26.11.2025, 14:06
Dem Gewissen zu folgen, bedeutet auch heute noch, Risiken einzugehen – wie zu allen Zeiten. Major Fritz Schliebusch (1892-1945) kann uns hier ein Vorbild sein.
Frühe Jahre
Fritz Schliebusch wurde am 19. März 1892 geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig dokumentiert, doch wie viele Angehörige seiner Generation leitete ihn sein Weg früh in den Staatsdienst bzw. das Militär. Er gehörte zur bürgerlichen Oberschicht bzw. zum gehobenen Offiziersmilieu, in dem Pflichtbewusstsein, Disziplin und Patriotismus zentral waren.
Militärische Laufbahn
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Schliebusch Major der Luftwaffe und als Reserveoffizier im Reichsluftfahrtministerium tätig. Später diente er im OKW (Oberkommando der Wehrmacht), wo er Zugang zu Informationen hatte, die weit über die alltäglichen Dienstvorgänge hinausgingen.
Obwohl er formal Teil des NS-Staatsapparates war, entwickelte er eine klare innere Distanz zum Nationalsozialismus. Er lehnte Hitler und das System offen ab — so offen, dass dies schließlich auch zu seiner Verhaftung führte.
Beziehung zu Konrad Adenauer
Schliebusch war seit vielen Jahren mit Konrad Adenauer befreundet. Ihre Beziehung war von tiefem Vertrauen geprägt. Adenauer schätzte seine Integrität und seinen Mut.
Während des Krieges informierte Schliebusch Adenauer mehrfach über interne Vorgänge und militärische Situationen, die dem Regime geschadet hätten, wenn sie öffentlich geworden wären. Er tat dies aus Überzeugung — nicht aus Opportunismus.
Adenauer nannte ihn später einen „absoluten Gegner des Nationalsozialismus“ und einen der wenigen Menschen im Staatsapparat, auf die er sich verlassen konnte.
Die dramatischen Ereignisse von 1944
Am 23. August 1944 wurde Adenauer im Rahmen von „Aktion Gitter“ von der Gestapo verhaftet (nicht wegen aktiver Beteiligung am 20. Juli, sondern als vermeintlicher „potentieller Gegner“).
Fritz Schliebusch setzte daraufhin sein eigenes Leben aufs Spiel:
Rettungsplan
Er entwarf einen Plan, Adenauer aus der Haft zu befreien oder zumindest aus dem Gestapolager in ein milderes Gefängnis zu überführen.
Als dieser Plan ins Stocken geriet, ging er weiter – noch riskanter.
Der gefälschte Transportbefehl
Schliebusch fälschte einen Gestapo-Verlegungsbefehl, der Adenauers Abtransport aus dem Lager Brauweiler genehmigen sollte. Es gelang ihm tatsächlich, Adenauer aus der unmittelbaren Gewalt der Gestapo zu lösen.
Die Folgen
Die Gestapo kam hinter seine Aktionen. Schliebusch wurde festgenommen und inhaftiert. Während seiner Verhöre verhielt er sich offen ablehnend gegenüber dem NS-Regime. Zeitzeugen berichten, dass er sogar bewusst den alten militärischen Gruß („Meldung, Herr Oberst…“) benutzte, statt „Heil Hitler“ zu sagen — eine offene Provokation, die fast einem Todesurteil gleichkam.
Tod
Fritz Schliebusch starb am 22. März 1945 in Bergheim/Erft, nur wenige Wochen vor dem Zusammenbruch des NS-Regimes. Die genauen Umstände sind nicht vollständig geklärt, doch wird allgemein angenommen, dass seine Verfolgung durch die Gestapo und die Haftbedingungen wesentlich zu seinem Tod beitrugen.
Nachwirkung & Erinnerung
Schliebusch blieb nach dem Krieg weitgehend unbekannt. Seine Taten wurden erst spät öffentlich gewürdigt. Adenauer selbst erwähnte ihn mehrfach als einen seiner wichtigsten Helfer während der NS-Zeit.
Erst in den letzten Jahren erhielt er stärkere Aufmerksamkeit, u. a. durch:
Frühe Jahre
Fritz Schliebusch wurde am 19. März 1892 geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist wenig dokumentiert, doch wie viele Angehörige seiner Generation leitete ihn sein Weg früh in den Staatsdienst bzw. das Militär. Er gehörte zur bürgerlichen Oberschicht bzw. zum gehobenen Offiziersmilieu, in dem Pflichtbewusstsein, Disziplin und Patriotismus zentral waren.
Militärische Laufbahn
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Schliebusch Major der Luftwaffe und als Reserveoffizier im Reichsluftfahrtministerium tätig. Später diente er im OKW (Oberkommando der Wehrmacht), wo er Zugang zu Informationen hatte, die weit über die alltäglichen Dienstvorgänge hinausgingen.
Obwohl er formal Teil des NS-Staatsapparates war, entwickelte er eine klare innere Distanz zum Nationalsozialismus. Er lehnte Hitler und das System offen ab — so offen, dass dies schließlich auch zu seiner Verhaftung führte.
Beziehung zu Konrad Adenauer
Schliebusch war seit vielen Jahren mit Konrad Adenauer befreundet. Ihre Beziehung war von tiefem Vertrauen geprägt. Adenauer schätzte seine Integrität und seinen Mut.
Während des Krieges informierte Schliebusch Adenauer mehrfach über interne Vorgänge und militärische Situationen, die dem Regime geschadet hätten, wenn sie öffentlich geworden wären. Er tat dies aus Überzeugung — nicht aus Opportunismus.
Adenauer nannte ihn später einen „absoluten Gegner des Nationalsozialismus“ und einen der wenigen Menschen im Staatsapparat, auf die er sich verlassen konnte.
Die dramatischen Ereignisse von 1944
Am 23. August 1944 wurde Adenauer im Rahmen von „Aktion Gitter“ von der Gestapo verhaftet (nicht wegen aktiver Beteiligung am 20. Juli, sondern als vermeintlicher „potentieller Gegner“).
Fritz Schliebusch setzte daraufhin sein eigenes Leben aufs Spiel:
Rettungsplan
Er entwarf einen Plan, Adenauer aus der Haft zu befreien oder zumindest aus dem Gestapolager in ein milderes Gefängnis zu überführen.
Als dieser Plan ins Stocken geriet, ging er weiter – noch riskanter.
Der gefälschte Transportbefehl
Schliebusch fälschte einen Gestapo-Verlegungsbefehl, der Adenauers Abtransport aus dem Lager Brauweiler genehmigen sollte. Es gelang ihm tatsächlich, Adenauer aus der unmittelbaren Gewalt der Gestapo zu lösen.
Die Folgen
Die Gestapo kam hinter seine Aktionen. Schliebusch wurde festgenommen und inhaftiert. Während seiner Verhöre verhielt er sich offen ablehnend gegenüber dem NS-Regime. Zeitzeugen berichten, dass er sogar bewusst den alten militärischen Gruß („Meldung, Herr Oberst…“) benutzte, statt „Heil Hitler“ zu sagen — eine offene Provokation, die fast einem Todesurteil gleichkam.
Tod
Fritz Schliebusch starb am 22. März 1945 in Bergheim/Erft, nur wenige Wochen vor dem Zusammenbruch des NS-Regimes. Die genauen Umstände sind nicht vollständig geklärt, doch wird allgemein angenommen, dass seine Verfolgung durch die Gestapo und die Haftbedingungen wesentlich zu seinem Tod beitrugen.
Nachwirkung & Erinnerung
Schliebusch blieb nach dem Krieg weitgehend unbekannt. Seine Taten wurden erst spät öffentlich gewürdigt. Adenauer selbst erwähnte ihn mehrfach als einen seiner wichtigsten Helfer während der NS-Zeit.
Erst in den letzten Jahren erhielt er stärkere Aufmerksamkeit, u. a. durch:
- wissenschaftliche Artikel zur Widerstandsgeschichte,
- das Buch „Adenauers vergessener Retter – Major Fritz Schliebusch“ von Dieter E. Kilian, 2011,
- die Erwähnung in Gedenkstätten wie LVR Brauweiler.
- Er war einer der wenigen Offiziere im NS-Staat, die persönlich riskierte, eine zentrale Figur der späteren Bundesrepublik zu retten.
- Er handelte aus moralischer Überzeugung, nicht aus politischem Kalkül.
- Er wäre fast vollständig in Vergessenheit geraten — trotz seiner entscheidenden Rolle für Adenauer, der 1949 erster Bundeskanzler wurde.

