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| Auszug: Der wahrnehmende Grund – Vorwort "Erst kam die Sonne" |
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Geschrieben von: Eik - 24.08.2026, 18:51 - Forum: Resonanzmonismus
- Keine Antworten
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Auszug aus dem Vorwort von Der wahrnehmende Grund (2026), dem Sachbuch zum Resonanzmonismus. Ganzes Buch auf Amazon.
Vorwort – Erst kam die Sonne
Dieses Buch beginnt nicht mit einem Gedanken. Es beginnt mit einem Marktplatz, einem Brunnen und einer Sonne, die größer wurde, bis sie alles war — und mit einem Satz, der kein Gedanke war, sondern eine Erinnerung: Das bin ich. Das ist mein Licht.
Ich war jung, und ich hatte nichts gelesen, was mir das hätte erklären können. Die Bücher kamen später — Jahrzehnte später — und sie kamen nicht als Belehrung, sondern als Wiedererkennen: die Upanishaden — die alten Weisheitstexte Indiens —, das frühchristliche Thomasevangelium, der mittelalterliche Prediger Meister Eckhart, der chinesische Weise Laozi. Sie sagten, in tausend Zungen, was ich vorgefunden hatte. So herum lief es, und so herum steht es in diesem Buch: Die Erfahrung kam zuerst. Die Theorie folgt ihr — nicht umgekehrt.
Das sage ich gleich am Anfang, weil es der ehrlichste Satz über die Methode ist und weil er beide Seiten verpflichtet. Mich verpflichtet er, die Erfahrung nicht als Beweis auszugeben; Erlebnisse beweisen nichts, auch meine nicht — sie sind Daten, und Daten kann man verschieden lesen. Den Leser verpflichtet er zu nichts. Dieses Buch verlangt keinen Glauben, keine Praxis, keine Zugehörigkeit. Es verlangt nur die Bereitschaft, einem Gedankengang zu folgen und am Ende selbst zu prüfen, ob er etwas wiedererkennt. Wiedererkennen ist der einzige Beweis, den dieses Buch anbietet. Mehr hat es nicht. Mehr braucht es nicht.
Und noch etwas gehört an den Anfang, damit kein Missverständnis mitläuft: Ich bin kein Bote. Ich habe nichts auszurichten, keine Botschaft, keinen Auftrag, keine Vollmacht. Die Geschichte ist voll von Quellen, die man im Nachhinein zu Boten gemacht hat — Menschen, die nur durchlässig waren und denen die Nachwelt Ämter umhängte, die sie nie beansprucht hatten. Auf diesen Seiten geschieht das nicht, und wenn dieses Buch eine einzige Wirkung in die Welt tragen dürfte, dann diese: dass es damit überhaupt ein Ende hat. Wer hier eine Verkündigung sucht, kann das Buch getrost zuklappen. Wer eine Darlegung sucht, ist richtig.
Was dieses Buch ist: die Gesamtdarstellung. Meine Romane erzählen den Kosmos — wer lieber durch Geschichten geht, findet dort denselben Weg. Meine Arbeitspapiere prüfen ihn — wer die akademische Fassung will, mit Postulaten, Konkurrenztheorien und Forschungsprogramm, findet sie frei zugänglich im Netz. Dieses Buch legt ihn ganz aus: der Grund, die Welt, die Prüfung — drei Teile, ein System. Es heißt Resonanzmonismus, und sein Kern passt in einen Satz: Es gibt genau einen Grund, ihm ist Wahrnehmung wesensgleich, und alles — Raum, Zeit, Materie, wir — ist dieser eine Grund in Bewegung. In meinen Romanen tragen die beiden ihre älteren Namen: Der Grund heißt dort der Punkt, die Bewegung heißt die Welle. Beide Sprachen meinen dasselbe, und beide kommen in diesem Buch vor — die eine, wo es um Genauigkeit geht, die andere, wo es um Nähe geht.
Ein Wort zur Wahrheit, weil es das Wort ist, an dem Bücher dieser Art scheitern: Dieses Buch beansprucht sie nicht. Kein Weltbild besitzt die absolute Wahrheit, auch dieses nicht — es ist eine Annäherung, und es führt seine offenen Schulden selbst auf, weil ein Bericht, der nichts kostet und nichts offenlässt, nichts wert wäre. Ich habe mir für dieses Buch dieselbe Regel gegeben, die mein Leben mir gegeben hat: nichts glätten, nichts erzwingen. Was sich nicht in die Realität zwingen lässt, lässt sich auch nicht in ein Buch zwingen.
Noch ein Wort zur Stimme dieses Buches, damit sie niemanden befremdet: Es spricht in zwei Lagen. Wo ich erzähle, bezeuge oder werte, sage ich Ich — dafür stehe ich ein, mit allem, was dazugehört. Wo aber die Theorie selbst spricht — was aus ihr folgt, was sie vorhersagt, woran sie scheitern kann —, heißt es: dieses Buch. Das ist keine Scheu und kein Versteck. Es ist Genauigkeit. Ein Mensch kann sich irren, aber er kann nicht widerlegt werden; eine Theorie kann widerlegt werden — und genau das soll sie können. Der Autor bürgt. Die Theorie haftet.
Und einer gehört an diese Stelle, solange er selbst noch gefragt werden kann — er ist sehr alt geworden, und es ist ein Glück, dass dieser Satz in der Gegenwart steht: der Mann, der mir die alten Sprüche einzeln gab, ohne die Quelle zu nennen, und mich selber finden ließ. Von ihm habe ich die Methode dieses Buches: hinlegen, nicht drängen. Da sein. Die Bücher, die auf einen warten, sind die einzigen, die einen erreichen.
Erst kam die Sonne. Dann, Jahrzehnte später, der Name. Hier ist er, ganz ausgeschrieben — und was er wert ist, entscheidet nicht der, der ihn schreibt.
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| Meine Rote Linie |
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Geschrieben von: Matthias - 12.01.2026, 06:54 - Forum: Erfahrungen und Wege - Sein und Bewusstsein
- Antworten (2)
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Ich war schon immer der alte gutmütige Esel.
Auch in Zukunft bin ich bereit mir alles geduldig gefallen zu lassen.
Allerdings gibt es auch bei mir eine rote Linie und die soll auch jeder wissen:
Ich lasse mir geduldig alles gefallen.
Wer mich aber bei meinem selbstständigen Denken stört,
dem sage ich die Wahrheit solange ins Gesicht,
bis er wieder Ruhe gibt.
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| Antisemitismus in Deutschland |
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Geschrieben von: Matthias - 11.01.2026, 10:13 - Forum: Religionen - Religionswisschenschaften - Gnosis - Koptologie
- Keine Antworten
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In der Schweiz sind Jüdinnen und Juden nach wie vor willkommen. Es wäre wünschenswert, dass sie sich auch in Deutschland wieder angstfrei und sichtbar im öffentlichen Raum bewegen könnten.
Einordnung in den wissenschaftlichen Diskurs
1. Antisemitismusforschung
Die Aussage berührt einen zentralen Gegenstand der modernen Antisemitismusforschung, insbesondere die Frage nach subjektiver Sicherheitswahrnehmung jüdischer Gemeinschaften. Studien zeigen, dass Antisemitismus nicht nur an konkreten Übergriffen messbar ist, sondern auch an Angst, Unsichtbarkeit und Vermeidungsverhalten im Alltag.
2. Erinnerungskultur und Verantwortung
Im deutschen Kontext ist die Frage nach angstfreier jüdischer Sichtbarkeit eng mit der Erinnerung an den Holocaust und der daraus abgeleiteten historischen Verantwortung verbunden. Die Diskrepanz zwischen normativem Anspruch („Nie wieder“) und gelebter Realität wird in der Geschichts-, Politik- und Kulturwissenschaft intensiv diskutiert.
3. Vergleichende Minderheitenforschung
Der implizite Vergleich zwischen der Schweiz und Deutschland lässt sich in die vergleichende Forschung zu Minderheitenschutz, Integration und politischer Kultur einordnen. Dabei geht es weniger um nationale Wertungen als um institutionelle Rahmenbedingungen, gesellschaftliche Diskurse und den Umgang mit religiöser und kultureller Sichtbarkeit.
4. Soziologie öffentlicher Räume
Die Forderung nach „Angstfreiheit“ verweist auf die soziologische Analyse öffentlicher Räume als Orte symbolischer Anerkennung. Die Möglichkeit, religiöse oder kulturelle Identität offen zu zeigen, gilt in der Demokratietheorie als Indikator für gesellschaftliche Inklusion und funktionierende pluralistische Ordnung.
Zusammenfassend
Die Aussage ist normativ formuliert, lässt sich aber klar wissenschaftlich einordnen: Sie thematisiert die Spannung zwischen rechtlicher Gleichstellung und gelebter Sicherheit jüdischen Lebens. Im Zentrum steht nicht ein nationaler Vergleich als Selbstzweck, sondern die Frage, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen Minderheiten angstfrei sichtbar sein können.
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| Die griechische Götterwelt. |
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Geschrieben von: Matthias - 11.01.2026, 09:28 - Forum: Religionen - Religionswisschenschaften - Gnosis - Koptologie
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Die griechische Götterwelt
These: Eine Idealisierung der griechischen Götter verkennt, dass sie ihrem Ursprung nach dem Chaos entstammen.
Wissenschaftliche Einordnung
1. Altgriechische Kosmologie und Mythologie
In der griechischen Mythologie steht Chaos (Χάος) am Anfang der Weltentstehung. In Hesiods Theogonie ist Chaos kein bloßes Durcheinander, sondern ein ursprünglicher Zustand der Offenheit und Unbestimmtheit, aus dem die Göttergenerationen hervorgehen. Die olympischen Götter sind somit nicht Schöpfer ex nihilo, sondern Produkte eines vorgeordneten kosmischen Prozesses.
2. Religionswissenschaftliche Perspektive
Aus religionswissenschaftlicher Sicht widerspricht dies einer moralischen oder metaphysischen Idealisierung der Götter. Die griechischen Gottheiten verkörpern keine absoluten moralischen Prinzipien, sondern ambivalente Kräfte, die Ordnung und Konflikt zugleich hervorbringen. Ihre Herkunft aus dem Chaos verweist auf ihre Nähe zu menschlichen Leidenschaften, Machtkämpfen und Affekten.
3. Philosophiegeschichte
In der vorsokratischen Philosophie (z. B. bei Anaximander) wird die Idee eines unbestimmten Ursprungs (apeiron) weiterentwickelt. Der Gedanke, dass Ordnung aus Unordnung entsteht, prägt spätere philosophische Konzepte von Kosmos und Logos. Die Mythen reflektieren somit frühe Versuche, Kontingenz und Ordnung zusammenzudenken.
4. Moderne Deutungen
In der modernen Kultur- und Literaturwissenschaft wird der Ursprung der Götter aus dem Chaos häufig als Symbol dafür gelesen, dass Ordnung stets prekär bleibt. Jede Idealisierung blendet diese Spannung aus und verkennt den dynamischen, konflikthaften Charakter der griechischen Götterwelt.
Zusammenfassend
Die Aussage kritisiert eine ahistorische und moralisierende Idealisierung der griechischen Götter. Wissenschaftlich betrachtet verweist sie auf ein zentrales Motiv der griechischen Mythologie: Ordnung entsteht nicht als Gegenpol zum Chaos, sondern aus ihm heraus – und bleibt dauerhaft mit ihm verbunden.
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| Ein Kernproblem moderner Eliten |
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Geschrieben von: Matthias - 11.01.2026, 07:12 - Forum: Wissenschaft und Forschung
- Keine Antworten
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Lieber Herr Medwedew,
In frühen Gesellschaften waren die Rollen des Lehrers, Priesters und Arztes häufig in einer Person vereint. Mit dem technischen und gesellschaftlichen Fortschritt kam es zu einer zunehmenden funktionalen Differenzierung dieser Tätigkeiten, die sich in eigenständigen Professionen institutionalisierten. Diese Spezialisierung war in einem ersten Schritt sinnvoll und notwendig, da sie eine Vertiefung von Wissen und eine Steigerung der Effizienz ermöglichte. In einem zweiten Schritt jedoch stehen diese Eliten vor der Herausforderung, erneut interdisziplinär zusammenzuarbeiten. Ohne eine solche Integration spezialisierten Wissens bleibt die Bearbeitung komplexer gesamtgesellschaftlicher Probleme unvollständig.
Einordnung in den wissenschaftlichen Diskurs
Die Aussage lässt sich in mehrere etablierte wissenschaftliche Diskurse einordnen:
1. Soziologische Differenzierungstheorie
Insbesondere bei Émile Durkheim und später Niklas Luhmann wird beschrieben, wie moderne Gesellschaften durch funktionale Differenzierung geprägt sind. Berufe und gesellschaftliche Teilsysteme (Wissenschaft, Religion, Medizin, Politik) entwickeln eigene Logiken, Codes und Rationalitäten. Die Aussage greift implizit die Kehrseite dieser Differenzierung auf: Koordinationsprobleme und Fragmentierung von Problemlösungen.
2. Professionstheorie und Elitenforschung
In der Tradition von Max Weber und moderner Elitenforschung wird Spezialisierung als Quelle von Expertise, aber auch als Ursache von Abschottung und Deutungshoheit einzelner Berufsgruppen diskutiert. Das „Kernproblem der Eliten“ verweist auf das Spannungsfeld zwischen Expertenmacht und gesellschaftlicher Verantwortung.
3. Inter- und Transdisziplinaritätsforschung
Der zweiter Schritt – die Notwendigkeit erneuter Zusammenarbeit – ist ein zentrales Thema der heutigen Wissenschaftspolitik. In Debatten um „Grand Challenges“ (z. B. Klimawandel, Gesundheitssysteme, Digitalisierung) wird betont, dass komplexe Probleme nicht innerhalb einzelner Disziplinen lösbar sind. Hier knüpfen Konzepte wie interdisziplinäre Integration, Systemdenken und Wissenssynthese an.
4. Historisch-anthropologische Perspektive
Die Ausgangsbeobachtung zur Rollenvereinigung in vormodernen Gesellschaften knüpft an die anthropologische Arbeiten zu Schamanen, Weisen oder religiös-medizinischen Autoritäten an, die Wissen, Sinnstiftung und Heilung verbanden. In der Moderne sind diese Funktionen institutionell getrennt, bleiben aber funktional aufeinander angewiesen.
Zusammenfassend
Die Aussage formuliert eine implizite Kritik an einseitiger Spezialisierung und plädiert für eine Re-Integration von Wissen auf höherem Niveau. Damit steht sie nicht im Gegensatz zur Moderne, sondern artikuliert ein zentrales Problem moderner Wissensgesellschaften: Wie spezialisierte Eliten koordiniert werden können, ohne in vormoderne Einheitsmodelle zurückzufallen.
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