker Benoit B. Mandelbrot auf, wie sich in der Natur vorkommende Objekte, wie Blätter, Äste, Bäume, ein Blumenkohl, Korallen, unser Nervensystem, ja sogar ganze Landschaften mit einfachen mathematischen Beziehungen abbilden und imitieren lassen“. (MOSC 91, S.11)Das charakteristische an fraktalen Strukturen ist, daß sich bestimmte Formen auf allen Größenskalen wiederholen. Die Gebilde sind selbstähnlich. (ebda.)7 Die Hermeneutische Modelltheorie<ul class="mycode_list"><li>Da das Prinzip der Selbstähnlichkeit das ganze Universum durchzieht, d.h. Mit der Natur auch die Entwicklung der Natur, d.h. Auch die Zeit, d.h. Auch den Menschen, d.h. Auch das Zusammenleben der Menschen in Familien, politischen Ordnungen, Nationalstaaten und internationalen Gemeinschaften, wird es das erste Grundprinzip der Hermeneutischen Modelltheorie. Die Selbstähnlichkeit bestimmt die Architektur des Modells.Mit dem Prinzip der Selbstähnlichkeit allein können wir die Welt ber noch nicht beschreiben. Sie wäre ein zwar höchst iligranes, aber doch totes Gerüst aus Materieklumpen. Keine schöne Vorstellung von einer Welt.Als zweites Grundprinzip des Modells wird daher die Kommunikation zwischen ähnlichen Dingen hinzugenommen. Erst mit der Möglichkeit zur Kommunikation wird die Welt mit Leben erfüllt.Selbstähnlichkeit und Kommunikation erwecken die Welt zwar zum Leben, diese wäre aber doch statisch, wenn ähnliche Dinge zwar kommunizieren sich aber nicht bewegen können.Als drittes Grundprinzip wird daher die Bewegung von ähnlichen, kommunizierenden Dingen hinzugenommen.Mit den drei Grundprinzipien geht es nun in der Welt schon turbulenter zu, in der sich nun ähnliche Dinge bewegen und miteinander kommunizieren können.Um ein Modell zu erhalten, für eine Welt in der wir leben, muß noch als viertes Grundprinzip die Änderung hinzugenommen werden.Die vier Grundprinzipien der Hermeneutischen Modelltheorie sind daher:</li>
</ul>
<ol type="1" class="mycode_list"><li><ol type="1" class="mycode_list"><li>SelbstähnlichkeitKommunikationBewegung<br />
<ol type="1" class="mycode_list"><li><ol type="1" class="mycode_list"><li>Änderung</li>
</ol>
</li>
</ol>
<ul class="mycode_list"><li>Ein wissenschaftlich brauchbares Modell erhalten wir, wenn wir diese vier Grundprinzipien in einem Fraktalen Netzwerk zusammenfassen.In diesem Modell können wir die Welt zwar nicht in eine deterministische Formel packen, wir können sie werder beweisen noch können wir sie damit beherrschen. Wir können sie aber verstehen und lernen, sie mit dem richtigen Blick und dem gebotenen Respekt zu betrachten.Das Modell kann der Wissenschaft auch dazu dienen, in einem zwar bescheidenen aber doch hilfreichen Rahmen Simulationen durchzuführen, um daran zu erkennen, wie sich sein Eingreifen in die Natur auf diese, auf sich selbst und die Entwicklung der gesamten Welt auswirkt.Offensichtlich hat Gott den Menschen dazu auserkoren, ihm beim Bau der Schöpfung hilfreich zur Hand zu gehen. Der Mensch aber, so müssen wir annehmen, war mit dieser Aufgabe bisher hoffnungslos überfordert. Was er baute und zur Schöpfung beizutragen hatte brachte nicht nur Segen, sondern auch viel Leid.Nun, so scheint es, hat Gott dem Menschen die Möglichkeit zur Simulation gegeben, auf daß sein Lehrling erst einmal daran testen möge, was er in der Welt verändern möchte.Dies wird ein sinnvoller Schutzmechanismus sein, der den Menschen vor den dümmsten Fehlern bewahren kann.8 Die Evolution des Universums<ul class="mycode_list"><li>Absolute Sicherheit wird aber auch das nicht bringen. Denn, was ist schon der größte für uns realisierbare Superrechner (der im wesentlichen deterministisch gesteuert und damit dreidimensional bleibt) gegen die Natur und die Welt in der wir leben und dem eine großen, sich dramatisch-chaotisch entwickelnden Evolutionsprozeß unseres Universums, der sich aus endlich vielen, abzählbar unendlich vielen und überabzählbar vielen chaotischen Teilprozessen zusammensetzt. Teilprozesse, die auch jeden von uns in Gang gebrachten und jeden simulierten Prozeß wiederum als Teilprozesse enthalten. Teilprozesse, die sich vom Zufall hin zur Ordnung oder von der Ordnung hin zum Zufall bewegen. Teilprozesse, die alle dem einen Ordnungsprinzip gehorchen, dem Ordnungsprinzip, das wir mit der Chaostheorie und der Fraktalen Geometrie zu verstehen versuchen.Dieser eine Prozeß von dem wir immer ein Teil sind, von dem wir immer nur einen kleinen Ausschnitt begreifen können, dieser Prozeß bei dem sich sogar die Zeit chaotisch verhält, dieser wahrhaft göttliche Entwicklungsprozeß ist der Prozeß, der seinen Anfang im reinen Zufall genommen hat und sich auf die im unendlichen zu erahnende göttliche Ordnung zubewegt.In diesem gewaltigen Prozeß, der die Entwicklung der Welt bedeutet, können wir erahnen wie sich Atome zu Materie, materie zu Sternen, Materie zu Molekühlen, Molekühle zu Zellen, Zellen zu Lebewesen, Lebewesen zu politischen Ordnungen, politische Ordnungen zu Nationalstaaten, Nationalstaaten zu internationalen Gemeinschaften zusammenschließen.Wir können dies verstehen, wenn wir das Ähnlichkeitsprinzip als wichtigstes Prinzip unserer Theorie verstehen und nicht versuchen das Dach ohne ein Fundament in den leeren Raum zu bauen.</li>
</ul>
9 Schluß<ul class="mycode_list"><li>Um die Welt zu verstehen müssen wir Wissenschaft betreiben. Um aber Gott zu danken, daß wir in dieser wunderbarsten aller Welten leben dürfen, müssen wir glauben.Matthias Otte            Freiburg, 22. Juni 1992</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
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</li>
</ol>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Die offene Gesellschaft und ihre Feinde]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=164</link>
			<pubDate>Mon, 19 Jun 2017 03:29:25 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=25">Matthias</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=164</guid>
			<description><![CDATA[Diesen Beitrag widme ich meinem Vater Wolfgang Otte, der 1984 bei einem Autounfall ums Leben kam. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich mich nach langen Überlegungen doch zu einem Hochschulstudium durchringen konnte. Er hinterließ mir nicht nur seine sehr umfangreiche Privatbibliothek, sondern auch den Hinweis auf den Philosphen Karl Raimund Popper. Das ist das beste, was wir im Moment haben, waren einer seiner letzten Worte, kurz vor seinem Tod.<br />
<br />
Der Einfachheit halber gebe ich hier einen sehr guten Artikel aus der Zeit-online wieder.<br />
<br />
P O R T R Ä T : Die offene Gesellschaft und ihre Feinde <br />
Skeptischer Weltverbesserer: Vor hundert Jahren wurde der Philosoph Karl Raimund Popper geboren <br />
Von Richard Herzinger <br />
25. Juli 2002, 8:00 Uhr Editiert am 23. Dezember 2013, 12:17 Uhr DIE ZEIT <br />
<br />
Die offene Gesellschaft und ihre Feinde <br />
<br />
Neben Karl Marx hat wohl kein anderer Philosoph der vergangenen zwei Jahrhunderte eine so große politische Wirkung erzielt wie Karl Raimund Popper. Während aber das Imperium, das sich auf das Marxsche Gedankensystem berief, 1989/90 unterging, sind die Ideen Poppers von ebenjener demokratischen Revolution, die es zum Einsturz brachte, eindrucksvoll bestätigt worden. <br />
<br />
Und das, obwohl oder vielmehr: gerade weil er radikal mit der Tradition deutscher spekulativer Geschichtsphilosophie gebrochen hatte und alles andere sein wollte als ein Prophet. In seiner Schrift <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das Elend des Historizismus,</span> die 1944 erschien und deren Titel ironisch auf Marxens Pamphlet <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das Elend der Philosophie</span> anspielte, erteilte Popper dem Versuch "orakelnder Philosophen", aus der Geschichte "Gesetze" zu destillieren und daraus eine pseudowissenschaftliche Begründung für die Errichtung einer wie immer gearteten idealen Gesellschaft zu zimmern, eine scharfe Absage. Geschichte hat für Popper keinen immanenten Sinn; Träger des Fortschritts und der Verbesserung des menschlichen Lebens sind keine durch irgendein höheres Prinzip ermächtigten Kollektive, sondern ausschließlich selbstverantwortlich handelnde Subjekte, die jederzeit dem Irrtum ausgesetzt sind. <br />
<br />
1945, noch während seiner Lehrtätigkeit in Neuseeland, erschien Poppers berühmtestes Werk: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die offene Gesellschaft und ihre Feinde,</span> in dem er seinen Widerstand gegen alle Spielarten totalisierender Philosophie ideengeschichtlich untermauerte. Totalitäres Denken ist für ihn nicht erst ein Produkt des 19. oder 20. Jahrhunderts. Er spürt es bereits bei Platon auf, in dessen Konzeption eines hierarchisch gegliederten Staates er das Urmuster eines ideologischen "Aufstands gegen die Freiheit" erblickt. Weit heftiger noch als den griechischen Klassiker verdammt Popper aber Hegel, den er als philosophischen Scharlatan und intellektuellen Obskurantisten betrachtete. In Hegels "dialektischer" Methode konnte er nichts anderes erkennen als eine Unterminierung der Vernunft zum Zwecke der Apologie eines übermächtigen, autoritären Staats. <br />
Dass er Hegel damit unzulässig verkürzte, ist Popper oft vorgehalten worden. Doch sein Angriff musste wohl so massiv ausfallen, attackierte er mit Hegel doch die philosophische Schlüsselfigur, auf die sich sowohl der rechte als auch der linke Autoritarismus beriefen. So vehement Popper den sozialistischen Kollektivismus - und jegliche egalitäre Utopie - ablehnte, so sehr verabscheute er die Vorsänger der nationalen Gemeinschaft nach der Melodie von Fichtes "geschlossenem Handelsstaat". Die Lehre von der ethnisch homogenen Nation war für ihn schlicht archaisches Hordendenken. <br />
<br />
Doch nicht nur als politischer Philosoph, sondern auch als Wissenschaftstheoretiker hat Popper unhintergehbare Maßstäbe gesetzt. Er ging dabei von dem gleichen Kerngedanken aus wie in seinen gesellschaftstheoretischen Schriften: Geschlossene Systeme, die sich gegen Kritik immunisieren, sind zum Fortschritt unfähig, ersticken jede geistige Unabhängigkeit und Kreativität und gehen am Ende an ihrer eigenen Unbeweglichkeit zugrunde. Offene Systeme dagegen, die das Risiko einer Wiederlegung noch der scheinbar unverzichtbarsten Wahrheiten auf sich nehmen, sind nicht nur humaner, sondern erweisen sich auch als leistungsfähiger und erfolgreicher. Wissenschaftliche ebenso wie politische Systeme sind erst dann akzeptabel, wenn sie lernfähig und zur Selbstkorrektur in der Lage sind. <br />
Erkenntnistheoretisch folgt daraus der "Fallibilismus": Das Kriterium für die Rationalität einer Theorie sei nicht ihre empirische Verifizierbarkeit, sondern, im Gegenteil, ihre Falsifizierbarkeit. Jede Theorie kann nicht mehr als einen Annäherungswert an die Wahrheit darstellen; sie bleibt nur so lange gültig, bis eine besser begründete an ihre Stelle tritt. Damit überwand er die Auffassungen des Wiener Kreises, jenes vom Positivismus Ernst Machs inspirierten Zirkels von Wissenschaftlern und Philosophen, in dem er Anfang der dreißiger Jahre erste philosophische Anerkennung erhielt. Er rebellierte namentlich gegen Wittgensteins Maxime, von den Dingen, über die sie nicht reden könne, müsse die Philosophie schweigen. Popper, der aus der Reformpädagogik zur Philosophie gestoßen war, bestand darauf, dass sich ein Denker allen Problemen menschlichen Lebens annehmen und zu ihrer praktischen Lösung beitragen müsse. Dies freilich, ohne sich über die Erfahrungswelt der so genannten einfachen Menschen zu erheben. Popper verlangte von Philosophie und Wissenschaft klares Denken und eine verständliche Sprache. <br />
<br />
Auf der Basis dieser Einsichten hat der am 28. Juli 1902 in Wien als Spross einer wohlhabenden, liberal und laizistisch gesinnten jüdischen Familie geborene Karl Popper - seine Eltern waren bereits 1900 zum Protestantismus konvertiert - das Selbstverständnis der westlichen Demokratien auf eine neue Grundlage gestellt. Poppers Konzepte der "offenen Gesellschaft" und des "kritischen Rationalismus" verbanden den Skeptizismus der postidealistischen bürgerlichen Gesellschaft mit dem Erbe der Aufklärung und ihrer Überzeugung von der unendlichen Verbesserungsfähigkeit der menschlichen Verhältnisse. Er forderte, alle - auch die scheinbar unbezweifelbarsten wissenschaftlichen - Wahrheiten infrage zu stellen, und hielt doch - gegen alle Varianten des Relativismus - an der Annahme einer objektiven Wahrheit und der Einheit des Wissens fest. Er schlug damit nicht zuletzt eine Brücke zwischen dem angelsächsischen Empirismus und der kontinentalen Bewusstseinsphilosophie in der Tradition Kants. <br />
<br />
Zu Weltruhm gelangte Popper in den fünfziger Jahren - als Professor an der London School of Economics. 1949 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an, 1965 wurde er in den Adelsstand erhoben. Sein Hang zur Verabsolutierung seiner Ansichten trug ihm unter Kollegen den Spitznamen "der totalitäre Liberale" ein. Hinter Popper, der 1994 in London starb, kann die liberale Gesellschaft nicht zurück. Die Suche nach einer Philosophie der Freiheit ist mit ihm aber nicht zu Ende gegangen. <br />
<br />
<img src="http://ich-glaub-es.net/images/smilies/aegypten_smilies_0012.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: aegypten_smilies_0012.gif]" class="mycode_img" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Diesen Beitrag widme ich meinem Vater Wolfgang Otte, der 1984 bei einem Autounfall ums Leben kam. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich mich nach langen Überlegungen doch zu einem Hochschulstudium durchringen konnte. Er hinterließ mir nicht nur seine sehr umfangreiche Privatbibliothek, sondern auch den Hinweis auf den Philosphen Karl Raimund Popper. Das ist das beste, was wir im Moment haben, waren einer seiner letzten Worte, kurz vor seinem Tod.<br />
<br />
Der Einfachheit halber gebe ich hier einen sehr guten Artikel aus der Zeit-online wieder.<br />
<br />
P O R T R Ä T : Die offene Gesellschaft und ihre Feinde <br />
Skeptischer Weltverbesserer: Vor hundert Jahren wurde der Philosoph Karl Raimund Popper geboren <br />
Von Richard Herzinger <br />
25. Juli 2002, 8:00 Uhr Editiert am 23. Dezember 2013, 12:17 Uhr DIE ZEIT <br />
<br />
Die offene Gesellschaft und ihre Feinde <br />
<br />
Neben Karl Marx hat wohl kein anderer Philosoph der vergangenen zwei Jahrhunderte eine so große politische Wirkung erzielt wie Karl Raimund Popper. Während aber das Imperium, das sich auf das Marxsche Gedankensystem berief, 1989/90 unterging, sind die Ideen Poppers von ebenjener demokratischen Revolution, die es zum Einsturz brachte, eindrucksvoll bestätigt worden. <br />
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Und das, obwohl oder vielmehr: gerade weil er radikal mit der Tradition deutscher spekulativer Geschichtsphilosophie gebrochen hatte und alles andere sein wollte als ein Prophet. In seiner Schrift <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das Elend des Historizismus,</span> die 1944 erschien und deren Titel ironisch auf Marxens Pamphlet <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Das Elend der Philosophie</span> anspielte, erteilte Popper dem Versuch "orakelnder Philosophen", aus der Geschichte "Gesetze" zu destillieren und daraus eine pseudowissenschaftliche Begründung für die Errichtung einer wie immer gearteten idealen Gesellschaft zu zimmern, eine scharfe Absage. Geschichte hat für Popper keinen immanenten Sinn; Träger des Fortschritts und der Verbesserung des menschlichen Lebens sind keine durch irgendein höheres Prinzip ermächtigten Kollektive, sondern ausschließlich selbstverantwortlich handelnde Subjekte, die jederzeit dem Irrtum ausgesetzt sind. <br />
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1945, noch während seiner Lehrtätigkeit in Neuseeland, erschien Poppers berühmtestes Werk: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Die offene Gesellschaft und ihre Feinde,</span> in dem er seinen Widerstand gegen alle Spielarten totalisierender Philosophie ideengeschichtlich untermauerte. Totalitäres Denken ist für ihn nicht erst ein Produkt des 19. oder 20. Jahrhunderts. Er spürt es bereits bei Platon auf, in dessen Konzeption eines hierarchisch gegliederten Staates er das Urmuster eines ideologischen "Aufstands gegen die Freiheit" erblickt. Weit heftiger noch als den griechischen Klassiker verdammt Popper aber Hegel, den er als philosophischen Scharlatan und intellektuellen Obskurantisten betrachtete. In Hegels "dialektischer" Methode konnte er nichts anderes erkennen als eine Unterminierung der Vernunft zum Zwecke der Apologie eines übermächtigen, autoritären Staats. <br />
Dass er Hegel damit unzulässig verkürzte, ist Popper oft vorgehalten worden. Doch sein Angriff musste wohl so massiv ausfallen, attackierte er mit Hegel doch die philosophische Schlüsselfigur, auf die sich sowohl der rechte als auch der linke Autoritarismus beriefen. So vehement Popper den sozialistischen Kollektivismus - und jegliche egalitäre Utopie - ablehnte, so sehr verabscheute er die Vorsänger der nationalen Gemeinschaft nach der Melodie von Fichtes "geschlossenem Handelsstaat". Die Lehre von der ethnisch homogenen Nation war für ihn schlicht archaisches Hordendenken. <br />
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Doch nicht nur als politischer Philosoph, sondern auch als Wissenschaftstheoretiker hat Popper unhintergehbare Maßstäbe gesetzt. Er ging dabei von dem gleichen Kerngedanken aus wie in seinen gesellschaftstheoretischen Schriften: Geschlossene Systeme, die sich gegen Kritik immunisieren, sind zum Fortschritt unfähig, ersticken jede geistige Unabhängigkeit und Kreativität und gehen am Ende an ihrer eigenen Unbeweglichkeit zugrunde. Offene Systeme dagegen, die das Risiko einer Wiederlegung noch der scheinbar unverzichtbarsten Wahrheiten auf sich nehmen, sind nicht nur humaner, sondern erweisen sich auch als leistungsfähiger und erfolgreicher. Wissenschaftliche ebenso wie politische Systeme sind erst dann akzeptabel, wenn sie lernfähig und zur Selbstkorrektur in der Lage sind. <br />
Erkenntnistheoretisch folgt daraus der "Fallibilismus": Das Kriterium für die Rationalität einer Theorie sei nicht ihre empirische Verifizierbarkeit, sondern, im Gegenteil, ihre Falsifizierbarkeit. Jede Theorie kann nicht mehr als einen Annäherungswert an die Wahrheit darstellen; sie bleibt nur so lange gültig, bis eine besser begründete an ihre Stelle tritt. Damit überwand er die Auffassungen des Wiener Kreises, jenes vom Positivismus Ernst Machs inspirierten Zirkels von Wissenschaftlern und Philosophen, in dem er Anfang der dreißiger Jahre erste philosophische Anerkennung erhielt. Er rebellierte namentlich gegen Wittgensteins Maxime, von den Dingen, über die sie nicht reden könne, müsse die Philosophie schweigen. Popper, der aus der Reformpädagogik zur Philosophie gestoßen war, bestand darauf, dass sich ein Denker allen Problemen menschlichen Lebens annehmen und zu ihrer praktischen Lösung beitragen müsse. Dies freilich, ohne sich über die Erfahrungswelt der so genannten einfachen Menschen zu erheben. Popper verlangte von Philosophie und Wissenschaft klares Denken und eine verständliche Sprache. <br />
<br />
Auf der Basis dieser Einsichten hat der am 28. Juli 1902 in Wien als Spross einer wohlhabenden, liberal und laizistisch gesinnten jüdischen Familie geborene Karl Popper - seine Eltern waren bereits 1900 zum Protestantismus konvertiert - das Selbstverständnis der westlichen Demokratien auf eine neue Grundlage gestellt. Poppers Konzepte der "offenen Gesellschaft" und des "kritischen Rationalismus" verbanden den Skeptizismus der postidealistischen bürgerlichen Gesellschaft mit dem Erbe der Aufklärung und ihrer Überzeugung von der unendlichen Verbesserungsfähigkeit der menschlichen Verhältnisse. Er forderte, alle - auch die scheinbar unbezweifelbarsten wissenschaftlichen - Wahrheiten infrage zu stellen, und hielt doch - gegen alle Varianten des Relativismus - an der Annahme einer objektiven Wahrheit und der Einheit des Wissens fest. Er schlug damit nicht zuletzt eine Brücke zwischen dem angelsächsischen Empirismus und der kontinentalen Bewusstseinsphilosophie in der Tradition Kants. <br />
<br />
Zu Weltruhm gelangte Popper in den fünfziger Jahren - als Professor an der London School of Economics. 1949 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an, 1965 wurde er in den Adelsstand erhoben. Sein Hang zur Verabsolutierung seiner Ansichten trug ihm unter Kollegen den Spitznamen "der totalitäre Liberale" ein. Hinter Popper, der 1994 in London starb, kann die liberale Gesellschaft nicht zurück. Die Suche nach einer Philosophie der Freiheit ist mit ihm aber nicht zu Ende gegangen. <br />
<br />
<img src="http://ich-glaub-es.net/images/smilies/aegypten_smilies_0012.gif" loading="lazy"  alt="[Bild: aegypten_smilies_0012.gif]" class="mycode_img" />]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wem Zeit wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit...]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=155</link>
			<pubDate>Wed, 31 May 2017 23:23:18 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=24">Elevation Eight</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=155</guid>
			<description><![CDATA[Performance zu Texten des Mystikers Jakob Böhme <br />
Musik: Ulrike Vorwald | Rezitationen: Anne Schildt <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Jakob Böhme, Schuhmacher aus Görlitz, erlebt um das Jahr 1600, im Alter von 25 Jahren, etwas seelisch-geistig so Tiefgreifendes, daß er erst viele Jahre später beginnt, mit anderen darüber zu sprechen: die Offenbarung vom Wesen des Menschen. Sein Leben lang ringt er um Worte für etwas kaum Sagbares und findet sie doch: zuerst „sich selbsten zum Memorial“, bald gelesen und verehrt von vielen Menschen in ganz Europa, doch auch bekämpft von Vertretern der christlichen Kirche."</span><br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Sonntag, 04. Juni 2017, 19:00, Schillerhaus Leipzig</span><br />
<a href="http://www.leipzig-gohlis.de/schillerhaus/veranstaltungen.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">http://www.leipzig-gohlis.de/schillerhau...ungen.html</a><br />
<br />
Info: <span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Jakob Böhme</span> war ein deutscher Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph. Die Philosophie von Böhme zeichnet sich durch einen idealistischen Pantheismus aus [...] Die wesentlichen geistigen Quellen, auf die sich diese Richtugn stützte, waren Nikolaus von Kues, Paracelsus und die am Neuplatonismus <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">und der Kabbala orientierte Mystik des Agrippa</span> von Nettesheim. (gekürzt aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_B%C3%B6hme" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_B%C3%B6hme</a> ).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Performance zu Texten des Mystikers Jakob Böhme <br />
Musik: Ulrike Vorwald | Rezitationen: Anne Schildt <br />
<br />
<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">"Jakob Böhme, Schuhmacher aus Görlitz, erlebt um das Jahr 1600, im Alter von 25 Jahren, etwas seelisch-geistig so Tiefgreifendes, daß er erst viele Jahre später beginnt, mit anderen darüber zu sprechen: die Offenbarung vom Wesen des Menschen. Sein Leben lang ringt er um Worte für etwas kaum Sagbares und findet sie doch: zuerst „sich selbsten zum Memorial“, bald gelesen und verehrt von vielen Menschen in ganz Europa, doch auch bekämpft von Vertretern der christlichen Kirche."</span><br />
<br />
<span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Sonntag, 04. Juni 2017, 19:00, Schillerhaus Leipzig</span><br />
<a href="http://www.leipzig-gohlis.de/schillerhaus/veranstaltungen.html" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">http://www.leipzig-gohlis.de/schillerhau...ungen.html</a><br />
<br />
Info: <span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">Jakob Böhme</span> war ein deutscher Mystiker, Philosoph und christlicher Theosoph. Die Philosophie von Böhme zeichnet sich durch einen idealistischen Pantheismus aus [...] Die wesentlichen geistigen Quellen, auf die sich diese Richtugn stützte, waren Nikolaus von Kues, Paracelsus und die am Neuplatonismus <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">und der Kabbala orientierte Mystik des Agrippa</span> von Nettesheim. (gekürzt aus <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_B%C3%B6hme" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_B%C3%B6hme</a> ).]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[An das Publicum, oder Niemand, den Kundbaren.]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=40</link>
			<pubDate>Mon, 13 Feb 2017 10:39:31 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=1">Eik</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=40</guid>
			<description><![CDATA[<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">An das Publicum, oder Niemand, den Kundbaren.</span></span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">οδ' ΟΥΤΙΣ, που 'στιν</span></span></span><br />
<br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Eurip. Κυκλοψ.</span></span></span><br />
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> führst einen Namen, und brauchst keinen Beweis <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deines</span> Daseyns, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> findest Glauben, und thust keine Zeichen denselben zu verdienen, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> erhältst Ehre, und hast weder Begrif noch Gefühl davon. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wir wissen, daß es keinen Götzen in der Welt giebt.</span> Ein Mensch bist <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> auch nicht; doch must <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> ein menschlich Bild seyn, das der Aberglaube vergöttert hat. Es fehlt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dir</span> nicht an Augen und Ohren, die aber nicht sehen, nicht hören; und das künstliche Auge, das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> machst, das künstliche Ohr, das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> pflanzest, ist, gleich den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deinigen</span>, blind und taub. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> must alles wissen, und lernst nichts; <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> must alles richten , und verstehst nichts, lernst immerdar, und kannst nimmer zur Erkenntnis der Wahrheit kommen; <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> dichtest, hast zu schaffen, bist über Feld, oder schläfst vielleicht, wenn <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deine</span> Priester laut ruffen, und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> ihnen und ihrem Spötter mit Feuer antworten solltest. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dir</span> werden täglich Opfer gebracht, die andere auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deine</span>Rechnung verzehren, um aus <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deinen</span> starken Mahlzeiten <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dein</span> Leben wahrscheinlich zu machen. So eckel <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> bist, nimmst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> doch mit allem für lieb, wenn man nur nicht leer vor <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dir</span> erscheint. Ich werfe mich wie der Philosoph zu den erhörenden Füssen eines Tyrannen. Meine Gabe besteht in nichts als Küchlein, von denen ein Gott, wie <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span>, einst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">barst</span>. Überlaß sie daher einem Paar <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deiner</span> Anbeter, die ich durch diese Pillen von dem Dienst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deiner Eitelkeit</span> zu reinigen wünsche.</span></span></span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Weil <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> die Züge menschlicher Unwissenheit und Neugierde an <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deinem</span> Gesichte trägst; so will ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dir</span> beichten, wer die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zween</span> sind, denen ich durch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deine</span> Hände diesen frommen Betrug spielen will. Der erste arbeitet am Stein der Weisen, wie ein Menschenfreund, der ihn für ein Mittel ansieht, den Fleiß, die bürgerliche Tugenden und das Wohl des gemeinen Wesens zu befördern. Ich habe für ihn in der mystischen Sprache eines Sophisten geschrieben; weil Weisheit immer das verborgenste Geheimnis der Politick bleiben wird, wenn gleich die Alchymie zu ihren Zweck kommt, alle die Menschen reich zu machen, welche durch des Marqvis von Mirabeau fruchtbare Maximen bald! Frankreich bevölkern müssen. Nach dem heutigen Plan der Welt bleibt die Kunst Gold zu machen also mit Recht das höchste Project und höchste Gut unserer Staatsklugen.</span></span></span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Der andere möchte einen so allgemeinen Weltweisen und guten Münzwaradein abgeben, als Newton war. Kein Theil der Kritick ist sicherer, als die man für Gold und Silber erfunden hat. Daher kann die Verwirrung in dem Münzwesen Deutschlands so groß nicht seyn, als die in die Lehrbücher eingeschlichen, so unter uns gang und gebe sind. Es fehlt uns an richtigen Verhältnis-Tabellen, die uns bestimmen, wie viellöthig an Korn und Schrot ein Einfall seyn müsse, wenn er eine Wahrheit gelten soll u. s. w. </span></span></span></div>
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Ω Ζευ, τι δη χρυσον μεν ος κιβδηλος η,<br />
Τεκμηρι' ανθρωποισιν ωπασας σαφη<br />
Ανδρων δ' οτω χρη τον κακον διειδεναι<br />
Ουδεις χαρακτηρ εμπεφυκε σωματι</span></span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font"><br />
Euripides Medea.</span></span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Weil diese Küchlein nicht gekaut, sondern geschluckt werden müssen, gleich denjenigen, so die Cosmische Familie zu Florenz in ihr Wapen aufnahm; so sind sie nicht für den Geschmack gemacht. Was ihre Wirkungen anbetrift; so lernte bey einem ähnlichen Gefühl derselben Vespasian zuerst das Glück <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deines Namens</span> erkennen, und soll auf einem Stuhl, der nicht sein Thron war, ausgeruffen haben: VTI PVTO, DEVS FIO!</span></span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">An das Publicum, oder Niemand, den Kundbaren.</span></span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">οδ' ΟΥΤΙΣ, που 'στιν</span></span></span><br />
<br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Eurip. Κυκλοψ.</span></span></span><br />
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font"><span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> führst einen Namen, und brauchst keinen Beweis <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deines</span> Daseyns, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> findest Glauben, und thust keine Zeichen denselben zu verdienen, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> erhältst Ehre, und hast weder Begrif noch Gefühl davon. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Wir wissen, daß es keinen Götzen in der Welt giebt.</span> Ein Mensch bist <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> auch nicht; doch must <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> ein menschlich Bild seyn, das der Aberglaube vergöttert hat. Es fehlt <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dir</span> nicht an Augen und Ohren, die aber nicht sehen, nicht hören; und das künstliche Auge, das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> machst, das künstliche Ohr, das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> pflanzest, ist, gleich den <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deinigen</span>, blind und taub. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> must alles wissen, und lernst nichts; <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> must alles richten , und verstehst nichts, lernst immerdar, und kannst nimmer zur Erkenntnis der Wahrheit kommen; <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> dichtest, hast zu schaffen, bist über Feld, oder schläfst vielleicht, wenn <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deine</span> Priester laut ruffen, und <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> ihnen und ihrem Spötter mit Feuer antworten solltest. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dir</span> werden täglich Opfer gebracht, die andere auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deine</span>Rechnung verzehren, um aus <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deinen</span> starken Mahlzeiten <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dein</span> Leben wahrscheinlich zu machen. So eckel <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> bist, nimmst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> doch mit allem für lieb, wenn man nur nicht leer vor <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dir</span> erscheint. Ich werfe mich wie der Philosoph zu den erhörenden Füssen eines Tyrannen. Meine Gabe besteht in nichts als Küchlein, von denen ein Gott, wie <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span>, einst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">barst</span>. Überlaß sie daher einem Paar <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deiner</span> Anbeter, die ich durch diese Pillen von dem Dienst <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deiner Eitelkeit</span> zu reinigen wünsche.</span></span></span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Weil <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Du</span> die Züge menschlicher Unwissenheit und Neugierde an <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deinem</span> Gesichte trägst; so will ich <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Dir</span> beichten, wer die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Zween</span> sind, denen ich durch <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deine</span> Hände diesen frommen Betrug spielen will. Der erste arbeitet am Stein der Weisen, wie ein Menschenfreund, der ihn für ein Mittel ansieht, den Fleiß, die bürgerliche Tugenden und das Wohl des gemeinen Wesens zu befördern. Ich habe für ihn in der mystischen Sprache eines Sophisten geschrieben; weil Weisheit immer das verborgenste Geheimnis der Politick bleiben wird, wenn gleich die Alchymie zu ihren Zweck kommt, alle die Menschen reich zu machen, welche durch des Marqvis von Mirabeau fruchtbare Maximen bald! Frankreich bevölkern müssen. Nach dem heutigen Plan der Welt bleibt die Kunst Gold zu machen also mit Recht das höchste Project und höchste Gut unserer Staatsklugen.</span></span></span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Der andere möchte einen so allgemeinen Weltweisen und guten Münzwaradein abgeben, als Newton war. Kein Theil der Kritick ist sicherer, als die man für Gold und Silber erfunden hat. Daher kann die Verwirrung in dem Münzwesen Deutschlands so groß nicht seyn, als die in die Lehrbücher eingeschlichen, so unter uns gang und gebe sind. Es fehlt uns an richtigen Verhältnis-Tabellen, die uns bestimmen, wie viellöthig an Korn und Schrot ein Einfall seyn müsse, wenn er eine Wahrheit gelten soll u. s. w. </span></span></span></div>
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Ω Ζευ, τι δη χρυσον μεν ος κιβδηλος η,<br />
Τεκμηρι' ανθρωποισιν ωπασας σαφη<br />
Ανδρων δ' οτω χρη τον κακον διειδεναι<br />
Ουδεις χαρακτηρ εμπεφυκε σωματι</span></span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font"><br />
Euripides Medea.</span></span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Weil diese Küchlein nicht gekaut, sondern geschluckt werden müssen, gleich denjenigen, so die Cosmische Familie zu Florenz in ihr Wapen aufnahm; so sind sie nicht für den Geschmack gemacht. Was ihre Wirkungen anbetrift; so lernte bey einem ähnlichen Gefühl derselben Vespasian zuerst das Glück <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Deines Namens</span> erkennen, und soll auf einem Stuhl, der nicht sein Thron war, ausgeruffen haben: VTI PVTO, DEVS FIO!</span></span></span>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Ecce homo]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=39</link>
			<pubDate>Mon, 13 Feb 2017 10:34:04 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=1">Eik</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=39</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-family: SpiegelSansWeb, Calibri, Candara, Arial, Helvetica, sans-serif;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Friedrich Wilhelm Nietzsche: Ecce homo - Kapitel 2</span></span></span><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-family: SpiegelSansWeb, Calibri, Candara, Arial, Helvetica, sans-serif;" class="mycode_font"> </span></span><br />
<br />
<br />
<span style="font-size: small;" class="mycode_size">Kapitel 2 </span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Vorwort<br />
</span></span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">1.</span></span></span><span style="font-size: small;" class="mycode_size">In Voraussicht, dass ich über Kurzem mit der schwersten Forderung an die Menschheit herantreten muss, die je an sie gestellt wurde, scheint es mir unerlässlich, zu sagen, wer ich bin. Im Grunde dürfte man's wissen: denn ich habe mich nicht »unbezeugt gelassen«. Das Missverhältniss aber zwischen der Grösse meiner Aufgabe und der Kleinheit meiner Zeitgenossen ist darin zum Ausdruck gekommen, dass man mich weder gehört, noch auch nur gesehn hat. Ich lebe auf meinen eignen Credit hin, es ist vielleicht bloss ein Vorurtheil, daß ich lebe? ... Ich brauche nur irgend einen »Gebildeten« zu sprechen, der im Sommer ins Oberengadin kommt, um mich zu überzeugen, dass ich nicht lebe ... Unter diesen Umständen giebt es eine Pflicht, gegen die im Grunde meine Gewohnheit, noch mehr der Stolz meiner Instinkte revoltirt, nämlich zu sagen: Hört mich! denn ich bin der und der. Verwechselt mich vor Allem nicht!</span><br />
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">2<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">[size=undefined].</span>[/size]</span><span style="font-size: small;" class="mycode_size">Ich bin zum Beispiel durchaus kein Popanz, kein Moral-Ungeheuer, – ich bin sogar eine Gegensatz-Natur zu der Art Mensch, die man bisher als tugendhaft verehrt hat. Unter uns, es scheint mir, dass gerade Das zu meinem Stolz gehört. Ich bin ein jünger des Philosophen Dionysos, ich zöge vor, eher noch ein Satyr zu sein als ein Heiliger. Aber man lese nur diese Schrift. Vielleicht gelang es mir, vielleicht hatte diese Schrift gar keinen andren Sinn, als diesen Gegensatz in einer heitren und menschenfreundlichen Weise zum Ausdruck zu bringen. Das Letzte, was ich versprechen würde, wäre, die Menschheit zu »verbessern«. Von mir werden keine neuen Götzen aufgerichtet; die alten mögen lernen, was es mit thönernen Beinen auf sich hat. Götzen (mein Wort für »Ideale«) umwerfen – das gehört schon eher zu meinem Handwerk. Man hat die Realität in dem Grade um ihren Werth, ihren Sinn, ihre Wahrhaftigkeit gebracht, als man eine ideale Welt erlog ... Die »wahre Welt« und die »scheinbare Welt« – auf deutsch: die erlogne Welt und die Realität ... Die Lüge des Ideals war bisher der Fluch über der Realität, die Menschheit selbst ist durch sie bis in ihre untersten Instinkte hinein verlogen und falsch geworden bis zur Anbetung der umgekehrten Werthe, als die sind, mit denen ihr erst das Gedeihen, die Zukunft, das hohe Recht auf Zukunft verbürgt wäre.</span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">3.Wer die Luft meiner Schriften zu athmen weiss, weiss, dass es eine Luft der Höhe ist, eine starke Luft. Man muss für sie geschaffen sein, sonst ist die Gefahr keine kleine, sich in ihr zu erkälten. Das Eis ist nahe, die Einsamkeit ist ungeheuer – aber wie ruhig alle Dinge im Lichte liegen! wie frei man athmet! wie Viel man unter sich fühlt! – Philosophie, wie ich sie bisher verstanden und gelebt habe, ist das freiwillige Leben in Eis und Hochgebirge – das Aufsuchen alles Fremden und Fragwürdigen im Dasein, alles dessen, was durch die Moral bisher in Bann gethan war. Aus einer langen Erfahrung, welche eine solche Wanderung im Verbotenen gab, lernte ich die Ursachen, aus denen bisher moralisirt und idealisirt wurde, sehr anders ansehn als es erwünscht sein mag: die verborgene Geschichte der Philosophen, die Psychologie ihrer grossen Namen kam für mich an's Licht. – Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagt ein Geist? das wurde für mich immer mehr der eigentliche Werthmesser. Irrthum (– der Glaube an's Ideal – ) ist nicht Blindheit, Irrthum ist Feigheit ... Jede Errungenschaft, jeder Schritt vorwärts in der Erkenntniss folgt aus dem Muth, aus der Härte gegen sich, aus der Sauberkeit gegen sich ... Ich widerlege die Ideale nicht, ich ziehe bloss Handschuhe vor ihnen an ... Nitimur in vetitum: in diesem Zeichen siegt einmal meine Philosophie, denn man verbot bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit. –</span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.Innerhalb meiner Schriften steht für sich mein Zarathustra. Ich habe mit ihm der Menschheit das grösste Geschenk gemacht, das ihr bisher gemacht worden ist. Dies Buch, mit einer Stimme über Jahrtausende hinweg, ist nicht nur das höchste Buch, das es giebt, das eigentliche Höhenluft-Buch – die ganze Thatsache Mensch liegt in ungeheurer Ferne unter ihm –, es ist auch das tiefste, das aus dem innersten Reichthum der Wahrheit heraus geborene, ein unerschöpflicher Brunnen, in den kein Eimer hinabsteigt, ohne mit Gold und Güte gefüllt heraufzukommen. Hier redet kein »Prophet«, keiner jener schauerlichen Zwitter von Krankheit und Willen zur Macht, die man Religionsstifter nennt. Man muss vor Allem den Ton, der aus diesem Munde kommt, diesen halkyonischen Ton richtig hören, um dem Sinn seiner Weisheit nicht erbarmungswürdig Unrecht zu thun. »Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen, Gedanken, die mit Taubenfüssen kommen, lenken die Welt »</span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Die Feigen fallen von den Bäumen, sie sind gut und süss: und indem sie fallen, reisst ihnen die rothe Haut. Ein Nordwind bin ich reifen Feigen.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Also, gleich Feigen, fallen euch diese Lehren zu, meine Freunde: nun trinkt ihren Saft und ihr süsses Fleisch! Herbst ist es umher und reiner Himmel und Nachmittag –</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Hier redet kein Fanatiker, hier wird nicht »gepredigt«, hier wird nicht Glauben verlangt: aus einer unendlichen Lichtfülle und Glückstiefe fällt Tropfen für Tropfen, Wort für Wort, eine zärtliche Langsamkeit ist das tempo dieser Reden. Dergleichen gelangt nur zu den Auserwähltesten; es ist ein Vorrecht ohne Gleichen hier Hörer zu sein; es steht Niemandem frei, für Zarathustra Ohren zu haben ... Ist Zarathustra mit Alledem nicht ein Verführer? ... Aber was sagt er doch selbst, als er zum ersten Male wieder in seine Einsamkeit zurückkehrt? Genau das Gegentheil von dem, was irgend ein »Weiser«, »Heiliger«, »Welt-Erlöser« und andrer décadent in einem solchen Falle sagen würde ... Er redet nicht nur anders, er ist auch anders.. .</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Allein gehe ich nun, meine Jünger! Auch ihr geht nun davon und allein! So will ich es.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Geht fort von mir und wehrt euch gegen Zarathustra! Und besser noch: schämt euch seiner! Vielleicht betrog er euch.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Der Mensch der Erkenntniss muss nicht nur seine Feinde lieben, er muss auch seine Freunde hassen können.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen?</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Ihr verehrt mich: aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, dass euch nicht eine Bildsäule erschlage!</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Ihr sagt, ihr glaubt an Zarathustra? Aber was liegt an Zarathustra! Ihr seid meine Gläubigen, aber was liegt an allen Gläubigen!</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Ihr hattet euch noch nicht gesucht: da fandet ihr mich. So thun alle Gläubigen; darum ist es so wenig mit allem Glauben.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Nun heisse ich euch, mich verlieren und euch finden; und erst, wenn ihr mich Alle verleugnet habt, will ich euch wiederkehren ...</div>
<br />
<div style="text-align: right;" class="mycode_align">Friedrich Nietzsche.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<br />
An diesem vollkommnen Tage, wo Alles reift und nicht nur die Traube braun wird, fiel mir eben ein Sonnenblick auf mein Leben: ich sah rückwärts, ich sah hinaus, ich sah nie so viel und so gute Dinge auf einmal. Nicht umsonst begrub ich heute mein vierundvierzigstes Jahr, ich durfte es begraben, – was in ihm Leben war, ist gerettet, ist unsterblich. Die Umwerthung aller Werthe, die Dionysos-Dithyramben und, zur Erholung, die Götzen-Dämmerung – Alles Geschenke dieses Jahrs, sogar seines letzten Vierteljahrs! Wie sollte ich nicht meinem ganzen Leben dankbar sein? Und so erzähle ich mir mein Leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-family: SpiegelSansWeb, Calibri, Candara, Arial, Helvetica, sans-serif;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Friedrich Wilhelm Nietzsche: Ecce homo - Kapitel 2</span></span></span><span style="font-size: large;" class="mycode_size"><span style="font-family: SpiegelSansWeb, Calibri, Candara, Arial, Helvetica, sans-serif;" class="mycode_font"> </span></span><br />
<br />
<br />
<span style="font-size: small;" class="mycode_size">Kapitel 2 </span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">Vorwort<br />
</span></span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: medium;" class="mycode_size"><span style="font-family: sans-serif;" class="mycode_font">1.</span></span></span><span style="font-size: small;" class="mycode_size">In Voraussicht, dass ich über Kurzem mit der schwersten Forderung an die Menschheit herantreten muss, die je an sie gestellt wurde, scheint es mir unerlässlich, zu sagen, wer ich bin. Im Grunde dürfte man's wissen: denn ich habe mich nicht »unbezeugt gelassen«. Das Missverhältniss aber zwischen der Grösse meiner Aufgabe und der Kleinheit meiner Zeitgenossen ist darin zum Ausdruck gekommen, dass man mich weder gehört, noch auch nur gesehn hat. Ich lebe auf meinen eignen Credit hin, es ist vielleicht bloss ein Vorurtheil, daß ich lebe? ... Ich brauche nur irgend einen »Gebildeten« zu sprechen, der im Sommer ins Oberengadin kommt, um mich zu überzeugen, dass ich nicht lebe ... Unter diesen Umständen giebt es eine Pflicht, gegen die im Grunde meine Gewohnheit, noch mehr der Stolz meiner Instinkte revoltirt, nämlich zu sagen: Hört mich! denn ich bin der und der. Verwechselt mich vor Allem nicht!</span><br />
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">2<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">[size=undefined].</span>[/size]</span><span style="font-size: small;" class="mycode_size">Ich bin zum Beispiel durchaus kein Popanz, kein Moral-Ungeheuer, – ich bin sogar eine Gegensatz-Natur zu der Art Mensch, die man bisher als tugendhaft verehrt hat. Unter uns, es scheint mir, dass gerade Das zu meinem Stolz gehört. Ich bin ein jünger des Philosophen Dionysos, ich zöge vor, eher noch ein Satyr zu sein als ein Heiliger. Aber man lese nur diese Schrift. Vielleicht gelang es mir, vielleicht hatte diese Schrift gar keinen andren Sinn, als diesen Gegensatz in einer heitren und menschenfreundlichen Weise zum Ausdruck zu bringen. Das Letzte, was ich versprechen würde, wäre, die Menschheit zu »verbessern«. Von mir werden keine neuen Götzen aufgerichtet; die alten mögen lernen, was es mit thönernen Beinen auf sich hat. Götzen (mein Wort für »Ideale«) umwerfen – das gehört schon eher zu meinem Handwerk. Man hat die Realität in dem Grade um ihren Werth, ihren Sinn, ihre Wahrhaftigkeit gebracht, als man eine ideale Welt erlog ... Die »wahre Welt« und die »scheinbare Welt« – auf deutsch: die erlogne Welt und die Realität ... Die Lüge des Ideals war bisher der Fluch über der Realität, die Menschheit selbst ist durch sie bis in ihre untersten Instinkte hinein verlogen und falsch geworden bis zur Anbetung der umgekehrten Werthe, als die sind, mit denen ihr erst das Gedeihen, die Zukunft, das hohe Recht auf Zukunft verbürgt wäre.</span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">3.Wer die Luft meiner Schriften zu athmen weiss, weiss, dass es eine Luft der Höhe ist, eine starke Luft. Man muss für sie geschaffen sein, sonst ist die Gefahr keine kleine, sich in ihr zu erkälten. Das Eis ist nahe, die Einsamkeit ist ungeheuer – aber wie ruhig alle Dinge im Lichte liegen! wie frei man athmet! wie Viel man unter sich fühlt! – Philosophie, wie ich sie bisher verstanden und gelebt habe, ist das freiwillige Leben in Eis und Hochgebirge – das Aufsuchen alles Fremden und Fragwürdigen im Dasein, alles dessen, was durch die Moral bisher in Bann gethan war. Aus einer langen Erfahrung, welche eine solche Wanderung im Verbotenen gab, lernte ich die Ursachen, aus denen bisher moralisirt und idealisirt wurde, sehr anders ansehn als es erwünscht sein mag: die verborgene Geschichte der Philosophen, die Psychologie ihrer grossen Namen kam für mich an's Licht. – Wie viel Wahrheit erträgt, wie viel Wahrheit wagt ein Geist? das wurde für mich immer mehr der eigentliche Werthmesser. Irrthum (– der Glaube an's Ideal – ) ist nicht Blindheit, Irrthum ist Feigheit ... Jede Errungenschaft, jeder Schritt vorwärts in der Erkenntniss folgt aus dem Muth, aus der Härte gegen sich, aus der Sauberkeit gegen sich ... Ich widerlege die Ideale nicht, ich ziehe bloss Handschuhe vor ihnen an ... Nitimur in vetitum: in diesem Zeichen siegt einmal meine Philosophie, denn man verbot bisher grundsätzlich immer nur die Wahrheit. –</span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"><span style="font-size: small;" class="mycode_size">4.Innerhalb meiner Schriften steht für sich mein Zarathustra. Ich habe mit ihm der Menschheit das grösste Geschenk gemacht, das ihr bisher gemacht worden ist. Dies Buch, mit einer Stimme über Jahrtausende hinweg, ist nicht nur das höchste Buch, das es giebt, das eigentliche Höhenluft-Buch – die ganze Thatsache Mensch liegt in ungeheurer Ferne unter ihm –, es ist auch das tiefste, das aus dem innersten Reichthum der Wahrheit heraus geborene, ein unerschöpflicher Brunnen, in den kein Eimer hinabsteigt, ohne mit Gold und Güte gefüllt heraufzukommen. Hier redet kein »Prophet«, keiner jener schauerlichen Zwitter von Krankheit und Willen zur Macht, die man Religionsstifter nennt. Man muss vor Allem den Ton, der aus diesem Munde kommt, diesen halkyonischen Ton richtig hören, um dem Sinn seiner Weisheit nicht erbarmungswürdig Unrecht zu thun. »Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen, Gedanken, die mit Taubenfüssen kommen, lenken die Welt »</span></div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Die Feigen fallen von den Bäumen, sie sind gut und süss: und indem sie fallen, reisst ihnen die rothe Haut. Ein Nordwind bin ich reifen Feigen.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Also, gleich Feigen, fallen euch diese Lehren zu, meine Freunde: nun trinkt ihren Saft und ihr süsses Fleisch! Herbst ist es umher und reiner Himmel und Nachmittag –</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Hier redet kein Fanatiker, hier wird nicht »gepredigt«, hier wird nicht Glauben verlangt: aus einer unendlichen Lichtfülle und Glückstiefe fällt Tropfen für Tropfen, Wort für Wort, eine zärtliche Langsamkeit ist das tempo dieser Reden. Dergleichen gelangt nur zu den Auserwähltesten; es ist ein Vorrecht ohne Gleichen hier Hörer zu sein; es steht Niemandem frei, für Zarathustra Ohren zu haben ... Ist Zarathustra mit Alledem nicht ein Verführer? ... Aber was sagt er doch selbst, als er zum ersten Male wieder in seine Einsamkeit zurückkehrt? Genau das Gegentheil von dem, was irgend ein »Weiser«, »Heiliger«, »Welt-Erlöser« und andrer décadent in einem solchen Falle sagen würde ... Er redet nicht nur anders, er ist auch anders.. .</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Allein gehe ich nun, meine Jünger! Auch ihr geht nun davon und allein! So will ich es.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Geht fort von mir und wehrt euch gegen Zarathustra! Und besser noch: schämt euch seiner! Vielleicht betrog er euch.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Der Mensch der Erkenntniss muss nicht nur seine Feinde lieben, er muss auch seine Freunde hassen können.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Man vergilt einem Lehrer schlecht, wenn man immer nur der Schüler bleibt. Und warum wollt ihr nicht an meinem Kranze rupfen?</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Ihr verehrt mich: aber wie, wenn eure Verehrung eines Tages umfällt? Hütet euch, dass euch nicht eine Bildsäule erschlage!</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Ihr sagt, ihr glaubt an Zarathustra? Aber was liegt an Zarathustra! Ihr seid meine Gläubigen, aber was liegt an allen Gläubigen!</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Ihr hattet euch noch nicht gesucht: da fandet ihr mich. So thun alle Gläubigen; darum ist es so wenig mit allem Glauben.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Nun heisse ich euch, mich verlieren und euch finden; und erst, wenn ihr mich Alle verleugnet habt, will ich euch wiederkehren ...</div>
<br />
<div style="text-align: right;" class="mycode_align">Friedrich Nietzsche.</div>
<br />
<div style="text-align: justify;" class="mycode_align"> </div>
<br />
An diesem vollkommnen Tage, wo Alles reift und nicht nur die Traube braun wird, fiel mir eben ein Sonnenblick auf mein Leben: ich sah rückwärts, ich sah hinaus, ich sah nie so viel und so gute Dinge auf einmal. Nicht umsonst begrub ich heute mein vierundvierzigstes Jahr, ich durfte es begraben, – was in ihm Leben war, ist gerettet, ist unsterblich. Die Umwerthung aller Werthe, die Dionysos-Dithyramben und, zur Erholung, die Götzen-Dämmerung – Alles Geschenke dieses Jahrs, sogar seines letzten Vierteljahrs! Wie sollte ich nicht meinem ganzen Leben dankbar sein? Und so erzähle ich mir mein Leben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Barbarei und Zivilisation]]></title>
			<link>https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=38</link>
			<pubDate>Mon, 13 Feb 2017 10:28:36 +0100</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://ich-glaub-es.net/member.php?action=profile&uid=1">Eik</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://ich-glaub-es.net/showthread.php?tid=38</guid>
			<description><![CDATA[<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Aus</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Friedrich Engels</span></span><br />
<br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats</span></span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Kapitel <span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">IX </span></span><br />
<br />
Barbarei und Zivilisation</span></span><br />
<br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Wir haben jetzt die Auflösung der Gentilverfassung an den drei großen Einzelbeispielen der Griechen, Römer und Deutschen verfolgt. Untersuchen wir zum Schluß die allgemeinen ökonomischen Bedingungen, die die gentile Organisation der Gesellschaft auf der Oberstufe der Barbarei bereits untergruben und mit dem Eintritt der Zivilisation vollständig beseitigten. Hier wird uns Marx' "Kapital" ebenso notwendig sein wie Morgans Buch.</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Hervorgewachsen auf der Mittelstufe, weitergebildet auf der Oberstufe der Wildheit, erreicht die Gens, soweit unsre Quellen dies beurteilen lassen, ihre Blütezeit auf der Unterstufe der Barbarei. Mit dieser Entwicklungsstufe also beginnen wir.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Wir finden hier, wo uns die amerikanischen Rothäute als Beispiel dienen müssen, die Gentilverfassung vollkommen ausgebildet. Ein Stamm hat sich in mehrere, meistens zwei Gentes gegliedert; diese ursprünglichen Gentes zerfallen mit steigender Volkszahl jede in mehrere Tochtergentes, gegenüber denen die Muttergens als Phratrie erscheint; der Stamm selbst spaltet sich in mehrere Stämme, in deren jedem wir die alten Gentes großenteils wiederfinden; ein Bund umschließt wenigstens in einzelnen Fällen die verwandten Stämme. Diese einfache Organisation genügt vollkommen den gesellschaftlichen Zuständen, denen sie entsprungen ist. Sie ist weiter nichts als deren eigne, naturwüchsige Gruppierung, sie ist imstande, alle Konflikte auszugleichen, die innerhalb der so organisierten Gesellschaft entspringen können. Nach außen gleicht der Krieg aus; er kann mit Vernichtung des Stamms endigen, nie aber mit seiner Unterjochung. Es ist das Großartige, aber auch das Beschränkte der Gentilverfassung, daß sie für Herrschaft und Knechtung keinen Raum hat. Nach innen gibt es noch <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">|155|</span> keinen Unterschied zwischen Rechten und Pflichten; die Frage, ob Teilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten, Blutrache oder deren Sühnung, ein Recht oder eine Pflicht sei, besteht für den Indianer nicht; sie würde ihm ebenso absurd vorkommen wie die: ob Essen, Schlafen, Jagen ein Recht oder eine Pflicht sei. Ebensowenig kann eine Spaltung des Stammes und der Gens in verschiedne Klassen stattfinden. Und dies führt uns auf Untersuchung der ökonomischen Basis des Zustandes.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Bevölkerung ist äußerst dünn: verdichtet nur am Wohnort des Stamms, um den in weitem Kreise zunächst das Jagdgebiet liegt, dann der neutrale Schutzwald, der ihn von andern Stämmen trennt. Die Teilung der Arbeit ist rein naturwüchsig; sie besteht nur zwischen den beiden Geschlechtern. Der Mann führt den Krieg, geht jagen und fischen, beschafft den Rohstoff der Nahrung und die dazu nötigen Werkzeuge. Die Frau besorgt das Haus und die Zubereitung der Nahrung und Kleidung, kocht, webt, näht. Jedes von beiden ist Herr auf seinem Gebiet: der Mann im Walde, die Frau im Hause. Jedes ist Eigentümer der von ihm verfertigten und gebrauchten Werkzeuge: der Mann der Waffen, des Jagd- und Fischzeugs, die Frau des Hausrats. Die Haushaltung ist kommunistisch für mehrere, oft viele Familien. Was gemeinsam gemacht und genutzt wird, ist gemeinsames Eigentum: das Haus, der Garten, das Langboot. Hier also, und nur hier noch, gilt das von Juristen und Ökonomen der zivilisierten Gesellschaft angedichtete "selbstbearbeitete Eigentum", der letzte verlogne Rechtsvorwand, auf den das heutige kapitalistische Eigentum sich noch stützt.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Aber die Menschen blieben nicht überall auf dieser Stufe stehn. In Asien fanden sie Tiere vor, die sich zähmen und gezähmt weiterzüchten ließen. Die wilde Büffelkuh mußte erjagt werden, die zahme lieferte jährlich ein Kalb und Milch obendrein. Eine Anzahl der vorgeschrittensten Stämme - Arier, Semiten, vielleicht auch schon Turanier - machten erst die Zähmung, später nur noch die Züchtung und Wartung von Vieh zu ihrem Hauptarbeitszweig. Hirtenstämme sonderten sich aus von der übrigen Masse der Barbaren: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">erste große gesellschaftliche Teilung der Arbeit</span>. Die Hirtenstämme produzierten nicht nur mehr, sondern auch andre Lebensmittel als die übrigen Barbaren. Sie hatten nicht nur Milch, Milchprodukte und Fleisch in größeren Massen vor diesen voraus, sondern auch Häute, Wolle, Ziegenhaare und die mit der Masse des Rollstoffs sich vermehrenden Gespinste und Gewebe. Damit wurde ein regelmäßiger Austausch zum erstenmal möglich. Auf früheren Stufen können nur gelegentliche Austäusche stattfinden; besondre Geschicklichkeit in der Verfertigung von Waffen und Werkzeugen kann zu vorübergehender Arbeitsteilung führen. So sind unzweifelhafte Reste von Werkstätten für Steinwerkzeuge aus dem späteren Steinzeitalter an vielen Orten gefunden worden; die Künstler, die hier ihre Geschicklichkeit ausbildeten, arbeiteten wahrscheinlich, wie noch die ständigen Handwerker indischer Gentilgemeinwesen, für Rechnung der Gesamtheit. Keinenfalls konnte auf dieser Stufe ein andrer Austausch als der innerhalb des Stammes entstehn, und dieser blieb ausnahmsweises Ereignis. Hier dagegen, nach der Ausscheidung der Hirtenstämme, finden wir alle Bedingungen fertig zum Austausch zwischen den Gliedern verschiedner Stämme, zu seiner Ausbildung und Befestigung als regelmäßige Institution. Ursprünglich tauschte Stamm mit Stamm, durch die gegenseitigen Gentilvorsteher; als aber die Herden anfingen in Sondereigentum überzugehn, überwog der Einzelaustausch mehr und mehr und wurde endlich einzige Form. Der Hauptartikel aber, den die Hirtenstämme an ihre Nachbarn im Tausch abgaben, war Vieh; Vieh wurde die Ware, in der alle andren Waren geschätzt und die überall gern im Austausch gegen jene genommen wurde - kurz, Vieh erhielt Geldfunktion und tat Gelddienste schon auf dieser Stufe. Mit solcher Notwendigkeit und Raschheit entwickelte sich schon im Anbeginn des Warenaustausches das Bedürfnis einer Geldware.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der Gartenbau, den asiatischen Barbaren der Unterstufe wahrscheinlich fremd, kam spätestens in der Mittelstufe bei ihnen auf, als Vorläufer des Feldbaus. Das Klima der turanischen Hochebene läßt kein Hirtenleben zu ohne Futtervorräte für den langen und strengen Winter; Wiesenbau und Kultur von Kornfrucht war also hier Bedingung. Dasselbe gilt für die Steppen nördlich vom Schwarzen Meer. Wurde aber erst die Kornfrucht für das Vieh gewonnen, so wurde sie bald auch menschliche Nahrung. Das bebaute Land blieb noch Stammeseigentum, anfänglich der Gens, später von dieser den Hausgenossenschaften, endlich den einzelnen zur Benutzung überwiesen; sie mochten gewisse Besitzrechte daran haben, mehr aber auch nicht.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Von den industriellen Errungenschaften dieser Stufe sind zwei besonders wichtig. Die erste ist der Webstuhl, die zweite die Schmelzung von Metallerzen und die Verarbeitung der Metalle. Kupfer und Zinn und die aus beiden zusammengesetzte Bronze waren weitaus die wichtigsten; die Bronze lieferte brauchbare Werkzeuge und Waffen, konnte aber die Steinwerkzeuge nicht verdrängen; dies war nur dem Eisen möglich, und Eisen zu gewinnen verstand man noch nicht. Gold und Silber fingen an, zu Schmuck und Zierat verwandt zu werden, und müssen schon hoch im Wert gestanden haben gegenüber Kupfer und Bronze.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Steigerung der Produktion in allen Zweigen - Viehzucht, Ackerbau, häusliches Handwerk - gab der menschlichen Arbeitskraft die Fähigkeit, ein größeres Produkt zu erzeugen, als zu ihrem Unterhalt erforderlich war. Sie steigerte gleichzeitig die tägliche Arbeitsmenge, die jedem Mitglied der Gens, der Hausgemeinde oder der Einzelfamilie zufiel. Die Einschaltung neuer Arbeitskräfte wurde wünschenswert. Der Krieg lieferte sie: Die Kriegsgefangnen wurden in Sklaven verwandelt. Die erste große gesellschaftliche Teilung der Arbeit zog mit ihrer Steigerung der Produktivität der Arbeit, also des Reichtums, und mit ihrer Erweiterung des Produktionsfeldes, unter den gegebnen geschichtlichen Gesamtbedingungen, die Sklaverei mit Notwendigkeit nach sich. Aus der ersten großen gesellschaftlichen Arbeitsteilung entsprang die erste große Spaltung der Gesellschaft in zwei Klassen: Herren und Sklaven, Ausbeuter und Ausgebeutete.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Wie und wann die Herden aus dem Gemeinbesitz des Stammes oder der Gens in das Eigentum der einzelnen Familienhäupter übergegangen, darüber wissen wir bis jetzt nichts. Es muß aber im wesentlichen auf dieser Stufe geschehn sein. Mit den Herden nun und den übrigen neuen Reichtümern kam eine Revolution über die Familie. Der Erwerb war immer Sache des Mannes gewesen, die Mittel zum Erwerb von ihm produziert und sein Eigentum. Die Herden waren die neuen Erwerbsmittel, ihre anfängliche Zähmung und spätere Wartung sein Werk. Ihm gehörte daher das Vieh, ihm die gegen Vieh eingetauschten Waren und Sklaven. All der Überschuß, den der Erwerb jetzt lieferte, fiel dem Manne zu; die Frau genoß mit davon, aber sie hatte kein Teil am Eigentum. Der "wilde" Krieger und Jäger war im Hause zufrieden gewesen mit der zweiten Stelle, nach der Frau; der "sanftere" Hirt, auf seinen Reichtum pochend, drängte sich vor an die erste Stelle und die Frau zurück an die zweite. Und sie konnte sich nicht beklagen. Die Arbeitsteilung in der Familie hatte die Eigentumsverteilung zwischen Mann und Frau geregelt; sie war dieselbe geblieben; und doch stellte sie jetzt das bisherige häusliche Verhältnis auf den Kopf, lediglich weil die Arbeitsteilung außerhalb der Familie eine andre geworden war. Dieselbe Ursache, die der Frau ihre frühere Herrschaft im Hause gesichert: ihre Beschränkung auf die Hausarbeit, dieselbe Ursache sicherte jetzt die Herrschaft des Mannes im Hause: die Hausarbeit der Frau verschwand jetzt neben der Erwerbsarbeit des Mannes; diese war alles, jene eine unbedeutende Beigabe. Hier zeigt sich schon, daß die Befreiung der Frau, ihre Gleichstellung mit dem Manne, eine Unmöglichkeit ist und bleibt, solange die Frau von der gesellschaftlichen produktiven Arbeit ausgeschlossen und auf die häusliche Privatarbeit beschränkt bleibt. Die Befreiung der Frau wird erst möglich, sobald diese auf großem, gesellschaftlichem Maßstab an der Produktion sich beteiligen kann und die häusliche Arbeit sie nur noch in unbedeutendem Maß in Anspruch nimmt. Und dies ist erst möglich geworden durch die moderne große Industrie, die nicht nur Frauenarbeit auf großer Stufenleiter zuläßt, sondern förmlich nach ihr verlangt, und die auch die private Hausarbeit mehr und mehr in eine öffentliche Industrie aufzulösen strebt.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Mit der faktischen Herrschaft des Mannes im Hause war die letzte Schranke seiner Alleinherrschaft gefallen. Diese Alleinherrschaft wurde bestätigt und verewigt durch Sturz des Mutterrechts, Einführung des Vaterrechts, allmählichen Übergang der Paarungsehe in die Monogamie. Damit aber kam ein Riß in die alte Gentilordnung; Die Einzelfamilie wurde eine Macht und erhob sich drohend gegenüber der Gens.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der nächste Schritt führt uns auf die Oberstufe der Barbarei, die Periode, in der alle Kulturvölker ihre Heroenzeit durchmachen: die Zeit des eisernen Schwerts, aber auch der eisernen Pflugschar und Axt. Das Eisen war dem Menschen dienstbar geworden, der letzte und wichtigste aller Rohstoffe, die eine geschichtlich umwälzende Rolle spielten, der letzte - bis auf die Kartoffel. Das Eisen schuf den Feldbau auf größeren Flächen, die Urbarmachung ausgedehnterer Waldstrecken; es gab dem Handwerker Werkzeug von einer Härte und Schneide, der kein Stein, kein andres bekanntes Metall widerstand. Alles das allmählich; das erste Eisen war oft noch weicher als Bronze. So verschwand die Steinwaffe nur langsam; nicht nur im "Hildebrandslied", auch noch bei Hastings im Jahre 1066 kamen noch Steinäxte ins Gefecht. Aber der Fortschritt ging nun unaufhaltsam, weniger unterbrochen und rascher vor sich. Die mit steinernen Mauern, Türmen und Zinnen steinerne oder Ziegelhäuser umschließende Stadt wurde Zentralsitz des Stamms oder Stämmebundes; ein gewaltiger Fortschritt in der Baukunst, aber auch ein Zeichen vermehrter Gefahr und Schutzbedürftigkeit. Der Reichtum wuchs rasch, aber als Reichtum einzelner; die Weberei, die Metallbearbeitung und die andern, mehr und mehr sich sondernden Handwerke entfalteten steigende Mannigfaltigkeit und Kunstfertigkeit der Produktion; der Landbau lieferte neben Korn, Hülsenfrüchten und Obst jetzt auch Öl und Wein, deren Bereitung man gelernt hatte. So mannigfache Tätigkeit konnte nicht mehr von demselben einzelnen ausgeübt werden; die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">zweite große Teilung der Arbeit</span> trat ein: Das Handwerk sonderte sich vom Ackerbau. Die fortwährende Steigerung der Produktion und mit ihr der Produktivität der Arbeit erhöhte den Wert der menschlichen Arbeitskraft; die Sklaverei, auf der vorigen Stufe noch entstehend und sporadisch, wird jetzt wesentlicher Bestandteil des Gesellschaftssystems; die Sklaven hören auf, einfache Gehülfen zu sein, sie werden dutzendweise zur Arbeit getrieben auf dem Feld und in der Werkstatt. Mit der Spaltung der Produktion in die zwei großen Hauptzweige, Ackerbau und Handwerk, entsteht die Produktion direkt für den Austausch, die Warenproduktion; mit ihr der Handel, nicht nur im Innern und an den Stammesgrenzen, sondern auch schon über See. Alles dies aber noch sehr unentwickelt; die edlen Metalle fangen an, vorwiegende und allgemeine Geldware zu werden, aber noch ungeprägt, nur nach dem noch unverkleideten Gewicht sich austauschend.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der Unterschied von Reichen und Ärmeren tritt neben den von Freien und Sklaven - mit der neuen Arbeitsteilung eine neue Spaltung der Gesellschaft in Klassen. Die Besitzunterschiede der einzelnen Familienhäupter sprengen die alte kommunistische Hausgemeinde überall, wo sie sich bis dahin erhalten; mit ihr die gemeinsame Bebauung des Bodens für Rechnung dieser Gemeinde. Das Ackerland wird den einzelnen Familien zunächst auf Zeit, später ein für allemal zur Nutzung überwiesen, der Übergang in volles Privateigentum vollzieht sich allmählich und parallel mit dem Übergang der Paarungsehe in Monogamie. Die Einzelfamilie fängt an, die wirtschaftliche Einheit in der Gesellschaft zu werden.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die dichtere Bevölkerung nötigt zu engerem Zusammenschließen nach innen wie nach außen. Der Bund verwandter Stämme wird überall eine Notwendigkeit; bald auch schon ihre Verschmelzung, damit die Verschmelzung der getrennten Stammesgebiete zu einem Gesamtgebiet des Volks. Der Heerführer des Volks - rex, basileus, thiudans - wird unentbehrlicher, ständiger Beamter. Die Volksversammlung kommt auf, wo sie nicht schon bestand. Heerführer, Rat, Volksversammlung bilden die Organe der zu einer militärischen Demokratie fortentwickelten Gentilgesellschaft. Militärisch - denn der Krieg und die Organisation zum Krieg sind jetzt regelmäßige Funktionen des Volkslebens geworden. Die Reichtümer der Nachbarn reizen die Habgier von Völkern, bei denen Reichtumserwerb schon als einer der ersten Lebenszwecke erscheint. Sie sind Barbaren: Rauben gilt ihnen für leichter und selbst für ehrenvoller als Erarbeiten. Der Krieg, früher nur geführt zur Rache für Übergriffe oder zur Ausdehnung des unzureichend gewordnen Gebiets, wird jetzt des bloßen Raubs wegen geführt, wird stehender Erwerbszweig. Nicht umsonst starren die dräuenden Mauern um die neuen befestigten Städte: In ihren Gräben gähnt das Grab der Gentilverfassung, und ihre Türme ragen bereits hinein in die Zivilisation. Und ebenso geht es im Innern. Die Raubkriege erhöhen die Macht des obersten Heerführers wie die der Unterführer; die gewohnheitsmäßige Wahl der Nachfolger in denselben Familien geht, namentlich seit Einführung des Vaterrechts, allmählich über in erst geduldete, dann beanspruchte, endlich usurpierte Erblichkeit; die Grundlage des Erbkönigtums und des Erbadels ist gelegt. So reißen sich die Organe der Gentilverfassung allmählich los von ihrer Wurzel im Volk, in Gens, Phratrie, Stamm, und die ganze Gentilverfassung verkehrt sich in ihr Gegenteil: Aus einer Organisation von Stämmen zur freien Ordnung ihrer eignen Angelegenheiten wird sie eine Organisation zur Plünderung und Bedrückung der Nachbarn, und dementsprechend werden ihre Organe aus Werkzeugen des Volkswillens zu selbständigen Organen der Herrschaft und Bedrückung gegenüber dem eignen Volk. Das aber wäre nie möglich gewesen, hätte nicht die Gier nach Reichtum die Gentilgenossen gespalten in Reiche und Arme, hätte nicht "die Eigentumsdifferenz innerhalb derselben Gens die Einheit der Interessen verwandelt in Antagonismus der Gentilgenossen" (Marx) und hätte nicht die Ausdehnung der Sklaverei bereits angefangen, die Erarbeitung des Lebensunterhalts für nur sklavenwürdige Tätigkeit, für schimpflicher gelten zu lassen als den Raub.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Damit sind wir angekommen an der Schwelle der Zivilisation. Sie wird eröffnet durch einen neuen Fortschritt der Teilung der Arbeit. Auf der untersten Stufe produzierten die Menschen nur direkt für eignen Bedarf; die etwa vorkommenden Austauschakte waren vereinzelt, betrafen nur den zufällig sich einstellenden Überfluß. Auf der Mittelstufe der Barbarei finden wir bei Hirtenvölkern in dem Vieh schon einen Besitz, der bei einer gewissen Größe der Herde regelmäßig einen Überschuß über den eignen Bedarf liefert, zugleich eine Teilung der Arbeit zwischen Hirtenvölkern und zurückgebliebnen Stämmen ohne Herden, damit zwei nebeneinander bestehende verschiedne Produktionsstufen und damit die Bedingungen eines regelmäßigen Austausches. Die Oberstufe der Barbarei liefert uns die weitere Arbeitsteilung zwischen Ackerbau und Handwerk, damit Produktion eines stets wachsenden Teils der Arbeitserzeugnisse direkt für den Austausch, damit Erhebung des Austausches zwischen Einzelproduzenten zu einer Lebensnotwendigkeit der Gesellschaft. Die Zivilisation befestigt und steigert alle diese vorgefundnen Arbeitsteilungen, namentlich durch Schärfung des Gegensatzes von Stadt und Land (wobei die Stadt das Land ökonomisch beherrschen kann, wie im Altertum, oder auch das Land die Stadt, wie im Mittelalter), und fügt dazu eine dritte, ihr eigentümliche, entscheidend wichtige Arbeitsteilung: Sie erzeugt eine Klasse, die sich nicht mehr mit der Produktion beschäftigt, sondern nur mit dem Austausch der Produkte - die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kaufleute</span>. Alle bisherigen Ansätze zur Klassenbildung hatten es noch ausschließlich mit der Produktion zu tun; sie schieden die bei der Produktion beteiligten Leute in Leitende und Ausführende oder aber in Produzenten auf größerer und auf kleinerer Stufenleiter. Hier tritt zum erstenmal eine Klasse auf, die, ohne an der Produktion irgendwie Anteil zu nehmen, die Leitung der Produktion im ganzen und großen sich erobert und die Produzenten sich ökonomisch unterwirft; die sich zum unumgänglichen Vermittler zwischen je zwei Produzenten macht und sie beide ausbeutet. Unter dem Vorwand, den Produzenten die Mühe und das Risiko des Austausches abzunehmen, den Absatz ihrer Produkte nach entfernten Märkten auszudehnen, damit die nützlichste Klasse der Bevölkerung zu werden, bildet sich eine Klasse von Parasiten aus, echten gesellschaftlichen Schmarotzertieren, die als Lohn für sehr geringe wirkliche Leistungen sowohl von der heimischen wie von der fremden Produktion den Rahm abschöpft, rasch enorme Reichtümer und entsprechenden gesellschaftlichen Einfluß erwirbt und eben deshalb während der Periode der Zivilisation zu immer neuen Ehren und immer größerer Beherrschung der Produktion berufen ist, bis sie endlich auch selbst ein eignes Produkt zutage fördert - die periodischen Handelskrisen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Auf unsrer vorliegenden Entwicklungsstufe hat die junge Kaufmannschaft allerdings noch keine Ahnung von den großen Dingen, die ihr bevorstehn. Aber sie bildet sich und macht sich unentbehrlich, und das genügt. Mit ihr aber bildet sich aus das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Metallgeld</span>, die geprägte Münze, und mit dem Metallgeld ein neues Mittel zur Herrschaft des Nichtproduzenten über den Produzenten und seine Produktion. Die Ware der Waren, die alle andern Waren im Verborgnen in sich enthält, war entdeckt, das Zaubermittel, das sich nach Belieben in jedes wünschenswerte und gewünschte Ding verwandeln kann. Wer es hatte, beherrschte die Welt der Produktion, und wer hatte es vor allen? Der Kaufmann. In seiner Hand war der Kultus des Geldes sicher. Er sorgte dafür, daß es offenbar wurde, wie sehr alle Waren, damit alle Warenproduzenten, sich anbetend in den Staub werfen mußten vor dem Geld. Er bewies es praktisch, wie sehr alle ändern Formen des Reich- <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">|162|</span> tums nur selber bloßer Schein werden gegenüber dieser Verkörperung des Reichtums als solchem. Nie wieder ist die Macht des Geldes aufgetreten in solch ursprünglicher Roheit und Gewaltsamkeit wie in dieser ihrer Jugendperiode. Nach dem Warenkauf für Geld kam der Geldvorschuß, mit diesem der Zins und der Wucher. Und keine Gesetzgebung späterer Zeit wirft den Schuldner so schonungs- und rettungslos zu den Füßen des wucherischen Gläubigers wie die altathenische und altrömische - und beide entstanden spontan, als Gewohnheitsrechte, ohne andern als den ökonomischen Zwang.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Neben den Reichtum an Waren und Sklaven, neben den Geldreichtum trat nun auch der Reichtum an Grundbesitz. Das Besitzrecht der einzelnen an den ihnen ursprünglich von Gens oder Stamm überlassenen Bodenparzellen hatte sich jetzt soweit befestigt, daß diese Parzellen ihnen erbeigentümlich gehörten. Wonach sie in der letzten Zeit vor allem gestrebt, das war die Befreiung von dem Anrecht der Gentilgenossenschaft an die Parzelle, das ihnen eine Fessel wurde. Die Fessel wurde sie los - aber bald nachher auch das neue Grundeigentum. Volles, freies Eigentum am Boden, das hieß nicht nur Möglichkeit, den Boden unverkürzt und unbeschränkt zu besitzen, das hieß auch Möglichkeit, ihn zu veräußern. Solange der Boden Gentileigentum, existierte diese Möglichkeit nicht. Als aber der neue Grundbesitzer die Fessel des Obereigentums der Gens und des Stamms endgültig abstreifte, zerriß er auch das Band, das ihn bisher unlöslich mit dem Boden verknüpft hatte. Was das hieß, wurde ihm klargemacht durch das mit dem Privatgrundeigentum gleichzeitig erfundne Geld. Der Boden konnte nun Ware werden, die man verkauft und verpfändet. Kaum war das Grundeigentum eingeführt, so war auch die Hypothek schon erfunden (sieh Athen). Wie der Hetärismus und die Prostitution an die Fersen der Monogamie, so klammert sich von nun an die Hypothek an die Fersen des Grundeigentums. Ihr habt das volle, freie, veräußerliche Grundeigentum haben wollen, nun wohl, ihr habt's - tu l'as voulu, George Dandin! |Du hast es nicht besser gewollt, George Dandin!</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">So ging mit Handelsausdehnung, Geld und Geldwucher, Grundeigentum und Hypothek die Konzentration und Zentralisation des Reichtums in den Händen einer wenig zahlreichen Klasse rasch voran, daneben die steigende Verarmung der Massen und die steigende Masse der Armen. Die neue Reichtumsaristokratie, soweit sie nicht schon von vornherein mit dem alten Stammesadel zusammengefallen war, drängte ihn endgültig in den Hintergrund (in Athen, in Rom, bei den Deutschen). Und neben dieser Scheidung der Freien in Klassen nach dem Reichtum ging besonders in Griechenland eine ungeheure Vermehrung der Zahl der Sklaven, deren erzwungne Arbeit die Grundlage bildete, auf der sich der Überbau der ganzen Gesellschaft erhob.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Sehen wir uns nun danach um, was unter dieser gesellschaftlichen Umwälzung aus der Gentilverfassung geworden war. Gegenüber den neuen Elementen, die ohne ihr Zutun emporgewachsen, stand sie ohnmächtig da. Ihre Voraussetzung war, daß die Glieder einer Gens, oder doch eines Stammes, auf demselben Gebiet vereinigt saßen, es ausschließlich bewohnten. Das hatte längst aufgehört. Überall waren Gentes und Stämme durcheinandergeworfen, überall wohnten Sklaven, Schutzverwandte, Fremde mitten unter den Bürgern. Die erst gegen Ende der Mittelstufe der Barbarei erworbene Seßhaftigkeit wurde immer wieder durchbrochen durch die von Handel, Erwerbsveränderung, Grundbesitzwechsel bedingte Beweglichkeit und Veränderlichkeit des Wohnsitzes. Die Genossen der Gentilkörper konnten nicht mehr zusammentreten zur Wahrnehmung ihrer eignen gemeinsamen Angelegenheiten; nur unwichtige Dinge, wie die religiösen Feiern, wurden noch notdürftig besorgt. Neben den Bedürfnissen und Interessen, zu deren Wahrung die Gentilkörper berufen und befähigt, waren aus der Umwälzung der Erwerbsverhältnisse und der daraus folgenden Änderung der gesellschaftlichen Gliederung neue Bedürfnisse und Interessen entstanden, die der alten Gentilordnung nicht nur fremd waren, sondern sie in jeder Weise durchkreuzten. Die Interessen der durch Teilung der Arbeit entstandnen Handwerkergruppen, die besondern Bedürfnisse der Stadt im Gegensatz zum Land, erforderten neue Organe; jede dieser Gruppen aber war aus Leuten der verschiedensten Gentes, Phratrien und Stämme zusammengesetzt, sie schloß sogar Fremde ein; diese Organe mußten sich also bilden außerhalb der Gentilverfassung, neben ihr, und damit gegen sie. - Und wiederum in jeder Gentilkörperschaft machte sich dieser Konflikt der Interessen geltend, der seine Spitze erreichte in der Vereinigung von Reichen und Armen, Wucherern und Schuldnern in derselben Gens und demselben Stamm. - Dazu kam die Masse der neuen, den Gentilgenossenschaften fremden Bevölkerung, die wie in Rom eine Macht im Lande werden konnte und dabei zu zahlreich war, um allmählich in die blutsverwandten Geschlechter und Stämme aufgenommen zu werden. Dieser Masse gegenüber standen die Gentilgenossenschaften da als geschlossene, bevorrechtete Körperschaften; die ursprüngliche naturwüchsige Demokratie war umgeschlagen in eine gehässige Aristokratie. - Schließlich war die Gentilverfassung herausgewachsen aus einer Gesellschaft, die keine inneren Gegensätze kannte, und war auch nur einer solchen angepaßt. Sie hatte kein Zwangsmittel außer der öffentlichen Meinung. Hier aber war eine Gesellschaft entstanden, die kraft ihrer sämtlicher ökonomischer Lebensbedingungen sich in Freie und Sklaven, in ausbeutende Reiche und ausgebeutete Arme hatte spalten müssen, eine Gesellschaft, die diese Gegensätze nicht nur nicht wieder versöhnen konnte, sondern sie immer mehr auf die Spitze treiben mußte. Eine solche Gesellschaft konnte nur bestehn entweder im fortwährenden offnen Kampf dieser Klassen gegeneinander oder aber unter der Herrschaft einer dritten Macht, die, scheinbar über den widerstreitenden Klassen stehend, ihren offnen Konflikt niederdrückte und den Klassenkampf höchstens auf ökonomischem Gebiet, in sogenannter gesetzlicher Form, sich ausfechten ließ. Die Gentilverfassung hatte ausgelebt. Sie war gesprengt durch die Teilung der Arbeit, und ihr Ergebnis, die Spaltung der Gesellschaft in Klassen. Sie wurde ersetzt durch den Staat.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die drei Hauptformen, in denen der Staat sich auf den Ruinen der Gentilverfassung erhebt, haben wir oben im einzelnen betrachtet. Athen bietet die reinste, klassischste Form: Hier entspringt der Staat direkt und vorherrschend aus den Klassengegensätzen, die sich innerhalb der Gentilgesellschaft selbst entwickeln. In Rom wird die Gentilgesellschaft eine geschlossene Aristokratie inmitten einer zahlreichen, außer ihr stehenden, rechtlosen aber pflichtenschuldigen Plebs; der Sieg der Plebs sprengt die alte Geschlechtsverfassung und errichtet auf ihren Trümmern den Staat, worin Gentilaristokratie und Plebs bald beide gänzlich aufgehn. Bei den deutschen Überwindern des Römerreichs endlich entspringt der Staat direkt aus der Eroberung großer fremder Gebiete, die zu beherrschen die Gentilverfassung keine Mittel bietet. Weil aber mit dieser Eroberung weder ernstlicher Kampf mit der alten Bevölkerung verbunden ist noch eine fortgeschnttnere Arbeitsteilung; weil die ökonomische Entwicklungsstufe der Eroberten und die der Eroberer fast dieselbe ist, die ökonomische Basis der Gesellschaft also die alte bleibt, deshalb kann sich die Gentilverfassung lange Jahrhunderte hindurch in veränderter, territorialer Gestalt als Markverfassung forterhalten und selbst in den späteren Adels- und Patriziergeschlechtern, ja selbst in Bauerngeschlechtern wie in Dithmarschen, eine Zeitlang in abgeschwächter Form verjüngen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der Staat ist also keineswegs eine der Gesellschaft von außen aufgezwungne Macht; ebensowenig ist er "die Wirklichkeit der sittlichen Idee", "das Bild und die Wirklichkeit der Vernunft", wie Hegel behauptet. Er ist vielmehr ein Produkt der Gesellschaft auf bestimmter Entwicklungsstufe; er ist das Eingeständnis, daß diese Gesellschaft sich in einen unlösbaren Widerspruch mit sich selbst verwickelt, sich in unversöhnliche Gegensätze gespalten hat, die zu bannen sie ohnmächtig ist. Damit aber diese Gegensätze, Klassen mit widerstreitenden ökonomischen Interessen nicht sich und die Gesellschaft in fruchtlosem Kampf verzehren, ist eine scheinbar über der Gesellschaft stehende Macht nötig geworden, die den Konflikt dämpfen, innerhalb der Schranken der "Ordnung" halten soll; und diese, aus der Gesellschaft hervorgegangne, aber sich über sie stellende, sich ihr mehr und mehr entfremdende Macht ist der Staat.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Gegenüber der alten Gentilorganisation kennzeichnet sich der Staat erstens durch die Einteilung der Staatsangehörigen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nach dem Gebiet</span>. Die alten, durch Blutbande gebildeten und zusammengehaltnen Gentilgenossenschaften, wie wir gesehn, waren unzureichend geworden, großenteils weil sie eine Bindung der Genossen an ein bestimmtes Gebiet voraussetzten und diese längst aufgehört hatte. Das Gebiet war geblieben, aber die Menschen waren mobil geworden. Man nahm also die Gebietseinteilung als Ausgangspunkt und ließ die Bürger ihre öffentlichen Rechte und Pflichten da erfüllen, wo sie sich niederließen, ohne Rücksicht auf Gens und Stamm. Diese Organisation der Staatsangehörigen nach der Ortsangehörigkeit ist allen Staaten gemeinsam. Uns kommt sie daher natürlich vor; wir haben aber gesehn, wie harte und langwierige Kämpfe erfordert waren, bis sie in Athen und Rom sich an die Stelle der alten Organisation nach Geschlechtern setzen konnte.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Das zweite ist die Einrichtung einer <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">öffentlichen Gewalt</span>, welche nicht mehr unmittelbar zusammenfällt mit der sich selbst als bewaffnete Macht organisierenden Bevölkerung. Diese besondre, öffentliche Gewalt ist nötig, weil eine selbsttätige bewaffnete Organisation der Bevölkerung unmöglich geworden seit der Spaltung in Klassen. Die Sklaven gehören auch zur Bevölkerung; die 90.000 athenischen Bürger bilden gegenüber den 365.000 Sklaven nur eine bevorrechtete Klasse. Das Volksheer der athenischen Demokratie war eine aristokratische öffentliche Gewalt gegenüber den Sklaven und hielt sie im Zaum; aber auch um die Bürger im Zaum zu halten, wurde eine Gendarmerie nötig, wie oben erzählt. Diese öffentliche Gewalt existiert in jedem Staat; sie besteht nicht bloß aus bewaffneten Menschen, sondern auch aus sachlichen Anhängseln, Gefängnissen und Zwangsanstalten aller Art, von denen die Gentilgesellschaft nichts wußte. Sie kann sehr unbedeutend, fast verschwindend sein in Gesellschaften mit noch unentwickelten Klassengegensätzen und auf abgelegnen Gebieten, wie zeit- und ortsweise in den Vereinigten Staaten Amerikas. Sie verstärkt sich aber in dem Maß, wie die Klassengegensätze innerhalb des Staats sich verschärfen und wie die einander begrenzenden Staaten größer und volkreicher werden - man sehe nur unser heutiges Europa an, wo Klassenkampf und Eroberungskonkurrenz die öffentliche Macht auf eine Höhe emporgeschraubt haben, auf der sie die ganze Gesellschaft und selbst den Staat zu verschlingen droht.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Um diese öffentliche Macht aufrechtzuerhalten, sind Beiträge der Staatsbürger nötig - die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Steuern</span>. Diese waren der Gentilgesellschaft vollständig unbekannt. Wir aber wissen heute genug davon zu erzählen. Mit der fortschreitenden Zivilisation reichen auch sie nicht mehr; der Staat zieht Wechsel auf die Zukunft, macht Anleihen, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Staatsschulden</span>. Auch davon weiß das alte Europa ein Liedchen zu singen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Im Besitz der öffentlichen Gewalt und des Rechts der Steuereintreibung, stehn die Beamten nun da als Organe der Gesellschaft <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">über</span> der Gesellschaft. Die freie, willige Achtung, die den Organen der Gentilverfassung gezollt wurde, genügt ihnen nicht, selbst wenn sie sie haben könnten; Träger einer der Gesellschaft entfremdenden Macht, müssen sie in Respekt gesetzt werden durch Ausnahmsgesetzs, kraft deren sie einer besondren Heiligkeit und Unverletzlichkeit genießen. Der lumpigste Polizeidiener des zivilisierten Staats hat mehr "Autorität" als alle Organe der Gentilgesellschaft zusammengenommen; aber der mächtigste Fürst und der größte Staatsmann oder Feldherr der Zivilisation kann den geringsten Gentilvorsteher beneiden um die unerzwungne und unbestrittene Achtung, die ihm gezollt wird. Der eine steht eben mitten in der Gesellschaft; der andre ist genötigt, etwas vorstellen zu wollen außer und über ihr.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Da der Staat entstanden ist aus dem Bedürfnis, Klassengegensätze im Zaum zu halten, da er aber gleichzeitig mitten im Konflikt dieser Klassen entstanden ist, so ist er in der Regel Staat der mächtigsten, ökonomisch herrschenden Klasse, die vermittelst seiner auch politisch herrschende Klasse wird und so neue Mittel erwirbt zur Niederhaltung und Ausbeutung der unterdrückten Klasse. So war der antike Staat vor <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">allem</span> Staat der Sklavenbesitzer zur Niederhaltung der Sklaven, wie der Feudalstaat Organ des Adels zur Niederhaltung der leibeignen und hörigen Bauern und der moderne Repräsentativstaat Werkzeug der Ausbeutung der Lohnarbeit durch das Kapital. Ausnahmsweise indes kommen Perioden vor, wo die kämpfenden Klassen einander so nahe das Gleichgewicht halten, daß die Staatsgewalt als scheinbare Vermittlerin momentan eine gewisse Selbständigkeit gegenüber beiden erhält. So die absolute Monarchie des 17. und 18. Jahrhunderts, die Adel und Bürgertum gegeneinander balanciert; so der Bonapartismus des ersten und namentlich des zweiten französischen Kaiserreichs, der das Proletariat gegen die Bourgeoisie und die Bourgeoisie gegen das Proletariat ausspielte. Die neueste Leistung in dieser Art, bei der Herrscher und Beherrschte gleich komisch erscheinen, ist das neue deutsche Reich Bismarckscher Nation: Hier werden Kapitalisten und Arbeiter gegeneinander balanciert und gleichmäßig geprellt zum Besten der verkommnen preußischen Krautjunker.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">In den meisten geschichtlichen Staaten werden außerdem die den Staatsbürgern zugestandnen Rechte nach dem Vermögen abgestuft und damit direkt ausgesprochen, daß der Staat eine Organisation der besitzenden Klasse zum Schutz gegen die nichtbesitzende ist. So schon in den athenischen und römischen Vermögensklassen. So im mittelalterlichen Feudalstaat, wo die politische Machtstellung sich nach dem Grundbesitz gliederte. So im Wahlzensus der modernen Repräsentativstaaten. Diese politische Anerkennung des Besitzunterschieds ist indes keineswegs wesentlich. Im Gegenteil, sie bezeichnet eine niedrige Stufe der staatlichen Entwicklung. Die höchste Staatsform, die demokratische Republik, die in unsern modernen Gesellschaftsverhältnissen mehr und mehr unvermeidliche Notwendigkeit wird und die Staatsform ist, in der der letzte Entscheidungskampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie allein ausgekämpft werden kann - die demokratische Republik weiß offiziell nichts mehr von Besitzunterschieden. In ihr übt der Reichtum seine Macht indirekt, aber um so sichrer aus. Einerseits in der Form der direkten Beamtenkorruption, wofür Amerika klassisches Muster, andrerseits in der Form der Allianz von Regierung und Börse, die sich um so leichter vollzieht, je mehr die Staatsschulden steigen und je mehr Aktiengesellschaften nicht nur den Transport, sondern auch die Produktion selbst in ihren Händen konzentrieren und wiederum in der Börse ihren Mittelpunkt finden. Dafür ist außer Amerika die neueste französische Republik ein schlagendes Beispiel, und auch die biedre Schweiz hat auf diesem Felde das ihrige geleistet. Daß aber zu diesem Bruderbund von Regierung und Börse keine demokratische Republik erforderlich, beweist außer England das neue deutsche Reich, wo man nicht sagen kann, wen das allgemeine Stimmrecht höher gehoben hat, Bismarck oder Bleichröder. Und endlich herrscht die besitzende Klasse direkt mittelst des allgemeinen Stimmrechts. Solange die unterdrückte Klasse, also in unserm Fall das Proletariat, noch nicht reif ist zu seiner Selbstbefreiung, solange wird sie, der Mehrzahl nach, die bestehende Gesellschaftsordnung als die einzig mögliche erkennen und politisch der Schwanz der Kapitalistenklasse, ihr äußerster linker Flügel sein. In dem Maß aber, worin sie ihrer Selbstemanzipation entgegenreift, in dem Maß konstituiert sie sich als eigne Partei, wählt ihre eignen Vertreter, nicht die der Kapitalisten. Das allgemeine Stimmrecht ist so der Gradmesser der Reife der Arbeiterklasse. Mehr kann und wird es nie sein im heutigen Staat; aber das genügt auch. An dem Tage, wo das Thermometer des allgemeinen Stimmrechts den Siedepunkt bei den Arbeitern anzeigt, wissen sie sowohl wie die Kapitalisten, woran sie sind.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der Staat ist also nicht von Ewigkeit her. Es hat Gesellschaften gegeben, die ohne ihn fertig wurden, die von Staat und Staatsgewalt keine Ahnung hatten. Auf einer bestimmten Stufe der ökonomischen Entwicklung, die mit Spaltung der Gesellschaft in Klassen notwendig verbunden war, wurde durch diese Spaltung der Staat eine Notwendigkeit. Wir nähern uns jetzt mit raschen Schritten einer Entwicklungsstufe der Produktion, auf der das Dasein dieser Klassen nicht nur aufgehört hat, eine Notwendigkeit zu sein, sondern ein positives Hindernis der Produktion wird. Sie werden fallen, ebenso unvermeidlich, wie sie früher entstanden sind. Mit ihnen fällt unvermeidlich der Staat. Die Gesellschaft, die die Produktion auf Grundlage freier und gleicher Assoziation der Produzenten neu organisiert, versetzt die ganze Staatsmaschine dahin, wohin sie dann gehören wird: ins Museum der Altertümer, neben das Spinnrad und die bronzene Axt.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Zivilisation ist also nach dem Vorausgeschickten die Entwicklungsstufe der Gesellschaft, auf der die Teilung der Arbeit, der aus ihr entspringende Austausch zwischen einzelnen und die beides zusammenfassende Warenproduktion zur vollen Entfaltung kommen und die ganze frühere Gesellschaft umwälzen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Produktion aller früheren Gesellschaftsstufen war wesentlich eine gemeinsame, wie auch die Konsumtion unter direkter Verteilung der Produkte innerhalb größerer oder kleinerer kommunistischer Gemeinwesen vor sich ging. Diese Gemeinsamkeit der Produktion fand statt innerhalb der engsten Schranken; aber sie führte mit sich die Herrschaft der Produzenten über ihren Produktionsprozeß und ihr Produkt. Sie wissen, was aus dem Produkt wird: Sie verzehren es, es verläßt ihre Hände nicht; und solange die Produktion auf dieser Grundlage betrieben wird, kann sie den Produzenten nicht über den Kopf wachsen, keine gespenstischen fremden Mächte ihnen gegenüber erzeugen, wie dies in der Zivilisation regelmäßig und unvermeidlich der Fall ist.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Aber in diesen Produktionsprozeß schiebt sich die Teilung der Arbeit langsam ein. Sie untergräbt die Gemeinsamkeit der Produktion und Aneignung, sie erhebt die Aneignung durch einzelne zur überwiegenden Regel und erzeugt damit den Austausch zwischen einzelnen - wie, das haben wir oben untersucht. Allmählich wird die Warenproduktion herrschende Form.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Mit der Warenproduktion, der Produktion nicht mehr für eignen Verbrauch, sondern für den Austausch, wechseln die Produkte notwendig die Hände. Der Produzent gibt sein Produkt im Tausch weg, er weiß nicht mehr, was daraus wird. Sowie das Geld, und mit dem Geld der Kaufmann, als Vermittler zwischen die Produzenten tritt, wird der Austauschprozeß noch verwickelter, das schließliche Schicksal der Produkte noch Ungewisser. Der Kaufleute sind viele, und keiner von ihnen weiß, was der andre tut. Die Waren gehn nun schon nicht bloß von Hand zu Hand, sie gehn auch von Markt zu Markt; die Produzenten haben die Herrschaft über die Gesamtproduktion ihres Lebenskreises verloren, und die Kaufleute haben sie nicht überkommen. Produkte und Produktion verfallen dem Zufall.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Aber Zufall, das ist nur der eine Pol eines Zusammenhangs, dessen andrer Pol Notwendigkeit heißt. In der Natur, wo auch der Zufall zu herrschen scheint, haben wir längst auf jedem einzelnen Gebiet die innere Notwendigkeit und Gesetzmäßigkeit nachgewiesen, die in diesem Zufall sich durchsetzt. Was aber von der Natur, das gilt auch von der Gesellschaft. Je mehr eine gesellschaftliche Tätigkeit, eine Reihe gesellschaftlicher Vorgänge der bewußten Kontrolle der Menschen zu mächtig wird, ihnen über den Kopf wächst, je mehr sie dem puren Zufall überlassen scheint, desto mehr setzen sich in diesem Zufall die ihr eigentümlichen, innewohnenden Gesetze wie mit Naturnotwendigkeit durch. Solche Gesetze beherrschen auch die Zufälligkeiten der Warenproduktion und des Warenaustausches; dem einzelnen Produzenten und Austauschenden stehn sie gegenüber als fremde, anfangs sogar unerkannte Mächte, deren Natur erst mühsam erforscht und ergründet werden muß. Diese ökonomischen Gesetze der Warenproduktion modifizieren sich mit den verschiednen Entwicklungsstufen dieser Produktionsform; im ganzen und großen aber steht die gesamte Periode der Zivilisation unter ihrer Herrschaft. Und noch heute beherrscht das Produkt die Produzenten; noch heute wird die Gesamtproduktion der Gesellschaft geregelt, nicht durch gemeinsam überlegten Plan, sondern durch blinde Gesetze, die sich geltend machen mit elementarer Gewalt, in letzter Instanz in den Gewittern der periodischen Handelskrisen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Wir sahen oben, wie auf einer ziemlich frühen Entwicklungsstufe der Produktion die menschliche Arbeitskraft befähigt wird, ein beträchtlich größeres Produkt zu liefern, als zum Unterhalt der Produzenten erforderlich ist, und wie diese Entwicklungsstufe in der Hauptsache dieselbe ist, auf der Teilung der Arbeit und Austausch zwischen einzelnen aufkommen. Es dauerte nun nicht lange mehr, bis die große "Wahrheit" entdeckt wurde, daß auch der Mensch eine Ware sein kann; daß die menschliche Kraft austauschbar und vernutzbar ist, indem man den Menschen in einen Sklaven verwandelt. Kaum hatten die Menschen angefangen auszutauschen, so wurden sie auch schon selbst ausgetauscht. Das Aktivum wurde zum Passivum, die Menschen mochten wollen oder nicht.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Mit der Sklaverei, die unter der Zivilisation ihre vollste Entfaltung erhielt, trat die erste große Spaltung der Gesellschaft ein in eine ausbeutende und eine ausgebeutete Klasse. Diese Spaltung dauerte fort während der ganzen zivilisierten Periode. Die Sklaverei ist die erste, der antiken Welt eigentümliche Form der Ausbeutung: ihr folgt die Leibeigenschaft im Mittelalter, die Lohnarbeit in der neueren Zeit. Es sind dies die drei großen Formen der Knechtschaft, wie sie für die drei großen Epochen der Zivilisation charakteristisch sind; offne, und neuerdings verkleidete, Sklaverei geht stets danebenher.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Stufe der Warenproduktion, womit die Zivilisation beginnt, wird ökonomisch bezeichnet durch die Einführung 1. des Metallgeldes, damit des Geldkapitals, des Zinses und Wuchers; 2. der Kaufleute als vermittelnder Klasse zwischen den Produzenten; 3. des Privatgrundeigentums und der Hypothek und 4. der Sklavenarbeit als herrschender Produktionsform. Die der Zivilisation entsprechende und mit ihr definitiv zur Herrschaft kommende Familienform ist die Monogamie, die Herrschaft des Mannes über die Frau, und die Einzelfamilie als wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft. Die Zusammenfassung der zivilisierten Gesellschaft ist der Staat, der in allen mustergültigen Perioden ausnahmslos der Staat der herrschenden Klasse ist und in allen Fallen wesentlich Maschine zur Niederhaltung der unterdrückten, ausgebeuteten Klasse bleibt. Bezeichnend für die Zivilisation ist noch: einerseits die Fixierung des Gegensatzes von Stadt und Land als der Grundlage der gesamten gesellschaftlichen Arbeitsteilung; andrerseits die Einführung der Testamente, wodurch der Eigentümer auch noch über seinen Tod hinaus über sein Eigentum verfügen kann. Diese der alten Gentilverfassung direkt ins Gesicht schlagende Einrichtung war in Athen bis auf Solon unbekannt; in Rom ist sie schon früh eingeführt, wann, wissen wir nicht; bei den Deutschen führten die Pfaffen sie ein, damit der biedre Deutsche sein Erbteil der Kirche ungehindert vermachen könne.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Mit dieser Grundverfassung hat die Zivilisation Dinge vollbracht, denen die alte Gentilgesellschaft nicht im entferntesten gewachsen war. Aber sie hat sie vollbracht, indem sie die schmutzigsten Triebe und Leidenschaften der Menschen in Bewegung setzte und auf Kosten seiner ganzen übrigen Anlagen entwickelte. Die platte Habgier war die treibende Seele der Zivilisation von ihrem ersten Tag bis heute, Reichtum und abermals Reichtum und zum drittenmal Reichtum, Reichtum nicht der Gesellschaft, sondern dieses einzelnen lumpigen Individuums, ihr einzig entscheidendes Ziel. Wenn ihr dabei die steigende Entwicklung der Wissenschaft und zu wiederholten Perioden die höchste Blüte der Kunst in den Schoß gefallen ist, so doch nur, weil ohne diese die volle Reichtumserrungenschaft unsrer Zeit nicht möglich gewesen wäre.</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Da die Grundlage der Zivilisation die Ausbeutung einer Klasse durch eine andre Klasse ist, so bewegt sich ihre ganze Entwicklung in einem fortdauernden Widerspruch. Jeder Fortschritt der Produktion ist gleichzeitig ein Rückschritt in der Lage der unterdrückten Klasse, d.h. der großen Mehrzahl. Jede Wohltat für die einen ist notwendig ein Übel für die andern, jede neue Befreiung der einen Klasse eine neue Unterdrückung für eine andre Klasse. Den schlagendsten Beweis dafür liefert die Einführung der Maschinerie, deren Wirkungen heute weltbekannt sind. Und wenn bei den Barbaren der Unterschied von Rechten und Pflichten, wie wir sahen, noch kaum gemacht werden konnte, so macht die Zivilisation den Unterschied und Gegensatz beider auch dem Blödsinnigsten klar, indem sie einer Klasse so ziemlich alle Rechte zuweist, der andern dagegen so ziemlich alle Pflichten.</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Das soll aber nicht sein. Was für die herrschende Klasse gut ist, soll gut sein für die ganze Gesellschaft, mit der die herrschende Klasse sich identifiziert. Je weiter also die Zivilisation fortschreitet, je mehr ist sie genötigt, die von ihr mit Notwendigkeit geschaffnen Übelstände mit dem Mantel der Liebe zu bedecken, sie zu beschönigen oder wegzuleugnen, kurz eine konventionelle Heuchelei einzuführen, die weder früheren Gesellschaftsformen noch selbst den ersten Stufen der Zivilisation bekannt war und die zuletzt in der Behauptung gipfelt: Die Ausbeutung der unterdrückten Klasse werde betrieben von der ausbeutenden Klasse einzig und allein im Interesse der ausgebeuteten Klasse selbst; und wenn diese das nicht einsehe, sondern sogar rebellisch werde, so sei das der schnödeste Undank gegen die Wohltäter, die Ausbeuter.</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Und nun zum Schluß Morgans Urteil über die Zivilisation:</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">"Seit dem Eintritt der Zivilisation ist das Wachstum des Reichtums so ungeheuer geworden, seine Formen so verschiedenartig, seine Anwendung so umfassend und seine Verwaltung so geschickt im Interesse der Eigentümer, daß dieser Reichtum, dem Volk gegenüber, eine nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">zu bewältigende Macht geworden ist. Der Menschengeist steht ratlos und gebannt da vor seiner eignen Schöpfung.</span> Aber dennoch wird die Zeit kommen, wo die menschliche Vernunft erstarken wird zur Herrschaft über den Reichtum, wo sie feststellen wird sowohl das Verhältnis des Staats zu dem Eigentum, das er schützt, wie die Grenzen der Rechte der Eigentümer. Die Interessen der Gesellschaft gehn den Einzelinteressen absolut vor, und beide müssen in ein gerechtes und harmonisches Verhältnis gebracht werden. Die bloße Jagd nach Reichtum ist nicht die Endbestimmung der Menschheit, wenn anders der Fortschritt das Gesetz der Zukunft bleibt, wie er es war für die Vergangenheit. Die seit Anbruch der Zivilisation verflossene Zeit ist nur ein kleiner Bruchteil der verflossenen Lebenszeit der Menschheit; nur ein kleiner <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">|173|</span> Bruchteil der ihr noch bevorstehenden. Die Auflösung der Gesellschaft steht drohend vor uns als Abschluß einer geschichtlichen Laufbahn, deren einziges Endziel der Reichtum ist; denn eine solche Laufbahn enthält die Elemente ihrer eignen Vernichtung. Demokratie in der Verwaltung, Brüderlichkeit in der Gesellschaft, Gleichheit der Rechte, allgemeine Erziehung werden die nächste höhere Stufe der Gesellschaft einweihen, zu der Erfahrung, Vernunft und Wissenschaft stetig hinarbeiten. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sie wird eine Wiederbelebung sein - aber in höherer Form - der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit der alten Gentes."</span> (Morgan, "Ancient Society", p. 552.)</span></span><br />
<br />
<hr class="mycode_hr" />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Fußnoten von Engels</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(1) Besonders an der Nordwestküste Amerikas, siehe Bancroft. Bei den Haidahs auf Königin Charlottes Insel kommen Haushaltungen bis zu 700 Personen unter einem Dache vor. Bei den Nootkas lebten ganze Stämme unter einem Dache. </span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(2) Die Anzahl für Athen siehe oben. In Korinth betrug sie zur Blütezeit der Stadt 460.000, in Ägina 470.000, in beiden Fallen die zehnfache Anzahl der freien Bürgerbevölkerung. </span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(3) Der erste Geschichtsschreiber, der wenigstens eine annähernde Vorstellung vom Wesen der Gens hatte, war Niebuhr, und das - aber auch seine ohne weiteres mit übertragnen Irrtümer - verdankt er seiner Bekanntschaft mit den dithmarsischen Geschlechtern. </span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(4) Lassalles "System der erworbenen Rechte" dreht sich im zweiten Teil hauptsächlich um den Satz, das römische Testament sei so alt wie Rom selbst, es habe für die römische Geschichte nie "eine Zeit ohne Testament gegeben"; das Testament sei vielmehr in vorrömischer Zeit aus dem Kultus der Verstorbenen entstanden. Lassalle, als gläubiger Althegelianer, leitet die römischen Rechtsbestimmungen ab nicht aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der Römer, sondern aus dem "spekulativen Begriff" des Willens, und kommt dabei zu jener total ungeschichtlichen Behauptung. Man kann sich darüber nicht wundern in einem Buch, das auf Grund desselben spekulativen Begriffs zu dem Ergebnis kommt, bei der römischen Erbschaft sei die Übertragung des Vermögens reine Nebensache gewesen. Lassalle glaubt nicht nur an die Illusionen der römischen Juristen, besonders der früheren Zeit; er übergipfelt sie noch. </span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(5) Ich beabsichtigte anfangs, die brillante Kritik der Zivilisation, die sich in den Werken Charles Fouriers zerstreut vorfindet, neben diejenige Morgans und meine eigne zu stellen. Leider fehlt mir die Zeit dazu. Ich bemerke nur, daß schon bei Fourier Monogamie und Grundeigentum als Hauptkennzeichen der Zivilisation gelten und daß er sie einen Krieg des Reichen gegen den Armen nennt. Ebenfalls findet sich bei ihm schon die tiefe Einsicht, daß in allen mangelhaften, in Gegensätze gespaltenen Gesellschaften Einzelfamilien (les familles incohérentes) die wirtschaftlichen Einheiten sind. </span></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Aus</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Friedrich Engels</span></span><br />
<br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font"><span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats</span></span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Kapitel <span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">IX </span></span><br />
<br />
Barbarei und Zivilisation</span></span><br />
<br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Wir haben jetzt die Auflösung der Gentilverfassung an den drei großen Einzelbeispielen der Griechen, Römer und Deutschen verfolgt. Untersuchen wir zum Schluß die allgemeinen ökonomischen Bedingungen, die die gentile Organisation der Gesellschaft auf der Oberstufe der Barbarei bereits untergruben und mit dem Eintritt der Zivilisation vollständig beseitigten. Hier wird uns Marx' "Kapital" ebenso notwendig sein wie Morgans Buch.</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Hervorgewachsen auf der Mittelstufe, weitergebildet auf der Oberstufe der Wildheit, erreicht die Gens, soweit unsre Quellen dies beurteilen lassen, ihre Blütezeit auf der Unterstufe der Barbarei. Mit dieser Entwicklungsstufe also beginnen wir.</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Wir finden hier, wo uns die amerikanischen Rothäute als Beispiel dienen müssen, die Gentilverfassung vollkommen ausgebildet. Ein Stamm hat sich in mehrere, meistens zwei Gentes gegliedert; diese ursprünglichen Gentes zerfallen mit steigender Volkszahl jede in mehrere Tochtergentes, gegenüber denen die Muttergens als Phratrie erscheint; der Stamm selbst spaltet sich in mehrere Stämme, in deren jedem wir die alten Gentes großenteils wiederfinden; ein Bund umschließt wenigstens in einzelnen Fällen die verwandten Stämme. Diese einfache Organisation genügt vollkommen den gesellschaftlichen Zuständen, denen sie entsprungen ist. Sie ist weiter nichts als deren eigne, naturwüchsige Gruppierung, sie ist imstande, alle Konflikte auszugleichen, die innerhalb der so organisierten Gesellschaft entspringen können. Nach außen gleicht der Krieg aus; er kann mit Vernichtung des Stamms endigen, nie aber mit seiner Unterjochung. Es ist das Großartige, aber auch das Beschränkte der Gentilverfassung, daß sie für Herrschaft und Knechtung keinen Raum hat. Nach innen gibt es noch <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">|155|</span> keinen Unterschied zwischen Rechten und Pflichten; die Frage, ob Teilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten, Blutrache oder deren Sühnung, ein Recht oder eine Pflicht sei, besteht für den Indianer nicht; sie würde ihm ebenso absurd vorkommen wie die: ob Essen, Schlafen, Jagen ein Recht oder eine Pflicht sei. Ebensowenig kann eine Spaltung des Stammes und der Gens in verschiedne Klassen stattfinden. Und dies führt uns auf Untersuchung der ökonomischen Basis des Zustandes.</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Bevölkerung ist äußerst dünn: verdichtet nur am Wohnort des Stamms, um den in weitem Kreise zunächst das Jagdgebiet liegt, dann der neutrale Schutzwald, der ihn von andern Stämmen trennt. Die Teilung der Arbeit ist rein naturwüchsig; sie besteht nur zwischen den beiden Geschlechtern. Der Mann führt den Krieg, geht jagen und fischen, beschafft den Rohstoff der Nahrung und die dazu nötigen Werkzeuge. Die Frau besorgt das Haus und die Zubereitung der Nahrung und Kleidung, kocht, webt, näht. Jedes von beiden ist Herr auf seinem Gebiet: der Mann im Walde, die Frau im Hause. Jedes ist Eigentümer der von ihm verfertigten und gebrauchten Werkzeuge: der Mann der Waffen, des Jagd- und Fischzeugs, die Frau des Hausrats. Die Haushaltung ist kommunistisch für mehrere, oft viele Familien. Was gemeinsam gemacht und genutzt wird, ist gemeinsames Eigentum: das Haus, der Garten, das Langboot. Hier also, und nur hier noch, gilt das von Juristen und Ökonomen der zivilisierten Gesellschaft angedichtete "selbstbearbeitete Eigentum", der letzte verlogne Rechtsvorwand, auf den das heutige kapitalistische Eigentum sich noch stützt.</span></span><br />
<br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Aber die Menschen blieben nicht überall auf dieser Stufe stehn. In Asien fanden sie Tiere vor, die sich zähmen und gezähmt weiterzüchten ließen. Die wilde Büffelkuh mußte erjagt werden, die zahme lieferte jährlich ein Kalb und Milch obendrein. Eine Anzahl der vorgeschrittensten Stämme - Arier, Semiten, vielleicht auch schon Turanier - machten erst die Zähmung, später nur noch die Züchtung und Wartung von Vieh zu ihrem Hauptarbeitszweig. Hirtenstämme sonderten sich aus von der übrigen Masse der Barbaren: <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">erste große gesellschaftliche Teilung der Arbeit</span>. Die Hirtenstämme produzierten nicht nur mehr, sondern auch andre Lebensmittel als die übrigen Barbaren. Sie hatten nicht nur Milch, Milchprodukte und Fleisch in größeren Massen vor diesen voraus, sondern auch Häute, Wolle, Ziegenhaare und die mit der Masse des Rollstoffs sich vermehrenden Gespinste und Gewebe. Damit wurde ein regelmäßiger Austausch zum erstenmal möglich. Auf früheren Stufen können nur gelegentliche Austäusche stattfinden; besondre Geschicklichkeit in der Verfertigung von Waffen und Werkzeugen kann zu vorübergehender Arbeitsteilung führen. So sind unzweifelhafte Reste von Werkstätten für Steinwerkzeuge aus dem späteren Steinzeitalter an vielen Orten gefunden worden; die Künstler, die hier ihre Geschicklichkeit ausbildeten, arbeiteten wahrscheinlich, wie noch die ständigen Handwerker indischer Gentilgemeinwesen, für Rechnung der Gesamtheit. Keinenfalls konnte auf dieser Stufe ein andrer Austausch als der innerhalb des Stammes entstehn, und dieser blieb ausnahmsweises Ereignis. Hier dagegen, nach der Ausscheidung der Hirtenstämme, finden wir alle Bedingungen fertig zum Austausch zwischen den Gliedern verschiedner Stämme, zu seiner Ausbildung und Befestigung als regelmäßige Institution. Ursprünglich tauschte Stamm mit Stamm, durch die gegenseitigen Gentilvorsteher; als aber die Herden anfingen in Sondereigentum überzugehn, überwog der Einzelaustausch mehr und mehr und wurde endlich einzige Form. Der Hauptartikel aber, den die Hirtenstämme an ihre Nachbarn im Tausch abgaben, war Vieh; Vieh wurde die Ware, in der alle andren Waren geschätzt und die überall gern im Austausch gegen jene genommen wurde - kurz, Vieh erhielt Geldfunktion und tat Gelddienste schon auf dieser Stufe. Mit solcher Notwendigkeit und Raschheit entwickelte sich schon im Anbeginn des Warenaustausches das Bedürfnis einer Geldware.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der Gartenbau, den asiatischen Barbaren der Unterstufe wahrscheinlich fremd, kam spätestens in der Mittelstufe bei ihnen auf, als Vorläufer des Feldbaus. Das Klima der turanischen Hochebene läßt kein Hirtenleben zu ohne Futtervorräte für den langen und strengen Winter; Wiesenbau und Kultur von Kornfrucht war also hier Bedingung. Dasselbe gilt für die Steppen nördlich vom Schwarzen Meer. Wurde aber erst die Kornfrucht für das Vieh gewonnen, so wurde sie bald auch menschliche Nahrung. Das bebaute Land blieb noch Stammeseigentum, anfänglich der Gens, später von dieser den Hausgenossenschaften, endlich den einzelnen zur Benutzung überwiesen; sie mochten gewisse Besitzrechte daran haben, mehr aber auch nicht.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Von den industriellen Errungenschaften dieser Stufe sind zwei besonders wichtig. Die erste ist der Webstuhl, die zweite die Schmelzung von Metallerzen und die Verarbeitung der Metalle. Kupfer und Zinn und die aus beiden zusammengesetzte Bronze waren weitaus die wichtigsten; die Bronze lieferte brauchbare Werkzeuge und Waffen, konnte aber die Steinwerkzeuge nicht verdrängen; dies war nur dem Eisen möglich, und Eisen zu gewinnen verstand man noch nicht. Gold und Silber fingen an, zu Schmuck und Zierat verwandt zu werden, und müssen schon hoch im Wert gestanden haben gegenüber Kupfer und Bronze.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Steigerung der Produktion in allen Zweigen - Viehzucht, Ackerbau, häusliches Handwerk - gab der menschlichen Arbeitskraft die Fähigkeit, ein größeres Produkt zu erzeugen, als zu ihrem Unterhalt erforderlich war. Sie steigerte gleichzeitig die tägliche Arbeitsmenge, die jedem Mitglied der Gens, der Hausgemeinde oder der Einzelfamilie zufiel. Die Einschaltung neuer Arbeitskräfte wurde wünschenswert. Der Krieg lieferte sie: Die Kriegsgefangnen wurden in Sklaven verwandelt. Die erste große gesellschaftliche Teilung der Arbeit zog mit ihrer Steigerung der Produktivität der Arbeit, also des Reichtums, und mit ihrer Erweiterung des Produktionsfeldes, unter den gegebnen geschichtlichen Gesamtbedingungen, die Sklaverei mit Notwendigkeit nach sich. Aus der ersten großen gesellschaftlichen Arbeitsteilung entsprang die erste große Spaltung der Gesellschaft in zwei Klassen: Herren und Sklaven, Ausbeuter und Ausgebeutete.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Wie und wann die Herden aus dem Gemeinbesitz des Stammes oder der Gens in das Eigentum der einzelnen Familienhäupter übergegangen, darüber wissen wir bis jetzt nichts. Es muß aber im wesentlichen auf dieser Stufe geschehn sein. Mit den Herden nun und den übrigen neuen Reichtümern kam eine Revolution über die Familie. Der Erwerb war immer Sache des Mannes gewesen, die Mittel zum Erwerb von ihm produziert und sein Eigentum. Die Herden waren die neuen Erwerbsmittel, ihre anfängliche Zähmung und spätere Wartung sein Werk. Ihm gehörte daher das Vieh, ihm die gegen Vieh eingetauschten Waren und Sklaven. All der Überschuß, den der Erwerb jetzt lieferte, fiel dem Manne zu; die Frau genoß mit davon, aber sie hatte kein Teil am Eigentum. Der "wilde" Krieger und Jäger war im Hause zufrieden gewesen mit der zweiten Stelle, nach der Frau; der "sanftere" Hirt, auf seinen Reichtum pochend, drängte sich vor an die erste Stelle und die Frau zurück an die zweite. Und sie konnte sich nicht beklagen. Die Arbeitsteilung in der Familie hatte die Eigentumsverteilung zwischen Mann und Frau geregelt; sie war dieselbe geblieben; und doch stellte sie jetzt das bisherige häusliche Verhältnis auf den Kopf, lediglich weil die Arbeitsteilung außerhalb der Familie eine andre geworden war. Dieselbe Ursache, die der Frau ihre frühere Herrschaft im Hause gesichert: ihre Beschränkung auf die Hausarbeit, dieselbe Ursache sicherte jetzt die Herrschaft des Mannes im Hause: die Hausarbeit der Frau verschwand jetzt neben der Erwerbsarbeit des Mannes; diese war alles, jene eine unbedeutende Beigabe. Hier zeigt sich schon, daß die Befreiung der Frau, ihre Gleichstellung mit dem Manne, eine Unmöglichkeit ist und bleibt, solange die Frau von der gesellschaftlichen produktiven Arbeit ausgeschlossen und auf die häusliche Privatarbeit beschränkt bleibt. Die Befreiung der Frau wird erst möglich, sobald diese auf großem, gesellschaftlichem Maßstab an der Produktion sich beteiligen kann und die häusliche Arbeit sie nur noch in unbedeutendem Maß in Anspruch nimmt. Und dies ist erst möglich geworden durch die moderne große Industrie, die nicht nur Frauenarbeit auf großer Stufenleiter zuläßt, sondern förmlich nach ihr verlangt, und die auch die private Hausarbeit mehr und mehr in eine öffentliche Industrie aufzulösen strebt.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Mit der faktischen Herrschaft des Mannes im Hause war die letzte Schranke seiner Alleinherrschaft gefallen. Diese Alleinherrschaft wurde bestätigt und verewigt durch Sturz des Mutterrechts, Einführung des Vaterrechts, allmählichen Übergang der Paarungsehe in die Monogamie. Damit aber kam ein Riß in die alte Gentilordnung; Die Einzelfamilie wurde eine Macht und erhob sich drohend gegenüber der Gens.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der nächste Schritt führt uns auf die Oberstufe der Barbarei, die Periode, in der alle Kulturvölker ihre Heroenzeit durchmachen: die Zeit des eisernen Schwerts, aber auch der eisernen Pflugschar und Axt. Das Eisen war dem Menschen dienstbar geworden, der letzte und wichtigste aller Rohstoffe, die eine geschichtlich umwälzende Rolle spielten, der letzte - bis auf die Kartoffel. Das Eisen schuf den Feldbau auf größeren Flächen, die Urbarmachung ausgedehnterer Waldstrecken; es gab dem Handwerker Werkzeug von einer Härte und Schneide, der kein Stein, kein andres bekanntes Metall widerstand. Alles das allmählich; das erste Eisen war oft noch weicher als Bronze. So verschwand die Steinwaffe nur langsam; nicht nur im "Hildebrandslied", auch noch bei Hastings im Jahre 1066 kamen noch Steinäxte ins Gefecht. Aber der Fortschritt ging nun unaufhaltsam, weniger unterbrochen und rascher vor sich. Die mit steinernen Mauern, Türmen und Zinnen steinerne oder Ziegelhäuser umschließende Stadt wurde Zentralsitz des Stamms oder Stämmebundes; ein gewaltiger Fortschritt in der Baukunst, aber auch ein Zeichen vermehrter Gefahr und Schutzbedürftigkeit. Der Reichtum wuchs rasch, aber als Reichtum einzelner; die Weberei, die Metallbearbeitung und die andern, mehr und mehr sich sondernden Handwerke entfalteten steigende Mannigfaltigkeit und Kunstfertigkeit der Produktion; der Landbau lieferte neben Korn, Hülsenfrüchten und Obst jetzt auch Öl und Wein, deren Bereitung man gelernt hatte. So mannigfache Tätigkeit konnte nicht mehr von demselben einzelnen ausgeübt werden; die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">zweite große Teilung der Arbeit</span> trat ein: Das Handwerk sonderte sich vom Ackerbau. Die fortwährende Steigerung der Produktion und mit ihr der Produktivität der Arbeit erhöhte den Wert der menschlichen Arbeitskraft; die Sklaverei, auf der vorigen Stufe noch entstehend und sporadisch, wird jetzt wesentlicher Bestandteil des Gesellschaftssystems; die Sklaven hören auf, einfache Gehülfen zu sein, sie werden dutzendweise zur Arbeit getrieben auf dem Feld und in der Werkstatt. Mit der Spaltung der Produktion in die zwei großen Hauptzweige, Ackerbau und Handwerk, entsteht die Produktion direkt für den Austausch, die Warenproduktion; mit ihr der Handel, nicht nur im Innern und an den Stammesgrenzen, sondern auch schon über See. Alles dies aber noch sehr unentwickelt; die edlen Metalle fangen an, vorwiegende und allgemeine Geldware zu werden, aber noch ungeprägt, nur nach dem noch unverkleideten Gewicht sich austauschend.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der Unterschied von Reichen und Ärmeren tritt neben den von Freien und Sklaven - mit der neuen Arbeitsteilung eine neue Spaltung der Gesellschaft in Klassen. Die Besitzunterschiede der einzelnen Familienhäupter sprengen die alte kommunistische Hausgemeinde überall, wo sie sich bis dahin erhalten; mit ihr die gemeinsame Bebauung des Bodens für Rechnung dieser Gemeinde. Das Ackerland wird den einzelnen Familien zunächst auf Zeit, später ein für allemal zur Nutzung überwiesen, der Übergang in volles Privateigentum vollzieht sich allmählich und parallel mit dem Übergang der Paarungsehe in Monogamie. Die Einzelfamilie fängt an, die wirtschaftliche Einheit in der Gesellschaft zu werden.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die dichtere Bevölkerung nötigt zu engerem Zusammenschließen nach innen wie nach außen. Der Bund verwandter Stämme wird überall eine Notwendigkeit; bald auch schon ihre Verschmelzung, damit die Verschmelzung der getrennten Stammesgebiete zu einem Gesamtgebiet des Volks. Der Heerführer des Volks - rex, basileus, thiudans - wird unentbehrlicher, ständiger Beamter. Die Volksversammlung kommt auf, wo sie nicht schon bestand. Heerführer, Rat, Volksversammlung bilden die Organe der zu einer militärischen Demokratie fortentwickelten Gentilgesellschaft. Militärisch - denn der Krieg und die Organisation zum Krieg sind jetzt regelmäßige Funktionen des Volkslebens geworden. Die Reichtümer der Nachbarn reizen die Habgier von Völkern, bei denen Reichtumserwerb schon als einer der ersten Lebenszwecke erscheint. Sie sind Barbaren: Rauben gilt ihnen für leichter und selbst für ehrenvoller als Erarbeiten. Der Krieg, früher nur geführt zur Rache für Übergriffe oder zur Ausdehnung des unzureichend gewordnen Gebiets, wird jetzt des bloßen Raubs wegen geführt, wird stehender Erwerbszweig. Nicht umsonst starren die dräuenden Mauern um die neuen befestigten Städte: In ihren Gräben gähnt das Grab der Gentilverfassung, und ihre Türme ragen bereits hinein in die Zivilisation. Und ebenso geht es im Innern. Die Raubkriege erhöhen die Macht des obersten Heerführers wie die der Unterführer; die gewohnheitsmäßige Wahl der Nachfolger in denselben Familien geht, namentlich seit Einführung des Vaterrechts, allmählich über in erst geduldete, dann beanspruchte, endlich usurpierte Erblichkeit; die Grundlage des Erbkönigtums und des Erbadels ist gelegt. So reißen sich die Organe der Gentilverfassung allmählich los von ihrer Wurzel im Volk, in Gens, Phratrie, Stamm, und die ganze Gentilverfassung verkehrt sich in ihr Gegenteil: Aus einer Organisation von Stämmen zur freien Ordnung ihrer eignen Angelegenheiten wird sie eine Organisation zur Plünderung und Bedrückung der Nachbarn, und dementsprechend werden ihre Organe aus Werkzeugen des Volkswillens zu selbständigen Organen der Herrschaft und Bedrückung gegenüber dem eignen Volk. Das aber wäre nie möglich gewesen, hätte nicht die Gier nach Reichtum die Gentilgenossen gespalten in Reiche und Arme, hätte nicht "die Eigentumsdifferenz innerhalb derselben Gens die Einheit der Interessen verwandelt in Antagonismus der Gentilgenossen" (Marx) und hätte nicht die Ausdehnung der Sklaverei bereits angefangen, die Erarbeitung des Lebensunterhalts für nur sklavenwürdige Tätigkeit, für schimpflicher gelten zu lassen als den Raub.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Damit sind wir angekommen an der Schwelle der Zivilisation. Sie wird eröffnet durch einen neuen Fortschritt der Teilung der Arbeit. Auf der untersten Stufe produzierten die Menschen nur direkt für eignen Bedarf; die etwa vorkommenden Austauschakte waren vereinzelt, betrafen nur den zufällig sich einstellenden Überfluß. Auf der Mittelstufe der Barbarei finden wir bei Hirtenvölkern in dem Vieh schon einen Besitz, der bei einer gewissen Größe der Herde regelmäßig einen Überschuß über den eignen Bedarf liefert, zugleich eine Teilung der Arbeit zwischen Hirtenvölkern und zurückgebliebnen Stämmen ohne Herden, damit zwei nebeneinander bestehende verschiedne Produktionsstufen und damit die Bedingungen eines regelmäßigen Austausches. Die Oberstufe der Barbarei liefert uns die weitere Arbeitsteilung zwischen Ackerbau und Handwerk, damit Produktion eines stets wachsenden Teils der Arbeitserzeugnisse direkt für den Austausch, damit Erhebung des Austausches zwischen Einzelproduzenten zu einer Lebensnotwendigkeit der Gesellschaft. Die Zivilisation befestigt und steigert alle diese vorgefundnen Arbeitsteilungen, namentlich durch Schärfung des Gegensatzes von Stadt und Land (wobei die Stadt das Land ökonomisch beherrschen kann, wie im Altertum, oder auch das Land die Stadt, wie im Mittelalter), und fügt dazu eine dritte, ihr eigentümliche, entscheidend wichtige Arbeitsteilung: Sie erzeugt eine Klasse, die sich nicht mehr mit der Produktion beschäftigt, sondern nur mit dem Austausch der Produkte - die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Kaufleute</span>. Alle bisherigen Ansätze zur Klassenbildung hatten es noch ausschließlich mit der Produktion zu tun; sie schieden die bei der Produktion beteiligten Leute in Leitende und Ausführende oder aber in Produzenten auf größerer und auf kleinerer Stufenleiter. Hier tritt zum erstenmal eine Klasse auf, die, ohne an der Produktion irgendwie Anteil zu nehmen, die Leitung der Produktion im ganzen und großen sich erobert und die Produzenten sich ökonomisch unterwirft; die sich zum unumgänglichen Vermittler zwischen je zwei Produzenten macht und sie beide ausbeutet. Unter dem Vorwand, den Produzenten die Mühe und das Risiko des Austausches abzunehmen, den Absatz ihrer Produkte nach entfernten Märkten auszudehnen, damit die nützlichste Klasse der Bevölkerung zu werden, bildet sich eine Klasse von Parasiten aus, echten gesellschaftlichen Schmarotzertieren, die als Lohn für sehr geringe wirkliche Leistungen sowohl von der heimischen wie von der fremden Produktion den Rahm abschöpft, rasch enorme Reichtümer und entsprechenden gesellschaftlichen Einfluß erwirbt und eben deshalb während der Periode der Zivilisation zu immer neuen Ehren und immer größerer Beherrschung der Produktion berufen ist, bis sie endlich auch selbst ein eignes Produkt zutage fördert - die periodischen Handelskrisen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Auf unsrer vorliegenden Entwicklungsstufe hat die junge Kaufmannschaft allerdings noch keine Ahnung von den großen Dingen, die ihr bevorstehn. Aber sie bildet sich und macht sich unentbehrlich, und das genügt. Mit ihr aber bildet sich aus das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Metallgeld</span>, die geprägte Münze, und mit dem Metallgeld ein neues Mittel zur Herrschaft des Nichtproduzenten über den Produzenten und seine Produktion. Die Ware der Waren, die alle andern Waren im Verborgnen in sich enthält, war entdeckt, das Zaubermittel, das sich nach Belieben in jedes wünschenswerte und gewünschte Ding verwandeln kann. Wer es hatte, beherrschte die Welt der Produktion, und wer hatte es vor allen? Der Kaufmann. In seiner Hand war der Kultus des Geldes sicher. Er sorgte dafür, daß es offenbar wurde, wie sehr alle Waren, damit alle Warenproduzenten, sich anbetend in den Staub werfen mußten vor dem Geld. Er bewies es praktisch, wie sehr alle ändern Formen des Reich- <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">|162|</span> tums nur selber bloßer Schein werden gegenüber dieser Verkörperung des Reichtums als solchem. Nie wieder ist die Macht des Geldes aufgetreten in solch ursprünglicher Roheit und Gewaltsamkeit wie in dieser ihrer Jugendperiode. Nach dem Warenkauf für Geld kam der Geldvorschuß, mit diesem der Zins und der Wucher. Und keine Gesetzgebung späterer Zeit wirft den Schuldner so schonungs- und rettungslos zu den Füßen des wucherischen Gläubigers wie die altathenische und altrömische - und beide entstanden spontan, als Gewohnheitsrechte, ohne andern als den ökonomischen Zwang.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Neben den Reichtum an Waren und Sklaven, neben den Geldreichtum trat nun auch der Reichtum an Grundbesitz. Das Besitzrecht der einzelnen an den ihnen ursprünglich von Gens oder Stamm überlassenen Bodenparzellen hatte sich jetzt soweit befestigt, daß diese Parzellen ihnen erbeigentümlich gehörten. Wonach sie in der letzten Zeit vor allem gestrebt, das war die Befreiung von dem Anrecht der Gentilgenossenschaft an die Parzelle, das ihnen eine Fessel wurde. Die Fessel wurde sie los - aber bald nachher auch das neue Grundeigentum. Volles, freies Eigentum am Boden, das hieß nicht nur Möglichkeit, den Boden unverkürzt und unbeschränkt zu besitzen, das hieß auch Möglichkeit, ihn zu veräußern. Solange der Boden Gentileigentum, existierte diese Möglichkeit nicht. Als aber der neue Grundbesitzer die Fessel des Obereigentums der Gens und des Stamms endgültig abstreifte, zerriß er auch das Band, das ihn bisher unlöslich mit dem Boden verknüpft hatte. Was das hieß, wurde ihm klargemacht durch das mit dem Privatgrundeigentum gleichzeitig erfundne Geld. Der Boden konnte nun Ware werden, die man verkauft und verpfändet. Kaum war das Grundeigentum eingeführt, so war auch die Hypothek schon erfunden (sieh Athen). Wie der Hetärismus und die Prostitution an die Fersen der Monogamie, so klammert sich von nun an die Hypothek an die Fersen des Grundeigentums. Ihr habt das volle, freie, veräußerliche Grundeigentum haben wollen, nun wohl, ihr habt's - tu l'as voulu, George Dandin! |Du hast es nicht besser gewollt, George Dandin!</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">So ging mit Handelsausdehnung, Geld und Geldwucher, Grundeigentum und Hypothek die Konzentration und Zentralisation des Reichtums in den Händen einer wenig zahlreichen Klasse rasch voran, daneben die steigende Verarmung der Massen und die steigende Masse der Armen. Die neue Reichtumsaristokratie, soweit sie nicht schon von vornherein mit dem alten Stammesadel zusammengefallen war, drängte ihn endgültig in den Hintergrund (in Athen, in Rom, bei den Deutschen). Und neben dieser Scheidung der Freien in Klassen nach dem Reichtum ging besonders in Griechenland eine ungeheure Vermehrung der Zahl der Sklaven, deren erzwungne Arbeit die Grundlage bildete, auf der sich der Überbau der ganzen Gesellschaft erhob.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Sehen wir uns nun danach um, was unter dieser gesellschaftlichen Umwälzung aus der Gentilverfassung geworden war. Gegenüber den neuen Elementen, die ohne ihr Zutun emporgewachsen, stand sie ohnmächtig da. Ihre Voraussetzung war, daß die Glieder einer Gens, oder doch eines Stammes, auf demselben Gebiet vereinigt saßen, es ausschließlich bewohnten. Das hatte längst aufgehört. Überall waren Gentes und Stämme durcheinandergeworfen, überall wohnten Sklaven, Schutzverwandte, Fremde mitten unter den Bürgern. Die erst gegen Ende der Mittelstufe der Barbarei erworbene Seßhaftigkeit wurde immer wieder durchbrochen durch die von Handel, Erwerbsveränderung, Grundbesitzwechsel bedingte Beweglichkeit und Veränderlichkeit des Wohnsitzes. Die Genossen der Gentilkörper konnten nicht mehr zusammentreten zur Wahrnehmung ihrer eignen gemeinsamen Angelegenheiten; nur unwichtige Dinge, wie die religiösen Feiern, wurden noch notdürftig besorgt. Neben den Bedürfnissen und Interessen, zu deren Wahrung die Gentilkörper berufen und befähigt, waren aus der Umwälzung der Erwerbsverhältnisse und der daraus folgenden Änderung der gesellschaftlichen Gliederung neue Bedürfnisse und Interessen entstanden, die der alten Gentilordnung nicht nur fremd waren, sondern sie in jeder Weise durchkreuzten. Die Interessen der durch Teilung der Arbeit entstandnen Handwerkergruppen, die besondern Bedürfnisse der Stadt im Gegensatz zum Land, erforderten neue Organe; jede dieser Gruppen aber war aus Leuten der verschiedensten Gentes, Phratrien und Stämme zusammengesetzt, sie schloß sogar Fremde ein; diese Organe mußten sich also bilden außerhalb der Gentilverfassung, neben ihr, und damit gegen sie. - Und wiederum in jeder Gentilkörperschaft machte sich dieser Konflikt der Interessen geltend, der seine Spitze erreichte in der Vereinigung von Reichen und Armen, Wucherern und Schuldnern in derselben Gens und demselben Stamm. - Dazu kam die Masse der neuen, den Gentilgenossenschaften fremden Bevölkerung, die wie in Rom eine Macht im Lande werden konnte und dabei zu zahlreich war, um allmählich in die blutsverwandten Geschlechter und Stämme aufgenommen zu werden. Dieser Masse gegenüber standen die Gentilgenossenschaften da als geschlossene, bevorrechtete Körperschaften; die ursprüngliche naturwüchsige Demokratie war umgeschlagen in eine gehässige Aristokratie. - Schließlich war die Gentilverfassung herausgewachsen aus einer Gesellschaft, die keine inneren Gegensätze kannte, und war auch nur einer solchen angepaßt. Sie hatte kein Zwangsmittel außer der öffentlichen Meinung. Hier aber war eine Gesellschaft entstanden, die kraft ihrer sämtlicher ökonomischer Lebensbedingungen sich in Freie und Sklaven, in ausbeutende Reiche und ausgebeutete Arme hatte spalten müssen, eine Gesellschaft, die diese Gegensätze nicht nur nicht wieder versöhnen konnte, sondern sie immer mehr auf die Spitze treiben mußte. Eine solche Gesellschaft konnte nur bestehn entweder im fortwährenden offnen Kampf dieser Klassen gegeneinander oder aber unter der Herrschaft einer dritten Macht, die, scheinbar über den widerstreitenden Klassen stehend, ihren offnen Konflikt niederdrückte und den Klassenkampf höchstens auf ökonomischem Gebiet, in sogenannter gesetzlicher Form, sich ausfechten ließ. Die Gentilverfassung hatte ausgelebt. Sie war gesprengt durch die Teilung der Arbeit, und ihr Ergebnis, die Spaltung der Gesellschaft in Klassen. Sie wurde ersetzt durch den Staat.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die drei Hauptformen, in denen der Staat sich auf den Ruinen der Gentilverfassung erhebt, haben wir oben im einzelnen betrachtet. Athen bietet die reinste, klassischste Form: Hier entspringt der Staat direkt und vorherrschend aus den Klassengegensätzen, die sich innerhalb der Gentilgesellschaft selbst entwickeln. In Rom wird die Gentilgesellschaft eine geschlossene Aristokratie inmitten einer zahlreichen, außer ihr stehenden, rechtlosen aber pflichtenschuldigen Plebs; der Sieg der Plebs sprengt die alte Geschlechtsverfassung und errichtet auf ihren Trümmern den Staat, worin Gentilaristokratie und Plebs bald beide gänzlich aufgehn. Bei den deutschen Überwindern des Römerreichs endlich entspringt der Staat direkt aus der Eroberung großer fremder Gebiete, die zu beherrschen die Gentilverfassung keine Mittel bietet. Weil aber mit dieser Eroberung weder ernstlicher Kampf mit der alten Bevölkerung verbunden ist noch eine fortgeschnttnere Arbeitsteilung; weil die ökonomische Entwicklungsstufe der Eroberten und die der Eroberer fast dieselbe ist, die ökonomische Basis der Gesellschaft also die alte bleibt, deshalb kann sich die Gentilverfassung lange Jahrhunderte hindurch in veränderter, territorialer Gestalt als Markverfassung forterhalten und selbst in den späteren Adels- und Patriziergeschlechtern, ja selbst in Bauerngeschlechtern wie in Dithmarschen, eine Zeitlang in abgeschwächter Form verjüngen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der Staat ist also keineswegs eine der Gesellschaft von außen aufgezwungne Macht; ebensowenig ist er "die Wirklichkeit der sittlichen Idee", "das Bild und die Wirklichkeit der Vernunft", wie Hegel behauptet. Er ist vielmehr ein Produkt der Gesellschaft auf bestimmter Entwicklungsstufe; er ist das Eingeständnis, daß diese Gesellschaft sich in einen unlösbaren Widerspruch mit sich selbst verwickelt, sich in unversöhnliche Gegensätze gespalten hat, die zu bannen sie ohnmächtig ist. Damit aber diese Gegensätze, Klassen mit widerstreitenden ökonomischen Interessen nicht sich und die Gesellschaft in fruchtlosem Kampf verzehren, ist eine scheinbar über der Gesellschaft stehende Macht nötig geworden, die den Konflikt dämpfen, innerhalb der Schranken der "Ordnung" halten soll; und diese, aus der Gesellschaft hervorgegangne, aber sich über sie stellende, sich ihr mehr und mehr entfremdende Macht ist der Staat.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Gegenüber der alten Gentilorganisation kennzeichnet sich der Staat erstens durch die Einteilung der Staatsangehörigen <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nach dem Gebiet</span>. Die alten, durch Blutbande gebildeten und zusammengehaltnen Gentilgenossenschaften, wie wir gesehn, waren unzureichend geworden, großenteils weil sie eine Bindung der Genossen an ein bestimmtes Gebiet voraussetzten und diese längst aufgehört hatte. Das Gebiet war geblieben, aber die Menschen waren mobil geworden. Man nahm also die Gebietseinteilung als Ausgangspunkt und ließ die Bürger ihre öffentlichen Rechte und Pflichten da erfüllen, wo sie sich niederließen, ohne Rücksicht auf Gens und Stamm. Diese Organisation der Staatsangehörigen nach der Ortsangehörigkeit ist allen Staaten gemeinsam. Uns kommt sie daher natürlich vor; wir haben aber gesehn, wie harte und langwierige Kämpfe erfordert waren, bis sie in Athen und Rom sich an die Stelle der alten Organisation nach Geschlechtern setzen konnte.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Das zweite ist die Einrichtung einer <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">öffentlichen Gewalt</span>, welche nicht mehr unmittelbar zusammenfällt mit der sich selbst als bewaffnete Macht organisierenden Bevölkerung. Diese besondre, öffentliche Gewalt ist nötig, weil eine selbsttätige bewaffnete Organisation der Bevölkerung unmöglich geworden seit der Spaltung in Klassen. Die Sklaven gehören auch zur Bevölkerung; die 90.000 athenischen Bürger bilden gegenüber den 365.000 Sklaven nur eine bevorrechtete Klasse. Das Volksheer der athenischen Demokratie war eine aristokratische öffentliche Gewalt gegenüber den Sklaven und hielt sie im Zaum; aber auch um die Bürger im Zaum zu halten, wurde eine Gendarmerie nötig, wie oben erzählt. Diese öffentliche Gewalt existiert in jedem Staat; sie besteht nicht bloß aus bewaffneten Menschen, sondern auch aus sachlichen Anhängseln, Gefängnissen und Zwangsanstalten aller Art, von denen die Gentilgesellschaft nichts wußte. Sie kann sehr unbedeutend, fast verschwindend sein in Gesellschaften mit noch unentwickelten Klassengegensätzen und auf abgelegnen Gebieten, wie zeit- und ortsweise in den Vereinigten Staaten Amerikas. Sie verstärkt sich aber in dem Maß, wie die Klassengegensätze innerhalb des Staats sich verschärfen und wie die einander begrenzenden Staaten größer und volkreicher werden - man sehe nur unser heutiges Europa an, wo Klassenkampf und Eroberungskonkurrenz die öffentliche Macht auf eine Höhe emporgeschraubt haben, auf der sie die ganze Gesellschaft und selbst den Staat zu verschlingen droht.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Um diese öffentliche Macht aufrechtzuerhalten, sind Beiträge der Staatsbürger nötig - die <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Steuern</span>. Diese waren der Gentilgesellschaft vollständig unbekannt. Wir aber wissen heute genug davon zu erzählen. Mit der fortschreitenden Zivilisation reichen auch sie nicht mehr; der Staat zieht Wechsel auf die Zukunft, macht Anleihen, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Staatsschulden</span>. Auch davon weiß das alte Europa ein Liedchen zu singen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Im Besitz der öffentlichen Gewalt und des Rechts der Steuereintreibung, stehn die Beamten nun da als Organe der Gesellschaft <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">über</span> der Gesellschaft. Die freie, willige Achtung, die den Organen der Gentilverfassung gezollt wurde, genügt ihnen nicht, selbst wenn sie sie haben könnten; Träger einer der Gesellschaft entfremdenden Macht, müssen sie in Respekt gesetzt werden durch Ausnahmsgesetzs, kraft deren sie einer besondren Heiligkeit und Unverletzlichkeit genießen. Der lumpigste Polizeidiener des zivilisierten Staats hat mehr "Autorität" als alle Organe der Gentilgesellschaft zusammengenommen; aber der mächtigste Fürst und der größte Staatsmann oder Feldherr der Zivilisation kann den geringsten Gentilvorsteher beneiden um die unerzwungne und unbestrittene Achtung, die ihm gezollt wird. Der eine steht eben mitten in der Gesellschaft; der andre ist genötigt, etwas vorstellen zu wollen außer und über ihr.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Da der Staat entstanden ist aus dem Bedürfnis, Klassengegensätze im Zaum zu halten, da er aber gleichzeitig mitten im Konflikt dieser Klassen entstanden ist, so ist er in der Regel Staat der mächtigsten, ökonomisch herrschenden Klasse, die vermittelst seiner auch politisch herrschende Klasse wird und so neue Mittel erwirbt zur Niederhaltung und Ausbeutung der unterdrückten Klasse. So war der antike Staat vor <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">allem</span> Staat der Sklavenbesitzer zur Niederhaltung der Sklaven, wie der Feudalstaat Organ des Adels zur Niederhaltung der leibeignen und hörigen Bauern und der moderne Repräsentativstaat Werkzeug der Ausbeutung der Lohnarbeit durch das Kapital. Ausnahmsweise indes kommen Perioden vor, wo die kämpfenden Klassen einander so nahe das Gleichgewicht halten, daß die Staatsgewalt als scheinbare Vermittlerin momentan eine gewisse Selbständigkeit gegenüber beiden erhält. So die absolute Monarchie des 17. und 18. Jahrhunderts, die Adel und Bürgertum gegeneinander balanciert; so der Bonapartismus des ersten und namentlich des zweiten französischen Kaiserreichs, der das Proletariat gegen die Bourgeoisie und die Bourgeoisie gegen das Proletariat ausspielte. Die neueste Leistung in dieser Art, bei der Herrscher und Beherrschte gleich komisch erscheinen, ist das neue deutsche Reich Bismarckscher Nation: Hier werden Kapitalisten und Arbeiter gegeneinander balanciert und gleichmäßig geprellt zum Besten der verkommnen preußischen Krautjunker.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">In den meisten geschichtlichen Staaten werden außerdem die den Staatsbürgern zugestandnen Rechte nach dem Vermögen abgestuft und damit direkt ausgesprochen, daß der Staat eine Organisation der besitzenden Klasse zum Schutz gegen die nichtbesitzende ist. So schon in den athenischen und römischen Vermögensklassen. So im mittelalterlichen Feudalstaat, wo die politische Machtstellung sich nach dem Grundbesitz gliederte. So im Wahlzensus der modernen Repräsentativstaaten. Diese politische Anerkennung des Besitzunterschieds ist indes keineswegs wesentlich. Im Gegenteil, sie bezeichnet eine niedrige Stufe der staatlichen Entwicklung. Die höchste Staatsform, die demokratische Republik, die in unsern modernen Gesellschaftsverhältnissen mehr und mehr unvermeidliche Notwendigkeit wird und die Staatsform ist, in der der letzte Entscheidungskampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie allein ausgekämpft werden kann - die demokratische Republik weiß offiziell nichts mehr von Besitzunterschieden. In ihr übt der Reichtum seine Macht indirekt, aber um so sichrer aus. Einerseits in der Form der direkten Beamtenkorruption, wofür Amerika klassisches Muster, andrerseits in der Form der Allianz von Regierung und Börse, die sich um so leichter vollzieht, je mehr die Staatsschulden steigen und je mehr Aktiengesellschaften nicht nur den Transport, sondern auch die Produktion selbst in ihren Händen konzentrieren und wiederum in der Börse ihren Mittelpunkt finden. Dafür ist außer Amerika die neueste französische Republik ein schlagendes Beispiel, und auch die biedre Schweiz hat auf diesem Felde das ihrige geleistet. Daß aber zu diesem Bruderbund von Regierung und Börse keine demokratische Republik erforderlich, beweist außer England das neue deutsche Reich, wo man nicht sagen kann, wen das allgemeine Stimmrecht höher gehoben hat, Bismarck oder Bleichröder. Und endlich herrscht die besitzende Klasse direkt mittelst des allgemeinen Stimmrechts. Solange die unterdrückte Klasse, also in unserm Fall das Proletariat, noch nicht reif ist zu seiner Selbstbefreiung, solange wird sie, der Mehrzahl nach, die bestehende Gesellschaftsordnung als die einzig mögliche erkennen und politisch der Schwanz der Kapitalistenklasse, ihr äußerster linker Flügel sein. In dem Maß aber, worin sie ihrer Selbstemanzipation entgegenreift, in dem Maß konstituiert sie sich als eigne Partei, wählt ihre eignen Vertreter, nicht die der Kapitalisten. Das allgemeine Stimmrecht ist so der Gradmesser der Reife der Arbeiterklasse. Mehr kann und wird es nie sein im heutigen Staat; aber das genügt auch. An dem Tage, wo das Thermometer des allgemeinen Stimmrechts den Siedepunkt bei den Arbeitern anzeigt, wissen sie sowohl wie die Kapitalisten, woran sie sind.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Der Staat ist also nicht von Ewigkeit her. Es hat Gesellschaften gegeben, die ohne ihn fertig wurden, die von Staat und Staatsgewalt keine Ahnung hatten. Auf einer bestimmten Stufe der ökonomischen Entwicklung, die mit Spaltung der Gesellschaft in Klassen notwendig verbunden war, wurde durch diese Spaltung der Staat eine Notwendigkeit. Wir nähern uns jetzt mit raschen Schritten einer Entwicklungsstufe der Produktion, auf der das Dasein dieser Klassen nicht nur aufgehört hat, eine Notwendigkeit zu sein, sondern ein positives Hindernis der Produktion wird. Sie werden fallen, ebenso unvermeidlich, wie sie früher entstanden sind. Mit ihnen fällt unvermeidlich der Staat. Die Gesellschaft, die die Produktion auf Grundlage freier und gleicher Assoziation der Produzenten neu organisiert, versetzt die ganze Staatsmaschine dahin, wohin sie dann gehören wird: ins Museum der Altertümer, neben das Spinnrad und die bronzene Axt.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Zivilisation ist also nach dem Vorausgeschickten die Entwicklungsstufe der Gesellschaft, auf der die Teilung der Arbeit, der aus ihr entspringende Austausch zwischen einzelnen und die beides zusammenfassende Warenproduktion zur vollen Entfaltung kommen und die ganze frühere Gesellschaft umwälzen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Produktion aller früheren Gesellschaftsstufen war wesentlich eine gemeinsame, wie auch die Konsumtion unter direkter Verteilung der Produkte innerhalb größerer oder kleinerer kommunistischer Gemeinwesen vor sich ging. Diese Gemeinsamkeit der Produktion fand statt innerhalb der engsten Schranken; aber sie führte mit sich die Herrschaft der Produzenten über ihren Produktionsprozeß und ihr Produkt. Sie wissen, was aus dem Produkt wird: Sie verzehren es, es verläßt ihre Hände nicht; und solange die Produktion auf dieser Grundlage betrieben wird, kann sie den Produzenten nicht über den Kopf wachsen, keine gespenstischen fremden Mächte ihnen gegenüber erzeugen, wie dies in der Zivilisation regelmäßig und unvermeidlich der Fall ist.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Aber in diesen Produktionsprozeß schiebt sich die Teilung der Arbeit langsam ein. Sie untergräbt die Gemeinsamkeit der Produktion und Aneignung, sie erhebt die Aneignung durch einzelne zur überwiegenden Regel und erzeugt damit den Austausch zwischen einzelnen - wie, das haben wir oben untersucht. Allmählich wird die Warenproduktion herrschende Form.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Mit der Warenproduktion, der Produktion nicht mehr für eignen Verbrauch, sondern für den Austausch, wechseln die Produkte notwendig die Hände. Der Produzent gibt sein Produkt im Tausch weg, er weiß nicht mehr, was daraus wird. Sowie das Geld, und mit dem Geld der Kaufmann, als Vermittler zwischen die Produzenten tritt, wird der Austauschprozeß noch verwickelter, das schließliche Schicksal der Produkte noch Ungewisser. Der Kaufleute sind viele, und keiner von ihnen weiß, was der andre tut. Die Waren gehn nun schon nicht bloß von Hand zu Hand, sie gehn auch von Markt zu Markt; die Produzenten haben die Herrschaft über die Gesamtproduktion ihres Lebenskreises verloren, und die Kaufleute haben sie nicht überkommen. Produkte und Produktion verfallen dem Zufall.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Aber Zufall, das ist nur der eine Pol eines Zusammenhangs, dessen andrer Pol Notwendigkeit heißt. In der Natur, wo auch der Zufall zu herrschen scheint, haben wir längst auf jedem einzelnen Gebiet die innere Notwendigkeit und Gesetzmäßigkeit nachgewiesen, die in diesem Zufall sich durchsetzt. Was aber von der Natur, das gilt auch von der Gesellschaft. Je mehr eine gesellschaftliche Tätigkeit, eine Reihe gesellschaftlicher Vorgänge der bewußten Kontrolle der Menschen zu mächtig wird, ihnen über den Kopf wächst, je mehr sie dem puren Zufall überlassen scheint, desto mehr setzen sich in diesem Zufall die ihr eigentümlichen, innewohnenden Gesetze wie mit Naturnotwendigkeit durch. Solche Gesetze beherrschen auch die Zufälligkeiten der Warenproduktion und des Warenaustausches; dem einzelnen Produzenten und Austauschenden stehn sie gegenüber als fremde, anfangs sogar unerkannte Mächte, deren Natur erst mühsam erforscht und ergründet werden muß. Diese ökonomischen Gesetze der Warenproduktion modifizieren sich mit den verschiednen Entwicklungsstufen dieser Produktionsform; im ganzen und großen aber steht die gesamte Periode der Zivilisation unter ihrer Herrschaft. Und noch heute beherrscht das Produkt die Produzenten; noch heute wird die Gesamtproduktion der Gesellschaft geregelt, nicht durch gemeinsam überlegten Plan, sondern durch blinde Gesetze, die sich geltend machen mit elementarer Gewalt, in letzter Instanz in den Gewittern der periodischen Handelskrisen.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Wir sahen oben, wie auf einer ziemlich frühen Entwicklungsstufe der Produktion die menschliche Arbeitskraft befähigt wird, ein beträchtlich größeres Produkt zu liefern, als zum Unterhalt der Produzenten erforderlich ist, und wie diese Entwicklungsstufe in der Hauptsache dieselbe ist, auf der Teilung der Arbeit und Austausch zwischen einzelnen aufkommen. Es dauerte nun nicht lange mehr, bis die große "Wahrheit" entdeckt wurde, daß auch der Mensch eine Ware sein kann; daß die menschliche Kraft austauschbar und vernutzbar ist, indem man den Menschen in einen Sklaven verwandelt. Kaum hatten die Menschen angefangen auszutauschen, so wurden sie auch schon selbst ausgetauscht. Das Aktivum wurde zum Passivum, die Menschen mochten wollen oder nicht.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Mit der Sklaverei, die unter der Zivilisation ihre vollste Entfaltung erhielt, trat die erste große Spaltung der Gesellschaft ein in eine ausbeutende und eine ausgebeutete Klasse. Diese Spaltung dauerte fort während der ganzen zivilisierten Periode. Die Sklaverei ist die erste, der antiken Welt eigentümliche Form der Ausbeutung: ihr folgt die Leibeigenschaft im Mittelalter, die Lohnarbeit in der neueren Zeit. Es sind dies die drei großen Formen der Knechtschaft, wie sie für die drei großen Epochen der Zivilisation charakteristisch sind; offne, und neuerdings verkleidete, Sklaverei geht stets danebenher.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Die Stufe der Warenproduktion, womit die Zivilisation beginnt, wird ökonomisch bezeichnet durch die Einführung 1. des Metallgeldes, damit des Geldkapitals, des Zinses und Wuchers; 2. der Kaufleute als vermittelnder Klasse zwischen den Produzenten; 3. des Privatgrundeigentums und der Hypothek und 4. der Sklavenarbeit als herrschender Produktionsform. Die der Zivilisation entsprechende und mit ihr definitiv zur Herrschaft kommende Familienform ist die Monogamie, die Herrschaft des Mannes über die Frau, und die Einzelfamilie als wirtschaftliche Einheit der Gesellschaft. Die Zusammenfassung der zivilisierten Gesellschaft ist der Staat, der in allen mustergültigen Perioden ausnahmslos der Staat der herrschenden Klasse ist und in allen Fallen wesentlich Maschine zur Niederhaltung der unterdrückten, ausgebeuteten Klasse bleibt. Bezeichnend für die Zivilisation ist noch: einerseits die Fixierung des Gegensatzes von Stadt und Land als der Grundlage der gesamten gesellschaftlichen Arbeitsteilung; andrerseits die Einführung der Testamente, wodurch der Eigentümer auch noch über seinen Tod hinaus über sein Eigentum verfügen kann. Diese der alten Gentilverfassung direkt ins Gesicht schlagende Einrichtung war in Athen bis auf Solon unbekannt; in Rom ist sie schon früh eingeführt, wann, wissen wir nicht; bei den Deutschen führten die Pfaffen sie ein, damit der biedre Deutsche sein Erbteil der Kirche ungehindert vermachen könne.</span></span><br />
<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Mit dieser Grundverfassung hat die Zivilisation Dinge vollbracht, denen die alte Gentilgesellschaft nicht im entferntesten gewachsen war. Aber sie hat sie vollbracht, indem sie die schmutzigsten Triebe und Leidenschaften der Menschen in Bewegung setzte und auf Kosten seiner ganzen übrigen Anlagen entwickelte. Die platte Habgier war die treibende Seele der Zivilisation von ihrem ersten Tag bis heute, Reichtum und abermals Reichtum und zum drittenmal Reichtum, Reichtum nicht der Gesellschaft, sondern dieses einzelnen lumpigen Individuums, ihr einzig entscheidendes Ziel. Wenn ihr dabei die steigende Entwicklung der Wissenschaft und zu wiederholten Perioden die höchste Blüte der Kunst in den Schoß gefallen ist, so doch nur, weil ohne diese die volle Reichtumserrungenschaft unsrer Zeit nicht möglich gewesen wäre.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Da die Grundlage der Zivilisation die Ausbeutung einer Klasse durch eine andre Klasse ist, so bewegt sich ihre ganze Entwicklung in einem fortdauernden Widerspruch. Jeder Fortschritt der Produktion ist gleichzeitig ein Rückschritt in der Lage der unterdrückten Klasse, d.h. der großen Mehrzahl. Jede Wohltat für die einen ist notwendig ein Übel für die andern, jede neue Befreiung der einen Klasse eine neue Unterdrückung für eine andre Klasse. Den schlagendsten Beweis dafür liefert die Einführung der Maschinerie, deren Wirkungen heute weltbekannt sind. Und wenn bei den Barbaren der Unterschied von Rechten und Pflichten, wie wir sahen, noch kaum gemacht werden konnte, so macht die Zivilisation den Unterschied und Gegensatz beider auch dem Blödsinnigsten klar, indem sie einer Klasse so ziemlich alle Rechte zuweist, der andern dagegen so ziemlich alle Pflichten.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Das soll aber nicht sein. Was für die herrschende Klasse gut ist, soll gut sein für die ganze Gesellschaft, mit der die herrschende Klasse sich identifiziert. Je weiter also die Zivilisation fortschreitet, je mehr ist sie genötigt, die von ihr mit Notwendigkeit geschaffnen Übelstände mit dem Mantel der Liebe zu bedecken, sie zu beschönigen oder wegzuleugnen, kurz eine konventionelle Heuchelei einzuführen, die weder früheren Gesellschaftsformen noch selbst den ersten Stufen der Zivilisation bekannt war und die zuletzt in der Behauptung gipfelt: Die Ausbeutung der unterdrückten Klasse werde betrieben von der ausbeutenden Klasse einzig und allein im Interesse der ausgebeuteten Klasse selbst; und wenn diese das nicht einsehe, sondern sogar rebellisch werde, so sei das der schnödeste Undank gegen die Wohltäter, die Ausbeuter.</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Und nun zum Schluß Morgans Urteil über die Zivilisation:</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">"Seit dem Eintritt der Zivilisation ist das Wachstum des Reichtums so ungeheuer geworden, seine Formen so verschiedenartig, seine Anwendung so umfassend und seine Verwaltung so geschickt im Interesse der Eigentümer, daß dieser Reichtum, dem Volk gegenüber, eine nicht <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">zu bewältigende Macht geworden ist. Der Menschengeist steht ratlos und gebannt da vor seiner eignen Schöpfung.</span> Aber dennoch wird die Zeit kommen, wo die menschliche Vernunft erstarken wird zur Herrschaft über den Reichtum, wo sie feststellen wird sowohl das Verhältnis des Staats zu dem Eigentum, das er schützt, wie die Grenzen der Rechte der Eigentümer. Die Interessen der Gesellschaft gehn den Einzelinteressen absolut vor, und beide müssen in ein gerechtes und harmonisches Verhältnis gebracht werden. Die bloße Jagd nach Reichtum ist nicht die Endbestimmung der Menschheit, wenn anders der Fortschritt das Gesetz der Zukunft bleibt, wie er es war für die Vergangenheit. Die seit Anbruch der Zivilisation verflossene Zeit ist nur ein kleiner Bruchteil der verflossenen Lebenszeit der Menschheit; nur ein kleiner <span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">|173|</span> Bruchteil der ihr noch bevorstehenden. Die Auflösung der Gesellschaft steht drohend vor uns als Abschluß einer geschichtlichen Laufbahn, deren einziges Endziel der Reichtum ist; denn eine solche Laufbahn enthält die Elemente ihrer eignen Vernichtung. Demokratie in der Verwaltung, Brüderlichkeit in der Gesellschaft, Gleichheit der Rechte, allgemeine Erziehung werden die nächste höhere Stufe der Gesellschaft einweihen, zu der Erfahrung, Vernunft und Wissenschaft stetig hinarbeiten. <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Sie wird eine Wiederbelebung sein - aber in höherer Form - der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit der alten Gentes."</span> (Morgan, "Ancient Society", p. 552.)</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">Fußnoten von Engels</span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(1) Besonders an der Nordwestküste Amerikas, siehe Bancroft. Bei den Haidahs auf Königin Charlottes Insel kommen Haushaltungen bis zu 700 Personen unter einem Dache vor. Bei den Nootkas lebten ganze Stämme unter einem Dache. </span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(2) Die Anzahl für Athen siehe oben. In Korinth betrug sie zur Blütezeit der Stadt 460.000, in Ägina 470.000, in beiden Fallen die zehnfache Anzahl der freien Bürgerbevölkerung. </span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(3) Der erste Geschichtsschreiber, der wenigstens eine annähernde Vorstellung vom Wesen der Gens hatte, war Niebuhr, und das - aber auch seine ohne weiteres mit übertragnen Irrtümer - verdankt er seiner Bekanntschaft mit den dithmarsischen Geschlechtern. </span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(4) Lassalles "System der erworbenen Rechte" dreht sich im zweiten Teil hauptsächlich um den Satz, das römische Testament sei so alt wie Rom selbst, es habe für die römische Geschichte nie "eine Zeit ohne Testament gegeben"; das Testament sei vielmehr in vorrömischer Zeit aus dem Kultus der Verstorbenen entstanden. Lassalle, als gläubiger Althegelianer, leitet die römischen Rechtsbestimmungen ab nicht aus den gesellschaftlichen Verhältnissen der Römer, sondern aus dem "spekulativen Begriff" des Willens, und kommt dabei zu jener total ungeschichtlichen Behauptung. Man kann sich darüber nicht wundern in einem Buch, das auf Grund desselben spekulativen Begriffs zu dem Ergebnis kommt, bei der römischen Erbschaft sei die Übertragung des Vermögens reine Nebensache gewesen. Lassalle glaubt nicht nur an die Illusionen der römischen Juristen, besonders der früheren Zeit; er übergipfelt sie noch. </span></span><br />
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<span style="color: #000000;" class="mycode_color"><span style="font-family: -webkit-standard;" class="mycode_font">(5) Ich beabsichtigte anfangs, die brillante Kritik der Zivilisation, die sich in den Werken Charles Fouriers zerstreut vorfindet, neben diejenige Morgans und meine eigne zu stellen. Leider fehlt mir die Zeit dazu. Ich bemerke nur, daß schon bei Fourier Monogamie und Grundeigentum als Hauptkennzeichen der Zivilisation gelten und daß er sie einen Krieg des Reichen gegen den Armen nennt. Ebenfalls findet sich bei ihm schon die tiefe Einsicht, daß in allen mangelhaften, in Gegensätze gespaltenen Gesellschaften Einzelfamilien (les familles incohérentes) die wirtschaftlichen Einheiten sind. </span></span>]]></content:encoded>
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