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Der Hunger und der Luxus
#11
Es hat sich wieder jemand umgebracht. Wir wissen nicht ob aus Hunger oder aus Angst vor dem Pflegeheim.

Aber wir sitzen schon vier Stunden im stehenden Zug auf der Strecke, während rund 40 Feuerwehrleute damit befasst sind, alle Spuren vom Zug abzuwaschen.
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#12
Traurig. Aber der wahrscheinlichste Grund: Depressionen
Die Wahrheit braucht keinen Applaus. Sie gewinnt sowieso.
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#13
Es ist belastend, wenn ein pflegebedürftiger Mensch einen zur vereinbarten Urzeit erwartet, und man dann fünf Stunden verspätet ist. Dass derweil ein dutzend sog. "psychosoziale Betreuer" einen unentwegt fragen ob man irgendwelche Probleme hat, macht das nicht besser.
Bisher ist es mir fast immer gelungen, durch geschickte Verbindugnswahl Verspätungen zu vermeiden - am Dienstag ging das nicht, weil auf beiden nutzbaren Bahntrassen sich jeweils zeitgleich jemand umgebracht hat.

Es ist durchaus verständlich, dass diese Ereignisse zunehmen - wir durchleiden die schwerste Hungersnot seit der Nachkriegszeit, und das deutsche Regime tut alles, um im Interesse der Kriegstreiberei die Not noch weiter zu verschärfen.
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#14
Das System hat strukturell versagt, die Gesellschaft ist verhärtet. Ich weiß auch nicht, was ich dazu noch schreiben soll... Game over.
The whole man must move together. 
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#15
Elevation Eight: „Es ist belastend, wenn ein pflegebedürftiger Mensch einen zur vereinbarten Urzeit erwartet, und man dann fünf Stunden verspätet ist. Dass derweil ein dutzend sog. "psychosoziale Betreuer" einen unentwegt fragen ob man irgendwelche Probleme hat, macht das nicht besser.
Bisher ist es mir fast immer gelungen, durch geschickte Verbindugnswahl Verspätungen zu vermeiden - am Dienstag ging das nicht, weil auf beiden nutzbaren Bahntrassen sich jeweils zeitgleich jemand umgebracht hat.

Es ist durchaus verständlich,  dass diese Ereignisse zunehmen - wir durchleiden die schwerste Hungersnot seit der Nachkriegszeit, und das deutsche Regime tut alles, um im Interesse der Kriegstreiberei die Not noch weiter zu verschärfen.“…

Tja… ihr werdet euch noch umgucken.
Da kommt noch so einiges auf uns zu – und glaubt mir, es wird euch nicht gefallen. Aber sagt später nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Denn die Rechnung wird kommen, und sie wird saftig sein.

Was ich nur nicht verstehe – und da musst du mir helfen, Prophet bin ich, kein Hellseher –:
Wie du vom Selbstmord eines Einzelnen, der sich vor ’nen Zug schmeißt –
und damit den ganzen Apparat kurz ins Stocken bringt,
auf ein totalitäres Regime kommst?

Der Tod des einen ist tragisch, ja.
Vielleicht warst du’s ja selbst, der dann im Pflegebett lag, wartend,
vergeblich auf Hilfe, weil der Zug nicht fuhr.
Aber was hat das mit einem Regime zu tun?

Oder meinst du, weil keiner mehr die Kraft aufbringt, sich vor den Zug zu werfen?
Weil selbst der Freitod systemrelevant geworden ist?
Weil auch der letzte Sprung erst genehmigt werden muss?

Ach, Kindchen… ihr versteht nicht mal, dass das Wesen vergeht, nicht die Atome.
Und ihr wollt über Systeme reden?
Lernt erst mal, was Existenz heißt.
Die Wahrheit braucht keinen Applaus. Sie gewinnt sowieso.
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#16
(21.03.2025, 07:20)Michael (Voitlanger) schrieb: Elevation Eight: „Es ist belastend, wenn ein pflegebedürftiger Mensch einen zur vereinbarten Urzeit erwartet, und man dann fünf Stunden verspätet ist. Dass derweil ein dutzend sog. "psychosoziale Betreuer" einen unentwegt fragen ob man irgendwelche Probleme hat, macht das nicht besser.
Bisher ist es mir fast immer gelungen, durch geschickte Verbindugnswahl Verspätungen zu vermeiden - am Dienstag ging das nicht, weil auf beiden nutzbaren Bahntrassen sich jeweils zeitgleich jemand umgebracht hat.

Es ist durchaus verständlich,  dass diese Ereignisse zunehmen - wir durchleiden die schwerste Hungersnot seit der Nachkriegszeit, und das deutsche Regime tut alles, um im Interesse der Kriegstreiberei die Not noch weiter zu verschärfen.“…

Tja… ihr werdet euch noch umgucken.
Da kommt noch so einiges auf uns zu – und glaubt mir, es wird euch nicht gefallen. Aber sagt später nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Denn die Rechnung wird kommen, und sie wird saftig sein.

Was genau willst du damit sagen? Ich erinnere mich daran, dass ich 2018 und 2019 intensiv und visionär träumte, eine Zeit stünde bevor, in der wir unsere Häuser und Wohnungen nicht mehr ohne Weiteres verlassen dürften – sondern nur unter strengen Auflagen. Damals schrieb ich mehreren Freunden darüber, teilte meine Eindrücke. Als der erste Shutdown kam, erinnerten sich einige an meine „Prophetien“.
Vielleicht ergeht es dir ähnlich?
Zitat:Was ich nur nicht verstehe – und da musst du mir helfen, Prophet bin ich, kein Hellseher –:
Wie du vom Selbstmord eines Einzelnen, der sich vor ’nen Zug schmeißt –
und damit den ganzen Apparat kurz ins Stocken bringt,
auf ein totalitäres Regime kommst?
[...]

Ach, Kindchen… ihr versteht nicht mal, dass das Wesen vergeht, nicht die Atome.
Und ihr wollt über Systeme reden?
Lernt erst mal, was Existenz heißt.
Hm. Wie gelangst du vom Freitod zur Ontologie – und weiter zu der Behauptung, dass das Wesen vergehe, die Atome jedoch nicht? Was bedeutet es überhaupt, dass das Wesen vergeht? Heißt das nicht, dass alles, was uns als Menschen ausmacht – Bindung, Hoffnung, Suche –, letztlich keinen Bestand hat? Und wenn dem so ist, wie verträgt sich das mit deiner warnenden Pose, mit deiner impliziten Behauptung, du wüsstest, was kommt? Ist das nicht ein innerer Widerspruch?
Übrigens: Auch Atome sind nicht unsterblich. Nukleare Prozesse, Schwarze Löcher, der Urknall selbst – all das zeigt, dass selbst die kleinste Einheit der Materie nicht für immer bleibt. Also, was bleibt dann wirklich?
The whole man must move together. 
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#17
Also, zum ersten Punkt kann ich sagen: Ich war etwa ein Achtel Jahrhundert alt, als die Berliner Mauer fiel. Und ich erinnere mich noch sehr genau an die Bilder jener Tage, als sich wildfremde Menschen in den Armen lagen. Der Eindruck war überwältigend – der Kalte Krieg, der eiserne Vorhang, all das schien für einen Moment überwunden. Man spürte förmlich diesen tiefen menschlichen Wunsch, zusammenzuwachsen, nicht nur als politische Einheit, sondern als Menschen. Für mich war das greifbar – fast körperlich.

Aber mit den Jahren habe ich gemerkt: Solche Momente halten nicht an. Kaum hatte man die Freiheit, war sie plötzlich schon nicht mehr gut genug. Es dauerte nicht lange, da hörte man erste Stimmen, die ernsthaft die DDR wiederhaben wollten. Heute sehe ich ähnliche Mechanismen: Wir leben seit Jahrzehnten im Frieden – und doch verblasst das Bewusstsein für dessen Wert. Plötzlich gibt es Menschen, die ganz offen rechtfertigen, dass Russland über die Ukraine herfällt, als wäre es ein Naturrecht. Dass dabei Menschen sterben – es ist ihnen gleichgültig.

Oder wir erleben, wie in den USA ein verurteilter Sexualstraftäter erneut an die Macht drängt, und die Menschen feiern ihn sogar dafür, weil er „wenigstens Eier in der Hose hat“. Früher wäre so etwas undenkbar gewesen. Heute sehnen sich viele fast schon nach der Katastrophe zurück. Es scheint, als wären wir Menschen so undankbar, dass wir ohne die Erinnerung an Leid gar nicht mehr leben können.

Was das mit deinen Prophezeiungen zu tun hat, weiß ich nicht. Für mich war die Pandemie nicht so einschneidend – im Gegenteil, ich habe in der Anfangszeit sogar profitiert. Nicht, weil ich das gewollt hätte, sondern weil ich ohnehin oft im Home-Office arbeite. Plötzlich schien meine Art zu arbeiten gefragt.

Das Thema Suizid kam für mich eigentlich nur auf, weil E8 davon berichtete, dass jemand sich vor einen Zug geworfen hat. Und natürlich kamen gleich die üblichen Mutmaßungen. Ich habe ihm dann gesagt: Das größte Problem ist selten der Hunger. Menschen haben gehungert – meine Großeltern haben im Krieg Kartoffeln aus gefrorenem Boden gegraben, mein Großvater hat einem Huhn den Kopf abgebissen, weil er so verzweifelt war. Aber sie wollten leben.

Der Suizid beginnt nicht mit objektiver Not, sondern mit dem Gefühl, keinen Ausweg mehr zu haben. Es ist das subjektive Empfinden, nicht mehr zu genügen, keinen Wert mehr zu haben. Und wer das nie erlebt hat, kann die innere Logik einer Depression kaum nachvollziehen. Ich habe Menschen gesehen, die wirklich depressiv waren. Aufmunterung macht es schlimmer. Machst du zu viel, fühlen sie sich schuldig. Machst du zu wenig, fühlen sie sich ebenso schuldig. Es ist eine Krankheit, kein Mangel an Willen.

Und dann die Frage nach dem Leben und dem Tod – das Beispiel mit den Atomen. Stehst du am Sterbebett, weißt du: Eine Minute vor dem Tod sind noch alle Atome da. Beim letzten Atemzug – sie sind immer noch da. Aber es fehlt etwas. Der Mensch ist nicht mehr da. Jeder spürt das.

Die Frage ist also: Kann ein reiner Naturprozess diesen Unterschied erklären? Kann er Leben hervorbringen oder ist da nicht doch mehr? Und hier muss ich fair bleiben – Manfred hat recht, wenn er sagt: Der Gedanke, dass dahinter eine Intelligenz steckt, ist nachvollziehbar. Ob wir es Gott nennen, das Wirkliche oder einfach eine unbekannte Kraft – es bleibt letztlich dasselbe Bild.

Auch wenn jemand nicht an Gott glaubt, aber an Engel – woher kommen die Engel, wer hat sie erschaffen? Zufall? Wohl kaum. Es braucht einen Ursprung, einen Mastermind.

Dasselbe gilt für Reinkarnation – für das Unbekannte. All diese Konzepte zeigen doch: Der Mensch spürt, dass da etwas sein muss. Wie wir es nennen, ist zweitrangig. Aber ich bin überzeugt: Es wird nie ganz der Gott sein, den Manfred beschreibt. Und wahrscheinlich auch nicht der, den ich mir vorstelle. Vielleicht kann ihn kein Mensch je wirklich erfassen.
Die Wahrheit braucht keinen Applaus. Sie gewinnt sowieso.
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