15.03.2025, 14:41
(13.03.2025, 11:03)Michael (Voitlanger) schrieb: [ -> ]Hier mal ein paar Geschichtsfakten (ja, ich weiß. In diesem Forum hat man eine leichte Aversion Fakten gegenüber.) Die Ukraine wurde nicht „willkürlich“ zu einem Staat erklärt, sondern war bereits eine eigenständige Sowjetrepublik innerhalb der UdSSR. 1991 hat sie in einem Referendum mit über 90 % Zustimmung für die Unabhängigkeit gestimmt. Das ist eine klare demokratische Entscheidung, nicht Willkür.
Das Problem dabei ist, das erstmal ein drittel der Ukraine Polen gehört. Das kann man leicht erkennen, wenn man polnische Geschichte studiert: bei etlichen bedeutenden Persönlichkeiten fällt einem dann auf, dass die offenbar gar keine Polen waren, sondern in der sog. "Ukraine" gelebt haben. Das ist natülich Blödsinn, das waren selbstverständlich Polen, lediglich ihr polnisches Heimatland wurde nach der Machtergreifung der Sozialisten von diesen einem Verwaltungskonstrukt "Ukraine" zugeschlagen.
Zitat:2. “um Russland zu provozieren”
→ Die Unabhängigkeit der Ukraine war eine Folge des Zerfalls der Sowjetunion, nicht eine gezielte Provokation gegen Russland. Selbst Russland erkannte die Ukraine als souveränen Staat an, z. B. durch den Budapester Memorandum 1994, in dem Russland die territorialen Grenzen der Ukraine garantierte.
2a) interessanter Nebenfakt: im Zuge dieses selben Memorandums gab übrigens die Ukraine die Atomwaffen an Russland. Hätten Sie das nicht gemacht, wäre Russland ein marschiert. Übrigens hat auch Russland dieses Abkommen gebrochen. Es hat nämlich die Sicherheit der Ukraine, dass sie nämlich nicht von außen angegriffen werden darf, beziehungsweise wenn sie angegriffen wird, dass sie die Feinde außen verteidigen garantiert.
Das ist ein interessantes Detail. Ich hab mir immer gedacht, wie ungemein selbstlos und bewundernswert Russland handelt, dass es die Menschen in der Ukraine vor den US-Plünderern beschützt.
Aber wenn das so ist, dann ist Russland zu diesem Schutz ja sogar vertraglich verpflichtet.
Zitat:“Leben tun dort nämlich Russen”
→ Das ist eine Verallgemeinerung.
Nein, das ist die Aussage der Ukrainer. Die bestätigen (auf Nachfrage), dass sie selbstverständlich ethnische Rus sind! Allerdings sagen sie dann auch gleich dazu, dass die Menschen im übrigen Russland keine Rus sind, aus dem Grund, weil das keine Menschen sind sondern Ungeziefer.
Zitat:In der Ukraine leben nicht nur ethnische Russen, sondern auch Ukrainer, Tataren, Rumänen, Ungarn und viele andere. Mit der selben Begründung könnte man jetzt auch in die Niederlande oder Dänemark ein marschieren oder umgekehrt, weil dort “Germanen” wohnen. Ja, Länder Grenzen können sich verändern. Wir haben ja auch nicht mehr das groß Gotsche Reich. Ich weiß solange es nach außen geht und größer wird, bist du ja vollkommen damit einverstanden, wenn’s andersherum ist….
Aber lass mich raten gleich kommt die Dolchstoßlegende und dass wir in Wirklichkeit gar kein souveräne Staat sind, sondern eine GmbH und Angela Merkel war ein Alien. Und alles gesteuert von Zion.
Was soll das dumme Gewäsch?
Gewiss, Grenzen können sich verändern - aber einer Nation ihr Kernland und ihre Hauptstadt zu entreißen, das ist etwas völlig anderes.
Und das weisst Du auch ganz genau, und deswegen bringst du als Nebelgranate Dein schwachsinniges Nazi-Gewäsch.
Die spannende Frage ist aber vielmehr: was profitierst Du von der Ausplünderung der Ukraine?
Denn profitieren tun davon eigentlich nur die Biden-Clans, und die ukrainischen Zuhälter, deren Pferdchen jetzt vom deutschen Steuerzahler vollversorgt werden.
Alle anderen leiden: die Hungernden, deren Monatseinkommen nur noch für zwei Wochen Grundnahrungsmittel reicht, die Rentner, die gemäß Bankempfehung ("BRIC") russische Aktien gekauft haben und dieser enteignet wurden.
Zitat:4)“die Ukraine ist das Herzstück Russlands” (bekommst du eigentlich Geld von Putin?)
→ Historisch gesehen war die “Kiewer Rus” eine lose Föderation von Fürstentümern, aus der sowohl die moderne Ukraine als auch Russland hervorgingen.
Das ist eine interessante Darstellung. Soviel ich weiss, waren es meistenteils Brüder, die fallweise in Kiew oder Nowgorod oder (später) Moskau herrschten, und den jeweils anderen Brüdern die Legitimation absprachen. Föderation? Eher nicht.
Zitat:Die Behauptung, die Ukraine sei das „Herzstück Russlands“, ignoriert die jahrhundertelange Eigenständigkeit der Ukraine mit eigener Kultur, Sprache und nationaler Identität. und genauso gut könnte man es auch umdrehen, das der Ukraine Moskau gehöre.
Richtig! Genau das sagen die Ukrainer auch! (Wenn man sich persönlich mit ihnen unterhält. Öffentlich sagen sie das natürlich nicht - sie wollen ja das Geld und Unterstützung, und da käme das schlecht an)
Zitat:5. “Kiew war über Jahrhunderte Russlands Hauptstadt”
→ Das ist falsch. Kiew war das Zentrum der Kiewer Rus (9.–13. JahrH), aber nicht Russlands Hauptstadt.
Das ist praktisch dasselbe, bzw. sogar noch viel wesentlicher: das kulturelle Zentrum der Ethnie der Rus, die eben deswegen Kiewer Rus heißen (im Unterschied zu den Bela Rus und noch ein paar kleineren Gruppe). Das ist natürlich ein Problem für die US-Plünderer und ihre Fanboys: wenn die Menschen, die Russland hervorgebracht haben, als Ethnie "Kiewer Rus" heißen, dann muss man schon sehr eifrig lügen, wenn man behaupten will, dass das die Feinde Kiews seien.
Zitat:Die Hauptstädte Russlands waren “Wladimir”, Moskau, später Sa Petersburg und dann wieder Moskau.
Das ist einfach nur falsch. Moskau gab es um 800 noch gar nicht. Und St. Petersburg gab es überhaupt nicht, weil das erst von Zar Peter (aus der Romanow-Dynastie) gegründet wurde. Die Kiewer Rus waren die herrschende Dynastie von irgendwann 900 (als die Olga in Konstantinopel getauft wurde) bis zum Beginn der Romanow-Dynastie (irgendwann 16xx).
Moskau gab es erst seit irgendwann 11xx, St.Petersburg gar nie in dieser Zeit (weil erst 1703 gegründet).
Zur Sache: die Hauptstäde der Kiewer Rus waren Kiew, Nowgorod, und später dann auch Moskau.
Und geherrscht haben da typischerweise drei Brüder, die sich gestritten oder auch gegenseitig bekriegt haben (von wegen "Föderation").
Wenn man eine Blaupause braucht, wie das real abgelaufen sein mag, dann taugt Game-of-Thrones dafür schon prima.
So, das ist der geschichtliche Hintergrund. Und wer aus der Geschichte nix lernen will, ist verflucht sie zu wiederholen. Was da tatsächlich läuft, ist immer noch der alte Bruderkrieg: die Kiewer wollen Moskau nicht anerkennen, und die Moskauer wollen Kiew entnazifizieren.
Aber dazu hat sie jemand vorsätzlich aufgestachelt, und das waren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Westmächte (weil die am Krieg verdienen wollen). Siehe Lawrence of Arabia - da wurde genauso vorgegangen.
Zitat:Aber keine Sorge, du wirst bestimmt jetzt irgendeinen Blog zitieren, der das Gegenteil behauptet. Ach nein, selbst das nicht.
Ich zitiere überhaupt keinen Blog, weil ich keinen kenne, der sich an die Fakten hält. Ich folge nur der zugänglichen regulären Geschichtsschreibung, rationalem Denken und der kritischen Vernunft, und dem Verständnis der Friedensbewegung:
Dieser Krieg ist von den mperialistischen Westmächten mutwillig provoziert worden gleichermaßen wie der Vietnamkrieg. Und meine politische Position zu dergleichen hat sich seit 1968 auch nicht geändert.